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Oligopole als wettbewerbspolitisches Problem

Scholary Paper (Seminar), 2006, 24 Pages
Author: Stephan Schmidt
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Event: Seminar Markt und Allokation
Institution/College: University of Duisburg-Essen
Tags: Oligopole, Problem, Seminar, Markt, Allokation
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 24
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 21  Entries
Language: German
Archive No.: V64854
ISBN (E-book): 978-3-638-57558-4

File size: 228 KB
Notes :
Aufgrund der Besonderheiten eines oligopolistischen Marktes ergeben sich Probleme, die teilweise zu erhöhten Preisen für die Verbraucher und damit zu Wohlfahrtsverlusten führen. Die vorliegende Arbeit vermittelt einen Eindruck der unterschiedlichen Problemfelder des Oligopols und veranschaulicht diese anhand einiger Beispiele aus der Praxis. Insbesondere zeigt diese Arbeit die Schwierigkeiten, die sich für die Wettbewerbspolitik und –behörden bei der Beseitigung der Oligopol-Problematik ergeben.



Excerpt (computer-generated)

UNIVERSITÄT DUISBURG - ESSEN
Seminars: Markt und Allokation
SS 2006

Oligopole als wettbewerbspolitisches Problem

von: Stephan Schmidt

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  3

2. Der Begriff des Oligopols 4

3. Theorien zur Preisbildung im Oligopol  5

3.1. Homogener Markt  5

3.1.1. Mengenwettbewerb  5
3.1.2. Preiswettbewerb  6

3.2. Heterogener Markt  7

4. Marktmacht und Konzentration 8

4.1. Begriff und Messung der Konzentration 8
4.2. Fusionen und Auswirkungen der Konzentration 11
4.3. Marktmacht und Marktmachtmissbrauch 13

5. Kooperationen im Oligopol  15

5.1. Arten der Absprachen und Auswirkungen  15
5.2. Preisführerschaft 19

6. Fazit  21

Literaturverzeichnis 23




 

1. Einleitung

Das Oligopol ist in der heutigen Wirtschaft sehr präsent, denn es stellt die am häufigsten beobachtbare Marktform dar. Aufgrund seiner Besonderheiten ergeben sich jedoch Probleme, die teilweise zu erhöhten Preisen für die Verbraucher und damit zu Wohlfahrtsverlusten führen. Die vorliegende Arbeit vermittelt einen Eindruck der unterschiedlichen Problemfelder des Oligopols und veranschaulicht diese anhand einiger Beispiele aus der Praxis. Insbesondere zeigt diese Arbeit die Schwierigkeiten, die sich für die Wettbewerbspolitik und –behörden bei der Beseitigung der Oliopol-Problematik ergeben. Der Ablauf der Arbeit ist wie folgt: Im zweiten Kapitel erfolgen zunächst eine Marktabgrenzung und eine Definition des Oligopols.

Das dritte Kapitel behandelt die theoretischen Modelle der Preisbildung im Oligopol und veranschaulicht diesbezüglich mehrere Ansätze. Im vierten Teil werden die Begriffe Markmacht und Konzentration näher beleuchtet und eine Einschätzung der Auswirkungen auf den Markt dargestellt. Möglichkeiten der Messung von Konzentration und Missbrauch der Marktmacht werden ebenfalls erläutert. Das fünfte Kapitel gibt einen Überblick über Kooperationsformen im Oligopol, erlaubte und unerlaubte Absprachen, und geht noch einmal explizit auf die Preisführerschaft ein. Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse dieser Arbeit diskutiert, zudem wird ein Blick auf die Zukunft der Wirtschaftpolitik für das Oligopol geworfen.

