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Die Berufung Gideons (Richter 6,11-24)

Scholary Paper (Seminar), 2006, 26 Pages
Author: Florian Amberg
Subject: Theology - Biblical Theology

Details

Event: Proseminar
Institution/College: LMU Munich
Tags: Berufung, Gideons, Gideon, Ri 6, Gideon-Berufung, Exegese
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 26
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V64244
ISBN (E-book): 978-3-638-57116-6
ISBN (Book): 978-3-638-59896-5
File size: 355 KB

Abstract

Die Arbeit durchleuchtet Jdc 6,11-24, um die Frage, wie die Rolle JHWHs angesichts der Taten Gideons einzuordnen ist, beantworten zu können.


Excerpt (computer-generated)

Ludwig-Maximilians-Universität zu München
Fakultät für Evangelische Theologie
Institut für Alttestamentliche Theologie
Wintersemester 2005/2006

Proseminar: Die Anfänge des Königtums im Ersten Samuelbuch

Die Berufung Gideons 
Jdc 6,11-24

von

Florian Amberg

3. Fachsemester

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Übersetzung Jdc 6,11-24 ... 4

2. Textkritische Entscheidungen ... 5

3. Literarkritische Analyse ... 7
3.1 Stellung im Kontext  ... 7
3.2 Gliederung  ... 8
3.3 Indizien für die Inkohärenz des Textes ... 9
3.4 Entwicklung des Schichtenmodells  ... 10
3.4.1 V.19ab.20 ... 10
3.4.2 V.11bb.13-16.17b.22b.23.24ab  ... 11
3.4.3 V.12 ... 14
3.5 Das Schichtenmodell  ... 15

4. Der Grundtext ... 16
4.1 Formgeschichtliche Analyse ... 16
4.2 Begriffs- und Motivgeschichtliches ... 18
4.2.1 hwhy $alm ... 18
4.2.2 xbzm  ... 19
4.3 Literarische Querverbindungen zum Pentateuch  ... 19

5. Literar- und Redaktionsgeschichte  ... 20
5.1 Der Beistand JHWHS: Grundstein der Berufung Gideons  ... 20
5.1.1 Begriffs- und Motivgeschichtliches  ... 20
5.1.1.1 hwhy $alm wyla aryw ... 20
5.1.1.2 $m[ hwhy ... 21
5.1.2 Theologiegeschichtliche Einordnung und Aussageabsicht der Redaktion ... 22
5.2 Die Berufungsgeschichte als Gideon-kritische Schicht  ... 22
5.2.1 Literarische Parallelen zur Berufungsgeschichte  ... 22
5.2.2 Die Heraufführungsformel und ihre heilsgeschichtliche Intension  ... 23
5.2.3 Theologiegeschichtliche Einordnung und Aussageabsicht der Redaktion ... 24
5.3 Ausschmückung der Bewirtungs-Erzählung  ... 25

6. Der Gesamttext in seiner Vielschichtigkeit ... 26

7. Aussageabsicht und theologische Interpretation ... 26

8. Bibliographie ... 27

 

 

