Gewalt im Kopf close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Gewalt im Kopf

Untertitel: Neurophysiologische Effekte von Bildschirmgewalt auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Autor: Andreas Müller
Fach: Medien / Kommunikation - Sonstiges

Lesen Sie im E-Book



Details

Institution/Hochschule: Universität Zürich
Tags: Gewalt, Kopf
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 20
Note: 5.5 (CH-Notenskala)
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 344 KB
Archivnummer: V65342
ISBN (E-Book): 978-3-638-57937-7
ISBN (Buch): 978-3-638-75356-2

Zusammenfassung / Abstract

Wie steht es jetzt also um die Wirkung von Mediengewalt auf die Rezipienten? Die vorliegende Arbeit soll einen unaufgeregten Einblick in die aktuelle Forschung geben, wobei der Fokus auf der Wirkung von Mediengewalt auf die neuronalen Strukturen der Konsumenten gerichtet ist. Es wird ein kurzer Einblick in bestehende Wirkungstheorien gegeben, die neuronalen und neuropsychologischen Grundlagen kurz erklärt und es werden dann die Resultate einiger aktuellster Studien (vor allem aus dem angelsächsischen Raum) zum Thema Gehirn und Mediengewalt vorgestellt und zusammengefasst.

Textauszug (computergeneriert)

Gewalt im Kopf

Neurophysiologische Effekte von Bildschirmgewalt auf Kinder,
Jugendliche und junge Erwachsene – Vergleich verschiedener (fMRI-) Studien

Seminararbeit im Rahmen des Seminars „Gewaltdarstellungen im Medienalltag Heranwachsender“ (SS 06)

Universität Zürich
Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung

Eingereicht von:
Andreas Müller

Zürich, 02. November 2006

 

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung 2

II Mediengewalt und Gehirn 4

1. Zum Begriff „Mediengewalt“ 4

2. Effekte von Mediengewalt 5
2.1 Kurzfristige Wirkungen 5
2.2 Längerfristige Wirkungen 6

3. Neurophysiologische Grundlagen 7
3.1 Gehirnentwicklung und -funktionen 8
3.2 Gehirnstrukturen9
3.2.1 Grundlagen9
3.2.2 Hirnareale und Gewalt10
3.3 Untersuchungsmethoden bildgebender Verfahren12

4. fMRI-Studien zur Wirkung von Mediengewalt 13
4.1 Wirkung von TV-Gewalt 13
4.2 Wirkung von PC- und Video-Spiel-Gewalt 14
4.3 Beurteilung der Resultate der Studien 15

III Fazit 16

IV Literatur 17

 

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Thesen zur Mediengewaltwirkung 6
Abbildung 2: Schematische Darstellung eines Neurons 8
Abbildung 3: Hirnregionen nach Brodmann10
Abbildung 4: Hirnareale zur Gefühlsregulierung 11

 

I Einleitung

Gewalt in der Unterhaltung ist wohl schon so alt wie die Unterhaltung selbst. Und fast ebenso alt dürfte die Diskussion darüber sein, wie viel Gewalt der Gesellschaft über die Medien zumutbar ist. Mit zunehmender Medialisierung der Gesellschaft, wurde allerdings auch die Mediengewalt immer breiter gestreut. Längst sind wir über die Kriminalromane des 19. Jahrhunderts hinweg – heute gibt es (1991) täglich 70 Morde im Unterhaltungsprogramm (vgl. Kunczik/Zipfel 1997: 202), Cartoons und Zeichentrickfilme wie Simpsons (mit beispielsweise der „Itchy & Scratchy Show“) oder „Beavis & Butthead“, die auch von vielen Kindern und Jugendlichen gerne gesehen werden und schliesslich erlauben es die rasanten Fortschritte in Informatik und Technik, dass heute gewalthaltige Video- und Computerspiele immer realistischer werden.

Manfred Spitzer, ein vehementer Kritiker des modernen Bildschirm-Medien-Konsums sagt: „Wären Bildschirme nie erfunden worden, dann gäbe es alleine in den USA jährlich etwa 10′000 Morde und 70′000 Vergewaltigungen weniger sowie 700′000 weniger Gewaltdelikte gegen Personen“ (Spitzer 2005: 8). Er fährt weiter mit einer düsteren Prognose: „Aufgrund der Bildschirm-Medien wird es in Deutschland im Jahr 2020 jährlich etwa 40′000 Todesfälle durch Herzinfarkt, Gehirninfarkt, Lungenkrebs und Diabetes- Spätfolgen geben; hinzu kommen jährlich einige hundert zusätzliche Morde, einige tausend zusätzliche Vergewaltigungen und einige zehntausend zusätzliche Gewaltdelikte gegen Personen.“ (Spitzer 2005: 12). Sein oft zitiertes Fazit daher: Medien machen „dick, dumm, krank und traurig“ (Aufenanger 2005).

Die Debatte zu diesem Thema ist nicht neu, wird aber zunehmend aggressiver geführt. Es handelt sich dabei um ein politisch und ökonomisch heikles Thema, viele Interessen sind involviert, es herrscht Unsicherheit und wohl teilweise auch Angst bei der Frage, welchen Einfluss Medien denn nun tatsächlich auf die Rezipienten haben.

Auch die Wissenschaft hat sich mit dem Thema auseinander gesetzt. Die Schätzungen zur Anzahl Studien gehen dabei jedoch auseinander: von 250 (vgl. Winterhoff- Spurk 2001: 73) bis zu über 5000 Studien (vgl. Kunczik/Zipfel 2002: 149) ist die Rede. So viele Studien es gibt, so breit sind auch die Resultate und Theorien – sie sprechen Mediengewalt alles zu, von gewalthemmender bis zu gewaltfördernder Wirkung (vgl. Kapitel 2.2 in der vorliegenden Arbeit). Und schliesslich lässt auch die Qualität der Forschung und der entsprechenden Berichte im Einzelfall durchaus Fragen zu. So steht im Forschungsbericht „Television and Behavior“ von 1982 innerhalb eines einzigen Absatzes zu lesen „dass die jüngsten Forschungsergebnisse die früheren Befunde bestätigen würden, wonach zwischen Fernsehgewalt und späterer Aggressivität eine Kausalbeziehung“ bestehe – wenige Zeilen weiter wird gesagt, „dass bislang keine einzige Studie den eindeutigen Nachweis dafür erbrachte habe, dass der Konsum von Fernsehgewalt zu späterer Aggressivität führe“ (Kunczik/Zipfel 1997: 197).

Wie steht es jetzt also um die Wirkung von Mediengewalt auf die Rezipienten? Die vorliegende Arbeit soll einen unaufgeregten Einblick in die aktuelle Forschung geben, wobei der Fokus auf der Wirkung von Mediengewalt auf die neuronalen Strukturen der Konsumenten gerichtet ist. Es wird ein kurzer Einblick in bestehende Wirkungstheorien gegeben, die neuronalen und neuropsychologischen Grundlagen kurz erklärt und es werden dann die Resultate einiger aktuellster Studien (vor allem aus dem angelsächsischen Raum) zum Thema Gehirn und Mediengewalt vorgestellt und zusammengefasst.

II Mediengewalt und Gehirn

1. Zum Begriff „Mediengewalt“

Der Begriff der Mediengewalt ist und bleibt aktuell und in aller Munde. Allerdings: was genau definiert die Forschung als Mediengewalt? Dass die Frage nach einer solchen Definition nicht trivial ist zeigt die Tatsache, dass in der Literatur eine Vielzahl von Definitionsversuchen zu finden ist.

[...]

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/65342/