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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 23 Pages
Author: Dipl.-Hdl. Steffen Asendorf
Subject: German Studies - Didactics
Details
Institution/College: Carl von Ossietzky University of Oldenburg (Institut für Germanistik)
Tags: Jugendsprache, Deutschunterricht, Sprachliche, Varietäten, Deutschen
Year: 2006
Pages: 23
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 22 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-58716-7
File size: 184 KB
Hauptseminararbeit zu den Möglichkeiten des Einsatzes von Jugendsprache im Deutschunterricht
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Abstract
Immer wieder versuchen Erwachsene das Geheimnis der für sie meist unverständlichen Sprache von Jugendlichen und Kindern zu ergründen. Damit einher geht oftmals parallel eine Klage über einen Verfall und Verarmung der Sprache und die Verflachung der Inhalte. Teilweise wird sie sogar mit einem Sittenverfall gleichgesetzt. Der Forschungsgegenstand der Jugendsprache unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten ist aber keinesfalls ein Phänomen der heutigen Zeit. In einem Literaturbericht zur Jugendsprache unterscheidet Edgar Lapp mehrere historische Phasen der Jugendsprachforschung: Bereits seit Anfang der 50er Jahre wird gezielt die Sprache der Jugendlichen betrachtet und untersucht, auch wenn dies zunächst unter anderen Bezeichnungen geschieht. So wird diese damals noch als „Sprache der Halbstarken“ (Halbstarken-Chinesisch) bezeichnet. Vorher gab es bereits Untersuchungen, die sich mit Studenten- bzw. Schülersprache („Pennälersprache“) beschäftigten. In den 60er Jahren machte sich der steigende anglo-amerikanische Einfluss auch in diesem Bereich bemerkbar, jetzt rückte die „Teenagersprache“ in den Fokus des Interesses. In den folgenden Jahrzehnten wurden eher spezielle Untergruppen der Jugendsprache genauer untersucht, wie beispielsweise die APO- oder Szenesprache der 70er Jahre, in den 80er Jahren die Sprache der Punks oder Ökos und in den 90er Jahren die Sprachen verschiedener Jugendgruppen, welche sich vor allem durch die Zugehörigkeit zu verschiedenen Musikrichtungen unterschieden (z.B. Techno, HipHop, Rap usw.). Auch heute versuchen eine Vielzahl von unterschiedlichen Werken uns die Sprache der Jugend verständlich zu machen. Beispielsweise gibt es ein spezielles Wörterbücher der Jugendsprache von Pons oder die diversen Lexika von Hermann Ehmann zum Thema Jugendsprache, deren Titel von „Affengeil“ , über „Oberaffengeil“ und „Voll Konkret“ , bis hin zu „Endgeil“ reichen. Alle diese Sachbücher aber haben eins gemein. Sie suggerieren den verzweifelten Eltern pubertierender Kinder und Jugendlicher, dass sie durch die Lektüre endlich die eigenen Kinder wieder verstehen könnten. Ist es aber überhaupt möglich die Sprache „der Jugend“ zu erfassen und auf bestimmte Begrifflichkeiten und Ausdrucksformen zu reduzieren?
Excerpt (computer-generated)
Jugendsprache im Deutschunterricht
von: Steffen Asendorf
7. Semester, Wintersemester 2005 / 2006
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Begriffsklärungen 5
2.1 Definition Jugend 5
2.2 Begriff der Jugendsprache 7
3 Funktionen sprachlicher Merkmale 10
4 Jugendsprache im Deutschunterricht 12
4.1 Mögliche Probleme bei der Integration von Jugendsprache in die schulische Praxis 12
4.2 Thematische Vielfalt von Jugendsprache im Unterricht 15
Literaturverzeichnis 21
Internetquellen 23
1 Einleitung
Immer wieder versuchen Erwachsene das Geheimnis der für sie meist unverständlichen Sprache von Jugendlichen und Kindern zu ergründen. Damit einher geht oftmals parallel eine Klage über einen Verfall und Verarmung der Sprache und die Verflachung der Inhalte. Teilweise wird sie sogar mit einem Sittenverfall gleichgesetzt.1 Der Forschungsgegenstand der Jugendsprache unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten ist aber keinesfalls ein Phänomen der heutigen Zeit.
In einem Literaturbericht zur Jugendsprache unterscheidet Edgar Lapp2 mehrere historische Phasen der Jugendsprachforschung: Bereits seit Anfang der 50er Jahre wird gezielt die Sprache der Jugendlichen betrachtet und untersucht, auch wenn dies zunächst unter anderen Bezeichnungen geschieht.3 So wird diese damals noch als „Sprache der Halbstarken“4 (Halbstarken-Chinesisch) bezeichnet. Vorher gab es bereits Untersuchungen, die sich mit Studenten- bzw. Schülersprache („Pennälersprache“)5 beschäftigten.