1. Übersetzung Jdc 6,11-24

11 Und der Engel JHWHs kam und er setzte sich unter eine Eiche bei Ofra, die Joasch, dem Abiesriter, gehörte. Und sein Sohn Gideon schlug gerade Weizen in der Kelter aus, um ihn vor Midian in Sicherheit zu bringen. 12 Und es erschien ihm der Engel JHWHs und er sagte zu ihm: JHWH ist mit dir, tapferer Held! 13 Und Gideon sagte zu ihm: Bitte, mein Herr, wenn JHWH mit uns ist, warum haben uns alle diese Dinge getroffen? Und wo sind alle seine Wunder, die unsere Väter erzählt haben, indem sie sagten: Hat etwa JHWH uns nicht heraufgeführt aus Ägypten? Und jetzt hat uns JHWH verworfen und uns in die Hand Midians gegeben. 14 Und JHWH wandte sich ihm zu und sagte: Gehe hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Hand Midians! Habe ich dich nicht gesandt? 15 Und er sagte zu ihm: Bitte, mein Herr, womit soll ich Israel retten? Siehe, mein Geschlecht ist das schwächste in Manasse und ich bin der jüngste im Haus meines Vaters. 16 Und JHWH sagte zu ihm: Weil ich mit dir sein werde, wirst du Midian schlagen wie einen einzelnen Mann. 17 Und er sagte zu ihm: Wenn ich denn Gnade gefunden habe in deinen Augen, gib mir ein Zeichen, dass du es bist, der mit mir spricht! 18 Weiche doch nicht von hier bis ich zu dir zurückkomme und meine Opfergabe herausbringe und vor dich bringe! Und er sagte: Ich will bleiben, bis du wiederkommst. 19 Und Gideon ging hin und bereitete ein Ziegenböcklein zu und ungesäuerte Brote von einem Efa Mehl. Das Fleisch legte er in einen Korb und die Brühe goss er in einen Topf. Und er trug es zu ihm unter die Eiche und reichte es dar. 20 Und der Engel Gottes sprach zu ihm: Nimm das Fleisch und die ungesäuerten Brote und lege es hin auf diesen Felsen da! Die Brühe aber gieße aus! Und er machte es so. 21 Und der Engel JHWHs streckte das Ende des Stabes aus, der in seiner Hand war, und berührte das Fleisch und die ungesäuerten Brote. Und Feuer stieg aus dem Felsen auf und verzehrte das Fleisch und die ungesäuerten Brote. Und der Engel JHWHs entschwand seinen Augen. 22 Und Gideon sah, dass es der Engel JHWHs gewesen war, und Gideon sagte: Ach, Herr, JHWH! Denn ich habe ja den Engel JHWHs von Angesicht zu Angesicht gesehen! 23 Und JHWH sprach zu ihm: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben. Und Gideon baute JHWH dort einen Altar und nannte ihn: JHWHSchalom. Bis zu diesem Tag steht er noch in Ofra, der Stadt der Abiesriter.

2. Textkritische Entscheidungen

6,13a: Der masoretische Text (MT) bietet taz-lk. Die Septuaginta (LXX) bietet dagegen geschlossen pa,nta ta. kaka. tau/ta, was dem Hebräischen tazh h[rh lk entsprechen würde. Auf Grund des geschlossen belegenden und ernst zu nehmenden Textzeugen LXX wiegt die äußere Bezeugung den MT daher auf.

Nach inneren Kriterien allerdings ist die Lesart der LXX zugleich lectio longior und lectio simplicior, da der Zusatz ta. kaka den Umfang des Textes nicht nur vergrößert, sondern auch eine nähere Beschreibung der Dinge liefert, von welchen in der direkten Rede Gideons in klagender und gar schon vorwurfsvoller Weise die Rede ist. Die LXX möchte durch den konkretisierenden Zusatz den Text gefälliger und verständlicher gestalten und mit dem Kontext von Jdc 6,1-10 verknüpfen. Daher dürfte der MT ursprünglich sein.

6,14: Der MT bietet hwhy. Lediglich eine masoretische Handschrift (MS) belegt $alm, die LXX stellt o` a;ggeloj voran. Obwohl der Fokus der Textkritik auf der Qualität der Textzeugen und nicht auf der Quantität der Bezeugungen liegt, ist die MS in diesem Fall zu vernachlässigen. Die LXX dagegen stellt auf Grund der erneut geschlossenen Belegung ein echtes Gegengewicht zum MT dar und macht eine Entscheidungsfindung mit der alleinigen Berücksichtigung der äußeren Bezeugung unmöglich.

Die LXX entspricht eindeutig der lectio longior, was bereits auf die Ursprünglichkeit des MT hinweist. Besonders aber im Hinblick auf die lectio simplicior muss man feststellen, dass die LXX eindeutig das handelnde Subjekt gemäß den vorangegangen Versen 11ff. kontinuierlich fortführen will. Die LXX möchte den Subjektswechsel zwischen hwhy und hwhy $alm vermeiden und glättet aus diesem Grund den Text, indem sie das Subjekt in Form des o` a;ggeloj kuri,ou weiterführt. Dieses Vorgehen weist eindeutig auf die sekundäre Angleichung an den Kontext hin. Der MT ist daher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die ursprüngliche Überlieferung.

6,15: Da die LXX nur auf den unvokalisierten Text Bezug nehmen konnte, stellt die unterschiedliche Punktuation keine Variante im engeren Sinne dar. Der MT bietet yn"doa], während wenige hebräische Handschriften (MSS), der codex Vaticanus, textus Graecus ex recensio Origensis und textus Graecus in genere Catenarum traditus und darüber hinaus der codex Reuchlinianus die possesiv näher bestimmte Singular-Form ynidoa] belegen.

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