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Scholary Paper (Seminar), 2005, 29 Pages
Author: Christoph Looschelders
Subject: Economics / Business: Controlling
Details
Tags: Verein, Unternehmen, Steuerung, Fußballclubs
Year: 2005
Pages: 29
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 30 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-57857-8
ISBN (Book): 978-3-638-67049-4
File size: 234 KB
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Abstract
Der Fußball in Deutschland, vor allem mit seinem Hauptrepräsentanten, der 1. Bundesliga, bewegt nicht nur die Emotionen der Massen, sondern ist in den letzten Jahren enorm gewachsen und hat sich zu einem Markt entwickelt, der jedes Jahr Umsätze im Milliarden-Euro-Bereich erreicht. Jahrzehntelang wurden die Fußballclubs, die in ihrer gesellschaftlichen Anlage und Rechtsform gemeinnützige Vereine waren, ehrenamtlich geführt. Jedoch haben sie sich mit der Zeit zu „Fußball-Unternehmen“ gewandelt, die bezüglich Umsätzen und Mitarbeiterzahlen mit mittelständischen Wirtschaftsunternehmen vergleichbar sind. Heute sind Fußballunternehmen nicht mehr rein gemeinnützig, sondern ertragsorientiert. Dennoch werden einige Clubs auch heute noch ehrenamtlich geführt Wie in der Wirtschaft üblich, benötigen sie jedoch professionelle Strukturen, eine zeitgemäße Rechtsbehandlung und ein insgesamt effizientes Management, um adäquat betriebswirtschaftlich geführt zu werden. Im Abschnitt 2 wird der Wandel der Vereine von ehemals ideellen Vereinen zu mittlerweile professionell geführten Wirtschaftsunternehmen in verschiedenen Rechtsformen dargestellt sowie ein Überblick über den Wachstumsmarkt speziell der 1. Bundesliga in den vergangenen 20 Jahren gegeben. Abschnitt 3 beschreibt die spezifischen Anforderungen des Fußball-Geschäfts an das Management der Clubs und die Unterschiede zu „normalen“ Unternehmen in der Wirtschaft. Abschnitt 4 beleuchtet anhand der Controlling Definition nach Küpper, „Controlling als Koordination der Führungsteilsysteme“ , die praktische Relevanz speziell von professionellem Controlling in Fußballclubs.
Excerpt (computer-generated)
Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen
Seminars zur speziellen BWL im SS 2005
Abgabetermin: 13.06.2005
„Vom ideellen Verein zum gewinnorientierten Unternehmen
– Die professionelle Steuerung eines Fußballclubs“
von: Christoph Looschelders
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Organisatorische Entwicklung der Fußballclubs 1
2.1 Vom ideellen Verein zum „Fußballunternehmen“ 1
2.2 Marktentwicklung 3
3 Anforderungen an das Management eines Fußballclubs 5
3.1 Sportlicher Bereich 5
3.2 Wirtschaftlicher Bereich 6
3.2.1 Lizenzierungsverfahren der DFL 6
3.2.2 Externe Kapitalbeschaffung 7
4 Controlling in Fußballclubs 8
4.1 Koordination von Führungsteilsystemen 9
4.1.1 Planung 10
4.1.2 Informationssystem 11
4.1.3 Kontrolle 12
4.1.4 Personalführung 12
4.1.5 Organisation 13
4.2 Controlling durch Kennzahlen- und Zielsysteme 14
4.3 Praktische Relevanz von Controlling in Fußballclubs 15
5 Zusammenfassung / Fazit 15
Anhang 17
Literaturverzeichnis 22
1 Einleitung
Der Fußball in Deutschland, vor allem mit seinem Hauptrepräsentanten, der 1. Bundesliga, bewegt nicht nur die Emotionen der Massen, sondern ist in den letzten Jahren enorm gewachsen und hat sich zu einem Markt entwickelt, der jedes Jahr Umsätze im Milliarden-Euro- Bereich erreicht.1
Jahrzehntelang wurden die Fußballclubs, die in ihrer gesellschaftlichen Anlage und Rechtsform gemeinnützige Vereine waren, ehrenamtlich geführt. Jedoch haben sie sich mit der Zeit zu „Fußball-Unternehmen“ gewandelt, die bezüglich Umsätzen und Mitarbeiterzahlen mit mittelständischen Wirtschaftsunternehmen vergleichbar sind.2 Heute sind Fußballunternehmen nicht mehr rein gemeinnützig, sondern ertragsorientiert. Dennoch werden einige Clubs auch heute noch ehrenamtlich geführt Wie in der Wirtschaft üblich, benötigen sie jedoch professionelle Strukturen, eine zeitgemäße Rechtsbehandlung und ein insgesamt effizientes Management, um adäquat betriebswirtschaftlich geführt zu werden.3
Im Abschnitt 2 wird der Wandel der Vereine von ehemals ideellen Vereinen zu mittlerweile professionell geführten Wirtschaftsunternehmen in verschiedenen Rechtsformen dargestellt sowie ein Überblick über den Wachstumsmarkt speziell der 1. Bundesliga in den vergangenen 20 Jahren gegeben. Abschnitt 3 beschreibt die spezifischen Anforderungen des Fußball- Geschäfts an das Management der Clubs und die Unterschiede zu „normalen“ Unternehmen in der Wirtschaft. Abschnitt 4 beleuchtet anhand der Controlling Definition nach Küpper, „Controlling als Koordination der Führungsteilsysteme“4, die praktische Relevanz speziell von professionellem Controlling in Fußballclubs.
