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Untertitel: Inhalte, Charakteristika und Unterschiede
Bachelorarbeit, 2006, 42 Seiten
Autor: Marlen Vogel
Fach: Theaterwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Universität Erfurt
Tags: Theater, Kunstbewegungen, Happening, Fluxus, Interaktive, Medienkunst
Jahr: 2006
Seiten: 42
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 14 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-58360-2
ISBN (Buch): 978-3-638-67102-6
Dateigröße: 414 KB
Diese Arbeit unternimmt den Versuch, Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich signifikanter Charakteristika zwischen dem traditionellen (Illusions)Theater und neueren Kunstformen wie Fluxus und Happening an ausgewählten Beispielen (Allan Kaprow; John Cage)aufzuzeigen.
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Zusammenfassung / Abstract
Diese Abhandlung demonstriert Gemeinsamkeiten und Unterschiede des traditionellen Illusionstheaters sowie modernen Experimentalkunstformen wie Fluxus und Happening. Zunächst wird beleuchtet, wie die traditionelle Guckkastenbühne zu begreifen ist; hierbei werden auch signifikante Begrifflichkeiten des Theaterbetriebs vorgestellt, um in der nachfolgenden Analyse in dieser Terminologie argumentieren zu können. Folgend wird angegeben, welche Charakteristiken modernen Aufführungsformen wie dem Happening inhärent sind Ausgewählte Beispiele werden dazu illustriert und es wird mit Hinblick auf bestimmte Kriterien untersucht, inwieweit Differenzen bzw. gemeinsame Charakteristiken zwischen den genannten Darbietungsformen bestehen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Erfurt
Philosophische Fakultät
Seminar: Interaktive Medienkunst
Das illusorische Theater und die neuen Kunstbewegungen Happening und Fluxus - Inhalte, Charakteristika und Unterschiede
Marlen Vogel
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Bestimmung der Terminologie des Theaters ... 2
3. Das Illusionstheater und seine Elemente ... 6
3.1. Die Theaterbühne als Scheinwelt ... 6
3.2. Das Verhältnis von Künstler und Publikum ... 10
4. Die Kunstbewegung Fluxus ... 13
5. Das Happening als konventionsbrechende Kunstform ... 15
6. Allan Kaprow: „18 Happenings in 6 parts“. Set und Setting ... 17
6.1. Allan Kaprow: Environment- und Happeningkünstler ... 17
6.2. Ankündigung und Vorbereitung des Events ... 17
6.3. Die Ausstattung der Räumlichkeiten des Happenings ... 19
6.4. Die Gestaltung der Aufführung ... 19
6.5. Unterscheidung zum Theater ... 21
6.6. Die Beziehung zwischen Künstler und Publikum ... 22
7. John Cage: 4´3´´. Ein stilles Stück der Fluxus- Komposition ... 25
7.1. John Cage: Komponist der Neuen Musik ... 25
7.2. Manifestation der Komposition ... 25
7.3. Der Gehalt von Klang und Stille im Werk John Cages ... 26
7.4. Interaktionsstrukturen von Publikum und Bühnenensemble ... 28
8. Konklusion ... 31
Bibliographie ... 32
Anhang
1. Einleitung
Die nachstehende Arbeit will versuchen, die Unterschiede hinsichtlich bestimmter Kriterien zwischen dem konventionellen (Illusions)Theater (Guckkastentheater, Guckkastenbühne) und neueren Kunstformen wie Fluxus und dem Happening zu bestimmen.
Zunächst soll hierzu festgestellt werden, wie das klassische Illusionstheater zu fassen ist: Es wird vorgestellt, welche Charakteristika diesem traditionellen Theater inhärent sind- hierbei werden bestimmte Begriffe wie beispielsweise der des Schauspielers oder der (Theater)Vorstellung bzw. (Theater)Aufführung erläutert. Es soll gezeigt werden, wie sich die Beziehung zwischen Künstler und Publikum gestaltet, welche Betragensregeln einzuhalten sind und wie sich eine Aufführung im üblichen (Illusions)Theater gestaltet. Des Weiteren soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern die so genannte „vierte Wand“ im klassischen Theater vorhanden ist bzw. wie sich das Dasein dieser imaginären Mauer manifestiert. Daneben soll untersucht werden, ob diese benannte Wand auch bei den Fluxus- Events und Happenings vorhanden ist bzw. ob die Möglichkeit besteht, diese zu eliminieren.
