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Die Modebranche - Vom Schneider bis zur Haute Couture

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 21 Pages
Author: Christine Schröder
Subject: Textile, Print, Crafting

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 21
Grade: 1,5
Language: German
Archive No.: V6582
ISBN (E-book): 978-3-638-14120-8

File size: 318 KB


Excerpt (computer-generated)

Hauptseminararbeit
Kulturgeschichte
WS 2001/02

Die Modebranche - Vom Schneider bis zur Haute Couture

Christine Schröder
5. Semester Grundschullehramt
Textiles Werken mit Anteilen Haushalt

 

Inhaltsverzeichnis

1. Die Haute Couture 3


1.1 Versuch einer Definition 3
1.2 Die Geschichte des Schneiderhandwerks als Vorläufer der Haute Couture 3
1.2.1 Paris die Modehauptstadt 4
1.3 Die Geschichte der Haute Couture vor dem 1. Weltkrieg 5
1.4 Die Entwicklung der Haute Couture nach dem 1. Weltkrieg 6
1.5 Die wichtigsten Aufnahmekriterien der Innungskammer 9
1.6 Entstehung eines Haute Couture Modells 10

2. Die Entwicklung der Modetrends während Haute Couture seit dem 19. Jahrhundert 10


2.1 Die Damenmode 10
2.2 Die Herrenmode 15

3. Haute Couture und Prêt-à-porter, Boutique-Mode und Konfektion 16


3.1 Was versteht man unter Prêt-à-porter 16
3.2 Zur Geschichte des Prêt-à-porter 16
3.3 Die Boutique - Mode 17
3.4 Konfektion - was versteht man darunter? 18
3.4.1 Die Entstehung der Konfektion 18
3.4.2 Die Konfektion heute 19

4. Schlussbetrachtung 19
5. Literaturverzeichnis 20
6. Abbildungsverzeichnis 20

 

1. Die Haute Couture
1.1 Versuch einer Definition

Der Begriff Haute Couture kommt aus dem Französischen und bedeutet ,gehobene Schneiderkunst′. Nach Loschek ist die Haute Couture die richtungsweisende und gehobene Pariser Schneiderkunst, die in exklusiver Maßarbeit elegante Mode herstellt.1 Auch im Italienischen gibt es eine Modebranche, die sich mit der Haute Couture vergleichen lässt. Sie heißt Alta Moda.

1.2 Die Geschichte des Schneiderhandwerks als Vorläufer der Haute Couture

Da bis zum 12. Jahrhundert Kleidung vorwiegend in der Familie oder in Klöstern hergestellt wurde, kam erst Mitte des 12. Jahrhunderts der Beruf des Schneider auf. Der mittelhochdeutsche Begriff des ,,Snider"2 galt allerdings auch für den Tuchkrämer. In Frankreich unterschied man zu dieser Zeit schon zwischen Schneider und Näher (Couturier), wobei die Unterscheidung von Herren- und Damenschneider fehlte.
Bis zur Abschaffung der Zünfte 1789 (Französische Revolution), hatte das Schneiderhandwerk wenig Ansehen. Der Schneider war im Unterschied zum Kleidermacher nicht in einer Zunft und so hatte er wenig Rechte und Aufträge. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts galt der Schneider nicht als kreativer Künstler, sondern als Handwerker. Daher konnte er in dieser Zeit keinen richtigen Einfluss auf die Mode nehmen, vielmehr wurde diese vom Großbürgertum und der Aristokratie bestimmt.
1760 entstand aus der Zunft der Merciers (Kurzwarenhändler) die Zunft der Marchands (Modehändler). Dieser neugeschaffene Beruf übte auf die Modewelt einen großen Einfluss aus. Die Tätigkeitsfelder der Marchands waren anfangs zwar sehr beschränkt (Mäntel, Umhänge, Filchus (französisches Hals-Brusttuch)), aber mit ihren zusätzlichen Arbeitsbereichen , wie Beiwerk, Kopfbedeckungen und Frisuren nahmen sie recht schnell Einfluss auf die Mode. So lässt sich zum Beispiel die Frisur ,,Coiffure à la frégate"3 (Loschek) aus dem Jahre 1780 auf die Marchands zurückführen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie sehr schnell den Beinamen Modekünstler bekamen und über die Grenzen hinaus bekannt wurden.
Zu jener Zeit ließen sich schon viele Modehändler in Paris nieder, wo sie auch heute noch zu finden sind. Mit der Aufhebung der Zünfte 1789 kam eine gewisse Unsicherheit in der Modebranche auf. Diese wurde schnell überwunden und die Mode etablierte sich sehr sicher in der französischen Hauptstadt Paris.

1.2.1 Paris die Modehauptstadt

Der Standort Paris war wie geschaffen für die Entstehung der Haute Couture. Frankreich war eh und je führend in der Mode. Schon im 18. Jahrhundert präsentierte sich die Pariser Mode in ganz Europa, in dem eine Puppe, die als Mannequin fungierte, von Stadt zu Stadt gefahren wurde und die neuesten Modeschöpfungen aus Paris präsentierte. Diese ,,[...] Puppe aus der rue Saint-Honoré [...]"4 wurde allerorts mit großer Erwartung empfangen und bewundert. Mit diesem künstlichen Mannequin kamen Handwerker, Parfumhersteller, Perückenmacher, Hersteller von Salben usw. in die verschiedenen Städte. Dies war nicht überall gerne gesehen, da die eigenen Hersteller dagegen keine Chance mehr hatten. So sagten einige Länder der französischen Mode den Kampf an und verboten diese im eigenen Land (z.B. Russland, Großbritannien). Doch auch diese kleine Auseinandersetzung konnte den Standort Paris nicht erschüttern. Gestärkt wurde dies mit der Entstehung der Haute Couture am Ende des 19. Jahrhunderts.
1940 spielte Hitler mit dem Gedanken die Haute Couture nach Berlin oder Wien verlagern zu lassen. Es sollte eine ,,Straße der Mode"5 entstehen. Dies konnte allerdings vom damaligen Präsidenten des Chambre Syndicale de la Couture Française, Lucien Lelong, verhindert werden. Nach dem 2. Weltkrieg war der Standort Paris abermals in Gefahr. Die amerikanische Modebranche versuchte das Monopol an sich zu reißen. Dies gelang nicht und so ist und bleibt Paris, bis heute, die führende Stadt der Mode. Diese Stellung verdankt sie unter anderem der Fähigkeit, internationalen Modeschöpfern eine Chance zu geben.

[...]

1 vgl. Loschek Ingrid: Reclams Mode- und Kostümlexikon. 19994. S. 236

2 vgl. Hellmeister, Anette: Die Pariser Haute Couture. 1996 S. 3

3 Loschek Ingrid: Reclams Mode- und Kostümlexikon. 19994. S. 125

4 Arnaud, Jean-Louis: Wenn Paris den Ton angibt. 25.2.2002

5 vgl. Hellmeister, Anette: Die Pariser Haute Couture. S. 21


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