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Details

Veranstaltung: Photographie nach 1945 in Deutschland
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (Institut für Kunstgeschichte)
Tags: Hilla, Bernd, Becher, Versuch, Darstellung, Photographie, Deutschland
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 24
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 29  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 2246 KB
Archivnummer: V64159
ISBN (E-Book): 978-3-638-59906-1
ISBN (Buch): 978-3-638-66974-0
Anmerkungen :
Eine kritische Darstellung der Arbeit von Hilla und Bernd Becher. Besonderes Augenmerk wird auf die Rezeption und Einordnung in den Kunstkontext gelegt.

Zusammenfassung / Abstract

Hilla und Bernd Becher sind seit nunmehr vierzig Jahren in deutschen und internationalen Museen und Galerien präsent. Spätestens seitdem ihre Fotobände in der Grundausstattung mittelgroßer Buchhandlungen angekommen sind, wird die Frage, ob es sich beim Werk der Bechers um Kunst handelt, und wenn ja, wo diese zu verorten sei, kaum mehr diskutiert. Dabei war diese Frage in der Anfangszeit ihrer Arbeit, in den sechziger und siebziger Jahren durchaus von Relevanz. In einem 1972 erschienen Artikel im Artforum wird eine Äußerung Hilla Bechers folgendermaßen zitiert: „The question if this is a work of art or not is not very interesting for us. Probably it is situated in between the established categories. Anyway the audience which is interested in art would be the most open-minded and willing to think about it.” Auch in aktuellen Publikationen halten es die Autoren gelegentlich für notwendig, eingangs zu erwähnen, dass Hilla und Bernd Becher „künstlerische Ansprüche souverän erfüllen“ . Es scheint in dieser Frage demnach noch Unsicherheit zu geben. Obschon schwer einzuordnen, hat ihr Werk seinen festen Platz im Interesse der Rezipienten gefunden. Aus diesem Grund wird in der folgenden Darstellung ihrer Arbeit der Schwerpunkt auf der Frage nach der Natur dieses Werkes und der Frage nach den Bedürfnissen, die es anspricht liegen.

Textauszug (computergeneriert)

Freie Universität, Kunsthistorisches Institut
HS „Photographie nach 1945 in Deutschland“
Wintersemester 2004/2005

Hilla und Bernd Becher - Versuch einer Darstellung

Autor: 

Axel Lambrette

8. Semester HF Kunstgeschichte

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung S. 3

1.1 Das Bild… S. 4
1.2 …seine Voraussetzungen… S. 5
1.3 …seine Aussage S. 6

Aufnehmen und aufgenommen werden

2.1 Die Anfänge S. 8
2.2 Erste Ausstellungen S. 9
2.3 Reisen S. 11

Rezeption und Reaktion

3.1 Parallelen S. 12
3.2 Ausgezeichnet und kritisiert S. 18
3.3 Vorschlag für eine Sehweise S. 20

Abbildungsnachweis S. 22

Bibliographie (Auswahl) S. 23

 

 

Hilla und Bernd Becher sind seit nunmehr vierzig Jahren in deutschen und internationalen Museen und Galerien präsent. Spätestens seitdem ihre Fotobände in der Grundausstattung mittelgroßer Buchhandlungen angekommen sind, wird die Frage, ob es sich beim Werk der Bechers um Kunst handelt, und wenn ja, wo diese zu verorten sei, kaum mehr diskutiert. Dabei war diese Frage in der Anfangszeit ihrer Arbeit, in den sechziger und siebziger Jahren durchaus von Relevanz. In einem 1972 erschienen Artikel im Artforum wird eine Äußerung Hilla Bechers folgendermaßen zitiert: „The question if this is a work of art or not is not very interesting for us. Probably it is situated in between the established categories. Anyway the audience which is interested in art would be the most open-minded and willing to think about it.”1 Auch in aktuellen Publikationen halten es die Autoren gelegentlich für notwendig, eingangs zu erwähnen, dass Hilla und Bernd Becher „künstlerische Ansprüche souverän erfüllen“2. Es scheint in dieser Frage demnach noch Unsicherheit zu geben. Obschon schwer einzuordnen, hat ihr Werk seinen festen Platz im Interesse der Rezipienten gefunden. Aus diesem Grund wird in der folgenden Darstellung ihrer Arbeit der Schwerpunkt auf der Frage nach der Natur dieses Werkes und der Frage nach den Bedürfnissen, die es anspricht liegen. 

