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Termpaper, 2004, 50 Pages
Author: Marlen Sauer
Subject: Sociology - Children and Youth
Details
Institution/College: Heidenheim University of Cooperative Education
Tags: Kinderbetreuungsstrukturen, Wandel, Zeit, Alltag, Konzeption, Kindertagesstätten, Neuen, Bundesländern, Wende, Alltag, Konzeption, Kindertagesstätten, Neuen, Bundesländern, Wende
Year: 2004
Pages: 50
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-58277-3
File size: 380 KB
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Excerpt (computer-generated)
Kinderbetreuungsstrukturen im Wandel der Zeit - Alltag und
Konzeption von Kindertagesstätten in den Neuen
Bundesländern vor und nach der Wende
von: Marlen Sauer
Inhaltsverzeichnis
1 Begründung der Themenwahl und Ziele 4
2 Kinderbetreuungsstrukturen in der DDR 6
2.1 Pädagogische Arbeit 6
2.1.1 Der Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) 6
2.1.2 Aufbau des Bildungs- und Erziehungsplans 9
2.1.3 pädagogischer Inhalt des Bildungs- und Erziehungsplans 11
2.1.4 Analyse der Einheit „BESCHÄFTIGUNG“ 17
2.2 Rahmenbedingungen 19
2.2.1 räumliche Voraussetzungen der Einrichtungen 19
2.2.2 Gruppenstrukturen 20
2.2.3 personelle Strukturen 20
2.2.4 Elternarbeit 21
2.2.5 Gesundheitskontrollen 22
2.2.6 Öffnungszeiten 22
2.2.7 Kosten und Finanzierung von Betreuungsplätzen 23
3 Kinderbetreuungsstrukturen in den Neuen Bundesländern 24
3.1 1 Rahmenbedingungen 24
3.2 Sächsisches Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen 25
3.2.1 Aufgaben und Ziele 25
3.2.2 räumliche und personelle Voraussetzungen 26
3.2.3 Gruppenstrukturen 27
3.2.4 Elternarbeit 27
3.2.5 Gesundheitsvorsorge, Gesundheitspflege 28
3.2.6 Öffnungszeiten 28
3.2.7 Kosten und Finanzierung von Kinderbetreuungsplätzen 29
3.3 verschiedene Ansätze zur pädagogischen Arbeit 33
3.3.1 Situationsorientierter Ansatz 34
3.3.2 Montessori-Pädagogik 35
3.3.3 Reggio-Pädagogik 36
4 Vergleich der Kinderbetreuungsstrukturen (der DDR und der Neuen Bundesländern) 38
4.1 Gemeinsamkeiten der pädagogischen Arbeit 38
4.2 Unterschiede der pädagogischen Arbeit 40
4.3 Zusammenfassung 42
5 Quellenverzeichnis 45
6 Abkürzungen 47
7 Anhang 48
1 Begründung der Themenwahl und Ziele
Im Rahmen der Vorlesung „Soziologie der Lebensalter“ habe ich mich bei dieser Hausarbeit für den Lebensabschnitt Kindheit entschieden. Die Mehrheit der Kinder im Alter von wenigen Wochen bis zum Schuleintritt besucht eine Kindertagesstätte, insbesondere eine Kinderkrippe oder/und einen Kindergarten. Wenn Eltern für ihre Kinder eine Form der außerfamiliären Tagesbetreuung wählen, verbringen die Kinder einen Großteil des Tages in einer Einrichtung. Einige Kinder werden bis zu elf Stunden in Einrichtungen betreut, das bedeutet, dass sie fast die Hälfte des Tages dort verweilen. Ich möchte nun darstellen, wie diese Art der Betreuung strukturiert ist und durchgeführt wird. Der Schwerpunkt wird auf den Kindergarten gelegt, in dem sich die Erzieher um Kinder zwischen etwa drei und sechs Jahren kümmern. Eine Betreuung von Kleinstkindern, das heißt bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres wird in einigen Abschnitten angerissen werden, da die Kinderkrippe oft die Vorstufe des Kindergartens ist. Ich selbst habe die Kinderkrippe und den Kindergarten nach den Prinzipien der Deutschen Demokratischen Republik von 1983 bis 1989 besucht. Somit habe ich selbst diese Form der Tagesbetreuung erfahren. Nach meinem Schulabschluss absolvierte ich ein Jahr (2001-2002) lang ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ in einer Kindertagesstätte des Bundeslandes Sachsen, wo unter anderem Erzieherinnen tätig waren, die mich in meiner Kindheit schon betreut hatten. In dieser Zeit lernte ich die pädagogische Arbeit in einem Kindergarten mit Kinderkrippe sehr gut kennen. Nun interessierte es mich: Was war früher anders als heute? Somit kam ich zu meinem Thema der Hausarbeit.
