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Emile Durkheim – Die elementaren Formen des religiösen Lebens

Hausarbeit, 2005, 19 Seiten
Autor: Carolyn Scheerschmidt
Fach: Theologie - Vergl. Religionswissenschaft

Details

Veranstaltung: Einführung in die Religionswissenschaft
Institution/Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena
Tags: Emile, Durkheim, Formen, Lebens, Einführung, Religionswissenschaft
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 3  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V65163
ISBN (E-Book): 978-3-638-57799-1

Dateigröße: 179 KB


Textauszug (computergeneriert)

Friedrich – Schiller – Universität Jena, Theologische Fakultät
Proseminar Religionswissenschaftliche Klassiker
1. Semester, Wintersemester 2005/06

Emile Durkheim –
Die elementaren Formen des religiösen Lebens

von: Carolyn Scheerschmidt

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung  3

1 Das Leben von Émile Durkheim 5

2. Zum Werk „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“  7

2.1 Zielstellung des Werkes  7
2.2 Inhalt des Buches (Wichtiges aus der Einleitung)  7
2.3 Ein Höhepunkt des Buches: Analyse der Seelenvorstellung  12

3. Wirken Durkheims  17

4. Fazit  18

Literaturverzeichnis 19


 

 

Einleitung

Religionswissenschaft – die neue Wissenschaft des 19./20. Jahrhunderts, welche sich unter Einfluss zahlreicher anderer wissenschaftlicher Bereiche, wie Ethnologie, Geschichte, Psychologie, Phänomenologie, Philologie, Ökologie, Ästhetik, Soziologie etc. entwickelt hat. Religionswissenschaft ist ein Fach, das sich noch immer in einer Phase immenser Entwicklungen befindet. In einem Faktum sind sich heute ihre Vertreter einig. Jeder Religionswissenschaftler versucht, Religion als Ganzheit zu betrachten. Sie soll als eine objektive Tatsache der Gesellschaft aufgefasst werden. Spekulationen über jenseitige Wirklichkeiten bedarf es zu vermeiden. Religion „von außen“ zu beschreiben, unbefangen und frei von subjektiven Einflüssen, ist das Ziel eines jeden Religionswissenschaftlers. Nach unzähligen Versuchen ist es bis heute noch nicht gelungen, eine einheitliche, allgemein gültige Definition von Religion zu bilden.

Emile Durkheim, sowohl ein klassischer Vertreter der Religionswissenschaft, als auch maßgebender Forscher in der Soziologie und Ethnologie seiner Zeit, wagte den Versuch, Religion mit funktionalistischer Methodik herzuleiten. Er gewann mit dem großen Werk „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“ durch seine neuartigen Vorstellungen eine große Zahl von Anhängern für seine Funktionalistische Schule.

Mein Interesse für dieses Buch wurde im vergangenen Semester im Proseminar Klassiker der Religionswissenschaft geweckt. Durkheims großes Werk stellte ich in einem 45-minütigen Referat erfolgreich dar, welches ich als Grundstein für die folgende Hausarbeit nutze. Hierin beginne ich mit einer knappen Einführung in die Biografie des Klassikers Durkheim. Daraufhin gebe ich mit Hilfe seiner eigenen Einführung einen Überblick auf Gliederung, Inhalt und Zielstellung des Werkes. Als einen Höhepunkt seiner Forschung greife ich mir den Begriff der Seele aus seinem Buch heraus und beschreibe in diesem Abschnitt die Hauptpunkte seiner allgemeinen Auffassungen anhand einzeln geschilderter Forschungsberichte.

Am Schluss gehe ich, mit Einflussnahme von Hans G. Kippenberg, auf Durkheims nachhaltiges Wirken in den Wissenschaften ein und runde in eigenem Fazit die Arbeit ab.

1 Das Leben von Émile Durkheim

Als Sohn eines Rabbiners wurde Émile Durkheim am 15.04.1858 in Epinal in den Vogesen geboren. Ab 1879 ging er drei Jahre an die École Normale Supérieure in Paris. Dort begann er sein Studium bei einem Althistoriker namens Fustel de Coulange. Nach seinem Abschluss in Philosophie nahm er die Lehramttätigkeit an einem Gymnasium in Paris auf. 1885/86 brach der junge Franzose nach Deutschland auf, um dort die Universitäten Marburg, Leipzig und Berlin zu besuchen. Während dieser Studienreise sollte die Bekanntschaft mit Willhelm Wundts Ethik1 1887, so Hans G. Kippenberg, den jungen Studenten Durkheim in seinem Forschungsdenken stark geprägt haben. Doch als Durkheim 1906/07 verdächtigt wurde, „deutsches Gedankengut“2 in die französische Universität von Sorbonne eingeschleust zu haben, wohin er 1902 berufen wurde und wo er 1906 ein Ordinariat erhielt, berief sich der bedrängte Soziologe auf Robertson Smith. Durch ihn habe er 1905 in einer seiner Vorlesungen eine „regelrechte Offenbarung“3 erlebt. Seine Erkenntnis beruht hierbei auf Smiths Untersuchung von öffentlicher und privater Religion. Auch Durkheims Mitarbeiter H. Hubert und M. Mauss arbeiteten an diesem Ansatz. Religion passiert einerseits öffentlich in Form von ritualisierten Handlungen und andererseits findet Magie als private Angelegenheit im Geheimen statt, durch eigennützlichen Missbrauch übernatürlicher Macht. Smiths Opfertheorie interessierte Durkheim sehr, weshalb er dem Totemismus in seinem Werk „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“ ein ganzes Kapitel gab. Durkheims Studienzeit kann als religiöser Umbruch bezeichnet werden. Obwohl seine politische Wahlverwandtschaft mit dem deutschen Forscher W. Wundt Anfang des 20. Jahrhunderts seiner jüdischen Herkunft wegen gefährlich werden konnte, sollte dies nicht der Grund sein, weshalb sich Durkheim empathisch zu Smiths Auffassungen bekannte.

[...]


1 Michaels, A.: Klassiker der Religionswissenschaft. Von Friedrich Schleiermacher bis Mircea Eliade. München 2004, 2.Auflage, 103. Wundts gesamtes Werk heißt Ethik. Eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens. Stuttgart 1886

2 Ebd., 106

3 Durkheim, E.: Die Regeln der soziologischen Methode. Frankfurt a. M. 1984, 62 und 70


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