Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Das Theaterverbot in England zwischen 1642 und 1660 close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Das Theaterverbot in England zwischen 1642 und 1660

Scholary Paper (Seminar), 2006, 15 Pages
Author: Mag. Stephan Burianek
Subject: Theater Studies

Details

Event: London, Bankside um 1600. Theaterzeit mit Shakespeare
Institution/College: University of Vienna (Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Tags: Theaterverbot, England, London, Bankside, Theaterzeit, Shakespeare
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 15
Grade: Sehr Gut
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V64566
ISBN (E-book): 978-3-638-72981-9

File size: 236 KB
Notes :
Diese Arbeit beleuchtet die Gründe und die Auswirkungen des Theaterverbots für die Schauspieler und die damalige Dramenrezeption . In diesem Zusammenhang bietet sie eine überblicksartige Zusammenfassung über den gegenwärtigen Wissensstand.



Excerpt (computer-generated)

Das Theaterverbot in England zwischen 1642 und 1660

Oktober 2006

SE Forschungsseminar zur Theaterwissenschaft
London, Bankside um 1600. Theaterzeit mit Shakespeare - SS 2005
Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Universität Wien

von

 Stephan Burianek

 

 

Inhaltsverzeichnis

1 Ziel und Methodik der Arbeit  3

2 Die politischen Grundlagen  4
2.1 Die Puritaner  4
2.2 Das Interregnum  5

3 Die Zeit des Theaterverbots  6
3.1 Die Gründe für das Verbot  6
3.2 Die Schauspieltruppen  8
3.3 Illegale Aufführungen  9
3.4 Closet Drama  11

4 Schlussbetrachtung  14

Literatur  15

 

 

1 Ziel und Methodik der Arbeit

Als am 2. September 1642 das Aufführen von Theaterstücken und sonstigen Massenunterhaltungen durch das Parlament in London landesweit verboten wurde, geschah dies nicht zum ersten Mal. Es hatte davor regelmäßig theaterlose Perioden gegeben, zumeist aufgrund der Pest oder weil man um ein verstorbenes Mitglied des Könighauses trauerte. Stets bedeuteten diese Phasen große Belastungen für die Schauspieltruppen. Doch dieses Theaterverbot wurde, anders als jene Verbote zuvor, über viele Jahre aufrecht gehalten und endete erst mit der Rückkehr der Monarchie im Jahr 1660.

Diese Arbeit möchte die Gründe und die Auswirkungen des Theaterverbots für die Schauspieler und die damalige Dramenrezeption beleuchten. In diesem Zusammenhang soll sie eine überblicksartige Zusammenfassung über den gegenwärtigen Wissensstand bieten. Als elementare Informationsquelle diente das Buch „The Revels History of Drama in English“ (1996), herausgegeben von Lois Potter.

Um die Gründe, welche zu dem Theaterverbot führten, verstehen zu können, wird im folgenden Kapitel auf die entscheidende Gruppe der Puritaner und auf deren Regierungszeit eingegangen. Im Hauptteil der Arbeit wird nach Gründen für die puritanische Ablehnung gegenüber dem Theater gesucht sowie die Konsequenzen, die sich daraus für die Schauspieltruppen ergaben, erläutert. Danach beschäftigt sich die Arbeit mit dem Drama als subversives Medium. Die Arbeit schließt mit mit einer zusammenfassenden Schlussbetrachtung.

2 Die politischen Grundlagen

2.1 Die Puritaner

Literatur über das England des 17. Jahrhunderts erweckt häufig den Eindruck, dass die Puritaner als homogene Gruppe betrachtet werden können. Bei dem Versuch, sie näher zu definieren, stellt man jedoch das Gegenteil fest. Daher soll in Folge kurz der Terminus „Puritaner“ näher erläutert werden.

Als „Puritaner“ bezeichnete man ursprünglich die separatistischen Presbyterianer, welche die Kirche nicht von innen reformieren wollten, sondern eine eigenständige Kirchenverfassung und –organisation anstrebten. Wenn heute von den Puritanern die Rede ist, versteht man darunter zumeist eine Definition im weiteren Sinn. Nach Trevelyan handelte es sich bei den Puritanern um eine breite Bewegung mit widersprüchlichen religiösen Einstellungen und Zielen unterschiedlicher sozialer Schichten.1

Es handelt sich somit um einen Sammelbegriff, der unterschiedliche Gruppierungen zusammenfasst. Solche Untergruppen waren beispielsweise die Brownists und Anabaptists, deren Anhänger sich vor allem aus den unteren sozialen Schichten zusammensetzten. Weder die Brownists noch die Anabaptists genossen hohes gesellschaftliches Ansehen, und andere puritanische Gruppen weigerten sich beharrlich, mit diesen „Sekten“ in einen Topf geworfen zu werden. Dennoch können alle diese Untergruppen anhand einiger Merkmale zu einer Bewegung zusammengefasst werden.2

An erster Stelle stand die Forderung nach einer Kirche ohne autoritärem Oberhaupt, d.h. die Puritaner lehnten die göttliche Verehrung des Papstes oder eines Königs ab. Da in der Anglikanischen Kirche der jeweilige englische Monarch zugleich auch die Funktion des Oberhaupts einnimmt, richteten sich die Proteste in erster Linie gegen die Monarchie. Ein weiteres Merkmal war die Betonung von moralischen Lebensweisen, deren Fehlen die Puritaner häufig kritisierten. Sie setzten sich daher auch für einen moralischen Wandel in der Gesellschaft ein. Nach dem Willen der Puritaner sollten geistliche Vertreter für Definition und Einhaltung der Moral verantwortlich sein, indem sie Ministerämter bekleideten. Sie forderten daher eine neue Form des Kirchenstaates.3

Trotz des Gewichts auf geistliche Motive können die Puritaner nicht auf eine rein religiöse Bewegung reduziert werden. Es ist heute schwer zu sagen, ob spirituelle oder ökonomische Interessen für den Erfolg der Bewegung ausschlaggebend waren. Die religiös motivierte Opposition zur Monarchie sprach natürlich auch Menschen an, die aus wirtschaftlichen Interessen an einem Regimewechsel interessiert waren. Die Forderungen der Puritaner fanden daher stetig wachsende Unterstützung quer durch alle sozialen Schichten: vom Bettler über die Handwerker bis hin zum (niederen) Adel. Auch wenn die Puritaner nicht als kohärente Einheit verstanden werden sollten, könnte man sie heute als politisch-religiöse Partei betrachten, die durch konsequente Arbeit stetig mehr Anhänger bekam.

[....]


1 Vgl. Heinemann (1980), S. 22.

2 Vgl. Heinemann (1980), S. 24.

3 Vgl. Heinemann (1980), S. 22f.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:


This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/64566/das-theaterverbot-in-england-zwischen-1642-und-1660
please wait Please wait