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Autor: Stefan Kutter
Fach: Wirtschaftsingenieurwesen
Details
Institution/Hochschule: Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Tags: Bereiche, Tendenzen, Darstellung, Risiken, Medien, Risiko, Technik, Handeln
Jahr: 2006
Seiten: 27
Note: 1.0
Literaturverzeichnis: ~ 3 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 997 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-57636-9
Textauszug (computergeneriert)
Brandenburgische Technische Universität
Vorlesung: Risiko in Technik und technischem Handeln
Abgabedatum: 15. Mai 2006
Bereiche und Tendenzen der Darstellung
technologischer Risiken in den Medien
von: Stefan Kutter
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 BEGRIFFKLÄRUNG 4
3 GRUNDLAGEN: RISIKOKOMMUNIKATION IN MASSENMEDIEN 6
4 KLASSISCHE THEMEN UND TENDENZEN DER TECHNIKRISIKODARSTELLUNG 10
5 AKTUELLE PESSEBERICHTE ÜBER TECHNOLOGIERISIKEN 14
5.1 METHODIK DER PRESSEBEOBACHTUNG 14
5.2 AUSGEWÄHLTE ARTIKEL: 15
6 IM FOCUS: ATOMTECHNOLOGIE 21
6.1 NUTZUNG DER KERNENERGIE 21
6.2 BEDROHUNG DURCH KERNWAFFEN 22
7 ZUSAMMENFASSENDE ERÖRTERUNG 24
QUELLENVERZEICHNIS 27
1 Einleitung
Technologie - dieses Schlagwort begegnet uns derzeit immer öfter in Verbindung mit der Frage nach Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und ganzer Volkswirtschaften in einer globalisierten Weltwirtschaft. Die europäische Wettbewerbsstrategie ist spätestens seit der Lissabon-Agenda offenkundig: Stärkung des Wissens durch Ausbildung und Forschung und darauf basierender technologischer Vorsprung soll den Absatz innovativer Produkte und damit letztlich die Aufrechterhaltung hoher Lebensstandards ermöglichen. Zunehmender Wettbewerbsdruck bedeutet demnach, (neue) Technologien mit Nachdruck (weiter) zu entwickeln und aus ihnen Profit zu generieren.
Technologien bzw. Anwendungen von Technik bergen jedoch immer ein gewisses Risikopotential. Das Wissen um mögliche Risiken und das damit verbundene Handeln beziehen sich jedoch immer auf zukünftige Zustände - die Konsequenzen stellen sich erst zukünftig ein.1 Technikfolgenabschätzung und technische Risikoforschung sind deshalb von entscheidender Bedeutung, um der Verantwortung, die aus technischem Handeln erwächst, gerecht werden zu können. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Risikoforschung und -analysen stimmen jedoch nicht notwendig mit der öffentlichen Meinung und Sichtweise überein – hierfür sind Mediendarstellungen bedeutsamer.
Dieses Gefüge begründet die Motivation für die Thematik der vorliegenden Arbeit. Anhand der aktuell in den Medien behandelten Technologierisikothemen, früherer Darstellungstrends sowie verfügbarer Literaturmeinungen soll versucht werden, Zusammenhänge und Tendenzen in der Darstellung technologischer Risiken in den Medien darzulegen. Aus Sicht des Technologiemanagements ist es weiterhin interessant zu wissen, ob und wie die Darstellung möglicher oder tatsächlicher Risiken die Weiterentwicklung von Technologien beeinflussen kann. Zur Klärung dieser Fragen wird nach der einführenden Begriffklärung (2) zunächst auf das Thema der allgemeinen Risikokommunikation in den Massenmedien (3) eingegangen, um grundlegende Erkenntnisse und Zusammenhänge in diesem etablierten Forschungsgebiet darzustellen. Darauf aufbauend sollen anhand von Daten und Themen aus der Vergangenheit Wirkungsbeziehungen bezüglich der Darstellung technischer Risiken und deren Wahrnehmung in der Bevölkerung aufgezeigt werden (4). Schlussfolgerungen entsprechend der Arbeitsthematik (7) werden jedoch erst nach der Betrachtung aktueller Presseberichte und deren Erläuterung möglich, was den Hauptteil der Arbeit in den Abschnitten 5 und 6 ausmacht.
