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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 24 Pages
Author: Jessica Hurtak
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: RWTH Aachen University
Tags: Kafkas, Verwandlung, Versuch, Deutung, Ansätze, Theorie, Literatur
Year: 2006
Pages: 24
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-57756-4
ISBN (Book): 978-3-638-71067-1
File size: 146 KB
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Abstract
Die Verwandlung des Gregor Samsa in einen Käfer gehört zu den bekanntesten Handlungen der Literatur. In der Mythologie und auch in Märchen werden Menschen in Tiergestalten verwandelt. Gregor Samsa wacht eines Tages auf und ist in einen Käfer verwandelt. Welche Auswirkungen hat die Verwandlung? Wie geht Gregor damit um? Wie reagiert seine Familie darauf? Verändert sich das Familienleben bzw. das Verhältnis der einzelnen Familienmitglieder zu Gregor? Um in die Thematik von Kafkas Werk „Die Verwandlung“ einzuführen, möchte ich im ersten Schritt der Hausarbeit die wichtigsten Aspekte des Inhaltes wiedergeben. Dabei werden schon einige Themen angesprochen, auf die im weiteren Verlauf der Hausarbeit näher eingegangen werden soll. Im nächsten Kapitel möchte ich auf die vier Hauptpersonen in Kafkas Werk eingehen: Gregor, seine Schwester Grete, Gregors Mutter und sein Vater. Hierbei soll neben einem Gesamtbild der Familie auf das jeweilige Verhältnis zwischen Gregor und seinen Familienangehörigen eingegangen werden. Im dritten Schritt möchte ich mich mit einigen Motiven und Hauptthemen auseinandersetzten, die für Kafkas Werk „Die Verwandlung“ von großer Bedeutung sind. Zunächst soll das Motiv der Verwandlung in einen Käfer näher betrachtet und dann im nächsten Schritt auf das Bild der Dame im Pelz eingegangen werden. Weiterhin wird Kafkas Werk unter dem entwicklungspsychologischen Aspekt der Adoleszenzphase betrachtet, um dann im letzten Schritt näher auf das Verhältnis zwischen Gregor und seinem Vater einzugehen. In diesem letzten Schritt sollen die Phasenlehre Siegmund Freuds und der von ihm geprägte Begriff des Ödipuskonfliktes mit einfließen, und ich werde versuchen aufzuzeigen, inwieweit diese Elemente bei der Deutung des Werkes „Die Verwandlung“ von Bedeutung sein können. Hierbei handelt es sich also um den Versuch einer psychoanalytischen Deutung.
Excerpt (computer-generated)
RWTH Aachen, Institut für Neuere deutsche Literaturgeschichte
Hauptseminar: Das Andere des Textes/ der Text des Anderen:
Ansätze einer psychoanalytischen Theorie der Literatur
WS 2005/ 2006, 05.07.2006
Franz Kafka: Die Verwandlung –
Versuch einer psychoanalytischen Deutung
von: Jessica Hurtak
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Franz Kafka – Die Verwandlung 4
2.1 Was passiert in „Die Verwandlung“? 4
3. Die Personen der Erzählung 7
3.1 Gregor 7
3.2 Grete 9
3.3 Die Mutter 10
3.4 Der Vater 10
4. Themen und Motive 13
4.1 Verwandlungs- und Käfermotiv 13
4.2 Die Dame im Pelz 14
4.3 Kindliche Abhängigkeit versus Adoleszenzkrisen 15
4.4 Vater-Sohn-Konflikt 17
5. Zusammenfassung 22
Literaturverzeichnis 24
1. Einleitung
Die Verwandlung des Gregor Samsa in einen Käfer gehört zu den bekanntesten Handlungen der Literatur. In der Mythologie und auch in Märchen werden Menschen in Tiergestalten verwandelt. Gregor Samsa wacht eines Tages auf und ist in einen Käfer verwandelt. Welche Auswirkungen hat die Verwandlung? Wie geht Gregor damit um? Wie reagiert seine Familie darauf? Verändert sich das Familienleben bzw. das Verhältnis der einzelnen Familienmitglieder zu Gregor? Um in die Thematik von Kafkas Werk „Die Verwandlung“ einzuführen, möchte ich im ersten Schritt der Hausarbeit die wichtigsten Aspekte des Inhaltes wiedergeben. Dabei werden schon einige Themen angesprochen, auf die im weiteren Verlauf der Hausarbeit näher eingegangen werden soll.
