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Diploma Thesis, 2002, 118 Pages
Author: Christina Bitzen
Subject: Psychology - Developmental Psychology
Details
Tags: Selbstbild, Jugendliche, Auswertung, Narrative
Year: 2002
Pages: 118
Grade: 2
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-13996-0
File size: 743 KB
An die inhaltsanalytische Auswertung schloss sich eine multivariate Analyse mit Hilfe von SPSS an.
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Excerpt (computer-generated)
Diplomarbeit im Fach Psychologie an der
Rheinischen Friedrich - Wilhelms - Universität Bonn
Das projizierte Selbstbild bei gesunden und diabetischen Jugendlichen
Eine inhaltsanalytische Auswertung projektiver Narrative
vorgelegt von
Christina Bitzen
im April 2002
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ... 1
Abbildungsverzeichnis ... 3
Tabellenverzeichnis ... 4
1. Einleitung ... 6
2. Theorie ... 9
2.1. Zur Definition von Lebensphasen ... 9
2.2. Jugendalter ... 10
2.2.1. Frühe Entwicklungstheorien der Adoleszenz ... 12
2.2.2. Neuere Entwicklungstheorien der Adoleszenz ... 15
2.2.3. Zusammenfassung ... 17
2.3. Entwicklungsaufgaben ... 17
2.3.1. Identitätsentwicklung in der Adoleszenz ... 22
2.3.2. Das Selbstkonzept im Jugendalter ... 25
2.3.3. Kritische Lebensereignisse im Jugendalter ... 28
2.3.4. Zusammenfassung Anforderungen in der Adoleszenz ... 32
2.4. Chronische Krankheit als non-normative Entwicklungsaufgabe ... 33
2.4.1. Diabetes mellitus; Prävalenz, Symptome und
Behandlungsmöglichkeiten ... 34
2.4.2. Wechselbeziehungen zwischen Diabetes mellitus und
Entwicklungsaufgaben ... 35
2.4.3. Zusammenfassung Diabetes mellitus als non-normative
Entwicklungsaufgabe ... 39
3. Hypothesen ... 41
3.1. Entwicklungspsychologische Fragestellung ... 42
3.1.1. Geschlechtsunterschiede ... 42
3.1.2. Altersunterschiede ... 43
3.2. Gesundheitspsychologische Fragestellungen ... 45
3.2.1. Gesundheitsstatus ... 45
3.2.2. Stoffwechselgüte ... 46
4. Methodik ... 48
4.1. Stichprobenbeschreibung und Gruppenbildung ... 48
4.1.1. Unabhängige Variablen ... 49
4.2. Der Thematische Apperzeptionstest (TAT) ... 51
4.2.1. Theoretischer Hintergrund ... 51
4.2.2. Auswahl der Testmaterialien ... 52
4.2.3. Die verschiedenen Auswertungsansätze des TAT ... 54
4.3. Die modifizierte Version des Bonner Auswertungssystems ... 55
4.3.1. Operationalisierung der Variable "Selbstkonzept" ... 55
4.3.1.1. Kodierung der Bezeichnung der handelnden Figuren ... 55
4.3.1.2. Kodierung der Eigenschaften / Gefühle der Figuren ... 57
4.3.2. Operationalisierung der Variable "Entwicklungsaufgaben" ... 59
4.3.3. Operationalisierung der Variable "Konflikte" ... 63
4.3.4. Operationalisierung der Variable "Abwehr" ... 64
4.4. Durchführung ... 66
4.4.1. Die Instruktion des TAT ... 66
4.4.2. Bildung des Kategoriensystems ... 67
4.4.3. Beurteilerübereinstimmung ... 67
4.5. Aufbereitung der qualitativen Daten für die statistische Auswertung ... 71
5. Ergebnisse ... 73
5.1. Entwicklungspsychologische Fragestellung ... 74
5.1.1. Entwicklungsaufgaben ... 74
5.1.2. Selbstkonzept ... 76
5.1.3. Konflikte ... 81
Zusammenfassung der Ergebnisse zur entwicklungspsychologischen
Fragestellung ... 82
5.2. Gesundheitspsychologische Fragestellung ... 83
5.2.1. Entwicklungsaufgaben ... 83
5.2.2. Selbstkonzept ... 85
5.2.3. Konflikte ... 90
Zusammenfassung der Ergebnisse zur gesundheitsspezifischen
Fragestellung ... 92
6. Diskussion ... 94
6.1. Interpretation der Ergebnisse ... 94
6.1.1. Entwicklungspsychologische Fragestellung ... 94
6.1.2. Gesundheitspsychologische Fragestellung ... 96
6.2. Methodische Kritik ... 99
6.3. Ausblick ... 102
Anhang ... 105
Literaturverzeichnis ... 108
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die Generalisierung und Spezifizierung der drei Identitätskomponenten (Haußer, 1995, S.26) ... 25