2 Begriffklärung
Der Begriff Risiko wird vielfältig verwendet, dennoch gibt es keine einheitliche Definition von dem, was Risiko darstellt. Der Begriff steht oft für Gefahr von Schaden oder Verlust und ist damit einseitig negativ belegt. Eine ausgeglichenere Sichtweise bietet folgende Definition: Ein Risiko ist die kalkulierte Prognose eines möglichen Schadens bzw. Verlustes im negativen Fall (Gefahr) oder eines möglichen Nutzens bzw. Gewinns im positiven Fall (Chance). Was als Schaden oder Nutzen aufgefasst wird, hängt von Wertvorstellungen ab.2 Aus technischer Sicht ist dieses Kalkül scheinbar durchgängig schadensorientiert und wird durch das Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und zu erwartendem Schadensausmaß (Risikoformel) quantifiziert. Unterscheidung bzw. Kategorisierung von Risiken erfolgt anhand von Risikofeldern und Risikotypen:
Risikofelder:
• Chemie / chemische Technik
• Energietechnik, -technologien
• Gentechnik, -technologie
• Informations- & Kommunikationstechnologien
• Ökologie, natürliche Umwelt
• Verkehr, -stechnik
• Medizin / Gesundheit
• Wirtschaft
• individuelle Arbeits- & Lebensbedingungen
• Gesellschaft / Politik / Kultur3
Risikotypen:
Als Risikotyp (Name) bezeichnen Ökologen und Umweltforscher potentielle Katastrophen bei gleichzeitiger Berechnung der Vorkommen und der Folgen. Zur Bewertung globaler Umweltrisiken werden in der internationalen Gremienarbeit sechs verschiedene Risikotypen unterschieden. Namensgebend sind Personen und Wesen aus der Griechischen Mythologie.
Mit dieser Typisierung werden unterschiedliche mögliche Schadenshöhen, deren Eintrittswahrscheinlicheit und die Wahrnehmung von Risiken in der Öffentlichkeit in Kategorien geordnet - hier zwei Beispiele:
• Damokles bedeutet eine Kombination von „Hohem Schaden im Eintrittsfall“ und „geringster Wahrscheinlichkeit“. Beispiel: Bruch eines Staudammes
• Pandora bedeutet eine irreversible Einwirkung von Stoffen oder Dingen auf die Umwelt, deren Auswirkungen noch weitgehend unbekannt sind. Beispiel: Umweltgifte
Die meisten der Risikofelder und Typen beinhalten direkt oder indirekt technische Risiken. Titel dieser Arbeit ist die Darstellung technologischer Risiken - bei der Unterscheidung zwischen Technik und Technologie in der Literatur und vor allem im allgemeinen Sprachgebrauch gibt es jedoch beachtliche Unterschiede. Der Begriff Technologierisiko ist ebenfalls nicht einfach zu definieren, wie der folgende Erklärungsversuch verdeutlicht:
Technologierisiko
Gefahr der nicht gegebenen Funktions- und Leistungsfähigkeit der genutzten Technik und potentieller negativer externer Effekte (Prozess- und Umweltrisiko).4
Für die weitere Abhandlung steht der Term Technologierisiko allgemein für die Risiken verbunden mit der Anwendung von Technik aus naturwissenschaftlicher Sicht.
3 Grundlagen: Risikokommunikation in Massenmedien
[...]
1 Vgl. Banse, G. „Über den Umgang mit Unbestimmtheit“ in Banse, Kiepas (HG.) Rationalität Heute, LIT-Verlag Münster, 2002, S. 214
2 Vgl. Risiko, Wikipedia- Artikel, http://de.wikipedia.org/wiki/Risiko
3 Banse, Risiko in Technik und technischem Handeln, Vorlesungsskript
4 Susanne Niemann, Bankfachklasse, erschienen im Gabler Verlag, Wiesbaden, http://www.bankfachklasse.de
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