Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Das Ende der Ära Adenauer 1959-1963 - Der lange Abschied close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Das Ende der Ära Adenauer 1959-1963 - Der lange Abschied

Scholary Paper (Seminar), 2006, 21 Pages
Author: Florian Rühmann
Subject: History - Postwar Period, Cold War

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 21
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 37  Entries
Language: German
Archive No.: V65550
ISBN (E-book): 978-3-638-58086-1
ISBN (Book): 978-3-638-82116-2
File size: 286 KB
Notes :
In dieser Arbeit werden die letzten 5 Jahre Kanzlerjahre Adenauers untersucht. Ausgehend von der Bundestagswahl 1957 wird zunächst kurz die Situation zu Beginn seiner dritten Kanzlerschaft nachgezeichnet und erste innen- und außenpolitische Krisen aufgezeigt. Im zweiten Schritt stehen exemplarisch fünf krisenhafte Ereignisse der letzten Jahre, Präsidentschaftskrise, Bau der Berliner Mauer, Regierungsbildung 1961, Spiegel-Affäre sowie Nachfolgediskussion und Rücktritt im Mittelpunkt.


Abstract

Bei der Bundestagswahl am 15. September 1957 erreichte die CDU/CSU 50,2% der abgegebenen Zweitstimmen und verteidigte damit ihre absolute Mehrheit im Bundestag. Nach diesem grandiosen Wahlsieg bestand kein Zweifel darin, dass der bereits 81-jährige Konrad Adenauer erneut als Bundeskanzler vereidigt werden würde. Doch trotz seiner enormen Popularität und ungebrochenen Vitalität verlor Adenauer innerhalb dieser so selbstbewusst begonnenen dritten Legislaturperiode zunehmend an Autorität. Es zeigte sich immer deutlicher, dass der Bundeskanzler mit diesem Wahltriumph seinen Zenit erreicht hatte. In der vorliegenden Arbeit werden exemplarisch fünf krisenhafte Ereignisse der letzten Kanzlerjahre dargelegt und die Bewältigungsstrategien Adenauers untersucht. Anhand der Präsidentschaftskrise 1959, dem Bau der Berliner Mauer 1961, der Regierungsbildung 1961, der Spiegel-Affäre 1962 sowie der Nachfolgediskussion und dem Rücktritt 1963 werden Verfehlungen Adenauers aufgezeigt, welche zu dessen Autoritätsverlust beigetragen haben. Darüber hinaus sollen Erklärungen für das jeweilige spezifische Agieren Adenauers während der einzelnen Krisen gefunden werden. Trugen möglicherweise auch Altersgründe zur wachsenden Führungsschwäche des Kanzlers bei? Wäre die 1959 anvisierte Lösung, Adenauer zum Bundespräsidenten zu wählen, die richtige gewesen? Was veranlasste Adenauer, seinen Rücktritt immer weiter hinauszuschieben? Wurde Adenauer letztlich von seiner eigenen Partei aus dem Amt gedrängt? Ausgehend von der Bundestagswahl 1957 wird in einem ersten Schritt kurz die Situation zu Beginn der dritten Kanzlerschaft Adenauers nachgezeichnet. Um die Stimmungslage, vor deren Hintergrund sich die zugespitzte Entwicklung 1959 bis 1963 vollzog, besser nachempfinden zu können, werden vorab erste innen- und außenpolitische Krisen aufgezeigt. Im zweiten Schritt stehen dann die bereits genannten krisenhaften Geschehnisse der letzten Kanzlerjahre Adenauers im Mittelpunkt der Untersuchungen. Ziel ist es, die letzten Jahre der Kanzlerschaft Adenauers im Hinblick auf dessen stetigen Machtverlust zu untersuchen und sowohl die Gründe als auch die Wirkung seines Handelns während der einzelnen Krisen herauszustellen. Abschließend soll die Frage diskutiert werden, ob Adenauer den Zeitpunkt für seinen Rücktritt mit Bedacht wählte, oder ob dieser günstigere Augenblicke für sein Ausscheiden als Bundeskanzler verstreichen ließ.


