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Scholary Paper (Seminar), 2002, 20 Pages
Author: Lena Gorelik
Subject: Communications: Ethics in the Media
Details
Institution/College: LMU Munich (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Tags: Geiseldrama, Gladbeck, Ethik, Eine, Analyse, Ethiktheorien, Proseminar, Kommunikation, Beruf
Year: 2002
Pages: 20
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-14036-2
File size: 208 KB
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Excerpt (computer-generated)
Sommersemester 2002
Proseminar II
"Kommunikation als Beruf"
Thema der Hausarbeit
"Das Geiseldrama von Gladbeck - wie die journalistische Ethik versagte"
Eine Analyse anhand von drei Ethiktheorien
Lena Gorelik
2. Semester Diplom-Journalistik
Gliederung
Einleitung 4
1. Der Ablauf der Geiselnahme von Gladbeck 5
2. Drei Ansätze der Medienethik 6
2.1. Wichtige Definitionen im Zusammenhang mit der Medienethik 6
2.2. Die Individualethik 7
2.3. Die Mediensystem-Ethik 8
2.4. Die Publikumsethik 9
3. Versagen der Ethik in Gladbeck 10
3.1. Fehler in der Arbeit der einzelnen Journalisten 11
3.1.1. Journalisten behindern die Polizei 11
3.1.2. Der Journalist als Akteur 12
3.1.3. Missverständnis der Aktualitätspflicht 12
3.1.4. Journalisten als Handlanger der Geiselnehmer 14
3.2. Mediensystematische Gründe für die Eskalation 14
3.2.1. Ökonomisierung des Mediensystems 14
3.2.2. Technische Entwicklung 15
3.2.3. Das journalistische Berufsverständnis und die Rolle der Redaktionen 16
3.2.4. Besondere Umstände in Gladbeck 16
3.3. Das gierige Publikum 17
Schlussbetrachtung 18
Literaturverzeichnis 19
Einleitung
"Das Geiseldrama von Gladbeck" ist zu einem wichtigen Begriff in der Kommunikationsgeschichte geworden. Als Journalist erinnert man sich etwas beschämt, vor allem aber immer fragend und ungläubig daran. Drei Tage lang sorgten zwei Verbrecher für Schlagzeilen in Deutschland: sie überfielen eine Bank, nahmen Menschen als Geiseln und töteten sogar einige von ihnen, bis sie endlich von der Polizei fest genommen wurden. Die deutsche Bevölkerung wusste bestens über die Verfolgungsjagd und die Vorgänge Bescheid - die Journalisten sorgten durch aktuelle Bilder und Interviews Tag und Nacht dafür, dass die Zuschauer und Zeitungsleser über alle Einzelheiten informiert waren. Einige von ihnen nahmen diese Berichterstattungspflicht zu genau.
Drei Tage lang schienen manche Journalisten das Denken und Hinterfragen ausgeschaltet zu haben. Es ging nur noch um Bilder und O-Töne, um Aktualität und Sensation. Und so wurde Opfern die Würde genommen, Geiselnehmer entwickelten sich zu begehrten Gesprächspartnern, und der Polizei war es unmöglich, ihre Arbeit zu machen, weil Reporter überall im Weg waren. Mit anderen Worten, Journalisten haben die Berufsethik komplett ignoriert.
Im Rahmen dieser Arbeit werde ich versuchen, die Ereignisse und Fehlhandlungen von Gladbeck zu analysieren. Ich werde, nach einer Definition der Begriffe "Ethik" und "Moral" im Journalismus, drei gängige Ethiktheorien der Kommunikationswissenschaften vorstellen und anschließend versuchen, mithilfe dieser die Gründe für die Eskalation in Gladbeck zu untersuchen. Im Anschluss werde ich aufzeigen, welche Lehren aus den Fehlern von 1988 gezogen wurden.
1. Der Ablauf der Geiselnahme von Gladbeck
[...]
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