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Die Bedeutung der Berliner Bauakdemie im Werke Karl Friedrich Schinkels

Termpaper, 2005, 38 Pages
Author: Dipl.-Ing. Thomas Bormann
Subject: Art - Architecture / History of Construction

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 38
Grade: 1.3
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V64341
ISBN (E-book): 978-3-638-57185-2

File size: 339 KB


Excerpt (computer-generated)

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Fachbereich Architektur von Thomas Bormann
am Lehrstuhl für Baugeschichte
Sommersemester 2005


Die Bedeutung der Berliner Bauakademie
im Werke Karl Friedrich Schinkels


Thomas Bormann

 

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
Einleitung

TEIL I ARCHITEKTUR IN PREUSSEN
I.I Aufklärung und „Sturm und Drang“
I.II Architektenausbildung in Preußen
I.III Französische Klassik und Revolutionsarchitektur
I.IV Friedrich Gilly

TEIL II SCHINKEL
II.I Schinkel als Romantiker

TEIL III BAUAKADEMIE
II.I Architektur und Städtebau

1. Einleitung
2. städtebauliches Konzept
3. architektonisches Konzept
II.II Ziegelbauten und die Bedeutung im Werke Schinkels
II.III Vorläufer und Nachwirkungen

1. England und Frankreich
2. Nachwirkungen in Deutschland

Nachwort
Literaturverzeichnis

 

Vorwort

Das umfangreiche Werk Kar Friedrich Schinkels macht eine stilgeschichtliche Einordnung nach wie vor schwierig. Vor allem die scheinbar in unterschiedlichen Stilrichtungen verfassten Werke lassen eine einheitliche, exakte Zuweisung zu einem Stil problematisch erscheinen. Eine Interpretation der Stilgeschichte in Kunst und Architektur à la Wölfflin, die davon ausgeht, dass die Erschöpfung eines malerischen Stils einen linearen zu Folge hat (womit er den Klassizismus als unausweichliche Nachfolge des Barocks begründete), ist im Falle von Karl Friedrich Schinkel unbefriedigend. Zu vielseitig ist sein künstlerisches Werk und dessen kompromisslose Einordnung in eine bestimmte Stilrichtung.
Eine vorsichtige Annäherung zur Beurteilung Schinkels scheint hier angebrachter: „Entwicklungen sind in der Architekturgeschichte offenbar nur dann deutlich nachvollziehbar, wenn man dabei die kleinen Schritte, von Gentz zu Schinkel, von 1800 bis 1820, ins Auge fasst. Und vor allen Dingen: Sie sind nur nachvollziehbar, nicht voraussehbar. Die Behauptung: Auf Gentz musste ein Schinkel kommen, weil auf einer bestimmten Stufe, im Schnittpunkt von Klassizismus und Romantik, ein solcher fällig war, ist geschichtstheoretisch einfach falsch. Erst a posteriori können wir Gründe einsehen, warum Schinkels Architektur so geworden ist wie sie ist, und was sie dann noch für Wirkungen auf Mit- und Nachwelt ausübte. Wer an Entwicklungen in der Kunstgeschichte glaubt, die sich mit Notwendigkeit selbst realisieren, der müsste die schlichtweg unbeweisbare Behauptung aufstellen, dass sich die preußische Architektur seit den Freiheitskriegen auch ohne Schinkel ungefähr ebenso entwickelt haben würde, weil sie es gar nicht anders konnte“1.

Ziel dieser Studienarbeit ist es, die von Forssmann im Zitat angesprochenen Gründe nachzuvollziehen, die zu dem Werk Schinkels, wie es sich heute darstellt, geführt haben. Es wird in einem ersten Teil darum gehen, die Zeit vor Schinkel zu beleuchten, die Strömungen, Tendenzen und Entwicklungen aufzuzeigen, aus denen heraus Schinkel sein eigenes Werk schöpfte.
Der zweite Teil soll dem romantischen Werke Schinkels gewidmet werden.
Im dritten Teil wird Schinkels Berliner Bauakademie analysiert, ihren Ursprüngen nachgegangen und gezeigt werden, wie sie auf folgende Generation nachgewirkt hat.
 

Einleitung

Im Jahr 1740 tritt der 28jährige Friedrich II. die Macht in Preußen an und löst die 37 Jahre dauernde Herrschaft des „Solatenkönigs“ ab. Friedrich II., der nach seinem Tode den Beinamen „der Große“ erhalten wird, führt Preußen in mehreren Kriegen zur europäischen Großmacht. Seine Regierungsform - als aufgeklärter Absolutismus in die Geschichtsschreibung eingegangen - wird Preußen reformieren und zu einer kulturellen Blütezeit verhelfen, die jedoch von schweren Kriegen stets überschattet wird. An der Spitze des Staates steht Friedrich II. als ambivalente Figur, ein - wie es Voltaire benennt - „Philosoph auf dem Thron“. Die Ambivalenz seiner Persönlichkeit könnte nicht deutlicher in der Architektur des auf ihn zurückgehenden Entwurfes seines Lustschlosses Sanssouci in Potsdam zum Ausdruck kommen: eine offizielle, strenge Fassade für öffentliche Empfänge, und eine sich in Weinbergterrassen auflösende barocke Gartenseite, die nicht selten zum Schauplatz selbstkomponierter Flötenkonzerte wurde. Friedrich der Große ist ganz den Ideen der Aufklärung verfallen. Er überwindet absolutistische Herrscheransprüche („Ich bin der erster Diener meines Staats“ entgegen dem Ausspruch Ludwig XIV., „L’état, c’est moi“!) und schafft es, mit umfassenden Baumaßnahmen die preußischen Provinzen ökonomisch auf Vordermann zu bringen. All diese Maßnahmen sollten die Grundlage werden, auf denen sich der preußische Staat in der Folgezeit weiterentwickelt. Dennoch kann auch Friedrich der Große mit seiner aufgeklärt-autokratischen Regierungsform die großen gesellschaftlichen Umstrukturierungen, die Europa gegen Ende des 18. Jahrhunderts heimsuchen, nicht aufhalten: ein erwachendes Bürgertum, industrielle und bürgerliche Revolution, Nationalbewegung. Das sind die Themen, mit denen eine Generation junger Architekten gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit neuen Ideen gegen den Auswuchs allzu verspielter Barockarchitektur antritt.

[...]


1 Erik Forssman, 1981, S. 19


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