Abbildung 3: Abhängige und unabhängige Variablen, sowie deren Operationalisierungen ... 42
Abbildung 4: Gesamte Stichprobe ... 49
Abbildung 5: Stichprobe der diabetischen Jugendlichen ... 50
Abbildung 6: Übersicht über Hypothesen ... 65
Abbildung 7: TAT-Instruktionen für Erwachsene nach Revers (1979) ... 66
Abbildung 8: Anschauliches Beispiel für die Kategorienbildung ... 71
Abbildung 9: Mittelwerte der positiven/negativen Eigenschaften ... 80
Abbildung 10: Mittelwerte der positiven/negativen Eigenschaften ... 89
Abbildung 11: Mittelwerte der inter- und intrapsychischen Konflikte ... 91
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Entwicklungsaufgaben, aufgestellt von Dreher & Dreher (1985a, S.36) nach Havighurst (1953). ... 20
Tabelle 2: Die Bezeichnung von Inhaltsbereichen und Aspekten des Selbst (Offer et al., 1981, S.529) ... 27
Tabelle 3: Problembereiche nach dem Problemfragebogen von Seiffge-Krenke (1984) ... 32
Tabelle 4: Ausgewählte Ziele des Jugendalters und Störeinflüsse des Diabetes mellitus (Petermann et al., 1987, S.102) ... 36
Tabelle 5: Kategorien für die Bezeichnungen der Figuren ... 56
Tabelle 6: Kategorien für die Eigenschaften / Gefühle der Figuren ... 58
Tabelle 7: Tafeln und Beschreibung der thematischen Valenzen nach Revers (1979) ... 60
Tabelle 8: Kategorien der Valenzen ... 61
Tabelle 9: Kategorien der Konflikte ... 63
Tabelle 10: TAT-Instruktionen für Erwachsene nach Revers (1979) ... 66
Tabelle 11: Ranges und durchschnittliche Werte von Kappa in den einzelnen Kategoriengruppen ... 68
Tabelle 13: Prozentuale Übereinstimmung in der Kategorie "Eigenschaften der Figuren" ... 69
Tabelle 14: Prozentuale Übereinstimmung in der Kategorie "Gefühle/Handlungen" der Figuren ... 70
Tabelle 15: Prozentuale Übereinstimmung in der Kategorie "Valenzen" ... 70
Tabelle 16: Prozentuale Übereinstimmung in der Kategorie "Konflikte" ... 70
Tabelle 17: Mittelwerte für die Kategorien der Entwicklungsaufgaben ... 74
Tabelle 18: Mittelwerte der Kategorie Bezeichnung der Figuren ... 76
Tabelle 19: Mittelwerte der Kategorie Eigenschaften/Gefühle der handelnden Figuren ... 78
Tabelle 20: Mittelwerte der Kategorie Konflikte ... 81
Tabelle 21: Mittelwerte der Kategorie Valenzen ... 83
Tabelle 22: Mittelwerte der Kategorie Bezeichnungen der Figuren ... 85
Tabelle 23: Mittelwerte der Eigenschaften/Gefühle ... 87
Tabelle 24: Mittelwerte der Konflikte ... 90
Zusammenfassung
Das Jugendalter ist eine Phase, in der die Bearbeitung vielfältiger Übergänge und Entwicklungsaufgaben sowie die Herausbildung eines kongruenten Selbstkonzeptes erforderlich ist. Bei Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes kommt als zusätzlicher, non-normativer Stressor der Umgang mit einer chronischen Krankheit hinzu, die im Alltag ständig präsent ist und zu Einschränkungen in zahlreichen Bereichen des Alltags führt. In empirischen Studien wurde festgestellt, dass diabetische Adoleszente im Vergleich zu gesunden Altersgenossen Retardierungen bei der Bewältigung typischer Entwicklungsaufgaben aufwiesen. Zur Untersuchung dieser Fragen wurden 35 gesunde und 37 an Diabetes mellitus erkrankte Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren mit dem Thematischen Apperzeptionstest konfrontiert. Dieses projektive Verfahren wurde benutzt, weil es wenig durchschaubar ist und individuelle Persönlichkeitsdaten erhebt. In der vorliegenden Untersuchung wurden die TAT-Protokolle der Probanden hinsichtlich Selbstkonzept, Entwicklungsaufgaben und Konflikten anhand eines dafür entworfenen formal-inhaltlichen Kategoriensystem analysiert. Diese Daten wurden zum Alter, Geschlecht, Gesundheitsstatus und zur Güte der Stoffwechseleinstellung bei diabetischen Jugendlichen in Beziehung gesetzt. Neben Altersunterschieden bezogen auf die Tönung des Selbstkonzeptes