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Details

Veranstaltung: Soziologie des Bildungswesens und der Bildungspolitik II
Institution/Hochschule: Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg (Soziologie)
Tags: Bildungssystem, Soziologie, Bildungswesens, Bildungspolitik
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 28
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 368 KB
Archivnummer: V6440
ISBN (E-Book): 978-3-638-14007-2

Textauszug (computergeneriert)

Das schwedische Bildungsystem - und warum es funktioniert.

von Marcus Geppert



Inhaltsverzeichnis

1. Einleitendes Wort 1

2. Schlechte Prognosen in den 70er Jahren 2

3. Das schwedische Bildungswesen heute 5

3.1. Die Zuständigkeiten im Bildungswesen 5

3.2. Die Vorschule 8

3.3. Allgemeinbildendes Schulwesen 10

3.3.1. Die obligatorische Grundschule 10

3.3.2. Die dreijährige Gymnasialschule 13

3.4. Hochschulwesen 15

4. Relativierung der schlechten Prognosen? 17

5. Die Schule des 21. Jahrhunderts - Das "Futurum" 20

6. Schlusswort - "Schwedens Bildungsphilosophie" 21

7. Literaturverzeichnis 24


1. EINLEITENDES WORT

Vielfältige Umgestaltungen und Veränderungen in Politik, Kultur und Bildung charakterisieren das viertgrößte Land Europas: Das Königreich Schweden.
Im Land der "rollenden Reformen" war insbesondere das Bildungswesen von diesen organisatorischen, strukturellen und administrativen Neuorientierungen betroffen.
"Warum sind die schwedischen Schüler besser?" , "Wie kommt es, dass auf dem Innovationsindex der EU das Land Nummer eins ist, dessen Schulen bis zur achten Klasse keine Noten geben?" So, oder so ähnlich, hallt es seit der Veröffentlichung der PISA-Studie aus den Zeitungen, wenn man den Blick auf die Bildungspolitik in Schweden richtet.
Das überdurchschnittlich gute Abschneiden schwedischer Schüler bei der PISA-Studie lässt viele fragen: Was macht Schweden anders?, denn man bekommt den Eindruck, als käme man "jenseits der Ostsee in eine andere kulturelle und pädagogische Welt."
Ziel dieser Arbeit kann es nicht sein, einen lückenlosen Befund für das außerordentlich gute Abschneiden schwedischer Schüler bei PISA zu geben. Vielmehr soll in dieser Arbeit versucht werden, einige Teile für das Vervollständigen des Puzzles erfolgreicher schwedischer Bildungspolitik zu liefern.
Ausgangspunkt dieser Arbeit ist zum einen natürlich die PISA-Studie und das von schwedischen Schülern erreichte Ergebnis, wobei die einzelnen Ergebnisse im Rahmen dieser Arbeit nicht noch mal explizit aufgeführt werden sollen und zum anderen die schlechte Prognose für das schwedische Bildungswesen respektive die Gesamtschule von WERNER S. NICKLIS in den 70er Jahren.
Im Verlauf dieser Arbeit sollen die folgenden zentralen Fragestellungen Berücksichtigung finden: Zunächst die bereits aufgeworfene Frage danach, was Schweden anders macht und warum es zu solch guten Ergebnissen bei PISA kam? Weiterhin soll gezeigt werden, ob diese "Schlechtwetterprognose" für das schwedische Schulwesen von NICKLIS in den 70er Jahren aus heutiger Perspektive widerlegbar ist oder nicht. Anknüpfend daran ergibt sich auch die Frage nach den Gründen seiner damals getroffenen Aussagen über die Entwicklungstendenzen in Schwedens Bildungswesen. War er einfach völlig "verblendet" oder hat er in bestimmten Punkten Recht behalten?
Letztendlich soll ein Ausblick gewährt werden, wie es mit Schwedens Schulwesen weitergeht. Als Beispiel wird in dieser Arbeit auf das "Futurum" eingegangen, welches ein völlig neuartiges Konstrukt für Schule und Bildung darstellt.
Die Literaturlage zu diesem Thema ist angesichts der Aktualität und Brisanz dieser Thematik als gut bis sehr gut einzuschätzen, gerade weil es in der Bundesrepublik Deutschland nicht so "rosig" aussieht. Denn das schlechte bis miserable Abschneiden deutscher Schüler bei PISA lässt umso mehr den Blick auf die skandinavischen Länder, wie Schweden und Finnland schweifen, welche bei PISA zur absoluten Spitzengruppe gehören.
Die aktuellen Artikel in Zeitungen und Fachzeitschriften haben fast alle eins gemeinsam: sie enthüllen peinlich genau wichtige Details des schwedischen Bildungssystems und lassen erkennen, was Deutschland in seiner Bildungspolitik offensichtlich falsch gemacht hat und noch immer falsch macht. So ist es nicht verwunderlich, wenn sich deutsche Bildungsforscher nach Skandinavien begeben, um von den dortigen Bildungssystemen zu lernen.
Grundlage dieser Arbeit sind zum einen Lehrbücher über Bildungssysteme in Europa, aber auch, angesichts der Aktualität, zahlreiche Erfahrungsberichte z.B. der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, sowie diverse Internetquellen verschiedener Institute, wie z.B. des schwedischen Instituts oder des deutschen Instituts für pädagogische Forschung.
Im Rahmen dieser Arbeit soll am Beispiel Schweden ein gewisser Vorbildcharakter aufgezeigt werden, denn es wird sich zeigen, dass das deutsche Bildungswesen als solches nicht nur grundlegend verändert werden muss, sondern auch die Einstellung der Schüler und Lehrer zur Schule einer gewissen Umorientierung oder sogar Neuorientierung bedarf.

2. SCHLECHTE PROGNOSEN IN DEN 70ER JAHREN

Im folgenden sollen die Prognosen NICKLIS′ für die Gesamtschule in Schweden veranschaulicht werden. Um seine Aussagen später näher erläutern zu können, ist es erforderlich, kurz auf die damalige Situation des schwedischen Schulsystems einzugehen.
1962 wurde im Reichstag das Schulgesetz verabschiedet und eine neue Etappe in der Bildungspolitik Schwedens eingeleitet. Die Jahrzehnte zuvor waren von intensiver und großflächiger Erprobung einer neunjährigen Einheitsschule gekennzeichnet. Diese als Grundschule bezeichnete Schulform sollte bis 1972/73 im ganzen Land obligatorisch eingeführt werden. Anschließend an diese Grundschulreform wurde 1970/71 das Sekundarschulwesen reformiert. Hierbei wurden zunächst die bis dahin eigenständigen Gymnasien, die Fachschulen und Berufsschulen zur Gymnasialschule additiv integriert.
1970/71 wurde das Schulwesen also grundlegend reformiert. Das "neue" Bildungskonzept löste die bis dahin üblichen drei o.g. Schulformen ab und ersetzte sie durch die integrierte, wenngleich durch zahlreiche Ausbildungsprogramme und Zweige differenzierte Gymnasialschule (gymnasieskola).

[...]

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