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Termpaper, 2005, 18 Pages
Author: Melanie List
Subject: History - Miscellaneous
Details
Institution/College: Dresden Technical University (Lehrstuhl für Sächsische Landesgeschichte)
Tags: Foto, Quelle, Politische, Ikonographie, Beispiel, Dresden
Year: 2005
Pages: 18
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-58175-2
File size: 220 KB
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Foto als historische Quelle. Untersucht wird, inwieweit Fotos Realitäten abbilden können und wie mit Fotos als Quelle umzugehen ist (Bsp. "Wehrmachtsausstellung").
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Excerpt (computer-generated)
TU Dresden
Philosophische Fakultät
Lehrstuhl für Sächsische Landesgeschichte
PS „ Politische Ikonographie nach 1850. Das Beispiel Dresden“
Sommersemester 2005
Das Foto als historische Quelle
von
Melanie List
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 2
II. Hauptteil 3
1. Philosophisch-theoretische Perspektive 3
1.1 Platonsche Urbild-Abbild-Theorie 3
1.2 Der Bildbegriff in der modernen Rezeption 4
2. Praktische Perspektive 5
2.1 Wissenschaftliche Dimension 5
2.2 Politische Dimension 6
2.3 Repräsentative Dimension 7
2.4 Manipulative Dimension 9
3. Anforderungen 12
3.1 …an den Umgang mit Bildern durch die Wissenschaft 12
3.2 ...an Bildjournalisten 13
III. Schlussbetrachtung 13
IV. Abkürzungsverzeichnis 15
V. Literaturverzeichnis 16
I. Einleitung
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Heißt es, doch genau genommen `sagt´ ein Bild überhaupt nichts. Es schweigt und will zunächst nur angeschaut werden. Doch nicht einmal beim Betrachten der Bilder erhalten wir eine `richtige´ Vorstellung über die abgebildete Realität. Zwar zeigt sie einerseits Abbildungen der Wirklichkeit, andererseits ist Fotografie Kunst. Sind dann die Darstellungen immer Wirklichkeit? Was ist überhaupt Wirklichkeit? Gibt es eine absolute Wirklichkeit? Kann die Fotografie diesen Zuweisungen überhaupt gerecht werden, wenn sich für jeden Betrachter die Wirklichkeit und Wahrheit anders darstellt, als für den Fotografen? Und welche Konsequenzen wird es haben, wenn wir feststellen, dass die Fotografie weder der Wahrheit, der Wahrnehmung noch der Wirklichkeit gerecht wird? Können sie dann als Quellen im empirischen Sinne dienen?
Natürlich sind Fotografien und Kunst schwer voneinander zu trennen, daher versteht die Arbeit Bilder nicht als künstlerischen Beitrag. Hier sollen sie als Belege für historische Situationen und Umstände dienen, und der wissenschaftliche Umgang mit ihnen im Vordergrund stehen. Der Bildbegriff in der gesamten Arbeit bezieht sich nicht nur auf Fotografien, sondern auch auf Poster, Flugblätter, Wahlplakate usw. Es wird nicht um Kunstbilder im Sinne von Malerei gehen, sondern um Bilder, die mit Hilfe von Technik (im weitesten Sinne) produziert worden sind. Zu differenzieren ist außerdem zwischen gestellten Fotografien und Momentaufnahmen. Das eine ist vom anderen nicht zu unterscheiden, die Grenzen sind manchmal fließend. Momentaufnahmen, wie ich sie verstehe, sind eingefangene Augenblicke, die jeden Moment, jede Sekunde geändert und anders sein können. In der Fotografie sind es, mit Hilfe von Technik, eingefangene Bilder.
Mit der Fotografie beginnt, nach der Erfindung des Buchdruckes, eine zweite Medienrevolution,1 die ihren Wahrheitsanspruch immer noch sucht, ebenso ihre Ansprüche an Wahrnehmung und Wirklichkeit. Ohne eine philosophische Grundsatzdiskussion über dieses Thema führen zu wollen, wird diese Frage in den folgenden Abschnitten immer wieder aufzugreifen sein. Eine Antwort kann nur angerissen werden, da das Thema der Arbeit „Fotografie als historische Quelle“ und keine philosophische Betrachtung ist. Um aufzuzeigen, welche Fragen bei der Arbeit mit Bildern auftreten können, wird zunächst ein kurzer philosophischer Abriss an den Anfang der Arbeit gestellt (Abschnitt 1), in dem u. a. Platons Abbildtheorie vorgestellt wird, um die schon lang währende Auseinandersetzung mit dem Thema Bild sprich Wirklichkeit zu demonstrieren.
