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Hausarbeit, 2002, 103 Seiten
Autor: Oliver Görtz
Fach: Bauingenieurwesen
Details
Tags: Nachtrag, Zusatzleistungen, Geänderte Leitsungen, Allgemeine Geschäftskosten, Kalkulation
Jahr: 2002
Seiten: 103
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-14020-1
Dateigröße: 6764 KB
Die Arbeit befasst sich mit der Kalkulation von Bauleistungen. Dabei werden verschiedene Kostenrechnungsmodelle vorgestellt. Im zweiten Teil wird der Kalkulationsbestandteil der Allgemeinen Geschäftskosten beleuchtet. Weiterhin wird auf die Auslegung des § 2 Nr. 5 und Nr. 6 eingegangen. Ziel war es schließlich die Auswirkungen der AGK auf die Berechnung der Mehr- und Mindervergütung bei Anwendung der o.g. Paragraphen zu betrachten.
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Textauszug (computergeneriert)
Technische Universität Braunschweig
Institut für Bauwirtschaft und Baubetrieb
Studienarbeit:
"Baubetriebliche Auslegung und kalkulatorische Behandlung
von Allgemeinen Geschäftskosten bei Anwendung des § 2 Nr. 5 VOB/B"
Bearbeiter:
cand. ing. Oliver Görtz
Januar 2002
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 6
2. Die Bauauftragsrechnung 8
2.1 Erläuterung des baubetrieblichen Rechnungswesens 8
2.2 Arten und Gliederung der Kalkulation 9
2.3 Bestandteile der Kalkulation 12
2.3.1 Einzelkosten der Teilleistungen 13
2.3.2 Gemeinkosten der Baustelle 15
2.3.3 Allgemeine Geschäftskosten 17
2.3.4 Wagnis und Gewinn 18
2.3.5 Umsatzsteuer 19
3. Kostenrechnungsmodelle 20
3.1 Allgemeines 20
3.2 Äquivalenzziffernkalkulation 21
3.3 Kalkulation mit vorbestimmten Zuschlägen 22
3.4 Kalkulation über die Angebotsendsumme 24
3.5 Prozesskostenrechnung 26
3.6 Deckungsbeitragsrechnung 30
3.7 Zielkostenrechnung 34
3.8 Bewertung der Kostenrechnungsmodelle 36
4. Nachtragsansprüche aus geänderten und zusätzlichen Leistungen 37
4.1 Allgemeines 37
4.2 Anspruch auf Mehrvergütung geänderter und zusätzlicher Leistungen 39
4.3 Abgrenzung zwischen § 2 Nr. 5 und Nr. 6 VOB/B 46
4.3.1 Geänderte Leistungen gemäß § 2 Nr. 5 VOB/B 46
4.3.2 Zusätzliche Leistungen gemäß § 2 Nr. 6 VOB/B 48
4.3.3 Unterschiede zwischen geänderter und zusätzlicher Leistung 50
4.4 Handhabung der Preisfortschreibung 52
5. Zugeständnisse aus den Vergabeverhandlungen 56
5.1 Arten von Zugeständnissen 56
5.2 Änderungen der Leistungsumfangs 56
5.3 Skonto 57
5.4 Kostenbeteiligungen 58
5.5 Preisnachlass 59
5.5.1 Preisnachlass bei geänderten Leistungen 60
5.5.2 Preisnachlass bei zusätzlichen Leistungen 61
5.6 Bewertung 62
6. Kalkulationsbestandteil "Allgemeine Geschäftskosten" 64
6.1 Vorbemerkungen 64
6.2 Bestandteile der Allgemeinen Geschäftskosten 65
6.2.1 Fixe Kosten 65
6.2.2 Variable Kosten 66
6.3 Allgemeine Geschäftskosten bei unterschiedlichen Betriebsgrößen 67
6.3.1 Handwerksbetrieb 68
6.3.2 Mittelständler 69
6.3.3 Aktiengesellschaft 70
6.4 Bewertung der Analyse des Kalkulationsbestandteils 70
7. Baupraktische und verursachungsgerechte Kostenzuordnung 72
7.1 Fragen der Kostenzuordnung bei Nachtragsangeboten 72
7.2 Verursachungsgerechte Kostenzuordnung 73
7.2.1 Deckungsbeitragsrechnung 73
7.2.2 Prozesskostenrechnung 74
7.3 Bewertung 75
8. Beispiele zur Anwendung der verursachungsgerechten Kostenzuordnung 78
8.1 Beispiel 1: Zusätzliche Fluchttreppe 78
8.1.1 Einzelkosten der Teilleistungen 78