Im nächsten Kapitel möchte ich auf die vier Hauptpersonen in Kafkas Werk eingehen: Gregor, seine Schwester Grete, Gregors Mutter und sein Vater. Hierbei soll neben einem Gesamtbild der Familie auf das jeweilige Verhältnis zwischen Gregor und seinen Familienangehörigen eingegangen werden. Im dritten Schritt möchte ich mich mit einigen Motiven und Hauptthemen auseinandersetzten, die für Kafkas Werk „Die Verwandlung“ von großer Bedeutung sind. Zunächst soll das Motiv der Verwandlung in einen Käfer näher betrachtet und dann im nächsten Schritt auf das Bild der Dame im Pelz eingegangen werden. Weiterhin wird Kafkas Werk unter dem entwicklungspsychologischen Aspekt der Adoleszenzphase betrachtet, um dann im letzten Schritt näher auf das Verhältnis zwischen Gregor und seinem Vater einzugehen. In diesem letzten Schritt sollen die Phasenlehre Siegmund Freuds und der von ihm geprägte Begriff des Ödipuskonfliktes mit einfließen, und ich werde versuchen aufzuzeigen, inwieweit diese Elemente bei der Deutung des Werkes „Die Verwandlung“ von Bedeutung sein können. Hierbei handelt es sich also um den Versuch einer psychoanalytischen Deutung.
2. Franz Kafka – Die Verwandlung
Im Folgenden möchte ich kurz zur Einführung die wichtigsten Aspekte des Inhaltes wiedergeben.
2.1 Was passiert in „Die Verwandlung“?
„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“1 Kafka beginnt sein Werk sofort mit dem zentralen Motiv der Verwandlung, so dass dem Leser direkt die Spannung genommen wird. Der Leser wird ohne jegliche Vorbereitung oder Einführung ins Außergewöhnliche und Unvertraute gestoßen. Wie auch Gregor selber über diese Verwandlung überrascht ist, so ergeht es auch dem Leser. Gregor Samsa, der zusammen mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester Grete wohnt, ist als Handlungsreisender scheinbar das Familienoberhaupt und der Ernährer. Gregor arbeitet um die Schulden seines Vaters zu bezahlen, wobei der Vater nach wie vor die größere Macht innerhalb der Familie hat, da er das Geld verwaltet. Eines Tages wacht Gregor als Käfer auf, womit sich das Familienleben und auch die Rollenverteilung innerhalb der Familie grundlegend verändern. Um der Mutter den Anblick ihres nun verwandelten Sohnes zu ersparen, lebt Gregor fortan nur noch in seinem Zimmer. Nur seine Schwester traut sich hinein und versorgt Gregor mit Nahrung. Der Vater muss aufgrund der Verwandlung wieder eine Stelle annehmen, die er als Diener bei einem Bankinstitut findet2. Somit übernimmt er wieder die Rolle des Ernährers der Familie. Auch die Mutter und Grete nehmen Tätigkeiten auf, um zum wirtschaftlichen Erhalt der Familie beizutragen: „die Mutter nähte […] für ein Modegeschäft“3 und Grete nimmt eine „Stellung als Verkäuferin“4 an.
Obwohl Kafka das Geschehen aus der subjektiven Sicht Gregors erzählt und der Leser deshalb noch von seinen menschlichen Zügen wie beispielsweise seinen Gedanken, seinen Gefühlen und Ängsten erfährt, so sieht seine Familie in ihm jedoch nur noch mehr ein Tier, vor dem es sich zu schützen gilt. Aus diesem Grund kommt es auch zu mehreren Gewaltszenen, in deren erster Szene der Vater seinen Sohn mit einem Stock zunächst jagt und dann mit einem Stoß Gregor „heftig blutend, weit in sein Zimmer hinein“5 stößt.
[...]
1 Franz Kafka: Die Verwandlung. Hamburger Lesehefte Verlag 1916. S. 5. [Im Weiteren werde ich Zitate aus diesem Aufsatz mit der Sigle >F. Kafka< und Angabe der Seitenzahl verwenden.]
2 Vgl. F. Kafka, S.34.
3 Ebd., S.36.
4 Ebd.
5 F. Kafka, S.19.
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