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Machtbeziehungen in zwischengeschlechtlichen Lebensgemeinschaften im postsowjetischen Russland - Eine Untersuchung des Wandels der Institution Ehe und Etablierung der "wilden Ehe" als gesellschaftlich akzeptierte Alternative

Scholary Paper (Seminar), 2005, 20 Pages
Author: Natalie Schnar
Subject: Russian / Slavic Languages

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 20
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V66240
ISBN (E-book): 978-3-638-58913-0

File size: 266 KB
Notes :




Excerpt (computer-generated)

Humboldt Universität zu Berlin
Institut für Slawistik
Proseminar: Deutsche und russische Frauenbilder

Machtbeziehungen in zwischengeschlechtlichen Lebensgemeinschaften im postsowjetischen Russland - Eine Untersuchung des Wandels der Institution Ehe und Etablierung der "wilden Ehe" als gesellschaftlich akzeptierte Alternative

Natalie Schnar

 

Inhaltsverzeichnis


Einführung ... 3

1. Definitionen und Begriffsklärung ... 5

1.1. Macht und Machtbeziehungen ... 5
1.2. Kriterien für die Macht zwischen den Geschlechtern ... 6

2. Gesellschaftliche Institutionen – das Beispiel Ehe ... 7

2.1. Klärung des Begriffs Institutionen ... 7
2.2. Wandel von Institutionen ... 7

3. Lebensgemeinschaften im postsowjetischen Russland ... 8

3.1. Institution Ehe ... 8
3.2. „гражданский брак“ ... 10

4. Konfliktpotenzial und Machtverhältnisse ... 12

4.1. Ehe vs. „гражданский брак“ ... 12
4.1. Machtverhältnisse und Konflikte ... 13

5. Fazit ... 14

Anhang ... 16

Literaturverzeichnis ... 20

 

 

Einführung

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist das Machtverhältnis innerhalb einer ehelichen beziehungsweise nichtehelichen Beziehung zwischen Mann und Frau. Dabei geht es auch um den Wandel der Institution Ehe und die neue gesellschaftliche Akzeptanz anderer Formen von Lebensgemeinschaften im postsowjetischen Russland. Vor allem richtet sich das Augenmerk auf die damit einhergehende Veränderung der zwischengeschlechtlichen Machtverhältnisse. Die im Rahmen des Proseminars zum Thema „Deutsche und russische Frauenbilder“ durchgeführte Arbeit wendet sich dem Konfliktpotenzial innerhalb einer gesellschaftlich mehr beziehungsweise auch einer weniger akzeptierten zwischengeschlechtlichen Lebensgemeinschaft zu. Angestrebt wird eine Gegenüberstellung der Machtbeziehungen zwischen Mann und Frau im gesetzlich anerkannten Rahmen der Ehe und der noch nicht vollständig akzeptierten alternativen Lebensform der „wilden Ehe“, dem „гражданский брак“ (bürgerlichen Ehe).

Die bürgerliche Ehe ist im postsowjetischen Russland ein relativ neues Phänomen. Während das Zusammenleben ohne Trauschein in den westeuropäischen Ländern weitgehend gesellschaftlich und oftmals auch gesetzlich akzeptiert ist, hat sich der „гражданский брак“ in Russland noch nicht vergleichbar stark etabliert, auch wenn die Akzeptanz in den letzen Jahren deutlich zugenommen hat. Dabei wird deutlich, dass die Institution Ehe sich in ihrem Selbstverständnis wandelt und teilweise auch durch die alternativen Formen der Lebensgemeinschaft ersetzt wird.

Die zentrale Aufgabe der vorliegenden Arbeit besteht nun darin, die eheliche und die nichteheliche Lebensgemeinschaft in ihrer Funktion und als Einflussfaktor auf die Machtbeziehung zwischen den Geschlechtern zu betrachten. Dabei soll das schwierige Feld des Machtverhältnisses innerhalb einer Beziehung beachtet werden. Es stellt sich die Frage, ob die Beziehung innerhalb der gesellschaftlich und gesetzlich definierten Institution Ehe weniger Konfliktpotenzial hat und eventuell auf andere Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern zurück schließen lässt als innerhalb des weniger definierten und gesellschaftlich weniger etablierten „гражданский брак“. Kann der institutionelle Rahmen überhaupt die zwischengeschlechtliche Machtbeziehung in ihrer Ausprägung beeinflussen oder ist die Form der Lebensgemeinschaft für das Machtverhältnis zwischen Mann und Frau nicht relevant? Und welche Auswirkungen kann der Wandel der Institution Ehe und die Wahlfreiheit für eine alternative Form der Lebensgemeinschaft auf die gesellschaftliche Rolle der Frau und ihre Position innerhalb der Familie haben?

Thematisch ist die vorliegende Arbeit in fünf Teile gegliedert. Im ersten Kapitel geht es darum, die Begriffe der Macht im Allgemeinen und der Machtbeziehungen zwischen den Geschlechtern im Besonderen zu erläutern. Dabei beziehe ich mich auf die Arbeit von Stefanie Ernst1, die einen Überblick über den Forschungsstand auf dem Gebiet der Genderforschung bietet.
Kapitel zwei beschäftigt sich mit dem Begriff der gesellschaftlichen Institution. Als Grundlage dient hierbei die maßgebliche Analyse des institutionellen Wandels des Wirtschaftshistorikers Douglas North2.
Die Ehe und die nichteheliche Variante des Zusammenlebens, der „гражданский брак“, sind Gegenstand von Kapitel drei. Untersucht werden neben der gesellschaftlichen Funktion dieser Lebensgemeinschaften auch die gesetzliche Legitimation und die gesellschaftliche Akzeptanz in der russischen Bevölkerung. Dazu werden als statistische Datengrundlage Arbeiten von russischen Soziologen zu diesem speziellen Thema heran gezogen.
Im Kapitel vier wird der Versuch einer direkten Gegenüberstellung zwischen den beiden Formen der Lebensgemeinschaft unternommen. Dabei wird das Konfliktpotenzial und vor allem die Themenfelder für innerpartnerschaftliche Auseinandersetzungen untersucht.
Als Resümee der gesamten Arbeit soll im fünften und letzen Kapitel zusammenfassend die Möglichkeit einer Machtverschiebung zwischen den Geschlechtern in der Ehe und der Nicht-Ehe ermittelt werden. Raum für Vermutungen bieten dann vor allem die möglichen Auswirkungen des Wandels gesellschaftlicher Normen auf das Frauenbild im postsowjetischen Russland.

 

[...]


1 Ernst 1996,13-50.
2 North 1992, 3 ff.


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