In den 60er Jahren machte sich der steigende anglo-amerikanische Einfluss auch in diesem Bereich bemerkbar, jetzt rückte die „Teenagersprache“6 in den Fokus des Interesses. In den folgenden Jahrzehnten wurden eher spezielle Untergruppen der Jugendsprache genauer untersucht, wie beispielsweise die APO- oder Szenesprache der 70er Jahre, in den 80er Jahren die Sprache der Punks oder Ökos und in den 90er Jahren die Sprachen verschiedener Jugendgruppen, welche sich vor allem durch die Zugehörigkeit zu verschiedenen Musikrichtungen unterschieden (z.B. Techno, HipHop, Rap usw.).
Auch heute versuchen eine Vielzahl von unterschiedlichen Werken uns die Sprache der Jugend verständlich zu machen. Beispielsweise gibt es ein spezielles Wörterbücher der Jugendsprache von Pons7 oder die diversen Lexika von Hermann Ehmann zum Thema Jugendsprache, deren Titel von „Affengeil“8, über „Oberaffengeil“9 und „Voll Konkret“10, bis hin zu „Endgeil“11 reichen.
Alle diese Sachbücher aber haben eins gemein. Sie suggerieren den verzweifelten Eltern pubertierender Kinder und Jugendlicher, dass sie durch die Lektüre endlich die eigenen Kinder wieder verstehen könnten. Ist es aber überhaupt möglich die Sprache „der Jugend“ zu erfassen und auf bestimmte Begrifflichkeiten und Ausdrucksformen zu reduzieren? Zu Beginn der Hausarbeit möchte ich mich kurz mit den Begriffen Jugend und Jugendsprache befassen und versuchen eine Definition zu finden. Außerdem soll versucht werden die Jugendsprache linguistisch einzuordnen. Anschließend sollen im Hauptteil verschiedene allgemeine Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Jugendsprache in den Deutschunterricht integriert werden könnte.
2 Begriffsklärungen
2.1 Definition Jugend
Eine einheitliche Definition für die Lebensphase der Jugend zu finden ist nur schwer möglich. In der vorliegenden Literatur existieren eine Vielzahl von unterschiedlichen Definitionsansätzen zum Begriff der Jugend. Eine Möglichkeit die Jugend zu beschreiben wäre es den Begriff anhand des Alters zu definieren. Allerdings wird hierbei schnell klar, dass es nur sehr schwer möglich ist eine allgemein gültige Altersgrenze zu bestimmen. Klar ist lediglich, dass die Jugend im Bereich zwischen der Kindheit und dem Eintritt ins Erwachsenenleben anzusiedeln ist.
Eine umfassende Definition des Jugendbegriffs versucht Neidhardt zu geben: In Abgrenzung gegenüber Kindern und Erwachsenen lassen sich Jugendliche als diejenigen bezeichnen, welche mit der Pubertät die biologische Geschlechtsreife erreicht haben, ohne mit Heirat oder Berufsfindung in den Besitz der allgemeinen Rechte und Pflichten gekommen zu sein, welche die verantwortliche Teilnahme an wesentlichen Grundprozessen der Gesellschaft ermöglichen und erzwingen.“12
[...]
1 vgl. Schlobinski, Peter: Jugendsprache und Jugendkultur. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Band 5. Berlin 2002. S. 16.
2 vgl. Lapp, Edgar: Jugendsprache: Sprechart und Sprachgeschichte seit 1945. Ein Literaturbericht. In: Sprache und Literatur in Wissenschaft und Unterricht. Nr. 63. Paderborn 1989. S. 53-73. (im Folgenden zitiert: als Lapp 1989)
3 vgl. Neuland, Eva (Hg.): Jugendsprache – Jugendliteratur – Jugendkultur. Interdisziplinäre Beiträge zu sprachkulturellen Ausdrucksformen Jugendlicher. Frankfurt a. M. 2003. S. 131 ff. (im Folgenden zitiert als: Neuland 2003a)
4 vgl. Lapp 1989. S. 59.
5 vgl. z.B. Eilenberger, Rudolf: Pennälersprache. Entwicklung, Wortschatz und Wörterbuch. Straßburg 1910.
6 vgl. Lapp 1989. S. 63.
7 vgl. Pons Wörterbuch der Jugendsprache. Stuttgart 2001.
8 vgl. Ehmann, Hermann: Affengeil: Ein Lexikon der Jugendsprache. München 1992.
9 vgl. Ehmann, Hermann: Oberaffengeil: Neues Lexikon der Jugendsprache. München 1996.
10 vgl. Ehmann, Hermann: Voll Konkret: Das neueste Lexikon der Jugendsprache. München 2001.
11 vgl. Ehmann, Hermann: Endgeil: Das voll korrekte Lexikon der Jugendsprache. München 2005.
12 vgl. Neidhardt, Friedhelm: Bezugspunkte einer soziologischen Theorie der Jugend. In: Jugend im Spektrum der Wissenschaften. München 1972. S. 14.
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