wurden Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Jugendlichen gefunden. Männliche und weibliche Jugendliche haben ein deutlich verschiedenes Selbstkonzept: Mädchen beschreiben sich negativer, während die männlichen Jugendlichen über eher positive Anteile des Selbstkonzepts berichteten. Ein weiterer geschlechtsspezifischer Befund ist die höhere Relevanz zwischenmenschlicher Themen für weibliche Probanden, während männliche Jugendliche sich eher mit leistungsthematischen Aspekten befassen. An Diabetes mellitus erkrankte Jugendliche unterscheiden sich von der gesunden Kontrollgruppe in wesentlichen und entwicklungsrelevanten Variablen. Sie zeigten Behinderungen in jugendtypischen Entwicklungsaufgaben ( wie Ablösung von den Eltern, Aufbau enger Freundschaftsbeziehungen ) und weisen mehr intrapsychische Konflikte auf, während höhere Werte bei den interpsychischen Konflikten ausschließlich bei gesunden Jugendlichen gefunden wurden. Außerdem konnte diabetischen Jugendlichen ein vermehrtes Abwehrverhalten gegenüber der Enthüllung ihrer Persönlichkeit nachgewiesen werden.
1. Einleitung
"Ich hatte eine sehr behütete Kindheit. Deshalb habe ich das erste Jahr nach dem Abi und dem Auszug von zu Hause in jeder Hinsicht genossen. Ich fühlte mich zum ersten Mal frei in meinem Leben. Während meiner Jugend hatte ich sehr unter der Kontrolle gelitten, die meine Eltern mir aufgrund meiner Diabetes mellitus hatten zukommen lassen. Ich weiß, dass sie mich damit nur schützen wollten, aber sie haben damit in mir auch Ängste vor neuen und unberechenbaren Dingen ausgelöst [...]."
(www.diabetes.de, Stand: 20.03.2002)
Dieser Auszug aus einem Bericht einer diabetischen Jugendlichen zeigt, in welchem Ausmaß eine chronische Krankheit die Entwicklung während der Adoleszenz beeinträchtigen kann. Um die Auswirkungen einer chronischen Krankheit auf die Entwicklung eines Jugendlichen abschätzen zu können, soll zunächst der "normale" Entwicklungsverlauf dargestellt werden. Der Übergang von Kindheit zum Status des Erwachsenen kann mehr oder weniger stürmisch verlaufen; so gaben einige Autoren diesem Lebensabschnitt das Etikett der universell bedingten turbulenten Periode. Anna Freud (1958) zum Beispiel war der Meinung, dass die durch die biologische Reifung bedingte Intensivierung des Sexualtriebes einen qualitativen Wandel in der Persönlichkeitsstruktur verursache. Neuere empirische Untersuchungen (z.B. Shell-Studie: "Jugend 2000") widerlegen den Befund der "Sturm-und-Drang-Phase" während der Adoleszenz, der Jugendliche wird nun vielmehr als Produzent seiner eigenen Entwicklung (Lerner, 1984) bezeichnet, der proaktiv seine Zukunft gestaltet und sich dabei mit Veränderungen körperlicher, geistiger, sozialer und emotionaler Art auseinandersetzen muss. Diese Veränderungen werden von Havighurst (1953) in seinem Konzept der "Entwicklungsaufgaben" spezifiziert. In der vorliegenden Arbeit wir unter anderem untersucht, ob sich Jugendliche mit den postulierten Themen auseinandersetzen und inwieweit sich männliche von weiblichen Jugendlichen, sowie Pre- von Postadoleszenten bei der Bearbeitung unterscheiden. Bei Jugendlichen, die an Diabetes Mellitus erkrankt sind tritt zu den beschriebenen normativen Entwicklungsaufgaben noch eine chronische Erkrankung als non-normativer Stressor hinzu. Der Diabetes mellitus ist eine Erkrankung, die viele Bereiche des täglichen Lebens beeinflusst und zu deutlichen Einschränkungen führen kann. Besonders gravierend für die Entwicklung im Jugendalter ist die Hemmung der Spontaneität im Handeln, die eine starke Belastung sein kann (Seiffge-Krenke, 1994). Ein weiteres Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, ob diabetische Jugendliche einen abnormen Entwicklungsverlauf aufweisen und gegebenenfalls besonderer Unterstützung (beispielsweise von den Eltern) bedürfen.
