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Details

Veranstaltung: Proseminar E.T.A. Hoffmann
Institution/Hochschule: Universität zu Köln (Institut für deutsche Sprache und Literatur )
Tags: Satirische, Groteske, Klein, Zaches, Zinnober, Proseminar, Hoffmann
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 19  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 217 KB
Archivnummer: V64260
ISBN (E-Book): 978-3-638-57129-6
ISBN (Buch): 978-3-638-79319-3

Zusammenfassung / Abstract

Klein Zaches genannt Zinnober ist eines der späteren Märchen in Hoffmanns künstlerischem Schaffen und eines der wenigen, die kaum kritisiert wurden. Es wird in der wissenschaftlichen Fachliteratur auch häufig als Wendepunkt in Hoffmanns Werk angesehen. Das ist zurückzuführen auf die Auffassung vieler, dass das Märchen ein äußerst satirisches und groteskes Bild einer Gesellschaft zeichnet. Jedoch ist dies nicht die einhellige Meinung der Literaturkritik und die Debatte, ob das Märchen wirklich als Satire aufzufassen sei, hält an. Ebenso wenig einig ist man sich über die Gesellschaftskritik, die das Märchen nach Auffassung einiger enthält. Die Gegner dieser These argumentieren mit dem vorherrschenden Humor, der das Stück durchzieht und mit Hoffmanns eigener Aussage: „Das Märchen Klein Zaches, genannt Zinnober [...] enthält nichts weiter, als die lose, lockre Ausführung einer scherzhaften Idee.“

Textauszug (computergeneriert)

Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln
Einführungsseminar NDL 2. „E.T.A. Hoffmann“
Sommersemester 2005, 10. Semester

Das Satirische und Groteske in
" Klein Zaches genannt Zinnober"

von: Bianca Singer

 


Inhalt

1 EINLEITUNG  2

1 WAS IST SATIRISCH?  4

2 DAS SATIRISCHE IN KLEIN ZACHES  5

2.1 EINFÜHRUNG DER AUFKLÄRUNG  5
2.2 PARODIE DER BILDUNGSIDEE  6
2.3 SATIRE AUF DIE MÄRCHENWELT 7
2.4 VERSPOTTUNG BALTHASARS  8

3 WAS IST GROTESK?  9

4 DAS GROTESKE IN KLEIN ZACHES 11

4.1 SPRACHSCHICHTEN UND UNLOGISCHE ZUSAMMENHÄNGE  12
4.2 ERSCHEINUNG 14
4.3 GESELLSCHAFTLICHE GROTESKE  15
4.4 DAS GLÜCKLICHE ENDE  16

5 SCHLUSSBETRACHTUNG  17

6 LITERATURVERZEICHNIS  19


 

 

1 Einleitung

Klein Zaches genannt Zinnober ist eines der späteren Märchen in Hoffmanns künstlerischem Schaffen und eines der wenigen, die kaum kritisiert wurden. Es wird in der wissenschaftlichen Fachliteratur auch häufig als Wendepunkt in Hoffmanns Werk angesehen. Das ist zurückzuführen auf die Auffassung vieler, dass das Märchen ein äußerst satirisches und groteskes Bild einer Gesellschaft zeichnet. Jedoch ist dies nicht die einhellige Meinung der Literaturkritik und die Debatte, ob das Märchen wirklich als Satire aufzufassen sei, hält an. Ebenso wenig einig ist man sich über die Gesellschaftskritik, die das Märchen nach Auffassung einiger enthält. Die Gegner dieser These argumentieren mit dem vorherrschenden Humor, der das Stück durchzieht und mit Hoffmanns eigener Aussage: „Das Märchen Klein Zaches, genannt Zinnober [...] enthält nichts weiter, als die lose, lockre Ausführung einer scherzhaften Idee.“ 1

