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Scholary Paper (Seminar), 2006, 10 Pages
Author: Dr. phil. Daria Hagemeister
Subject: German Studies - Didactics
Details
Institution/College: University of Vienna (Germanistik)
Tags: Sprechen, Hören, Deutschunterricht, Beispiel, Bundesblinden, Institut), Wien, Seminar, blind, Didaktik, Lernstrategien und Hilfsmittel, Behinderung
Year: 2006
Pages: 10
Grade: 2
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-58128-8
ISBN (Book): 978-3-638-76777-4
File size: 150 KB
Enger Zeilenabstand.
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Abstract
Davon ausgehend, dass im Normalfall 3 Komponenten an einer funktionierenden Kommunikation beteiligt sind, nämlich das Sprechen, das Hören und das Sehen, wobei letzteres Mimik, Gestik, Körpersprache, aber auch die Schrift als Mittel der Kommunikation umfasst, möchte ich mich in meinem heutigen Vortrag mit Kommunikationsteilnehmern beschäftigen, bei denen eben diese dritte Komponente ganz, bzw. großteils ausfällt, nämlichen mit Blinden. Blindheit im weiteren Sinne umfasst allerdings ein breites Spektrum an Ausformungen. Prinzipiell gibt es vom Gesetzgeber festgelegte Kriterien zur Beurteilung, um diverse Rechte und Ansprüche, wie etwa den Bezug des Pflegegeldes, oder den Erhalt eines Behindertenausweises zu regeln. Diese Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten der Blindheit ist auch wichtig für die richtige Wahl der Lehrstrategien. Im Jahr 1824 hat der damals 15-jährige blinde Louis Braille die Blindenschrift, die "Brailleschrift" entwickelt. Es handelt sich dabei um ein System von 6-Punkt-Zellen (bzw. 8-Punkt-Zellen), wobei mittels verschiedener Kombinationen aus erhabenen Punkten die Buchstaben des Alphabets, Zahlen, Musiknoten und Kürzel dargestellt werden können. Manche Blinde können aber auch Großdruck (ab Schriftgröße 18) verwenden. Weiters kann die Verwendung von Sehhilfen (Lupenbrillen und Monokeln) in vielen Fällen eine große Erleichterung beim Lernen und im täglichen Leben darstellen. Auch Lehrkassetten, Hörbücher und wöchentliche Zusammenfassungen des Weltgeschehens auf Audiokassetten werden produziert. Heute gibt es dank der Technologie wenige Barrieren für Blinde in Bezug auf Kommunikationsmöglichkeiten im weitesten Sinn, und im Bezug auf Zugang zu Informationen und Wissen. Es gibt CCTVs, die bis zu 60-fache Vergrößerung auf dem Bildschirm ermöglichen, Software für den PC, die Texte auf dem Bildschirm vergrößert, oder solche, die eine Sprachausgabe des Geschriebenen ermöglicht, Braille-Displays (mit 80 Zellen) und OCRs, Scanner, die mit dem PC verbunden sind, mit welchen das gesamte Material an die Bedürfnisse des Blinden angepasst und aufbereitet werden kann. Während dieser Präsentation habe ich selbst folgende Methoden, die am BBI angewendet werden, demonstriert: visuelles Lernen (Hand-outs), taktiles Lernen (mitgebrachte Braille-Schrift), exemplarisches Lernen (herumgereichte Monokel und Lupengläser), auditives Lernen (Präsentation selbst) und Wiederholen und Zusammenfassen.