Excerpt (computer-generated)

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Historisches Seminar
Übung im Grundstudium:
Konrad Adenauer 1876-2006: Leben - Wirken - Gedenken
Sommersemester 2006

Das Ende der Ära Adenauer 1959-1963 

Der lange Abschied

vorgelegt von:

Florian Rühmann

3. Fachsemester
Politische Wissenschaft (Hauptfach)
Neuere Geschichte (Nebenfach)
Öffentliches Recht (Nebenfach)

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Die Ausgangslage – Bundeskanzler Adenauer auf dem Zenit seiner Macht 3
2.1 Erste innenpolitische Krisen 4
2.2 Erste außenpolitische Krisen 4

3. Von einer Krise in die nächste – Adenauers letzte Jahre als Bundeskanzler 5
3.1 Präsidentschaftskrise 1959 6
3.2 Bau der Berliner Mauer 1961 9
3.3 Regierungsbildung 1961 10
3.4 Spiegel-Affäre 1962 12
3.5 Nachfolgediskussion und Rücktritt 1963 14

4. Der zu lange Abschied? (Schlussbetrachtung) 16
Quellen- und Literaturverzeichnis 18

 

 

1. Einleitung

Bei der Bundestagswahl am 15. September 1957 erreichte die CDU/CSU 50,2% der abgegebenen Zweitstimmen und verteidigte damit ihre absolute Mehrheit im Bundestag. Nach diesem grandiosen Wahlsieg bestand kein Zweifel darin, dass der bereits 81-jährige Konrad Adenauer erneut als Bundeskanzler vereidigt werden würde. Doch trotz seiner enormen Popularität und ungebrochenen Vitalität verlor Adenauer innerhalb dieser so selbstbewusst begonnenen dritten Legislaturperiode zunehmend an Autorität. Es zeigte sich immer deutlicher, dass der Bundeskanzler mit diesem Wahltriumph seinen Zenit erreicht hatte. Außenpolitische Schwierigkeiten, aber auch eine wachsende Anzahl persönlicher Fehlentscheidungen Adenauers, ließen dessen Ansehen sowohl in der Bevölkerung als auch in der eigenen Partei stetig schwinden.

In der vorliegenden Arbeit werden daher exemplarisch fünf krisenhafte Ereignisse der letzten Kanzlerjahre dargelegt und die Bewältigungsstrategien Adenauers untersucht. Anhand der Präsidentschaftskrise 1959, dem Bau der Berliner Mauer 1961, der Regierungsbildung 1961, der Spiegel-Affäre 1962 sowie der Nachfolgediskussion und dem Rücktritt 1963 werden Verfehlungen Adenauers aufgezeigt, welche zu dessen Autoritätsverlust beigetragen haben. Darüber hinaus sollen Erklärungen für das jeweilige spezifische Agieren Adenauers während der einzelnen Krisen gefunden werden. Trugen möglicherweise auch Altersgründe zur wachsenden Führungsschwäche des Kanzlers bei? Wäre die 1959 anvisierte Lösung, Adenauer zum Bundespräsidenten zu wählen, die richtige gewesen? Was veranlasste Adenauer, seinen Rücktritt immer weiter hinauszuschieben? Wurde Adenauer letztlich von seiner eigenen Partei aus dem Amt gedrängt?

Ausgehend von der Bundestagswahl 1957 wird in einem ersten Schritt kurz die Situation zu Beginn der dritten Kanzlerschaft Adenauers nachgezeichnet. Um die Stimmungslage, vor deren Hintergrund sich die zugespitzte Entwicklung 1959 bis 1963 vollzog, besser nachempfinden zu können, werden vorab erste innen- und außenpolitische Krisen aufgezeigt. Im zweiten Schritt stehen dann die bereits genannten krisenhaften Geschehnisse der letzten Kanzlerjahre Adenauers im Mittelpunkt der Untersuchungen.1 Aufgrund ihrer detailgetreuen Sicht auf Adenauers Kanzlerschaft sind die Werke „Adenauer - Der Staatsmann: 1952-1967“2 sowie „Adenauer - Eine politische Biographie“3 von Hans- Peter Schwarz bzw. Henning Köhler für die gesamte Arbeit von grundlegender Natur. Während Schwarz dabei die Ära Adenauer wohlwollend beurteilt, tritt Köhler dieser weitaus kritischer entgegen. Außerdem kommt der Monographie „Kampf ums Kanzleramt“4 von Daniel Koerfer große Bedeutung zu. Darüber hinaus bilden besonders Quellen die Basis der Untersuchungen. So liefern die Quellenbände „Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag - Sitzungsprotokolle 1961-1966“5 und „Adenauer: „Stetigkeit in der Politik“ - Die Protokolle des CDU-Bundesvorstands 1961-1965“6 wichtige Hinweise für die Analyse. 