Dabei möchte ich dieses Thema nicht nur aus einem Blickwinkel betrachten, sondern einen umfassenden Überblick über die „Kinderbetreuungsstrukturen im Wandel der Zeit“ geben. Außerdem ist es unmöglich nur eine Seite der pädagogischen Arbeit sowohl in Zeiten der DDR als auch heute in den neuen Bundesländern darzustellen. Alles hängt mit allem zusammen und nichts kann unabhängig vom anderen betrachtet werden. Unter anderem sind z. B. die Öffnungszeiten der Einrichtung abhängig von den gegebenen personellen Bedingungen, ebenso wie die Gruppenstrukturen der Kindertagesstätte. Die verschiedenen vorhandenen Konzeptionen wirken auf die Gruppenzusammensetzung, auf die personellen Bedingungen und auf die Elternarbeit ein. Auf die Alten Bundesländer und deren pädagogische Konzeptionen in Kindertagesstätten jetzt und vor 1990 gehe ich nicht ein, da es sonst den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.
Meine Ziele sind, den Alltag und die Konzeptionen von Kindertagesstätten in den Neuen Bundesländern vor und nach der Wende umfassend und genau zu beschreiben, darzustellen und beide Strukturen miteinander zu vergleichen. Vor Beginn der Arbeit, waren für mich folgende Thesen interessant die es gilt zu widerlegen oder zu behaupten.
1. „Der Handlungsspielraum der Erzieher war in Bezug auf die Gestaltung des Tagesablaufs/Gruppenalltags in der DDR eingeschränkter und zwingender als in den heutigen Neuen Bundesländern!“
2. „Die Elternbeiträge für einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte sind heute weitaus höher als vor 1990 (in der DDR)!“ Das soll Bestandteil der Zusammenfassung sein, um den „Kreis zu schließen“.
2 Kinderbetreuungsstrukturen in der DDR
2.1 Pädagogische Arbeit
Das Deutsche Reich brach im Jahr 1945 zusammen und wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Aus den drei westlichen Besatzungszonen entstand die Bundesrepublik Deutschland und aus der sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik. Dabei wurde unter anderem ein Wirtschaftssystem, die so genannte Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild eingeführt. Nun gab es kein Privateigentum an Produktionsmitteln mehr, sondern die Kollektivierung aller vorhandenen Güter. Auch im sozialen Bereich wurden konkrete Pläne erstellt, die jedes Detail der erzieherischen Arbeit in Kindergärten und Kinderkrippen vorgaben. Somit spielte der Bildungs- und Erziehungsplan, nach dem jede Einrichtung der heutigen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen und Ostberlin bis 1990 arbeiteten, ein große Rolle.