Excerpt (computer-generated)
SE: Sprechen und Hören in einem
integrativen Deutschunterricht am Beispiel
des BBI (= Bundesblinden Institut) Wien
von
Daria Hagemeister
WS 2005/06
Inhaltsangabe
1. Einleitung 3
2. Hauptteil 4
2.1. Beobachtungen am BBI 4
2.1.1. Eigene Beobachtungen in der 5./6. Schulstufe ASO
(= allgemeine Sonderschule) am BBI Wien 4
2.1.2. Kurz ein paar Zahlen zum BBI allgemein 5
2.1.3. Ausstattung der Klasse und Sitzordnung 5
2.1.4. Lehrinhalte 5
2.1.5. Lob/Tadel/Feedback durch die Lehrkraft 6
2.1.6. Organisation/Disziplin 6
2.1.7. Methoden/Strategien 7
2.1.8. Haltung der Schüler zum Unterricht 7
2.2. Fragebogen 8
2.2.1. Beurteilung der mittels Fragebogen befragten Lehrer (in Anlehnung an den Fragebogen im "Kommunikationstraining"-Buch von Klippert) 8
3. Technische Hilfsmittel erleichtern Kommunikation und Zugang zu Wissen 9
4. Schlußfolgerung und Zusammenfassung 9
5. Literatur- und Quellenverzeichnis 10
1. Einleitung
Davon ausgehend, dass im Normalfall 3 Komponenten an einer funktionierenden Kommunikation beteiligt sind, nämlich
- das Sprechen
- das Hören und
- das Sehen,
wobei letzteres Mimik, Gestik, Körpersprache, aber auch die Schrift als Mittel der Kommunikation umfasst, möchte ich mich in meinem heutigen Vortrag mit Kommunikationsteilnehmern beschäftigen, bei denen eben diese dritte Komponente ganz, bzw. großteils ausfällt, nämlichen mit Blinden.
Zunächst muss man sich die Frage stellen, was "blind" eigentlich bedeutet. Dabei kann man nach verschiedenen Einteilungskriterien vorgehen. Die eine Möglichkeit wäre zwischen
- von Geburt an Blinden und
- durch Krankheit oder Unfall Erblindeten
zu unterscheiden.
Blindheit im weiteren Sinne umfasst allerdings ein breites Spektrum an Ausformungen, wobei man wiederum grob nach den folgenden Merkmalen unterteilen kann:
- Vollblindheit
- Wahrnehmungsfähigkeit von Licht und Dunkel
- Fähigkeit zwischen verschiedenen Farben und Formen zu unterscheiden
- und Objekte aus nächster Nähe erkennen zu können
- oder auch eine extreme Blickfeldeinschränkung
Prinzipiell gibt es vom Gesetzgeber festgelegte Kriterien zur Beurteilung, um diverse Rechte und Ansprüche, wie etwa den Bezug des Pflegegeldes, oder den Erhalt eines Behindertenausweises zu regeln. (Beilage Nr. 1)
Diese Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten der Blindheit ist auch wichtig für die richtige Wahl der Lehrstrategien.
Man muss sich vorstellen, dass unser Gehirn in gewissem Sinne eine "tabula rasa" ist, d.h. es funktioniert so, dass wir nur eine Vorstellung von Dingen haben, von denen es schon ein Abbild in unserem Gehirn gibt, daraus folgt, dass ein von Geburt auf Vollblinder niemals wissen kann
- was eine Farbe ist,
- sich weder Höhen, noch Tiefen oder Distanzen vorstellen kann, die außerhalb des ertastbaren Bereiches liegen,
- nicht weiß, was ein Sehender mit Begriffen, wie etwa "geradeaus" meint.
Auch wird das Fehlen des Augenlichtes nicht als "Schwärze" empfunden, sondern einfach als "Nichts". Ein von Geburt an Vollblinder hat auch keine optischen Eindrücke im Traum.
Man kann also jetzt bereits sehen, dass hier die Kommunikation auf gewisse Barrieren stossen muss.
Aber auch ein schwer Sehbehinderter, der bei der Augenuntersuchung mittels der "Snellen-Skala" - das ist die Tafel mit den verschieden großen Buchstaben, die von Augenärzten zum Sehtest herangezogen wird - gerade noch den obersten Buchstaben lesen kann, gilt vor dem Gesetz als "blind". (Beilage Nr. 2)
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