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Öffnung des Lernortes Schule: Fremdsprachendidaktische und museumspädagogische Ansätze zur Arbeit mit Bildern im Anfangsunterricht

Examination Thesis, 2006, 101 Pages
Author: Kirsten Wesemann
Subject: English - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2006
Pages: 101
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 66  Entries
Language: German
Archive No.: V64180
ISBN (E-book): 978-3-638-57059-6

File size: 3766 KB


Excerpt (computer-generated)

Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung
für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen

Öffnung des Lernortes Schule: Fremdsprachendidaktische und museumspädagogische Ansätze zur Arbeit mit Bildern im Anfangsunterricht

Kirsten Wesemann

 

Inhaltsverzeichnis


1 Einleitung ... 4

2 Schule als Lernort ... 8

2.1 Öffnung des Lernortes Schule – Gründe und Chancen ... 10
2.2 Handlungsorientierung ... 12

3 Das Museum als außerschulischer Lernort ... 14

3.1 Museumspädagogik ... 16
3.2 Museumspädagogik im Sprengel Museum Hannover ... 19
3.2.1 Entwicklung ... 19
3.2.2 Eigene Beobachtungen von aktuellen museumspädagogischen Angeboten des Museums für Schulklassen ... 21

4 Bildeinsatz im Fremdsprachenunterricht ... 24

4.1 Die Bildauswahl – offene oder geschlossene Bilder? ... 27
4.2 Kunstbilder im Fremdsprachenunterricht ... 29
4.3 Prozessorientierung ... 30
4.3.1 Prozessorientierte Methodik bei der Arbeit mit Kunstbildern im Fremdsprachen-unterricht ... 31
4.3.2 Kreatives Schreiben und Intertextualität ... 33

5 Unterrichtspraktischer Versuch ... 36

5.1 Begründung für die Fallgruppenauswahl und Besonderheiten ... 36
5.2 Begründung der Auswahl der Untersuchungsmethoden ... 37

6 Unterrichtsentwurf zum Projekt im Sprengel Museum ... 39

6.1 Bedingungsfeldanalyse ... 39
6.1.1 Schulsituation ... 39
6.1.2 Klassensituation ... 39
6.1.3 Besonderheiten des geplanten Unterrichts ... 40
6.2 Sachüberlegungen ... 41
6.2.1 Zur Struktur der verwendeten Texte ... 41
6.2.2 Zur Grammatik ... 42
6.2.3 Zum Wortschatz ... 42
6.3 Didaktische Überlegungen ... 43
6.3.1 Auswahl ... 43
6.3.2 Abstufung ... 43
6.3.3 Darbietung ... 43
6.4 Lernziele ... 45
6.4.1 Groblernziele ... 45
6.4.2 Feinlernziele ... 45
6.5 Geplanter Unterrichtsverlauf ... 46

7 Teilnehmende Beobachtung ... 49

8 Beschreibung der Schülerarbeiten ... 53

8.1 Quantitative Ergebnisse der Einzelaufgaben ... 53
8.2 Qualitative Beschreibungen der Einzel- und Gruppenaufgaben ... 54
8.2.1 1. Gruppe (Der Hahn und die Katze, Pablo Picasso) ... 54
8.2.2 2. Gruppe (Pferde und Adler, Franz Marc) ... 54
8.2.3 3. Gruppe (Katze unterm Baum, Franz Marc) ... 55
8.2.4 4. Gruppe (Pferdekopf, Pablo Picasso) ... 55

9 Vorstellung des Fragebogens ... 55

10 Ergebnisse des Fragebogens ... 58

10.1 Deskriptive Ergebnisse der einzelnen Fragen ... 58
10.2 Korrelationen ... 60

11 Interpretation und Reflexion ... 62

11.1 Schülerarbeiten ... 62
11.2 Fragebogen ... 64
11.3 Verbale Kommunikation ... 66

12 Fazit ... 67

13 English Summary ... 72

14 Literatur 76

14.1 Websites ... 82

15 Anhang ... 83

15.1 Aufgabenstellungen ... 83
15.1.1 Group Work ... 83
15.1.2 Single Work ... 83
15.2 Fragebogen ... 84
15.3 Ergebnisse und Tabellen ... 87
15.4 Fotos ... 91
15.5 Bildauswahl zum Unterrichtsentwurf ... 93
15.6 Schülerarbeiten zu den verschiedenen Gemälden ... 95

 

 

