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Autor: Anonym
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Details
Tags: Drogenpolitik
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 14 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 138 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-57680-2
Textauszug (computergeneriert)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Pädagogik
Mittelseminar: Drogenberatung
SS 2005
Abgabetermin: 04.11.2005
Die deutsche Drogenpolitik
Milan Sell
Soziologie (HF): 06
Politikwissenschaft (NF): 06
Pädagogik (NF): 02
I
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1
2.
Drogenkonsum
in
Deutschland
2
3. Allgemeines zur deutschen Drogenpolitik
3
4.
Die
deutsche
Drogenpolitik
4
4.1.
Prävention 4
4.2. Beratung, Behandlung und Schadensreduzierung
7
4.3.
Repression 10
5.
Internationale
Zusammenarbeit
13
6. Fazit
14
II
1. Einleitung
Die Drogenpolitik ist seit Jahrzehnten ein sehr kontrovers diskutiertes Thema. Sie wird von
Staat zu Staat anders praktiziert und ist auch in Deutschland von Bundesland zu Bundesland
unterschiedlich. Die deutsche Bundesregierung versucht mit den unterschiedlichsten
Maßnahmen gegen Drogen vorzugehen. Dazu gehören nicht nur Repression und
Angebotsreduzierung, sondern auch die Prävention und die Behandlung Suchtkranker.
Wie in anderen europäischen Staaten so verläuft auch die deutsche Drogenpolitik zwischen
den zwei drogenpolitisch bedeutendsten Richtungen, der ,Harm reduction′ und der
,Repression′. Harm reduction ist durch die Bereiche der Akzeptanz, der
Niedrigschwelligkeit und der Suchtbegleitung gekennzeichnet. Dagegen stellt Repression eine
Form der Drogenpolitik dar, die zur Lösung von bestimmten Konflikten auf die Staatsgewalt
setzt. In welche dieser beiden Richtungen nun der Weg der deutschen Drogenpolitik führt,
versuche ich in dieser Arbeit herauszufinden.
Was in der Gesellschaft überhaupt unter Drogen verstanden wird ist oft sehr unterschiedlich.
Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fallen unter den Drogenbegriff solche
Substanzen, die eine psychoaktive Wirkung besitzen bzw. auf das Zentralnervensystem
wirken. Damit gehört auch Kaffee, Tee, Alkohol und Tabak zu dieser Begriffsbestimmung.
In Deutschland werden in der Praxis allerdings nur die Substanzen als Drogen bezeichnet, die
auch in den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes aufgelistet sind. Tabak und Alkohol
bleiben bei dieser Definition eher unbeachtet. (vgl. Kurzer 2005, S. 15) Dennoch lassen sich
in der aktuellen deutschen Drogenpolitik auch Maßnahmen zur Eindämmung der legalen
psychoaktiven Stoffe finden. Die Bekämpfung der Sucht bzw. der Abhängigkeit von diesen
Substanzen wurde von der Bundesregierung in ihr Programm der Drogenpolitik
aufgenommen. In den letzten Jahren wurden vor allem Maßnahmen zur Reduzierung des
Alkohol- und Tabakkonsums getroffen. Auch die Entwicklung des Cannabiskonsums ist für
die Bundesregierung besorgniserregend. Laut dem Drogenbericht der Bundesregierung 2005
ist in den letzten Jahren ein stetiger Anstieg des Cannabiskonsums zu verzeichnen.
Vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist die Droge sehr verbreitet. Unter den
18 bis 25 jährigen hat im Jahr 2004 jeder Fünfte schon mal Cannabis konsumiert. (vgl.
Drogenbeauftragte 2005a, S. 9) Wie die Regierung nun mit diesem Problem umgeht und
welche Maßnahmen sie bei Reduzierung von Drogen aller Art ergreift, stelle ich in dieser
Arbeit dar. Dabei gehe ich auf die Maßnahmen der Bundesregierung zur Prävention,
Repression und der Behandlung und Beratung Suchtkranker ein.
1
2. Drogenkonsum in Deutschland
Ungefähr 7 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland haben in den letzten 12 Monaten
(Lebenszeitprävalenz) illegale Drogen konsumiert. 25,2 % der Erwachsenen haben dabei
mindestens einmal in ihrem Leben illegale Drogen konsumiert. (vgl. DBDD 2004, S. 16) ,,In
der Bevölkerung von 12 bis 59 Jahren haben damit knapp 13 Millionen Menschen
Erfahrungen mit Drogen, 4 Millionen haben sie im letzten Jahr verwendet, knapp 2 Millionen
in den letzten 30 Tagen." (DBDD 2004, S. XIII) Bei Jugendlichen ist die Verbreitung
wesentlich größer. Die höchste Prävalenz ist in der Altersgruppe der 18 bis 20 jährigen zu
finden. 25 % haben in dieser Gruppe in den letzten zwölf Monaten illegale Drogen
konsumiert. Seit den 80er Jahren ist dabei ein Anstieg der Zahlen zu verzeichnen. ,,Die
Prävalenzen im Jahr 2003 haben sich gegenüber der Situation 1980 etwa verdreifacht."
(DBDD 2004, S. 17) Die verschiedenen illegalen Drogen sind unterschiedlich in der
deutschen Bevölkerung verbreitet. Die am meisten konsumierte illegale Droge ist dabei
Cannabis. Der Konsum ist seit 1990 enorm gestiegen. In der Altersgruppe von 18 bis 59
Jahren hat jeder Vierte bereits Erfahrungen mit dieser Droge gesammelt. (vgl. DBDD 2004,
S. 17)
Dagegen weisen in der gleichen Altersgruppe nur zwischen 2 und 3,5 % Erfahrungen mit
Amphetaminen, Ecstasy, LSD oder Kokain vor. In der Gesamtbevölkerung haben fast 5 %
Erfahrungen mit diesen Substanzen, wobei eine leichte Steigerung bei Amphetaminen,
Ecstasy und halluzinogenen Pilzen zu verzeichnen ist. (vgl. DBDD 2004, S. 21) Opiate
werden dagegen seltener konsumiert. Weniger als 2 % der Bevölkerung hatten in den letzten
zwölf Monaten Kontakt mit dieser Droge. Zu den Konsumenten illegaler Drogen kommen
noch ,,2,5 Millionen Alkoholabhängige, 1,4 Millionen Medikamentenabhängige und 6
Millionen Raucher, die behandlungsdürftig krank sind." (Böllinger 2000, S. 26)
Rückläufige Zahlen sind bei den Drogentodesfällen zu vermelden. Mit 1.385 Todesfällen im
Jahr 2004 wurde der niedrigste Stand seit 1989 erreicht. (vgl. Drogenbeauftragte 2005a, S. 9)
Bei den Einstellungen von Schülern zu Drogen und Drogenkonsum zeigt sich, dass in erster
Linie alle illegalen psychotropen Substanzen auch als Drogen angesehen werden. In den
letzten Jahren wird noch vermehrt Nikotin und Alkohol dazugerechnet. Heroin, Ecstasy und
Kokain werden von den meisten Schülern als sehr gefährlich eingestuft. Bei Cannabis hat sich
die Einstellung dagegen relativiert. ,,Cannabis liegt damit in der Risikobewertung näher an
den legalen Substanzen, die von mehr als einem Fünftel der Schüler als gefährlich
eingeschätzt werden, als an den anderen illegalen Drogen." (DBDD 2004, S. 24)
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