Sich eine Fotografie von Hilla und Bernd Becher anzuschauen, heißt immer, sich mehrere Fotografien anzuschauen. Die Bilder verweisen aufeinander und entstehen um dieser Verweise willen. In einem Bild sind die anderen in diesem Sinne für den Betrachter mit präsent. Es ist deshalb ratsam als Ausgangspunkt eine Bildgruppe zu wählen, in diesem Fall eine Typologie, wie es die Bechers nennen.

1.1 Das Bild…

Neun Wassertürme, fotografiert zwischen 1963 und 1998 sind hier abgebildet. An jenem aus Lahnstein soll zunächst gezeigt werden, was nahezu allen Fotografien der Bechers gemein ist. Der Wasserturm ist mit allen Details zu erkennen, die Schäden an der Außenwand des eigentlichen Tanks treten ebenso deutlich hervor, wie die Struktur der Ziegelsteine aus denen der Turm gemauert ist oder des Geländers auf halber Höhe. Am Wasserturm selbst gibt es keine absoluten Weiß- oder Schwarztöne, die Details überzeichnen könnten. Alles ist bei mittlerem Kontrast und sehr fein differenzierten Grautönen zu erkennen. Dies wird vor allem durch die gleichmäßige Ausleuchtung, die so nur bei bedecktem Himmel gegeben ist, erreicht. Offenbar geht es den Fotografen vorrangig um die Struktur des Objektes. Farbfotografien, die als solche von dieser Struktur ablenken könnten, sind bei den Bechers nie zu finden. 

Das allein der Wasserturm von den Fotografen gemeint ist, wird durch seine zentrale Stellung, die, soweit möglich, den gesamten Bildraum ausfüllt deutlich. Weitere Gebäude, deren Erscheinen aufgrund des Bildformats nicht vermieden werden kann, sind ohne bildkompositorische Rücksicht angeschnitten. Der Ausschnitt bezieht sich allein auf die Größe des Wasserturms, des Objekts. Es sind keine Menschen auf dem Bild zu erkennen, die von dem gemeinten Objekt ablenken könnten. Dieses Bild ist insofern eine Ausnahme im Werk der Bechers, als auf ihm, wenn auch nur teilweise, Autos zu erkennen sind die Aufschluss über die Zeit geben können in der es entstanden ist. Dasselbe gilt für das Bild rechts daneben, auf dem ebenfalls partiell Autos eines deutlich moderneren Typs sichtbar sind. Betrachtet man beide Bilder oberflächlich nebeneinander fällt auf, dass eine Aussage über das Alter der Türme dennoch in keiner Weise getroffen werden kann. Obschon die Fotos im Abstand von 20 Jahren gemacht wurden erscheinen sie vielmehr gleich alt. Vergleicht man die Bilder dieser Typologie, ist festzustellen, dass diese Bildbeschreibung, bezüglich der gestalterischen Eigenschaften auf alle anderen übertragbar ist.

1.2 …seine Voraussetzungen…

Hilla und Bernd Becher benutzen für ihre Arbeiten ausschließlich eine Großformatkamera mit dementsprechend großen Planfilmen (9×12cm oder 18×16cm). Diese ermöglichen eine sehr feine Auflösung und somit einen hohen Detailreichtum. Zugleich müssen längere Belichtungszeiten in Kauf genommen werden (ca. 10-60 Sekunden), was wiederum erklären mag, warum nur sehr selten Menschen auf ihren Fotografien zu sehen sind. Die Großformatkamera bietet außerdem die Möglichkeit, stürzende Linien, die aus der Untersicht entstehen, auszugleichen. Für die Bechers ist dies ein sehr entscheidender Faktor, denn die Objekte sollen in ihren Größenverhältnissen realistisch auf den Betrachter wirken. Die verwendeten Filme sind häufig orthochromatisch, dass heißt unempfindlich gegen Rottöne. Solche Filme werden sonst zum Dokumentieren graphischer Objekte verwendet. Sie unterstreichen die Struktur der Objekte, um die es den Bechers geht.

[....]


1 Andre, Carl, A Note on Bernhard and Hilla Becher, in: Artforum, Dezember 1972

2 Honnef, Klaus, Bernd und Hilla Becher, in: Bernd und Hilla Becher. Erasmuspreis. Festschrift 2002, München 2002, S. 61

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