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Hauptseminararbeit, 2001, 28 Seiten
Autor: Sabine Schneider
Fach: Filmwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Deutsches Seminar)
Tags: Gewaltdarstellung, Film, Zweck, Wirkung, Michael, Haneke, Quentin, Tarantino, Beispiel, Games“, Fiction“, Hauptseminar, Medien-Gewalt-Wahrnehmung, Filme, Michael, Hanekes, Kontext
Jahr: 2001
Seiten: 28
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 26 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-10430-2
ISBN (Buch): 978-3-638-83704-0
Dateigröße: 187 KB
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Zusammenfassung / Abstract
John Woo, Kitano, Quentin Tarantino – alles Autoren, die der Gewalt in ihren Filmen sehr viel Raum lassen, sie manchmal geradezu in Orgien feiern. Der österreichische Filmregisseur Michael Haneke distanziert sich von dieser Art der Gewaltdarstellung, er möchte Gewalt keinesfalls konsumierbar machen. Tarantinos Filme empfindet er als gut gemacht, jedoch uninteressant, da dieser durch Ironie die Gewalt auch fur Intellektuelle konsumierbar mache. Aber wie weit ist Michael Haneke wirklich von einem Filmemacher wie Tarantino entfernt? Vergleicht man den Film „Funny Games“ mit Hanekes Bürgerkriegstrilogie, so ist zumindest dramaturgisch eine gewisse Annäherung an die Hollywood-Dramaturgie festzustellen. Auch stellen beide, trotz einer gewissen Anlehnung an das Genre, das klassische Thriller-Thema auf den Kopf. Und doch kann man Hanekes „Funny Games“ nicht mit dem Film „Pulp Fiction“ von Tarantino gleichsetzen. Wahrend Tarantino mit Ironie arbeitet, folgt bei Haneke auf Gewalt noch größere Gewalt, ein Happy End gibt es nicht. Beide Filme stellen im Hinblick auf die dargestellte Gewalt einen Höhepunkt im filmischen Schaffen der Regisseure dar. Auch sind sie ihre jeweils erfolgreichsten und bekanntesten Spielfilme. Inwiefern gibt es nun einen Unterschied im Umgang mit Gewalt? Welchen Zweck und Nutzen hat die jeweilige Gewaltdarstellung? Obwohl sich Haneke so entschieden von der Konsumierbarkeit von Gewalt in Hollywoodfilmen distanziert, bleibt zu untersuchen, ob er sich in seinem filmischen Werk nicht doch an selbige annähert. Auch bleibt zu ergrunden, ob die Gewalt in den Filmen beider Autoren einen bestimmten Zweck erfüllt und ob die Filme den Anspruchen der Autoren im Hinblick auf Konsumierbarkeit gerecht werden.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Tübingen
Deutsches Seminar
NDL IV: Medien-Gewalt-Wahrnehmung:
Die Filme Michael Hanekes im Kontext
WS 2000/2001
Gewaltdarstellung im Film:
Zweck und Wirkung bei Michael Haneke und Quentin Tarantino.
Am Beispiel ,,Funny Games" und ,,Pulp Fiction"
Sabine Schneider
7. Semester
Germanistik, Geschichte
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ...3
2. Biografie der Regisseure ...4
a. Michael Haneke ...4
b. Quentin Tarantino ...5
3. Die Filme: Inhaltliche Einbindung der Gewalt ...6
a. Funny Games ...6
b. Pulp Fiction ...8
4. Dargestellte Gewaltformen ...14
5. Filmische und technische Darstellung ...15
a. Funny Games ...15
b. Pulp Fiction ...17
6. Welche Absicht steckt hinter den Filmen? Auf der Suche nach Zweck und Effekt ...19
a. Funny Games ...19
b. Pulp Fiction ...22
7. Fazit ...24
8. Literatur ...27
Filme ...27
Sekundärliteratur / Nachschlagewerke ...27
Internet ...28
1. Einleitung
John Woo, Kitano, Quentin Tarantino - sie alle sind Autoren, die der Gewalt in ihren Filmen extrem viel Raum lassen, sie manchmal geradezu in Orgien feiern. Der österreichische Filmregisseur Michael Haneke distanziert sich von dieser Art der Gewaltdarstellung, er möchte Gewalt keinesfalls konsumierbar machen. Tarantinos Filme empfindet er als gut gemacht, jedoch uninteressant, da dieser durch Ironie die Gewalt auch für Intellektuelle konsumierbar mache.1
Aber wie weit ist Michael Haneke wirklich von einem Filmemacher wie Tarantino entfernt? Vergleicht man den Film ,,Funny Games" mit Hanekes Bürgerkriegstrilogie, so ist zumindest dramaturgisch eine gewisse Annäherung an die Hollywood-Dramaturgie festzustellen. Auch stellen beide, trotz einer gewissen Anlehnung an das Genre, das klassische Thriller-Thema auf den Kopf. Und doch kann man Hanekes ,,Funny Games" nicht mit dem Film ,,Pulp Fiction" von Tarantino gleichsetzen. Während Tarantino mit Ironie arbeitet, folgt bei Haneke auf Gewalt noch größere Gewalt, ein Happy End gibt es nicht. Beide Filme stellen im Hinblick auf die dargestellte Gewalt einen Höhepunkt im filmischen Schaffen der Regisseure dar. Auch sind sie ihre jeweils erfolgreichsten und bekanntesten Spielfilme. Inwiefern gibt es nun einen Unterschied im Umgang mit Gewalt? Welchen Zweck und Nutzen hat die jeweilige Gewaltdarstellung? Obwohl sich Haneke so entschieden von der Konsumierbarkeit von Gewalt in Hollywood-filmen distanziert, bleibt zu untersuchen, ob er sich in seinem filmischen Werk nicht doch an selbige annähert. Auch bleibt zu ergründen, ob die Gewalt in den Filmen beider Autoren einen bestimmten Zweck erfüllt und ob die Filme den Ansprüchen der Autoren im Hinblick auf Konsumierbarkeit gerecht werden.
Um ein besseres Verständnis der Intentionen der Filmemacher und ihrer filmischen Arbeitsweise zu ermöglichen, werde ich zunächst beide Autoren kurz mit einer Biografie vorstellen. Danach möchte ich mich mit den dargestellten Gewaltformen beschäftigen und deren inhaltliche Einbindung in die Struktur der Filme untersuchen. Anschließend werde ich die filmische und technische Darstellung der Gewalt beleuchten und abschließend die Frage nach dem Zweck und Nutzen der Gewalt behandeln. Auch die Frage nach der Absicht der Gewaltdarstellung und ob diese geglückt ist, werde ich berücksichtigen, um schließlich zu einem Fazit zu kommen.
[...]
1 Horwarth, Alexander/Spagnoletti, Giavanni: Interview mit Michael Haneke: ,,La negazione è l′unica froma d′arte che sie possa prendere sul serio". In: Horwarth/Spagnoletti: Michael Haneke, Turin 1998, S. 59.
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