Ziel ist es, die letzten Jahre der Kanzlerschaft Adenauers im Hinblick auf dessen stetigen Machtverlust zu untersuchen und sowohl die Gründe als auch die Wirkung seines Handelns während der einzelnen Krisen herauszustellen. Abschließend soll die Frage diskutiert werden, ob Adenauer den Zeitpunkt für seinen Rücktritt mit Bedacht wählte, oder ob dieser günstigere Augenblicke für sein Ausscheiden als Bundeskanzler verstreichen ließ. 

2. Die Ausgangslage – Bundeskanzler Adenauer auf dem Zenit seiner Macht 

Nach dem überragenden Wahlsieg 1957 war Adenauers Position innerhalb seiner Partei zunächst unangefochten.7 Doch auch Wirtschaftsminister Ludwig Erhard hatte sich im Wahlkampf profiliert und damit als Nachfolger Adenauers in Stellung gebracht. In der sogenannten ‚Brigade Erhard’ sammelten sich in der Folge Abgeordnete, in welchen „die Vorstellung, daß es einmal einen Kanzler geben könnte, der nicht Adenauer“8 heißt, keine allzu großen Befürchtungen auslöste.

Die FDP wurde – anders als vier Jahre zuvor9 – nicht erneut an der Regierung beteiligt, da die CDU/CSU der Meinung war, „sich nicht selbst Läuse in den Pelz setzen“10 zu wollen. Um rechte Elemente im norddeutschen Raum zu binden, durfte lediglich die DP auf der Regierungsbank Platz nehmen. Gleichwohl waren Adenauer und seine Partei von einer Entwicklung hin zu einem Zweiparteiensystem überzeugt und rechneten mit dem mittelfristigen Verschwinden der DP und der FDP.

[....]


1 Aufgrund der räumlichen Begrenzung einer Seminarsarbeit kann die Darstellung der fünf erwähnten Vorkommnisse nur überblicksartig erfolgen. Für eine tiefergehende Analyse finden sich am Ende jedes Kapitels weiterführende Literaturhinweise.

2 Schwarz, Hans-Peter: Adenauer - Der Staatsmann: 1952-1967, Stuttgart 1991.

3 Köhler, Henning: Adenauer - Eine politische Biographie, Berlin 1994.

4 Koerfer, Daniel: Kampf ums Kanzleramt, Stuttgart 1987.

5 Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag - Sitzungsprotokolle 1961-1966, hrsg. von der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien sowie dem Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung, Erster Teilband: September 1961-Juli 1963, bearb. von Corinna Franz, Düsseldorf 2004.

6 Adenauer: „Stetigkeit in der Politik“ - Die Protokolle des CDU-Bundesvorstands 1961-1965, hrsg. von Günter Buchstab, Klaus Gotto u.a., Düsseldorf 1994.

7 Vgl. Niekisch, Ernst: Bilanz der Ära Adenauer, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Jg. 12, 5 (1964), S. 533-534.

8 Köhler: Eine politische Biographie, S. 966.

9 Nach der Bundestagswahl 1953 wurde die FDP trotz absoluter Mehrheit der CDU/CSU an der Regierung beteiligt, da in dieser Legislaturperiode grundlegende Entscheidungen wie die Aufnahme der Wehrverfassung in das Grundgesetz anstanden, für welche eine 2/3-Mehrheit vonnöten war.

10 Aussprache über das Ergebnis der Bundestagswahlen, Verschiedenes, 19. September 1957, in: Adenauer: „...um den Frieden zu gewinnen“ - Die Protokolle des CDU-Bundesvorstands 1957-1961, hrsg. von Günter Buchstab, Klaus Gotto u.a., Düsseldorf 1994, S. 13.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Der Investiturstreit

Author: Thomas Brunner
Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History, 2006 Download as PDF-file for 6,99 EUR

Das Ende der Ära Adenauer

Author: Julian Gedig
History - Postwar Period, Cold War, 2004 Download as PDF-file for 6,99 EUR

Potential Marketing Approaches for ISA (Intelligent Speed Adaptation)

Author: Ingeborg Knauseder
Economics / Business: Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research, 2001 Download as PDF-file for 29,90 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/65550/das-ende-der-aera-adenauer-1959-1963-der-lange-abschied
please wait Please wait