Untersucht wurde dies mit dem Thematischen Apperzeptionstest (TAT) von Murray (1943). Die für die Fragestellung relevanten TAT-Tafeln wurden in der kolorierten Version von Kollmar (1991) vorgelegt. Der TAT ist ein projektives Verfahren, in dem die Probanden Geschichten zu Bildern erzählen sollen, die dann analysiert werden. Ein Vorteil des TAT im Rahmen der hier untersuchten Fragestellung besteht darin, dass das Verfahren den Jugendlichen die Möglichkeit gibt, ihr Thema in der Untersuchung relativ frei zu wählen. Die mangelnde Durchschaubarkeit ist ein weiterer Vorteil. Zur Auswertung des in protokollierten Narrativen vorliegenden Datenmaterials wurde das Bonner Auswertungsschema in einer modifizierten Version verwendet und durch ein eigens ausgearbeitetes formal-inhaltliches Kategoriensystem ergänzt.
Die Daten der vorliegenden Analyse gehen als Teilstichprobe in die Promotion von Kollmar (in Druck) ein. In dieser Promotion werden insgesamt zwei Teilstichproben integriert und in einen breiteren Kontext gestellt als dies hier möglich ist. Die Teilstichprobe der jungen Erwachsenen (gesund und diabetisch) wurde untersucht von Christiane Weland (2002). Die vorliegende Untersuchung konzentriert sich auf gesunde und diabetische Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren und ist wie folgt aufgebaut:
Gegenstand des zweiten Kapitels sind die theoretischen Implikationen für die bearbeiteten Fragestellungen. In diesem Theorieteil wird zunächst allgemein auf die Definition von Lebensphasen und danach auf den Lebensabschnitt Adoleszenz und seine unterschiedliche Definitionen einschließlich Alterseingrenzungen eingegangen (Kapitel 2.1-2.2) . Die in der Adoleszenz zu bewältigen (non-) normativen Entwicklungsaufgaben werden in den folgenden Unterkapiteln betrachtet; näher beschrieben wird das Konzept der Entwicklungsaufgaben nach Havighurst (1953). Als besonders bedeutsame Aufgaben der Adoleszenz werden die Identitätsentwicklung, das Herausbilden eines Selbstkonzeptes sowie die Bewältigung kritischer Lebensereignisse vorgestellt. Anschließend wird in Kapitel 2.4 das Krankheitsbild des Diabetes mellitus -eine Erkrankung des endokrinen Systems- bezüglich Prävalenz, Therapiemöglichkeiten und Auswirkungen auf die Entwicklung im Jugendalter beschrieben.
Petermann et al. (1987) explizieren die Störeinflüsse des Diabetes mellitus auf typische Entwicklungsziele des Jugendalters, dabei liegt der Schwerpunkt auf der Krankheitsbewältigung im Sinne von Umgang mit Anforderungen des Alltags. Am Ende dieses Kapitels stehen beispielhafte empirische Befunde zur reziproken Beziehung zwischen Stoffwechseleinstellung und Bewältigung von Entwicklungsaufgaben bei diabetischen Jugendlichen. Im dritten Kapitel werden aus der dargestellten Theorie und den empirischen Befunden Fragestellungen für die vorliegenden Untersuchung abgeleitet, die sich auf das Selbstkonzept, Entwicklungsthemen und Konflikte während der Adoleszenz beziehen und jeweils unter entwicklungs- und gesundheitspsychologischer Perspektive betrachtet wurden. Das gewählte methodischen Vorgehen ist Gegenstand des vierten Kapitels, in welchem der thematische Apperzeptionstest (Kap. 4.2) und das verwendete Auswertungssystem (Kap. 4.3) vorgestellt werden. Die Beschreibung des Auswertungsvorgehen (4.4), sowie die Aufbereitung der Daten für die statistische Analyse (4.5) werden ebenfalls in diesem Kapitel vorgenommen, um im fünften Kapitel die Ergebnisse der statistischen Berechnungen anschließen zu können. Den Abschluss bildet Kapitel 6 mit der Diskussion der Ergebnisse, Kritik an der Methode TAT und einem Ausblick auf zukünftige Forschung aus der vorliegenden Diplomarbeit.
[...]
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