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Termpaper, 2006, 19 Pages
Author: Vanessa Lichtsinn
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Institution/College: University of Münster (Germanistisches Institut)
Tags: Mädchenliteratur, Eine, Untersuchung, Thema, Pferdeliteratur, Mädchenliteratur
Year: 2006
Pages: 19
Grade: 2
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-57648-2
File size: 248 KB
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Excerpt (computer-generated)
Westfälische Wilhelms-Universität, Germanistisches Institut
Wintersemester 2005/06, 6. Semester
Proseminar: Mädchenliteratur
Mädchenliteratur –
Eine Untersuchung zum Thema Pferdeliteratur
von: Vanessa Lichtsinn
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mädchenliteratur und Mädchenlektüre
2.1 Definitionen
2.2 Geschichte
2.2.1 Mädchenliteratur im 18. Jahrhundert
2.2.2 Ende des 19. Jahrhunderts – die Backfischliteratur
3. Theoretische Erklärungsansätze zum geschlechtsspezifischen Leseverhalten
3.1 Historische Erklärungsansätze
3.2 Rollen- und sozialisationstheoretische Erklärungsansätze
3.3 Psychoanalytische Erklärungsansätze
4. Zur Untersuchung: Pferdeliteratur und ihre Rezipienten
4.1 Ausgangspunkt
4.2 Untersuchungsmethode und Fragestellungen
4.3 Auswertung
4.4 Erklärungsansätze
4.4.1 Familie als Sozialisationsinstanz
4.4.2 Einfluss von Freunden
5. Resümee
6. Anhang
6.1 Fragebogen
6.2 Graphische Darstellungen
6.3 Begründungen zu Frage 8 des Fragebogens
7. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit soll primär eine Untersuchung zum geschlechtsspezifischen Leseverhalten aufzeigen. Ich beziehe mich dabei auf eine von mir erhobenen Studie zum Thema Pferderomane und Pferdezeitschriften.
Ich wollte in Erfahrung bringen, ob und gegebenenfalls warum Pferdeliteratur eher von Mädchen als von Jungen rezipiert wird und warum das Pferd überhaupt auf junge Mädchen eine große Faszination ausübt. Um darüber Informationen zu erhalten, habe ich mich zu einer Befragung hinsichtlich dieses Themas entschlossen. Das von mir ausgewählte Verfahren war die schriftliche Befragung mit standardisiertem Fragebogen, das anhand des Themas exemplarisch darüber Aufschluss geben sollte, wie sich das differenzierte Leseverhalten von Jungen und Mädchen gestaltet. Ich führte diese Fragebogenerhebung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis achtzehn Jahren durch. Neben dem empirischen Charakter verfügt die vorliegende Arbeit über Grundlagen des geschichtlichen Hintergrundes der Mädchenliteratur, die aufzeigen sollen, wie geschlechtsspezifisches Leseverhalten überhaupt entsteht. Für eine Interpretation werden zudem theoretische Erklärungsansätze zum Leseverhalten der Geschlechter aufgezeigt.
2. Mädchenliteratur und Mädchenlektüre
2.1 Definitionen
Mädchenliteratur ist die Literatur, „die explizit für Mädchen herausgegeben wird […]“1. Zu unterscheiden ist hierbei der engere Begriff „[…] der spezifischen Mädchenliteratur; das ist die Literatur, die eigens für Mädchen verfasst und allein an sie gerichtet ist“2 und der weiteste Begriff der Mädchenlektüre, der die gesamte von Mädchen rezipierte Literatur darstellt.
2.2 Geschichte
Zwar reichen die Anfänge der Mädchenliteratur bis ins 13. Jahrhundert zurück, jedoch bezieht sich die vorliegende Arbeit im Folgenden auf den Zeitraum, der von der historischen Mädchenliteraturforschung am nachhaltigsten durchleuchtet wurde: es geht um den Zeitraum von 1770 bis 1914. Hierzu lassen sich in der Geschichte der Mädchenliteratur zwei Schwerpunkte betrachten: der erste Schwerpunkt bezieht sich auf das letzte Drittel des 18. Jahrhunderts, der zweite auf die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts.
2.2.1 Mädchenliteratur im 18. Jahrhundert
Bei der Mädchenliteratur im 18. Jahrhundert sollte man, so Dagmar Grenz, von zwei unterschiedlichen Phasen sprechen.3 In der ersten Phase der Mädchenliteratur kann man eine positive Einstellung zur weiblichen Gelehrsamkeit feststellen. Zwar sollte durch die Mädchenliteratur eine allgemeine Vernunfterziehung begünstigt werden, doch Wissen und Kenntnisse gewannen an Bedeutung und sollten ein unerlässlicher Bestandteil der Sozialisation für Mädchen werden. Diese Grundgedanken entstanden durch die Verbürgerlichung der Gesellschaft sowie den Einfluss der aufklärerischen Pädagogik.
Eine der empfohlensten und begehrtesten Lektüre für junge Mädchen war zu dieser Zeit Das wohlgezogene Frauenzimmer, oder vollständige Anweisung zur weiblichen Erziehung (aus dem Englischen von Johann Joachim Schwabe. 1767). Des Weiteren sollten auch Predigten für junge Frauenzimmer (von James Fordyce. 1767) und Sittenlehre für junge Frauenzimmer (von Christian Gottlieb Steinberg. 1774) u.a. partizipiert werden. Das Genre dieser Literatur war also das moralisch-belehrende, weitgehend nichtfiktionale.
Diese geschlechtsspezifische Literatur sollte bürgerliche junge Frauen auf ihre Ehe und ihre damit verbundenen Pflichten und Sittsamkeiten vorbereiten. Durch die unterschiedlichen Einstellungen zur Romanlektüre und vor allem nach dem Erscheinen Die Leiden des jungen Werther (1774) von Goethe und Miller´s Siegwart - Eine Klostergeschichte (1776) begann gegen Ende des 18. Jahrhunderts die zweite Phase, in der man der Bildung der Frau nicht mehr so positiv gegenüberstand.
[...]
1 Grenz, Dagmar: Mädchenliteratur. In: Lange, Günter: Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur. Baltmannsweiler 2000. S. 332.
2 Ebd. S. 332.
3 Vgl. Grenz, Dagmar: Von der Nützlichkeit und der Schädlichkeit des Lesens. Lektüreempfehlungen in der Mädchenliteratur des 18. Jahrhunderts. In: Grenz, Dagmar, Wilkending, Gisela (Hrsg.): Geschichte der Mädchenlektüre. Mädchenliteratur und die gesellschaftliche Situation der Frau. Weinheim und München 1997. S. 16.
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