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Ein Besuch in Versen - Achmatovas 'Ja prišla k poetu v gosti' als Antwort auf Bloks 'Kra-sota strašna, Vam skažut' - Ein Vergleich der beiden Poetiken

Scholary Paper (Seminar), 2001, 18 Pages
Author: Natalie Schnar
Subject: Russian / Slavic Languages

Details

Event: Dialogische Dichtung: Intertextualität bei Achmatova und Mandelstam
Institution/College: University of Hamburg (Institut für Slawistik)
Tags: Besuch, Versen, Achmatovas, Antwort, Bloks, Kra-sota, Vergleich, Poetiken, Dialogische, Dichtung, Intertextualität, Achmatova, Mandelstam
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2001
Pages: 18
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V66324
ISBN (E-book): 978-3-638-58966-6

File size: 174 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Hamburg
Institut für Slawistik
Dialogische Dichtung: Intertextualität bei Achmatova und Mandelstam

Ein Besuch in Versen – Achmatovas „Ja pri(?)la k poetu v gosti“ als Antwort auf Bloks „Kra-sota stra(?)na, Vam ska(?)ut“ - Ein Vergleich der beiden Poetiken

Natalie Schnar

 

Inhaltsverzeichnis


1.Einleitung ... 3

1.2.Intertextualtätstheorien ... 4
1.3. Bachtin vs. Kristeva ... 4
1.4. Text und Subtext ... 4

2.1. Aleksandr Blok ... 5
2.2. Anna Achmatova ... 6
2.3. Symbolismus vs. Akmeismus ... 6
2.4. Die Zeit vor dem ersten Treffen ... 7

3.1.Bloks „Madrigal“ ... 8
3.2. Hispanisierung durch die Stilisierung ... 8
3.3. Formale Ebene von „Madrigal“ ... 9
3.4. Heilige und Hure ... 9
3.5. Achmatovas Antwort-Gedicht ... 10
3.6. Der Dichter als Sonne ... 10
3.7. Prozorovas Analyse ... 11
3.8. Formalen Ebenen von Achmatovas Gedicht ... 12
3.9. Theatralisch Inszenierung vs. Flucht nach draußen ... 13

4.1. Was ist eine Poetik? ... 14
4.2. Achmatovas Poetik ... 14
4.3. „Schatten Bloks“ in Achmatovas Poetik ... 15
4.3. Bloks Poetik ... 15
4.4. Ergebnisse der Gegenüberstellung ... 16

Literaturverzeichnis ... 18

 

 

1.Einleitung

Gegenstand der Hausarbeit ist ein Vergleich der Poetiken zweier Dichter. Dies erfolgt am Beispiel von Bloks „Krasota stra(?)na, Vam ska(?)ut“ und Achmatovas „Ja pri(?)la k poėtu v gosti“, das als Antwort auf Bloks Gedicht entstanden ist. Zwar sind die Gedichte im Abstand von einem Jahr geschrieben – Bloks Gedicht ist bereits 1913 fertig – dennoch sind beide Gedichte mit dem Besuch Achmatovas in Bloks Wohnung im Dezember 1913 in der „Oficerskaja“-Straße verbunden.

Achmatova ist sicherlich eine der wenigen Dichter/innen, die ihr Widmungsgedicht persönlich bekommt. Denn an dem besagten Dezembertag 1913 besucht die noch recht unbekannte 24-jährige Anna Achmatova den großen, berühmten und von ihr schon seit langem verehrten Poeten Aleksander Blok. Sicherlich ein sehr aufregendes Erlebnis für die junge Dichterin. Achmatova bringt einige seiner Bücher mit, um sie signieren zu lassen. Nachdem die ersten Bücher recht unpersönlich und zurückhaltend mit „Für Achmatova – Blok“ signiert werden, schreibt Blok in das dritte Band das Widmungsgedicht „Krasota stra(?)na, Vam ska(?)ut“, welches Achmatova später „Madrigal“ nennt1. Als Antwort auf „Madrigal“ schreibt die Dichterin 1914 das Gedicht „Ja pri(?)la k poėtu v gosti“ und widmet es Aleksandr Blok.

