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Scholary Paper (Seminar), 2004, 14 Pages
Author: Mark Möst
Subject: Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Erziehungswissenschaftliches Seminar)
Tags: Bildungsreform, Bundesrepublik, Historische, Pädagogik, Eine, Einführung, Erziehungsgeschichte
Year: 2004
Pages: 14
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-58793-8
File size: 222 KB
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Excerpt (computer-generated)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Erziehungswissenschaftliches Seminar
„Historische Pädagogik. Eine Einführung in die Erziehungsgeschichte“
Wintersemester 2003/04
Bildungsreform / -expansionsphase 1965-1973
in der Bundesrepublik
von: Mark Möst
Inhaltsverzeichnis
1. Erste Phase: Soziale und ökonomische Rahmenbedingungen Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre 2
2. Zweite Phase: Zuspitzung der Situation Anfang der 60er Jahre 2
3. Dritte Phase: Reformdiskussion verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und ihre Konsequenzen 3
3.1 Modernistische Position 4
3.2 Gesellschaftsreformerische Position 5
3.3 Strukturreformerische Position 6
3.4 Traditionalisten und reformkritisch-revolutionäre Position 6
3.5 Die Bildungsreform seit Ende der 60er Jahre und ihre Motive 7
4. Vierte Phase: Ernüchterung seit Beginn der 70er Jahre 11
5. Fünfte Phase: Ausklang der Bildungsreformphase bis etwa 1975 11
6. Literaturverzeichnis 13
1. Erste Phase: Soziale und ökonomische Rahmenbedingungen Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre
Im genannten Zeitraum herrschte in der Bundesrepublik Deutschland ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften; ihr Anteil an den Arbeitskräften insgesamt betrug schätzungsweise 50 %. Ökonomisch ist diese Periode gekennzeichnet durch einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung. Wenn damals auch schon soziale Probleme im Bildungsbereich vorhanden waren, so waren diese jedoch noch nicht ins öffentliche Bewußtsein vorgedrungen, um dort Gegenstand einer kontroversen Diskussion zu werden. Zu den bereits zum damaligen Zeitpunkt augenfälligen Schwachstellen gehört, daß das dreigliedrige Schulsystem zwar offiziell keine Selektion nach sozialen Gesichtspunkten vorsieht, denn „kein Gesetzestext sieht als Kriterium für die Schullaufbahn eines Kindes die soziale Herkunft vor“; de facto muß aber weiterhin von einem Zusammenhang zwischen der Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht und entsprechenden Bildungschancen ausgegangen werden, denn es läßt sich nachweisen, „daß die Verteilung der Schulpopulation auf die einzelnen Schularten immer noch eine Selektion nach der sozialen Schicht darstellt. Am bekanntesten ist hier die Unterrepräsentation von Kindern aus Arbeiterfamilien [an Gymnasien]“1. Beim Wiederaufbau des Schulsystems in der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg hatte man auf die Institutionen der Weimarer Republik zurückgegriffen, damit am dreigliedrigen Schulsystem festgehalten und keine Verwirklichung der Gesamtschule in Angriff genommen: „In den fünfziger Jahren vollzogen sich in der Bundesrepublik Wiederherstellung und Konsolidierung des Schulwesens im Anschluß an Organisationsstrukturen der Weimarer Republik. In dieser Restaurationsperiode wurden Reformansätze der unmittelbaren Nachkriegszeit [...] zurückgedrängt.“2
2. Zweite Phase: Zuspitzung der Situation Anfang der 60er Jahre
Ab 1962 verstärkte sich in der Bundesrepublik Deutschland der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Vor allem in den Vereinigten Staaten löste der erfolgreiche Start des sowjetischen Satelliten „Sputnik“ eine tiefe Krise aus, die an der Überlegenheit des Kapitalismus und in diesem Zusammenhang auch des westlichen Bildungssystems Zweifel aufkommen ließen. Dies wurde auch in der Öffentlichkeit diskutiert, der „Sputnikschock“ übertrug sich von den Vereinigten Staaten auch nach Deutschland. Dort erschienen nun zahlreiche Publikationen, die ein sehr düsteres Bild vom Schulsystem jener Tage zeichneten; ein Titel wie „Die deutsche Bildungskatastrophe“ von Georg Picht mag diesen Sachverhalt illustrieren. Picht vergleicht in diesem Werk beispielsweise den prozentualen Anteil der Bevölkerung in der BRD, die einen bestimmten Bildungsabschluß erreicht haben, mit dem in anderen Ländern und kommt zu einem für die BRD schlechten Ergebnis. Auch ein OECD-Bericht jener Tage bescheinigt dem Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland einen „allgemeinen Modernitätsrückstand“3. Roth (1975) weist jedoch darauf hin, daß diese sicher zutreffende Analyse nicht einzig das Ergebnis einer objektiven Analyse ist, sondern ebenso mit geprägt worden ist durch die ohnehin düstere Stimmung in Deutschland. Während Picht für seine Analyse einen ökonomischen Referenzrahmen wählt, sind die Argumente Ralf Dahrendorfs, der eine Arbeit mit dem Titel „Bildung ist Bürgerrecht“ vorlegte, sozialer Natur; der Anspruch des Individuums auf Bildungsangebote bei Chancengleichheit für alle, die am Bildungswesen teilhaben, sind zentrale Forderungen, die mit Dahrendorfs These einhergehen4. sie bedingt als logische Konsequenz eine expansive Bildungspolitik, damit die aufgestellten Forderungen verwirklicht werden können und der Einzelne sein „Bürgerrecht auf Bildung“ wahrnehmen kann.
3. Dritte Phase: Reformdiskussion verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und ihre Konsequenzen
[...]
1 Lenhart (1972), S. 32
2 Baumert (1979), S. 57
3 Roth (1975), S. 28
4 vgl. Roth (1975), S. 35
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