2. Der Begriff des Oligopols

Der Begriff „Oligopol“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „wenige Anbieter“. 1 Im Jahr 1932 erschien das Oligopol in Verbindung mit wirtschaftswissenschaftlicher Literatur zum ersten Mal. Auf einem oligopolistischen Markt stehen viele Nachfrager wenigen Anbietern gegenüber. Die wenigen Oligopolisten teilen sich den Markt auf, jeder besitzt einen relativ großen Anteil am Marktvolumen. Es gilt ein enges Oligopol (nur sehr wenige Anbieter, Duopol sogar mit nur zwei Anbietern) und ein weites Oligopol (mehrere bis viele Anbieter) voneinander zu unterscheiden. Es bestehen jedoch Unklarheiten darüber, ab wann man von einem (weiten) Oligopol, oder von einem Polypol spricht. Alleine die Anzahl der Marktakteure ist kein ausreichendes Abgrenzungskriterium, es müssen weitere Aspekte beachtet werden. Zentrale Annahme eines Oligopols ist, dass die Aktionen eines Anbieters Einfluss auf das Marktgeschehen haben, und auch von den Konkurrenten wahrgenommen werden.2 Umgekehrt planen Oligopolisten die Schritte ihres Konkurrenten mit in die eigene Strategie ein, was in einem Polypol aufgrund der atomistischen Marktstruktur (kein Anbieter hat Einfluss auf den Markt) nicht der Fall ist. Zusätzlich sind Oligopolisten Preisanpasser, während Polypolisten lediglich die Menge angleichen.3 Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass zur Beurteilung jeweils der „relevante Markt“ abzugrenzen ist, was sich in der Praxis als schwierig erweist.4 Eine Abgrenzung zum Polypol kann z.B. auch anhand der Marktphase erfolgen, da in einem Oligopol meist nur in der Expansionsphase eines Produktes Preiswettbewerb erwartet wird. Auch in der europäischen Rechtsprechung existieren unterschiedliche Definitionen eines Oligopols, jedoch haben sie die Voraussetzungen eines relativ homogenen Gutes, hoher Markttransparenz und weniger Anbieter mit insgesamt viel Marktanteil gemeinsam. 5 Aus diesen Bedingungen ergeben sich unter bestimmten Umständen Wettbewerbsverzerrungen, die im weiteren Verlauf der Arbeit erläutert werden.

3. Theorien zur Preisbildung im Oligopol

3.1. Homogener Markt

3.1.1. Mengenwettbewerb

Das Cournot-Modell gilt als eines der ersten Oligopolmodelle. Es ist Basis für viele Weiterentwicklungen und Abwandlungen.6 Es unterliegt neoklassischen Annahmen. So wird von linearer Kostenstruktur und Nachfrage ausgegangen, einem vollkommenen Markt, nur zwei Anbietern (Duopol), und alle Anbieter sind Mengenfixierer. 7 Zusätzlich wird erwartet, dass nach der ersten Mengensetzung eines Anbieters keine Reaktion des Konkurrenten stattfindet. Vielmehr lässt sich ein 2- stufiger Prozess beachten. Nachdem die Anbieter autonom ihre Mengen gesetzt haben, findet anschließend die Preisfestlegung auf dem Markt statt. Der Oligopolist kann sein Gewinnmaximum nur erreichen, wenn er die Reaktionen seines Konkurrenten antizipiert. Folglich produziert er eine entsprechende Menge seines homogenen Gutes. Cournot stellt eine eigene Reaktionsfunktion der beiden Anbieter auf, die die produzierte Menge der Duopolisten bei einer veränderten Strategie zeigt. Im Schnittpunkt beider Reaktionsfunktionen ist das Optimum für beide Anbieter erreicht.

[...]


1 Vgl. Habersaat, M. (2002), S. 9.

2 Vgl. Hardes, H.-D. (1992), S. 224.

3 Vgl. Wied-Nebbeling, S. (2004), S. 12.

4 Der „relevante Markt“ sind hier Produkte von direkten Konkurrenten und Substitutionsprodukte. Es stellt sich jedoch das Problem, welche Anbieter noch dazugehören, und welche nicht. Siehe weiterführend hierzu: Wied-Nebbeling, S. (2004), S. 13ff.

5 Vgl. Habersaat, M. (2002), S. 145.

6 Auf eine genaue Herleitung der einzelnen Modelle und seiner mathematischen sowie graphischen Veranschaulichungen sei im Rahmen dieser Hausarbeit verzichtet. Vielmehr interessieren die Ergebnisse der Modelle, ihr Bezug zur Realität sowie die Auswirkungen auf den Wettbewerb.

7 Vgl. hierzu und im Folgenden: Wied-Nebbeling, S. (2004), S. 128ff.


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