1 Einleitung

Die Institution Schule ist immer wieder Ziel von Kritik; Veränderungen aller Art werden von unterschiedlichen Gruppierungen und Teilen der Gesellschaft gefordert.
Dass schulischer Unterricht heutzutage nicht mehr auf reines Auswendiglernen, Abfragen und das Erlernen theoretischen Wissens reduziert werden darf, ist keine neue oder überraschende Forderung. Kindheit und Jugend haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert, auch die Anforderungen an die Schulabgänger sind nicht mehr die gleichen wie vor zwanzig Jahren.
Erwartet werden Eigenschaften wie Teamgeist, Kreativität, Flexibilität oder emotionale Intelligenz; Eigenschaften, die bereits während der Schulzeit erworben und gefördert werden sollen. Profunde Fremdsprachenkenntnisse gelten in einer zunehmend globalisierten Welt ebenfalls als unabdingbar.
Zumindest sind dies Forderungen wie sie von Politik, Arbeitsmarkt und Gesellschaft an die Schule herangetragen werden. (vgl. zum Beispiel Meyer 2002: 183 f.) Auf diese Anforderungen und auch auf die veränderte, handlungsärmere Kindheit (vgl. Gudjons 2001), versucht Schule nun zu reagieren. Dazu ist es nötig, den Lernort Schule in verschiedener Hinsicht offener zu machen. (vgl. Bach, Timm 2003:2) Dieser Öffnungsprozess soll im 2. Kapitel näher erläutert werden.
Für den fremdsprachlichen Unterricht ist im Hinblick auf diese Anforderungen eine mindestens zweidimensionale Öffnung denkbar. Es handelt sich dabei zum einen um eine Öffnung im methodischen Bereich, um die Schüler1 stärker zu aktivieren, sie in ihrer Individualität zu fördern und sie die Fremdsprache authentisch erleben zu lassen. Zum anderen geht es um eine Öffnung in räumlicher Hinsicht mit dem Ziel, das Potenzial und den Anregungscharakter außerschulischer Lernorte zu nutzen.
Die Möglichkeiten, den Fremdsprachenunterricht zeitgemäß und schülerorientiert zu gestalten, sollen im Verlauf dieser Arbeit exemplarisch vorgestellt und im praktischen Teil miteinander kombiniert werden.
Aufgrund des Besuchs eines fachdidaktischen Seminars im hannoverschen Sprengel Museum entstanden die Idee und der Wunsch nach einer intensiveren Auseinandersetzung mit einem offeneren fremdsprachlichen Unterricht in Bezug auf den Einsatz von Bildkunst.
Bilder verschiedenster Art haben im Sprachunterricht eine lange Tradition, die sich bis zu Comenius zurückverfolgen lässt. (vgl. zum Beispiel Hellwig 1996) Die Funktionen und Formen des Bildeinsatzes werden im Verlauf dieser Arbeit zunächst allgemein beschrieben und anschließend spezieller auf Kunst bezogen.
Der gezielte Einsatz von Kunstbildern2 zur Förderung fremdsprachlicher Fähigkeiten und Kompetenzen hat eine eher kurze Historie. Etwa seit dem Ende der 1980er Jahre wird das Thema unter Fachdidaktikern diskutiert und auch erprobt. (vgl. Hellwig 1996: 20f.)
Verschiedene Wissenschaftler haben dabei über die Jahre gezeigt, welche positiven Effekte die Öffnung zur Arbeit mit Kunstbildern im Englischunterricht gerade in Bezug auf individuelle Kreativität und autonome Sprachproduktion von Schülern haben kann. Es wurde hierbei allerdings vor allem mit etwas älteren Schülern gearbeitet, die bereits fundierte Sprachkenntnisse erworben hatten. (vgl. Blell, Hellwig 1996)
Als angehende Grund-, Haupt- und Realschullehrerin stellte sich mir die Frage, inwiefern Kunst auch den Englischunterricht jüngerer Lerner bereichern könnte. Nach dem mittlerweile in den niedersächsischen Grundschulen flächendeckend eingeführten Englischunterricht ab der dritten Klasse folgt der fremdsprachliche Unterricht an den weiterführenden Schulen. Dieser kann im fünften Schuljahr durchaus noch als Anfangsunterricht in Englisch bezeichnet werden, da Fertigkeiten, wie etwa das Lesen und besonders das Schreiben in der Fremdsprache, meist nicht – oder nur sehr rudimentär – im Primarbereich erlernt werden. Die Meinung, man dürfe die Schüler in der Grundschule durch englische Schreibweisen nicht überfordern, ist noch immer weit verbreitet, obwohl der Einsatz des fremdsprachigen Schriftbildes auch in der Grundschule längst als in Maßen förderlich angesehen wird. (vgl. Schmid-Schönbein 2001: 126 f.) Dadurch erleben die Schüler im Anfangsunterricht der weiterführenden Schulen einen abrupten Wechsel vom auditiven zum schriftlichen Fremdspracherwerb. (vgl. Burwitz-Melzer, Legutke 2004: 3)

 

[...]


1 Der Begriff „Schüler“ wird in dieser Arbeit als geschlechtsneutraler Fachterminus verwendet.
2 Die Frage wann ein Bild zur „Kunst“ wird, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Sie ist immer stark von subjektiven Meinungen und gesellschaftlicher Einstellung abhängig. Im Folgenden wird der Begriff des „Kunstbildes“ im Zusammenhang mit öffentlich ausgestellten Werken anerkannter Künstlerinnen und Künstler verwandt.


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