Ein anderes Argument, das für den Wendepunkt in Hoffmanns Schaffen spricht, ist, dass es sich in Bezug auf das Verhältnis zwischen Realität und Fantastik von den früheren Märchen Hoffmanns unterscheidet. In Klein Zaches gibt es im Unterschied zum goldnen Topf eine klare Trennung zwischen der Fantastik und der Realität. Es gibt zwar beide Bereiche, aber sie gehen nicht unübersichtlich ineinander über. Wenn die Märchengestalten des Prosper Alpanus oder der Fee Rosabelverde in der bürgerlichen Welt auftreten, sind sie alles andere als märchenhaft. Die Fee lebt in einem Frauenstift als Fräulein von Rosenschön und Alpanus als zurückgezogener Arzt auf einem Landgut. Außerdem ist die fantastische Welt weit weniger überzeugend oder mystisch, als man sich eine Märchenwelt vorstellt. Die Fee Rosabelverde macht einen großen Fehler, indem sie zu große Hoffnungen in Zaches Innerstes setzt und das Duell der beiden Märchenfiguren gleicht eher Zaubertricks als eindrucksvoller Magie. Dieses Herabspielen der weihevollen Aura der Welt der Fantastik und die Kritik an den Mächtigen im Staat wie auch den Bürgerlichen geschieht durch das durchweg angewendete Motiv der Ironie, die zeitweise satirische und groteske Elemente enthält. Mit Ironie wird die ganze skizzierte Welt in Klein Zaches versehen. Die einzige Person, die durchweg davon verschont bleibt, ist Liese, die arme Mutter Klein Zaches’. Es gibt jedoch bei den einzelnen Personen Abstufungen in Hoffmanns Verwendung der ironischen Sichtweise. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Ironie, die sich als satirisch oder grotesk darstellt. Da die Begriffe des Satirischen und Grotesken keine immer gleich dargestellten Einheiten bilden und teilweise ineinander übergehen, werden beide Begriffe, die dieser Arbeit zugrunde liegen, definiert. Mein Interesse am Märchen des Klein Zaches wurde dadurch geweckt, das es anders, in Form der darin enthaltenen Ironie, ist als frühere Märchen Hoffmanns wie beispielsweise der Goldne Topf. Diese teils groteske, teils satirisch-lächerliche Darstellung einer Gesellschaft, in der jemand nur dadurch Erfolg hat, indem er sich mit Taten anderer rühmt, erinnert mich daran, dass solche Personen ungerechterweise auch in unserer Gesellschaft, selbst ohne Feenmagie, Erfolg haben. Zwar geschieht das nicht in einer so hervorstechenden Weise wie bei Klein Zaches genannt Zinnober, aber es ist teilweise doch zu beobachten.

1 Was ist Satirisch?

Das Wort ‚Satire’ führt sich auf das lat. satira zurück, das von ‚lanx satura’ abgeleitet ist. ‚Lanx satura’ bedeutet eine mit Früchten gefüllte Schale. Im übertragenen Sinn meint es bunt gemischtes Allerlei. Im literarischen Sinn ist die Satire eine Spottdichtung, die mangelhafte Tugend oder gesellschaftliche Missstände anklagt. Die satirische Schreibweise ist sehr vielseitig und wandelte sich im Laufe der Geschichte. Deshalb ist sie schwer von Komik oder Parodie zu trennen. Die Satire kann verschiedene Funktionen haben. Wenn sie als Kritik fungiert, stellt sie nach Schiller die mangelhafte Wirklichkeit einem Ideal gegenüber. Fungiert sie als Unterhaltung, unterscheidet sie sich von Komik und Parodie durch ihre kritische Haltung. Als Didaktik hat sie die Absicht zu belehren und zu bessern und als Polemik vermittelt sie Einseitigkeit und Parteilichkeit. 2

Ebenso wie die Groteske übertreibt die Satire und verzerrt Sachverhalte. Sie vergleicht Sachverhalte mit ihrem Idealzustand und gibt sie dadurch der Lächerlichkeit preis. Satire beinhaltet Ironie, Spott und Sarkasmus. Diese findet man sodann auch bei Klein Zaches genannt Zinnober wieder.

2 Das Satirische in Klein Zaches

[...]


1 E.T.A. Hoffmann: Prinzessin Brambilla. Stuttgart: Philipp Reclam 2003. S. 3 (Vorwort).

2 Vgl. Wikipedia: Satire Kap. 1. URL: http:// wikipedia.de (05.09.2005).

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