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Scholary Paper (Seminar), 2006, 18 Pages
Author: Jenny Sperling
Subject: Economics / Business: Business Ethics, Corporate Ethics
Details
Tags: Blumenproduktion, Kolumbien, Fall, Wirtschaftssklaverei
Year: 2006
Pages: 18
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-57343-6
File size: 170 KB
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Excerpt (computer-generated)
Blumenproduktion in Kolumbien -
ein Fall von Wirtschaftssklaverei?
Arbeit zum Seminar
„Wirtschaftssklaverei“
Sommersemester 2006
European School of Business Reutlingen
von
Jenny Sperling
INHALT
Einleitung 3
1.0. Die Bedeutung des Blumenhandels auf dem Weltmarkt 3
2.0. Wirtschaftssklaverei- Definition eines neuen Begriffs 6
3.0. Die Blumenindustrie in Kolumbien 8
3.1 Entstehung und Entwicklung 8
3.2. Bedeutung der Blumenindustrie für die Wirtschaft Kolumbiens 8
3.3. Die Arbeitsbedingungen der Blumenarbeiterinnen 9
3.4. Soziale und ökonomische Folgen der Arbeitssituation 11
3.5. Die Praktiken der Arbeitgeber in der Blumenindustrie 12
3.6. Die Gegenbewegung formiert sich 13
4.0 Kolumbiens Weg aus der Krise 15
4.1. Lösungsansätze der kolumbianischen Politik 15
4.2. Lösungsansätze der Abnahmeländer 15
Schlussbemerkung 16
Literaturverzeichnis 18
Einleitung
An den Kassen der großen Discounter-Läden stehen eimerweise Blumenbunde für 1-2 Euro pro Stück. Jeder, der Erfahrungen in einer Gärtnerei gemacht hat, fragt sich, wie diese Preise zustande kommen. In den letzten Jahren hat die Presse verstärkt auf die Entwicklung auf dem internationalen Blumenmarkt aufmerksam gemacht. Es sind nicht mehr nur die Niederlande, die das große Blumengeschäft machen. Es sind Anbieter aus Drittländern, die ihre Produktion in Europa zu Niedrigstpreisen anbieten. Dabei sind Praktiken und Arbeitsbedingungen laut geworden, die sich an der Grenze europäischer Gesetze bewegen oder diese brechen. Gewerkschaften und die Uno sind auf den Plan getreten, um hier Einhalt zu gebieten. Die Frage, die sich stellt ist, ob es sich bei den beschriebenen Praktiken um Wirtschaftssklaverei handelt. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf Kolumbien, den Pionier unter den Ländern der Blumenproduktion.
Das Wachstum der Blumenindustrie, die Arbeitsbedingungen und ihre Organisation werden ebenso untersucht werden wie die Reaktion der Betroffenen, ihre Ziele und die möglichen Lösungsansätze, die die verschiedenen Interessenvertreter präferieren. Am Schluss werden die Verhältnisse an der Definition von Wirtschaftssklaverei gemessen und bewertet.
1.0. Die Bedeutung des Blumenhandels auf dem Weltmarkt
Die Schnittblume hat sich zum industriellen Massenartikel entwickelt. 50% des Umsatzes eines deutschen Blumenfachgeschäftes macht der Erlös aus Schnittblumen aus1. Anlässe wie Valentinstag, Ostern und Geburtstagsfeste tragen zum florierenden Blumenmarkt bei. Besonders in Deutschland werden die Gelegenheiten zum Blumenschenken wahrgenommen. Mit einem Verbrauch an Schnittblumen im Wert von 3,4 Mrd. € pro Jahr wird es zum wichtigsten Blumenverbraucherland der Welt.2 Der Bedarf kann allein durch die einheimische Produktion nicht gedeckt werden. Hier liegt die Chance für so genannte „Drittländer“, die Nachfrage nach Schnittblumen ausreichend zu befriedigen. Inzwischen stammt nur noch jede dritte Schnittblume aus deutschem Anbau3. Tendenz steigend: Die EU berichtet in ihrem Report zur Landwirtschaft (2000) von einem zunehmenden Wettbewerb mit der EU auf Grund der sinkenden Einfuhrpreise. Diese entstehen einerseits durch die steigenden Ölpreise und andererseits durch die zollfreie Einfuhr auf Grund der Präferenzen für Mittel- und Lateinamerika. Demnach stieg die Belieferung durch Drittländer zwischen 1990 und 1999 um 97%.4
Aktuelle Zahlen über Liefermengen in Tonnen der Drittländer nach Deutschland und ihren Anteil an den Gesamtimporten in der Schnittblumenindustrie in Prozent sind vom Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels erfasst worden5:
Zu erkennen ist, dass es sich bei den Ländern mit größtem Direktimportanteil weitgehend um Entwicklungsländer in Afrika, Lateinamerika und Asien handelt. Dem klassischen Blumenlieferanten Niederlande haben sie den Rang abgelaufen.
Europa kann die günstigen Bedingungen der oben gelisteten Länder nicht bieten. Ausschlaggebend für die Produktionsverlagerung sind v.a. das Klima, fruchtbarer Boden und günstige Arbeitskräfte (abgesehen von Australien und USA). Während in Europa Anbaugebiete von ca. 12 ha anzutreffen sind, finden sich in Drittländern Plantagen mit bis zu 60 ha Größe6. Weltweit stellen sie Arbeitsplätze für rund 150.000 Menschen.7
[....]
1 Vgl. Launer, Zum Beispiel Blumen, S. 11
2 Vgl. Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels, Marktinfos
3 Vgl. Launer, Zum Beispiel Blumen, S. 11
4 Vgl. Komission der Europäischen Gemeinschaften, Die Lage der Landwirtschaft in der Europäischen Union, S.90f.
5 Vgl Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels, Direktimportstatistiken, Gesamtimporte nach Deutschland
6 Vgl. Launer, Zum Beispiel Blumen, S.36
7 Vgl. Schmidt-Häuer, Rosen für die reiche Welt, S.2
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