8.1.2 Ermittlung des Einheitspreises 79
8.1.3 Bewertung der Kostenrechnungsmodelle 83
8.2 Beispiel 2: Erstellung von Unterzügen 84
8.2.1 Einzelkosten der Teilleistungen 84
8.2.2 Ermittlung des Einheitspreises 85
8.2.3 Bewertung der Kostenrechnungsmodelle 91
8.3 Bewertung 91
9. Zusammenfassung 93
Literaturverzeichnis 95
Abbildungen und Tabellen 98
Anhang 99
Abkürzungen
VOB Verdingungsordnung für Bauleistungen
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
HGB Handelsgesetzbuch
AGB Allgemeine Geschäftsbedingungen
ZVB Zusätzliche Vertragsbedingungen
BGH Bundesgerichthof
OLG Oberlandesgericht
LG Landgericht
AG Auftraggeber
AN Auftragnehmer
LV Leistungsverzeichnis
EKT Einzelkosten der Teilleistungen
BGK Baustellengemeinkosten
AGK Allgemeine Geschäftskosten
NAS Netto-Angebotssumme
BAS Brutto-Angebotssumme
BauR Baurecht, Zeitschrift für das gesamte öffentliche und zivile Baurecht
IBR Immobilien- und Baurecht, Zeitschrift
NJW Neue Juristische Wochenschrift
NJW-RR Neue Juristische Wochenschrift, NJW-Rechtsprechungsreport Zivilrecht
Rdn. Randnummer
Bezeichnungen bei der Berechnung der Mittellöhne :
A Arbeiterlöhne
P Poliergehälter
S Sozialkosten
L Lohnnebenkosten
1. Einleitung
Bei vielen Bauleistungen, die auf der Grundlage von VOB-Einheitspreisverträgen ausgeführt werden, kommt es während des Bauablaufes zu Änderungen des vertraglich vereinbarten Bausolls. Dies ist auf die in § 1 Nr. 3 und Nr. 4 festgeschriebenen Regelungen der VOB/B zurückzuführen. Hier wird dem Auftraggeber zugestanden, Leistungsänderungen während des Bauablaufes anzuordnen sowie die Erbringung zusätzlicher Leistungen vom Auftragnehmer unter bestimmten Bedingungen zu ver-langen. Im Gegenzug besitzt der Auftragnehmer das Recht auf eine angemessene Vergütung der geänderten bzw. zusätzlichen Leistungen. Geregelt ist dies in § 2 Nr. 5 und Nr. 6 VOB/B.
Der von der VOB/B vorgesehene Idealfall liegt dabei in einer Preisvereinbarung für die geänderten bzw. zusätzlichen Leistungen vor Ausführungsbeginn. In der Praxis hingegen wird über die Preisbestimmung oftmals erst nach Ausführungsbeginn verhandelt. Demzufolge kann es zu Streitigkeiten zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer kommen. Für die Festlegung des neuen Preises sind alle durch die Änderung bedingten Mehr- und Minderkosten zu berücksichtigen. Diese Regelung erweist sich gerade bei der Zuordnung von Gemeinkosten als problematisch, da diese häufig nur pauschal erfasst sind. Von besonderem Interesse ist dabei der Kalkulationsbestandteil "Allgemeine Geschäftskosten". Das Thema dieser Studienarbeit basiert auf der Tatsache, dass die tatsächlichen und die vergüteten Kosten oftmals erheblich voneinander abweichen. Ein Ansatzpunkt liegt daher in der Frage, inwieweit Möglichkeiten zu einer verur-sachungsgerechten Zuordnung der Gemeinkosten existieren. Dies ist sowohl für den Auftragnehmer als auch den Auftraggeber von Bedeutung, da wahlweise einer der beiden von einer verursachungsgerechten Kostenzuordnung profitieren kann. Eine Hauptaufgabe dieser Studienarbeit setzt sich dabei mit der baupraktischen Erläuterung des § 2 Nr. 5 und Nr. 6 VOB/B auseinander. Ferner sollen Kostenrechnungs- und Kalkulationsmodelle zur Berechnung der Vergütungsansprüche aus geänderten bzw. zusätzlichen Leistungen gefunden und erörtert werden.