2 Organisatorische Entwicklung der Fußballclubs
2.1 Vom ideellen Verein zum „Fußballunternehmen“
Seit mehr als 100 Jahren (Gründungen der meisten Bundesliga-Clubs liegen in der Zeit von 1890 bis 1910) wurden die Fußballclubs als Vereine zumeist zentralistisch durch einflussreiche, meist wohlhabende Präsidenten auf ehrenamtlicher Basis geführt. Der Präsident konnte meist als „Alleinherrscher“ schalten und walten wie er wollte, setzte bei Liquiditätsengpässen des Vereins jedoch sein privates Vermögen ein.5 Man muss sich jedoch verdeutlichen, dass dies jahrelang vor einem Hintergrund nur sehr geringer finanzieller Umsätze geschah. Heute ist die Bundesliga eine Milliarden-Euro-Branche.6 Die ursprünglich ideellen, gemeinnützigen Vereine entwickelten sich in den Kriterien Umsätze und Mitarbeiterzahlen zu mittelständischen Unternehmen, was professionellere betriebswirtschaftliche Führungsstrukturen und modernes Management nötig macht.7
Die Rechtsform „nicht wirtschaftlicher Verein“ setzt Gemeinnützigkeit voraussetzt und ist eindeutig als nicht ertragsorientiert („non profit“) definiert. Dies ist für Vereine, wie sie heute in der Bundesliga spielen, allerdings nicht mehr zeitgemäß.8 Eingetragene Vereine genießen jedoch fehlende Publizitätspflichten sowie besondere steuerliche Behandlungen. So kann ein Verein unter bestimmten Voraussetzungen von der Körperschaftssteuer, von der Gewerbesteuer oder sogar von der Umsatzsteuer befreit sein.9 Bis 1998 waren noch alle Bundesligisten eingetragene Vereine (e.V.). In seiner Reform vom 24.10.1998 beschloss der DFB die Zulassung der Kapitalgesellschaft als neue Organisations- und Rechtsform für die Bundesligisten.10
Viele Vereine machten von dieser Möglichkeit Gebaruch, wobei sie, wenn möglich, einen Verlust des Vereins-Status verhindern wollten. Deshalb wechselten die Vereine nicht komplett ihre Rechtsform, sondern gliederten ihre Profifußball-Abteilungen in eigene Kapitalgesellschaften aus.11 Diese bleiben jedoch im Normalfall unter dem Dach des Gesamtvereins, der als Gesellschafter den Großteil der Anteile hält. Die drei wichtigsten möglichen neuen Rechtformen für Vereine sind die AG, die GmbH und die GmbH & Co. KGaA:
Eine AG als Rechtsform ist vor allem für renditeorientierte Anleger attraktiv. Da jedoch die Fußballclubs ihre Entscheidungsrechte nicht aus der Hand geben wollen, sind Fußball-Aktien zumindest für institutionelle Anleger eher uninteressant und werden oft von den Fans als Kleinanleger mit emotionaler Bindung zum Club („Fan-Aktien“) gezeichnet. Der Aktienkurs ist bei einer öffentlichen Emission stark vom sportlichen Erfolg abhängig. Nur Clubs mit längerfristigem sportlichen Erfolg können steigende Kurse verbuchen und somit für die Analysten und Anleger attraktiv bleiben. Für die Verbindlichkeiten einer AG haftet nur das Gesellschaftsvermögen und der Gewinn wird auf die Aktionäre entsprechend ihrer Anteile verteilt. Einen öffentlichen Börsengang hat von den Bundesligaclubs bislang nur Borussia Dortmund vollzogen.
Bei einer Ausgliederung in eine GmbH setzen die Vereine vor allem auf eine Einbindung von Sponsoren als Gesellschafter. Die Stammeinlagen der Gesellschafter fallen nur einmal an und können nicht gehandelt werden. Damit entfällt die Möglichkeit einer dauerhaften stetigen Kapitalbeschaffung. Diese Rechtsform finden sich v.a. bei den sogenannten „Werksteams“ von Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg (VW).12 Eine GmbH & Co. KGaA wird gewählt, um die Finanzierungsmöglichkeiten an den Börsen uneingeschränkt nutzen zu können.. Die Kommanditaktionäre haben eine sehr schwache Rechtsstellung, da sie keinerlei Einfluss geltend machen können. Das Eigenkapital wird durch Einlagen der Aktionäre, sowie über Aktienemissionen beschafft. Die GmbH ist dabei der Komplementär, also der Vollhafter, der jedoch nur mit einer beschränkten Einlage haftet, die Kommanditisten (die Aktionäre) haften ebenfalls nur mit ihrer Einlage.
2.2 Marktentwicklung
[...]
1 Vgl. Blatter, 2000, S.6ff
2 Vgl. Zeltinger, 2004, S. 8
3 Vgl. Kohl, 2001, S.14
4 Vgl. Küpper, 2001, S.15
5 Vgl. Haas, 2002, S.186f.
6 Vgl. Hübl/Swieter, 2002, S.47
7 Vgl. Littkemann/Sunderdiek, 2002, S67
8 Vgl. Straub, 2002, S.105 und §21ff BGB
9 Vgl. Engelsing/Littkemann, 2002, S.55ff
10 Vgl. Lehmann/Weigand, 2002, S.44
11 Vgl. Schewe, 2002, S.168
12 Bei der Bayer 04 Leverkusen GmbH sind die Anteile zu 100 % an die Bayer AG verkauft worden.
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