Zum ersten Mal gemeinsam werden die beiden Gedichte in der ersten Ausgabe der Literaturzeitschrift „L´jubov´ k trem apel´sinam“ im Jahre 1914 veröffentlicht. Blok, der damals Redakteur der lyrischen Abteilung dieser Zeitschrift ist, wünscht sich eine gemeinsame Veröffentlichung der beiden Gedichte. Es ist ihm wichtig, dass diese Gedichte in einem „Aufruf – Antwort“ – Verhältnis zu einander stehen, so betrachtet und auch so publiziert werden. Dadurch wird unmittelbar die Korrespondenz deutlich, in der die beiden Gedichte miteinander stehen. Nach dem Literaturwissenschaftler Toporov sind diese beiden Widmungsgedichte auch der offizielle Beginn des „poetischen Dialogs“, den Achmatova und Blok in den nächsten Jahrzehnten führen2.


1.2.Intertextualtätstheorien

Doch was macht diesen „poetischen Dialog“ aus? Um sich dessen bewusst zu werden, bedarf es der Klärung des Begriffs der „Intertextualität“. Dafür beziehe ich mich auf die Artikel von Renate Lachmann3 und Manfred Pfister4. Zwar ist der Begriff der „Intertextualität“ relativ neu, doch das gezielte Einsetzen dieser ist es keinesfalls.
Schon seit der Antike beziehen sich die Texte auf andere Texte. Der Terminus der „Intertextualität“ entsteht in den späten sechziger Jahren aus der Aufarbeitung durch Julia Kristeva, die sich in einem Rückgriff auf ein theoretisches Konzept von Michail Bachtin mit dem Begriff der „Dialogizität“ beschäftigte.


1.3. Bachtin vs. Kristeva

Es gibt grundsätzlich zwei Kategorien von Intertextualitätstheorien. Bachtin, ein russischer Sprach- und Literaturtheoretiker, ist der Ansicht, dass „jede Äußerung untrennbar mit Dialog und Zitat verbunden ist“5. Seiner Ansicht nach ist die Sprache von Heterogenität gekennzeichnet und die von uns benutzten Wörter mit „den Intentionen und Akzenten anderer Sprecher“6 bereits angereichert. Bachtins Theorie ist eindeutig nicht intertextuell, sondern intratextuell.
Nach Kristeva ist jeder Text ein „Mosaik von Zitaten“ und „jeder Text ist Absorption und Transformation eines anderen Textes“7. Zwar geht sie anfangs von Bachtins Theorie der „Dialogizität“ aus, führt aber mit der Umarbeitung, oder wie Manfred Pfister es bezeichnet „Umakzentuierung“, dieser Theorie auch den Terminus „Intertextualität“ ein. Demnach haben alle Texte die Eigenschaft sich vom Autor zu trennen und mit anderen Texten in einen Dialog zu treten. Somit tritt für Kristeva „an die Stelle des Begriffs der Intersubjektivität (...) der Begriff der „Intertextualität“8.

 

[...]


1 Toporov, V.N.: Achmatova i Blok. (K probleme postroenija poeticeskogo dialoga: „blokovskij“ tekst Achmatovoj.). Berkeley 1981 S. 35.
2 Toporov, V.N.: Achmatova i Blok.
3 Lachmann, Renate: Bachtins Dialogizität und die akmeistische Mythopoetik als Paradigma dialogisierter Lyrik. (in Stierle, Karlheinz; Warning, Rainer (Hgg.): Das Gespräch, München 1984, S.489-515.).
4 Pfister, Manfred: Konzepte der Intertextualität. (in Broich, Ulrich; Pfister, Manfred (Hgg.): Intertextualität. Formen, Funktionen, anglistische Fallstudien, Tübingen 1985, S. 1-30.).
5 Metzler-Lexikon Literatur- und Kulturtheorie : Ansätze – Personen – Grundbegriffe / hrsg. Von Ansgar Nünning. – 2., überarb. und erw. Aufl. – Stuttgart ; Weimar . Metzler, 2001 S.241.
6 Metzler-Lexikon Literatur- und Kulturtheorie, S. 241.
7 Metzler-Lexikon Literatur- und Kulturtheorie, S. 241.
8 Metzler-Lexikon Literatur- und Kulturtheorie, S. 241-242.


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