Diesbezüglich wird zunächst die Kalkulation von Bauleistungen unter besonderer Berücksichtigung der Allgemeinen Geschäftskosten untersucht. Die einzelnen Bestand-teile dieses Kalkulationselementes werden dabei zu erfassen und aufzugliedern versucht. Eine Gegenüberstellung der Allgemeinen Geschäftskosten von Handwerksbetrieben bzw. kleinen Baufirmen, Mittelständlern und großen Bauaktiengesellschaften wird in diesem Zusammenhang ebenfalls durchgeführt. Des weiteren werden verschiedene Kosten-rechnungsmodelle vorgestellt und kritisch auf ihre Stärken und Schwächen beleuchtet. Ein besonderes Kriterium ist dabei die Einsatzmöglichkeit in Bauunternehmen. Zudem werden die gängigen Kommentierungen der VOB hinsichtlich der Rechtsprechung bei geänderten bzw. zusätzlichen Leistungen untersucht. Von besonderem Interesse hierbei ist die Fortschreibungspraxis von Allgemeinen Geschäftskosten sowie die Handhabung von Zugeständnissen, die aus den Vertragsverhandlungen resultieren. Von der rechtlichen Beurteilung der Ansprüche des Auftragnehmers ausgehend, findet eine Betrachtung der baupraktischen Umsetzung statt. Mit Hilfe der zuvor erläuterten Kostenrechnungsmodelle wird die Möglichkeit einer verursachungsgerechten Gemein-kostenzuordnung untersucht. Die Ergebnisse werden der baupraktischen Handhabung gegenübergestellt und bewertet. Eingefügte Beispiele dienen dazu, diese Ergebnisse zu erläutern sowie die kalkulatorischen Auswirkungen zu veranschaulichen.
Die zur Darstellung der aufgeführten Punkte notwendigen Informationen werden nicht ausschließlich der Literatur entnommen. Anfragen bei diversen Baufirmen sollen insbesondere dazu dienen, Aufschluss über die Allgemeinen Geschäftskosten sowie die baupraktische Handhabung von Nachträgen für geänderte und zusätzliche Leistungen zu erlangen.
2. Die Bauauftragsrechnung
2.1 Erläuterung des baubetrieblichen Rechnungswesens
Zur Einführung in das zu behandelnde Thema der "Allgemeinen Geschäftskosten bei Nachträgen infolge § 2 Nr. 5 und Nr. 6 VOB/B" muss zunächst einmal das betriebliche Rechnungswesen erläutert werden. Hierunter ist die rechnerische Erfassung, Planung und Kontrolle des gesamten Betriebsgeschehens zu verstehen.
Bei der Betrachtung des baubetrieblichen Rechnungswesens sind die Besonderheiten der Bauwirtschaft zu berücksichtigen. Nahezu alle Bauleistungen sind Einzelobjekte, wo-durch sich immer wieder individuelle Probleme, beispielsweise beim Bauablauf, ergeben. In der Kalkulation und Abrechnung der Objekte lassen sich demzufolge nur wenige Gemeinsamkeiten finden. Für den Vergleich einzelner Bauleistungen untereinander ist deshalb ein geschlossenes betriebliches Rechnungswesen erforderlich.
Der Aufbau des Rechnungswesens eines Unternehmens, insbesondere eines Bauunter-nehmens, ist in Abbildung 2.1 dargestellt.
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