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Interpretation und Analyse der Kurzgeschichte Lucky von Jane Rogers

Scholary Paper (Seminar), 2006, 23 Pages
Author: Antje Brinckmann
Subject: English Language and Literature Studies - Literature

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 23
Grade: 2,9
Bibliography: ~ 5  Entries
Language: German
Archive No.: V65841
ISBN (E-book): 978-3-638-58316-9

File size: 199 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Rostock, Institut für Anglistik/Amerikanistik
PS: Prose from the North of England
SS 2006, 4. Semester

Interpretation und Analyse der Kurzgeschichte
Lucky von Jane Rogers

von: Antje Brinckmann

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. „Unrelieable Narrator“ - der unglaubwürdige Erzähler 3

3. Analyse und Interpretation „Lucky“  7

4. Fazit 21

5. Quellenangabe 23



 

 

1. Einleitung

„I write because it′s my way of trying to understand things; each novel explores an area of ideas and experience which, for some reason, obsesses me. There seem to be recurring themes, although I′m not always conscious of them when starting a new book, because each book feels to me to be completely different. But these themes do seem to have cropped up more than once: an exploration of idealism and its effects, of people trying to create new and better ways of living (Mr Wroe′s Virgins, Promised Lands); an interest in people whose way of experiencing the world lies outside the norm (Orph in Separate Tracks, Martha in Mr Wroe′s Virgins, Daniel and Olla in Promised Lands, Calum in Island); and in women′s lives and roles, with particular reference to motherhood (The Ice is Singing, Her Living Image, Mr Wroe′s Virgins, Promised Lands, Island). „I am extremely interested in voice, and have explored a wide range of first person voices.”1(Jane Rogers).

Jane Rogers, geboren 1952 in London, zählt zu den erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Mehrfach ausgezeichnet hat sie bis heute Kurzgeschichten und sieben Romane (Separate Tracks (1983), Her Living Image (1984), The Ice is Singing (1987), Mr Wroe′s Virgins (1991), Promised Lands (1995), Island (1999), Good Fiction Guide (2001), The Voyage Home (2004) veröffentlicht. Sie schreibt für Rundfunk und Fernsehen und gibt Schriftstellerkurse an der Sheffield Hallam University. Ihre als ergreifend und universell anerkannten Werke zeichnen sich, wie sie in ihrem obigen Zitat wiedergibt, durch Themen wie Mutter-Kind-Beziehungen, Beziehungsprobleme ( in Harmonie mit einem Partner leben und Trennung), aber auch „Depression und Melancholie“2 ( häufig bei Ehefrauen), sowie die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft aus. Sie widmet ihr Augenmerk sehr häufig dem Leben von Frauen, weshalb ihre Romane zu Beginn ihrer Karriere fälschlicherweise als „women’s writing“ bezeichnet wurden. Orte des Geschehens sind meist (Groß)Städte - der Bereich heutigen öffentlichen Lebens, in denen negative Entwicklungen nahe liegend sind. Ein signifikantes Element ihrer Arbeiten ist das Interesse, mit verschiedenen Erzählmethoden zu experimentieren.3

In der folgenden Hausarbeit werde ich als ein Beispiel ihrer zahlreichen Werke die Kurzgeschichte „Lucky“ analysieren und interpretieren. Jane Rogers schrieb diese Geschichte beeinflusst durch ein Werk von James Joyce. Im Besonderen soll untersucht werden, wie die Erzählperspektive des unreliable narrators in der Geschichte deutlich wird und welchen Effekt diese ausübt. Zunächst soll eine Definition dieses Terminus gegeben und Schwierigkeiten bezüglich der Wortbedeutung dargelegt werden. Im darauf folgenden Abschnitt erfolgt dann die Analyse und Interpretation des Werkes. Am Ende soll eine Zusammenfassung mit einem Fazit dargelegt werden.

2. Unreliable Narrator“ ( unglaubwürdiger oder unzuverlässiger Erzähler)

In der folgenden Passagen werde ich mich hauptsächlich auf Ergebnisse und Definitionen aus den Studien: Unreliable Narration – Studien zur Theorie und Praxis unglaubwürdigen Erzählens in der englischsprachigen Erzählliteratur von Ansgar Nüning (HG.) beziehen, da sich diese Quelle als zuverlässig und kritisch erweist und einen sehr guten Überblick zu dem Thema bietet.

Nünning weist darauf hin, dass es sich bei dem Begriff „unreliable narrator“ keinesfalls um eine klare und eindeutig definierte literaturwissenschaftliche Theorie handelt. Der Begriff wurde 1961 erstmals durch Wayne C. Booth in seinem Buch The Rhetoric of Fiction eingeführt. Allerdings gibt es weder eine hinreichende Definition dieses Terminus noch eine Übersicht über Funktionen, Formen und Veränderungen dieser Erzählform. Ansgar Nünning versucht in seinem Buch einige dieser Lücken zu schließen.

Er führt fünf Merkmale an, die typisch für den unreliable narrator sind: 1. Es handelt sich häufig um einen Ich-Erzähler, welcher ebenso den Protagonisten, der von ihm wiedergegebenen Handlung darstellt. 2. Gewöhnlicherweise tritt ein „expliziter Erzähler (overt narrator)“ auf, welcher mit einem „hohe[n] Grad an Explizität [...] als konkret fassbare[r], personalisierbare[r] Sprecher [...]“ erscheint. 3. Der unglaubwürdige Erzähler führt häufig „subjektive Kommentare [und] interpretatorische Zusätze“ an und bezieht persönlich Stellung. 4. Ansgar bezeichnet solche Erzähler als „zwanghafte oder gar verrückte Monologisten“ , die sich selbst in den Mittelpunkt rücken und gerne über sich berichten. Das fünfte und bedeutendste Merkmal ist das Missverhältnis zwischen Fiktion und Realität. Neben der Version, welche der unreliable narrator dem „fikitven Adressaten“ mitzuteilen versucht, gibt es noch eine zweite Darstellung, welche der Erzähler missachtet oder nicht kennt und welche der Leser durch Informationen aus dem Text entnehmen kann. Somit folgt oft eine widerwillige „Selbstentlarvung“ des „unreliable narrator.“ 4 Diese Kennzeichen sind für eine Großzahl an Werken gültig, jedoch fällt auf, dass es eine Reihe von Erzähltexten mit verschiedenartigen Erzählern mit je unterschiedlichem Erzählstil gibt, diese jedoch alle als unreliable narrator bezeichnet werden. Dies verdeutlicht, dass es bisher noch keine Präzisierung und Differenzierung dieses Begriffs gab.

[...]


1 http://www.contemporarywriters.com/authors/?p=auth217 : 22.08.2006

2 Bayer, Gerd (1999), “A sterile promontory” , Arachne, Bd. 6.1: 80

3 Freiburg, Rudlof/Schleitker, Jan (1999), “Novel is a character” S. 201-217

4 (Nünning 1998: 6)


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