Die Erkenntnisse, die bei diesen Betrachtungen gewonnen werden sollen, orientieren sich besonders an den Aussagen bzw. Angaben von Manfred Brauneck, Siegfried Melchinger, Christopher Balme sowie weiteren Autoren und Informationsseiten des Internets.
Nachkommend soll zuerst dargelegt werden, wie die Kunstformen Fluxus und Happening zu fassen sind; hierbei wird aufgezeigt, was die Kunstrichtungen und ihre Besonderheiten ausmachen. Hier richtet sich die Aufzeichnung besonders nach den Ausführungen der Fluxus- und Happeningkünstler selbst sowie den Anlagen von René Block und Jürgen Becker.
Schließlich soll jeweils ein ausgewähltes Beispiel aus jeder Kunstrichtung ebenso wie vorangehend das illusorische Theater hinsichtlich bestimmter Aspekte untersucht werden; es wird also jeweils ein Happening und ein Fluxus- Event untersucht: Es soll herausgearbeitet werden, wie sich das Künstler- Publikum- Verhältnis darstellt, welche Verhaltensregeln (insofern es diese überhaupt gibt) eingehalten bzw. gebrochen werden und ob die Möglichkeit besteht, dass die Grenzlinien zwischen Künstler und Zuschauer aufgehoben werden.
Jedoch können diese allgemeinen Aussagen nicht für alle Fluxus- Aktionen bzw. Happenings gelten. Jedes einzelne dieser Events besitzt besondere Charakteristika. Daher sollen, bevor die Untersuchungen gemacht werden, die ausgewählten Darbietungen in ihren Eigenheiten vorgestellt werden.
2. Bestimmung der Terminologie des Theaters
Da für die Betrachtung des (Illusions)Theaters im Folgenden die Begriffe Publikum, Schauspieler, Aufführung sowie Rolle (des Darstellers) verwendet werden, soll nun eine Klärung der benannten Begrifflichkeiten erfolgen, die sich besonders an den Ausführungen von Manfred Brauneck und Gérard Schneilin orientieren. Die nachstehenden Ausführungen sind ebenso an die Charakteristika des illusorischen Theaters angelehnt, da eine genauere Betrachtung eben dieses Theatertypus erfolgen soll.
Ohne Schauspieler kein(e) Theater(aufführung). Ohne Publikum kein(e) Theater(aufführung). Kennzeichnende Elemente einer Theateraufführung, die objektiv als solche betrachtet werden kann, sind zunächst die Menschen, die sie gestalten. Hierbei ist anzuführen, dass das traditionelle Verständnis einer (Theater)Aufführung die
„szenisch- spielerische Darstellung vor Zuschauern durch Schauspieler auf der Grundlage eines dramatischen Textes oder einer freien (evtl. selbst erarbeiteten) Spielvorlage, meist unter Leitung des Regisseurs nach einer Reihe von Proben […]“1
meint. Bereits dieses Verständnis macht deutlich, dass in der Regel einer szenischen Darstellungsweise das Einüben einer textuellen Vorlage vorangeht. Diese Obliegenheit fällt den Darstellern zu, welche weiterhin die Aufgabe besitzen, dem Publikum die Illusion von Wirklichkeit zu bieten.
Diese Arbeit wird in der Regel von einem Regisseur überwacht, der sicherstellen soll, dass die Texte korrekt einstudiert wurden und die Darstellungsweise dem Gesagten entspricht. Ebenso ist dieser dafür verantwortlich, dass die Gestaltung des Bühnenbildes und der Kostüme in der richtigen Weise ausgeführt wird sowie die technischen Mittel intakt sind bzw. korrekt eingesetzt werden. Der Leiter des Spiels fungiert also als organisatorische Kraft, die ein Inszenierungskonzept erarbeitet und den genauen Ablauf der Aufführung vorgibt.
Da im Abstand zum Happening im Theatersaal offenkundig (Berufs)Schauspieler eine tragende Rolle einnehmen, indem sie Einstudiertes vortragen, also textgebunden arbeiten, soll nachstehend kurz vorgestellt werden, wie sich der Beruf des Schauspielers charakterisieren lässt, um in folgenden Abschnitten dieser Aufzeichnung untersuchen zu können, inwieweit die Teilnehmer eines Happenings bzw. einer Fluxus- Aktion als schauspielernde Besucher klassifiziert werden können.
[...]
1 Brauneck, Manfred; Schneilin, Gérard (Hg.): Theaterlexikon. Begriffe und Epochen, Bühnen und Ensembles, Reinbek bei Hamburg 1986, Seite 94.
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