Bilder sind schwierig zu interpretieren, aber leicht zu manipulieren – könnte man meinen. Da es aber keine alleinige Wahrheit und einzige Wirklichkeit auf Bildern gibt, sind alle Bilder verschieden interpretierbar und manipulierbar. Daher folgt nach der philosophisch-theoretischen Perspektive die praktische Perspektive (Abschnitt 2), in der unter dem Gesichtspunkt der wissenschaftlichen, der politischen, der repräsentativen und schließlich der manipulativen Dimension anhand von Beispielen der Umgang mit Bildern vorgestellt und näher betrachtet werden soll. Dies ist notwendig, da meiner Meinung nach noch immer zu kritiklos mit Bildern und ihrer Überlieferungsgeschichte umgegangen wird – nicht nur bei der zeitlichen und örtlichen Einordnung, sondern auch bei der Erfragung des Dargestellten. Was bei Texten das `Zwischen den Zeilen´-Lesen, ist bei Bildern das `In den Gegenständen´-Lesen. Diese Art der Befragung eines Bildes hätte eine eigene Teildisziplin verdient, weil dadurch die meisten Informationen über Zeit, Ort, Personen, Gesellschaftsschichten usw. herausgefunden werden. Bei einem nachlässigen Umgang mit der Bildbefragung besteht die Gefahr, dass der Betrachter Deutungsmuster der Zeit übernimmt, ohne diese zu hinterfragen, wie am Bildbeispiel „Händedruck von Potsdam“ erklärt werden soll.
Bevor die Schlussbetrachtung das Ende der Arbeit darstellt, werden in Abschnitt 3 die Anforderungen an den Umgang mit Bildern durch die Wissenschaft und an Bildjournalisten untersucht. Sind Bildjournalisten lediglich Produzenten von Bildern ohne wissenschaftliche Ansprüche zu erfüllen? Sind Historiker lediglich Sammler von alten Dingen? Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zwischen beiden? Und wenn das eine oder andere vorhanden ist, gibt es vielleicht Möglichkeiten der Symbiose zwischen beiden?
II. Hauptteil
1. Philosophisch-theoretische Perspektive
1.1 Platonsche Urbild-Abbild-Theorie
Wir denken, sehen und kommunizieren in Bildern, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind. Platons philosophischer Theorie zufolge wären wir von Abbildern umgeben, die von Urbildern abstammen. Urbilder wären die ewigen, immateriellen, unabhängig von Raum und Zeit existierenden, Ideen. Die Seele hätte vor ihrer Verbindung mit dem Körper alle Ideen gesehen, und es bedürfe lediglich des Wiedererinnerns, um zur wahren Erkenntnis des Seins zu gelangen. Als Beispiel diente Platon das Höhlengleichnis, bei dem Menschen mit dem Rücken zum Licht Dinge an der Wand betrachten, die vom Schein eines Feuers als Schatten abgebildet werden. Nachdem einem Gefangenen die Fesseln abgenommen worden waren und er sich umgedreht hatte, konnte er die Dinge, die er nur als Schatten kannte, als real existierende Gegenstände betrachten. Der befreite Mensch kam danach an die Oberfläche aus der Höhle hinaus und erkannte die Dinge als Abbilder der Wirklichkeit, denn die Wirklichkeit wird durch die Gestirne dargestellt, die am Himmel zu sehen sind. Die philosophischen Gedanken Platons wurden weiterentwickelt, so dass sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts in der Philosophie verstärkt Ansätze durchgesetzt haben, wonach sich der Mensch durch Zeichen verständige und kommuniziere – der Mensch wurde zum „animal symbolicum“2 erklärt. Aber wie soll mit Symbolen umgegangen werden? Können sie heute wie damals entschlüsselt werden? Da es Entschlüsselungsprobleme nicht nur bei Kunstbildern, sondern bei jeglicher Art von Bildern gibt, wird im nächsten Abschnitt dieser Punkt eingehender betrachtet.
[....]
1 Vgl. Scotti, Roland: „Denn sie sind nicht wahr,...“, S. 15.
2 Zitiert nach: Hombach, Klaus: Bildtheorien, S. 5.
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