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Jüdisches Leben in Dessau (Sachsen-Anhalt)

Scholary Paper (Seminar), 2002, 30 Pages
Author: Sabine Schneider
Subject: Pedagogy - Pedagogic Sociology

Details

Event: Aspekte jüdischen Lebens in ausgewählten Ländern
Institution/College: Otto-von-Guericke-University Magdeburg (Institut für Erziehungswissenschaft)
Tags: Jüdisches, Leben, Dessau, Aspekte, Lebens, Ländern
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 30
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V6520
ISBN (E-book): 978-3-638-14067-6

File size: 256 KB


Excerpt (computer-generated)

Otto- von- Guericke Universität
Institut für Erziehungswissenschaft

Lehrbereich: Sozialisation und Gesellschaft
Seminarart: Proseminar
Titel der Veranstaltung: Aspekte jüdischen Lebens in ausgewählten Ländern

Semester: SS 2002

Hausarbeit

Jüdisches Leben in Dessau (Sachsen-Anhalt)

Sabine Schneider

Studiengang: Lehramt an Gymnasien
Fachsemester: 3. Fachsemester
Fächerkombination: Ethik, Sozialkunde

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung.

2. Geschichtliches

2.1. Geschichte der Stadt Dessau
2.2. Historischer Abriss der jüdischen Geschichte in Dessau

3. Jüdische Einrichtungen

3.1. Jüdische Schulen in Dessau
3.2. Dessauer Synagoge
3.3. Israelitischer Friedhof Dessau

4. Dessauer Juden in den dreißiger Jahren

4.1. Allgemein
4.2. Ausgewähltes Schicksal eines Juden

5. Jüdische Persönlichkeiten aus Dessau

5.1. Moses Mendelssohn
5.2. Kurt Weill.
5.3. Familie Cohn.
5.4. David Fränkel

6. Fazit

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

 

1. Einleitung

Diese Arbeit soll die Geschichte der Juden in Dessau untersuchen. Die Dessauer Juden selbst haben eine solche Darstellung ihrer eigenen Geschichte nicht geschrieben. Sie hinterließen aber eine Reihe wertvoller Einzeldarstellungen.
In der Dessauer und der anhaltischen Geschichtsschreibung spielten die Juden nur eine
Seitenrolle, und bittere Wahrheiten blieben ausgespart. Bis kurz vor seinem Tode 1992 bemühte sich der Dresdener Helmut Eschwege, auch mit Hilfe des Stadtarchivs, alle wichtigen Fakten zur Geschichte der Juden in Dessau und Anhalt zu erfassen.
Die Stadt Dessau und ihre Bürger sind seit Jahrzehnten in der Schuld, die Erinnerung an ihre ehemaligen jüdischen Mitbürger wach zuhalten, über Demütigungen, Vertreibung und Vernichtung zu berichten. Genau zwei Jahrhunderte, von 1672 bis 1871, mussten vergehen, ehe die Juden der Stadt Dessau die vollen Menschen- und Bürgerrechte erhielten. Nur 60 Jahre konnten dann die Juden hier gleichberechtigt und ungefährdet leben, bis die Nazis hier bereits 1932 die Regierungsgewalt erhielten. In den darauf folgenden zwölf Jahren wurde die traditionsreiche Israelitische Gemeinde ausgelöscht.
Der Holocaust ist nicht der einzige und nicht der wichtigste Grund, warum ich mich mit der Geschichte der Juden beschäftige. Jüdische Menschen trugen wesentlich zur Entwicklung der Stadt bei, sie prägten das religiöse, wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Profil der Kommune mit, sie leisteten einen unverzichtbaren Beitrag zur Stadtgeschichte. Die Vertreibung und Vernichtung der Juden war nicht nur ein Verbrechen an den Juden, sondern auch an den anderen Bürgern, ein unersetzlicher Verlust der Stadt.
Da nicht auf alle Einzelheiten bei diesem Thema eingegangen werden kann, versuche ich die wesentlichen Punkte herauszustellen und einen vernünftigen Überblick zu geben. Sicherlich ist es im Vorfeld von Bedeutung die Geschichte der Stadt im allgemeinen zu beleuchten, um anschließend auf die eigene Chronik der jüdischen Bevölkerung einzugehen. Nach diesem historischen Kurzüberblick gehe ich auf jüdische Einrichtungen der Stadt Dessau ein. Diese wurden im Laufe der Geschichte erbaut, zerstört oder stehen immer noch zur Besichtigung. Da auch hier wieder nicht auf alle öffentlichen Einrichtungen eingegangen werden kann, beschränke ich mich auf die Synagoge, den Friedhof und die Schule. Diese drei Einrichtungen scheinen mir am wichtigsten für ein Leben in einer jüdischen Gemeinde.
Wie in ganz Deutschland gab es in der Zeit des Nationalsozialismus eine einschneidende Epoche, die ohne zu überdenken in diese Arbeit mit eingegangen werden muss. Doch diese Ereignisse ausreichend und zeitnah zu beschreiben, ist nicht einfach. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen ein ganz persönliches Schicksal hier aufzunehmen. Wahrscheinlich können so Gefühle, Regungen und Folgen besser nachvollzogen werden, als die bloße Darstellung von Fakten und Zahlen.
Nicht zu vergessen sind berühmte Persönlichkeiten, die in Dessau geboren worden und hier lebten. So sind ohne Zweifel Moses Mendelssohn und Kurt Weill zu nennen. Aber auch die Familie Cohn und der damalige Schuldirektor David Fränkel dürfen in dieser Aufzählung nicht fehlen. Leider fehlen bei dieser Darstellung wiederum einige Persönlichkeiten, auf die mangels Umfang nicht eingegangen werden kann.

2. Geschichtliches

2.1. Geschichte der Stadt Dessau

[...]


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