Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Manuel Wätjen
Fach: Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Details
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Soziologie)
Tags: Soziale, Netzwerke, Perspektive, Gesellschaftstheorien, Soziale, Netzwerke, Theorien, Analysen
Jahr: 2006
Seiten: 26
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 18 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 164 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-57890-5
Textauszug (computergeneriert)
LMU München
Institut für Soziologie
Hauptseminar: Soziale Netzwerke – Theorien und empirische Analysen
28.03.06
Hausarbeit:
Soziale Netzwerke aus der Perspektive
konstruktivistischer Gesellschaftstheorien
von
Manuel Wätjen
Diplom-Soziologie, 5.FS
Inhalt
1. Einleitendes zur Empirie und Theorie sozialer Netzwerke 1
2. Soziale Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien 2
2.1. Grundintentionen konstruktivistischer Gesellschaftstheorien: Luhmann vs. White 2
2.1.1. Kommunikation und Kontingenz 2
2.1.2. Die Lösung doppelter Kontingenz durch reflexive Zurechnungen 3
2.1.3. Die Makrostrukturen der modernen Gesellschaft 5
2.1.4. Identitäten und Personen im Kontext der modernen Gesellschaft 7
2.2. Theorie sozialer Netzwerke 9
2.2.1. Relationen in Netzwerken 9
2.2.2. Knoten in Netzwerken 11
2.2.3. Netzwerke in der (modernen) Gesellschaft 12
2.3. Systemtheorie sozialer Netzwerke 14
2.3.1. Netzwerke als Systeme? 14
2.3.2. Offene oder geschlossene Netzwerke? 16
2.3.3. Netzwerke als reflexive Adressenkombination 17
2.3.4. Strong ties, Weak ties und Small worlds systemtheoretisch interpretiert 18
3. Ausblick 20
4. Literatur 22
Abstract
This paper tries to explore how social networks can be conceptualized in a constructivist manner. Theoretical ideas are drawn from relational constructivism following Harrison White and Niklas Luhmann’s systems theory, which I will compare within the first section of this paper. I will show that networks consist of relations, which have to be modelled as social structures that are different from communication, and can be seen as consisting of mutual expectations about social processes, therefore describing the probability of communication taking place. Knots in networks can be described as persons and evolve in the context and as a part of social structures. Finally, a closer look will be taken to how networks are embedded in modern societies. The last section tries to reformulate classical insights regarding social networks from a systems theory point of view.
1. Einleitendes zur Empirie und Theorie sozialer Netzwerke
Soziale Netzwerke haben sich in den letzen Jahrzehnten neben traditionellen soziologischen Konzepten als populäre empirische und theoretische Instrumente etabliert. Der Fokus lag dabei bisher weniger auf der theoretischen Konzeptualisierung, als auf der Ausarbeitung empiriefähiger netzwerkanalytischer Methoden, die dementsprechend in der empirischen Sozialforschung mehr Resonanz finden als in der theoretischen Diskussion. Mit Harrison Whites Vorlage einer allgemeinen soziologischen Netzwerktheorie durch sein Hauptwerk "Identity and Control" wird die Netzwerkidee zunehmend auch in der Theoriediskussion anschlussfähig, sodass die Frage aufgeworfen wird, ob und wie sich soziale Netzwerke in vorhandene soziologische Theorien integrieren lassen, um das Generalisierungs- und Respezifikationspotential universalistischer Großtheorien auch für die Netzwerkforschung nutzbar zu machen.
Die vorliegende Arbeit stellt sich Frage nach der Konzeptualisierbarkeit sozialer Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien. Speziell dabei in den Blick genommen werden sollen die Systemtheorie Niklas Luhmanns sowie der relationale Konstruktivismus Harrison C. Whites. Um soziale Netzwerke aus der Perspektive dieser beiden Theorien beschreibbar machen zu können, will ich zunächst auf einige gemeinsame Grundideen Niklas und Luhmanns und Harrison Whites hinweisen. Dies geschieht vor allem vor dem Hintergrund, gemeinsame Grundprobleme bezüglich Sozialität zu identifizieren und die theorietechnische Basis für eine angemessene theoretische Konzeptualisierung zu legen. Danach soll das Differenzierungspotential der Theorien im Hinblick auf die Unterscheidbarkeit sozialer Netzwerke von anderen Sozialformen der Gesellschaft bewertet werden, um schließlich eine mögliche systemtheoretische Fassung sozialer Netzwerke zu skizzieren und einige bekannte empirische Phänomene sozialer Netzwerke systemtheoretisch zu reformulieren.
2. Soziale Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien
2.1. Grundideen der konstruktivistischen Gesellschaftstheorien Luhmanns und Whites
Vor dem Versuch der Konzeptualisierung sozialer Netzwerke will ich zunächst auf einige Gemeinsamkeiten bezüglich elementarer theoretischer Annahmen bei Niklas Luhmann und Harrison White eingehen, die es rechtfertigen, auch bei der Bestimmung sozialer Netzwerke von gemeinsamen Grundideen auszugehen.
2.1.1. Kommunikation und Kontingenz
Gesellschaft besteht nach Luhmann aus nichts anderem als aus Kommunikation und stellt sich aus der Sicht eines Beobachters als Summe beobachtbarer Mitteilungen dar. Kommunikation ist nach Luhmann die Einheit dreier Selektionen, sie kommt dann zustande, wenn Information ausgewählt wird, mitgeteilt wird und Anschluss findet, in dem die Differenz zwischen Information und Mitteilung beobachtet und als wahrgenommene Kommunikationsofferte zum Anknüpfungspunkt weiterer Kommunikation werden kann (vgl. Luhmann 1987: 196). Damit impliziert Luhmann einen relativ voraussetzungsarmen Kommunikationsbegriff, der nicht auf die sinngemäße Übertragung von Informationen oder ein irgendwie geartetes Einverständnis zwischen den Kommunikationspartner setzt, sondern die bloße Wahrnehmung eines Mitteilungsverhaltens und ihre Zurechnung zu einer Mitteilungsinstanz zum Kristallisationspunkt von Sozialität macht.
Zustande kommt Kommunikation in Situationen der doppelten Kontingenz. Dabei handelt es sich um Situationen der Anwesenheit zweier Personen, die sich wechselseitig wahrnehmen und einander als mit freiem Willen ausgestattet betrachten, wenn die beobachteten Systeme "in spezifischer Weise erlebt und behandelt werden: nämlich als unendlich offene, in ihrem Grunde dem fremden Zugriff entzogenen Möglichkeiten der Selbstbestimmung." (Luhmann 1987: 152). Die wechselseitige erfahrbare Unterstellung dieser Unbestimmtheit konstituiert doppelte Kontingenz und setzt Unsicherheit und Orientierungssuche an den Anfang von Sozialität. Die Lösung dieses Problems setzt die Stabilisierung von Erwartungen voraus, sodass durch die Entstehung von Erwartungen Strukturen als Orientierungspunkte entstehen, die sich als Ausgangspunkte für Zurechnungen und Selektionen bewähren und Kommunikation in Gang setzen (vgl. Luhmann 1987: 415).
[....]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: