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Tendenzen der Unternehmensreorganisation

Scholary Paper (Seminar), 2006, 18 Pages
Author: Dagmar Gnida
Subject: Economics / Business: Personnel and Organisation

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 18
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V66257
ISBN (E-book): 978-3-638-58926-0

File size: 258 KB

Abstract

Bis in die 90er Jahre herrschten in der Unternehmenswelt das Bild fordistischer UN und das tayloristische Arbeitskonzept vor. Merkmale eines fordistischen UN sind die zentralen Entscheidungs- und Kontrollmechanismen, die starr festgelegte Arbeitsteilung und die hierarchisch aufgebauten Unternehmensebenen. Zudem sehen fordistische UN die Notwendigkeit darin, „die konkreten Produktionsabläufe gegenüber den Unabwägbarkeiten des Marktes“ abzuschotten. Das tayloristische Arbeitskonzept vereint dagegen eine weitgehende Arbeitsteilung und -verteilung mit der Trennung von dispositiver und exekutiver Arbeit (sowohl personell als auch räumlich) und beinhaltet eine Zerlegung von komplexen in elementare Aufgaben, wobei die Aufgaben durch Vorgesetzte verteilt und dauerhaft einer Arbeitskraft zugeordnet werden. Mit der Sättigung der Nachfrage in den 80er und 90er Jahren entsteht ein neuer Flexibilisierungsdruck und somit Handlungsbedarf für die UN, denn fordistisch-tayloristische UN sind zu starr und zu träge, um sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen und zu reagieren. Der Wandel der Umwelt, der Wettbewerbsbedingungen und des Marktes wird in Kapitel 2.1 thematisiert. In Kapitel 2.2 wird verdeutlicht, welchen Erfordernissen ein UN gegenüber steht, um angemessen auf die Dynamik der Unternehmensumwelt reagieren zu können. Seit den 80er Jahren ist eine kontinuierliche betriebliche Reorganisation und Rationalisierung zu beobachten, die eine „Neuordnung betrieblicher Funktionen und Abläufe, ihre prozess- und betriebsübergreifende Integration und Vernetzung auf Basis neuer IuK-Technologien“ beinhaltet. Welche neueren Tendenzen der Unternehmensreorganisation vorherrschen, um eine Flexibilisierung und schnellere Anpassung an Umweltbedingungen vornehmen zu können, ist Gegenstand von Kapitel 3. Im einzelnen setzt sich Kapitel 3 aus den Reorganisationsmaßnahmen Dezentralisierung (Kapitel 3.1), Vermarktlichung (Kapitel 3.2) und Informatisierung (Kapitel 3.3) zusammen, welche zu einem globalen Überblick über die Tendenzen der Unternehmensreorganisation verhelfen.


Excerpt (computer-generated)

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fachbereich Soziologie

Tendenzen der Unternehmensreorganisation

Dagmar Gnida

 

Inhaltsverzeichnis


1 Problemstellung ... 1

2 Neue Umweltbedingungen ... 2

2.1 Dynamische Märkte und veränderte Wettbewerbsbedingungen ... 2
2.2 Erfordernisse im Rahmen der neuen Umweltbedingungen ... 3

3 Tendenzen der Unternehmensreorganisation ... 4

3.1 Dezentralisierung ... 4
3.2 Vermarktlichung ... 6
3.3 Informatisierung ... 10

4 Resümee ... 14

5 Literaturverzeichnis ... 15

 

 

1 Problemstellung

Bis in die 90er Jahre herrschten in der Unternehmenswelt das Bild fordistischer UN und das tayloristische Arbeitskonzept vor. Merkmale eines fordistischen UN sind die zentralen Entscheidungs- und Kontrollmechanismen, die starr festgelegte Arbeitsteilung und die hierarchisch aufgebauten Unternehmensebenen.1 Zudem sehen fordistische UN die Notwendigkeit darin, „die konkreten Produktionsabläufe gegenüber den Unabwägbarkeiten des Marktes“2 abzuschotten. Das tayloristische Arbeitskonzept vereint dagegen eine weitgehende Arbeitsteilung und -verteilung mit der Trennung von dispositiver und exekutiver Arbeit (sowohl personell als auch räumlich) und beinhaltet eine Zerlegung von komplexen in elementare Aufgaben, wobei die Aufgaben durch Vorgesetzte verteilt und dauerhaft einer Arbeitskraft zugeordnet werden.3

Mit der Sättigung der Nachfrage in den 80er und 90er Jahren entsteht ein neuer Flexibilisierungsdruck und somit Handlungsbedarf für die UN, denn fordistisch-tayloristische UN sind zu starr und zu träge, um sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen und zu reagieren.4 Der Wandel der Umwelt, der Wettbewerbsbedingungen und des Marktes wird in Kapitel 2.1 thematisiert. In Kapitel 2.2 wird verdeutlich, welchen Erfordernissen ein UN gegenüber steht, um angemessen auf die Dynamik der Unternehmensumwelt reagieren zu können.

Seit den 80er Jahren ist eine kontinuierliche betriebliche Reorganisation und Rationalisierung zu beobachten, die eine „Neuordnung betrieblicher Funktionen und Abläufe, ihre prozessund betriebsübergreifende Integration und Vernetzung auf Basis neuer IuK-Technologien“5 beinhaltet. Welche neueren Tendenzen der Unternehmensreorganisation vorherrschen, um eine Flexibilisierung und schnellere Anpassung an Umweltbedingungen vornehmen zu können, ist Gegenstand von Kapitel 3. Im einzelnen setzt sich Kapitel 3 aus den Reorganisationsmaßnahmen Dezentralisierung (Kapitel 3.1), Vermarktlichung (Kapitel 3.2) und Informatisierung (Kapitel 3.3) zusammen, welche zu einem globalen Überblick über die Tendenzen der Unternehmensreorganisation verhelfen.


2 Neue Umweltbedingungen


2.1 Dynamische Märkte und veränderte Wettbewerbsbedingungen

Internationalisierung im Zusammenspiel mit der voranschreitenden Entwicklung und Verbreitung der IuK-Technik führen dazu, dass Märkte näher zusammen rücken, während neue Industrieländer und aufsteigende Schwellenländer in die Märkte eintreten und neue Märkte (auch in vertrauten Branchen) erschlossen werden. Eine neue Dynamik kommt ins Spiel, da die Konkurrenz nicht mehr auf bestimmte Regionen oder Länder begrenzt ist. Das UN steht einem internationalen Wettbewerb gegenüber.6

Nicht nur die Internationalisierung erhöht den Druck in vielerlei Hinsicht auf ein UN. Auch die Sättigung der Nachfrage und gesättigte Märkte stellen ein UN vor neue Herausforderungen. Die Schnelllebigkeit von Markt- und Kundenanforderungen sowie die zunehmende Macht der Käufer und Händler führen zu einer schnell voranschreitenden Innovationsgeschwindigkeit. UN müssen folglich auf einen zunehmenden Kosten- und Flexibilisierungsdruck angemessen reagieren, den Vorstellungen von Kunden und Händlern entsprechen und dem Druck zunehmender Innovationserfordernisse standhalten.7

Mithilfe der IuK-Technologie werden Produkte, Dienstleistungen, Güter und Prozesse immer vielschichtiger. Die neuen Technologien ermöglichen, dass diese in einem immer höheren Maße bewältigt, verbessert und kontrolliert werden können. Auch die rasche Weiterentwicklung und die nahezu flächendeckende Verbreitung der IuK-Technik sowie des Internets begünstigen die Komplexität und Schnell- bzw. Kurzlebigkeit von jenen Produkten, Dienstleistungen, Gütern und Prozessen. V. a. finden jedoch durch die IuK-Technik eine Produktivitätserhöhung sowie eine verbesserte Reaktionsfähigkeit auf sämtlichen Ebenen des UN statt.8

 

[...]


1 Vgl. D. Sauer/ A. Boes/ N. Kratzer, 2005, S. 331.
2 D. Sauer/ A. Boes/ N. Kratzer, 2005, S. 324.
3 Vgl. A. Picot/ R. Reichwald, 1994, S. 553
4 Vgl. D. Sauer/ A. Boes/ N. Kratzer, 2005, S. 323; D. Sauer et al., 2001, S. 184.
5 D. Sauer/ V. Döhl, 1997, S. 19.
6 Vgl. A. Picot/ R. Reichwald, 1994, S. 548–549 ; D. Sauer et al., 2001, S. 184–185; A. Baukrowitz/ A. Boes/ R. Schmiede, 2000, S. 6.
7 Vgl. D. Sauer et al., 2001, S. 184; D. Sauer/ A. Boes/ N. Kratzer, 2005, S. 323; D. Sauer/ V. Döhl, 1997, S. 29.
8 Vgl. A. Picot/ R. Reichwald, 1994, S. 548–549; D. Sauer et al., 2001, S. 184–185; D. Sauer/ A. Boes/ N. Kratzer, 2005, S. 325, 340.


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