2.1.1 Der Bildungs- und Erziehungsplan (BEP)
Im Jahr 1957 wurden erstmals Leitfäden für Erzieher zur pädagogischen Arbeit in Kinderkrippen, Kindergärten und auch in Kinderheimen eingeführt. Dieser Leitfaden wurde nach und nach erweitert und genauer strukturiert. Die pädagogischen Pläne kennzeichneten alle Einrichtungen zur Kinderbetreuung mit einem eindeutigen und staatlichen Erziehungsauftrag. Ab 1965 wurde der einheitliche „Bildungs- und Erziehungsplan für den Kindergarten“ die Basis der pädagogischen Arbeit in Kindergärten. Drei Jahre später wurde ein erstes Erziehungsprogramm für Krippen entworfen. In diesem waren sowohl pädagogische Aufgaben als auch Arbeitsweisen der Erzieher genau beschrieben. Diese Pläne waren bis ins letzte Detail ausdifferenziert und machten konkrete methodische und organisatorische Vorgaben. Die pädagogischen Inhalte der Pläne wurden bis 1985 in allen Einzelheiten weiter ausgearbeitet und in diesem Jahr erschien die letzte Auflage des BEP.
Ab 1985 arbeiteten die Erzieher der Kinderkrippen ausschließlich nach dem „Programm für die Erziehungsarbeit in Krippen“ und die Erzieher der Kindergärten nach dem „Programm für die Bildungs- und Erziehungsarbeit im Kindergarten“. (Vgl. http://www. kindergartenpaedagogik.de/443.html [Stand 28.7.2004] und http://www.kita-museum.de [Stand 29.7.2004]) Das Werk war vollbracht und die Ziele einer einheitlichen Methode, gleichen Planung und gleichen Arbeit in den Kindertagesstätten erreicht. Es gab ein in sich geschlossenes, genau strukturiertes und aufeinander abgestimmtes Bildungs- und Erziehungsprogramm auf der ersten (Kinderkrippe) und zweiten (Kindergarten) Stufe des Bildungssystems in der gesamten DDR. Die Kindergartenordnung, eine Gesetzeszusammenfassung von 1983 bildete ebenso und in ergänzender Weise die Grundlage für die erzieherische und organisatorische Arbeit in den Einrichtungen.
Der BEP beinhaltete, dass alle Kinder fürsorglich betreut, sozialistisch erzogen und auf das Leben und Lernen in der Schule vorbereitet wurden. Den Kindern sollte ein glückliches und inhaltsreiches Leben im Kollektiv geboten werden und sie sollten sich von Anfang an zu sozialistischen Staatsbürgern entwickeln. Dabei stand die sowjetische Psychologie und Pädagogik im Vordergrund. Menschen, vor allem Kinder setzten sich aktiv mit gesellschaftlichen, sozialen, natürlichen, materiellen und kulturell-geistigen Bedingungen, die von der Umwelt gegeben sind, auseinander. Die Erzieher förderten, unterstützten und gestalteten diesen Prozess effektiv und optimal. Der BEP ging von drei wesentlichen Inhalten aus. Das waren zum Ersten das Spiel, zum Zweiten das Lernen bzw. die Beschäftigung und zum Dritten die Arbeit. (Vgl. Zur Arbeit mit dem Bildungs- und Erziehungsplan im Kindergarten, Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR, 1973, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin)
Das „Programm für die Erziehungsarbeit in Krippen“ war für die Betreuung von Kindern im Alter von wenigen Wochen bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres zugeschnitten. Der Schwerpunkt lag hier im pflegerischen Bereich. Deshalb waren die Kinderkrippen dem Ministerium für Gesundheitswesen unterstellt. Das Programm beschrieb alle Entwicklungsstufen von Kleinkindern und dadurch waren alle anfallenden Alltagsaufgaben methodisch aufgearbeitet. Im Plan waren alle Einzelheiten im Detail aufgeführt, z. B. wurde beschrieben in welcher Weise das Kind mit dem Löffel umzugehen hat und wie die Erzieher dem Kind dies beibringen. Jedes Kind lernte und arbeitete nach dem gleichen Schema. (Vgl. http://www.kita-museum.de [Stand 29.7.2004])
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