Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 30 Pages
Author: Susanne Prang
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Tags: Hanno, Buddenbrook, Direktor, Wulicke, Fiktiver, Antagonismus, Spiegel, Schulverhältnisse
Year: 2003
Pages: 30
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 22 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-58989-5
File size: 239 KB
Other users also were interested in the following titles:
Excerpt (computer-generated)
Universität Hamburg
Institut für Germanistik II
Hanno Buddenbrook und Direktor Wulicke - Fiktiver Antagonismus als Spiegel realer Schulverhältnisse um 1900
Susanne Prang
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung ... 3
II. Hintergrund: Porträt der schulischen Wirklichkeit um 1900 ... 3
III. Das Schulkapitel in Buddenbrooks ... 7
III. 1 Die Lehrer ... 7
III. 2 Der Schüler Hanno Buddenbrook ... 10
III. 3 Kai ... 18
III. 4 Die Mitschüler ... 19
IV. Thomas Mann und die Schule ... 22
V. Weitere Schulszenen in der Literatur um 1900 ... 24
V. 1 Heinrich Mann: Professor Unrat ... 24
V. 2 Friedrich Torberg: Der Schüler Gerber ... 26
VI. Schlussbetrachtung ... 27
Literaturverzeichnis ... 29
I. Einleitung
Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Schulkapitel aus Thomas Manns Buddenbrooks vor dem Hintergrund des deutschen Schulsystems an Realgymnasien und Gymnasien um 1900. Es soll gezeigt werden, dass das Schulkapitel aus Buddenbrooks stellvertretend für die Auswirkungen der preußischen Einflüsse auf das Schulwesen jener Epoche gesehen werden kann. Dabei stehen die beiden Figuren Hanno Buddenbrook und Direktor Wulicke für den unter dem Schulsystem leidenden Schüler einerseits und den Vertreter des preußischen Disziplinarsystems andererseits. Dabei handelt es sich bei beiden Figuren um Extreme: Hanno Buddenbrook ist der hochsensible, träumerische Décadent, der am Leben krankt und mit dem neuen leistungsorientierten Geist der Zeit maßlos überfordert ist. Direktor Wulicke dagegen repräsentiert den in jeglicher Hinsicht unerbittlichen Verfechter der preußischen Idee, und zusammen mit seinem Lehrergefolge macht er die in Buddenbrooks dargestellte Schule zum „Staat im Staate“.1
Die Ausführungen sollen deutlich machen, dass die preußisch orientierte Schule nicht nur für Hanno eine traumatische Erfahrung darstellt bzw. die Schule des Direktor Wulicke nicht nur deshalb als so traumatisierend beschrieben wird, um die Person des Hanno Buddenbrook als Décadent zu kennzeichnen. Ebenso wenig liegen die negativen Schilderungen allein in Thomas Manns subjektivem Empfinden als schlechter oder fauler Schüler begründet. Vielmehr soll diese Arbeit zeigen, dass auch weniger labile Charaktere als Hanno und auch außer Thomas Mann noch zahlreiche seiner Zeitgenossen an der Schule gelitten haben, und dies auf das repressive Schulsystem um 1900 zurück zu führen ist.
Dazu erfolgt zunächst ein Abriss über das Schulwesen in Deutschland um 1900, darauf eine Analyse des Schulkapitels aus Buddenbrooks mit anschließender Betrachtung von Thomas Manns eigener Schulerfahrung. Abschließend wird noch kurz auf die autobiographisch geprägte Darstellung von Schule in den Romanen Professor Unrat und Der Schüler Gerber von Thomas Manns Zeitgenossen Heinrich Mann und Friedrich Torberg eingegangen.
II. Hintergrund: Porträt der schulischen Wirklichkeit um 1900
Im 19. Jahrhundert vollziehen sich in der Institution Schule grundlegende Innovationen, die sich gravierend auf den Unterricht und auf das Verhältnis von Lehrer und Schüler auswirken.
Noch am Anfang des 19. Jahrhunderts existierte in Deutschland kein Schulsystem mit exakten Regelungen und Normierungen, es herrschte noch die Vielfalt des spätmittelalterlichen Schulwesens. Lehrer hatten meist keine höhere Ausbildung (Geistliche ausgenommen), und häufig waren sie nebenbei z.B. Stadtschreiber, Kantoren oder Küster. Der Unterricht gestaltete sich zu dieser Zeit so, dass Einzelunterweisung inmitten eines Schulzimmers stattfand, wobei der Rest der Klasse mit Stillarbeit beschäftigt wurde. Der Unterricht war entspannter, häufig ist eine Tendenz zur Improvisation zu beobachten, und es herrschte eine individuumsbezogene Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler.
Bereits im ausgehenden 18. Jh. werden die Bildungsinstitutionen in Preußen der staatlichen Regelung unterstellt, die staatliche Schulaufsicht wird zum obersten Richtmaß. Grundgedanke ist die Unterwerfung der Erziehung unter die Absichten des bestehenden Obrigkeitsstaates, wobei das Schulwesen als Instrument der Bewahrung der bestehenden gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse dienen soll.
[...]
1 Mann, Thomas (1990): Buddenbrooks. Verfall einer Familie, S. 722.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Der Zusammenhang von Medien und Gewalt
Author: Bodo BökePedagogy - Pedagogic Sociology, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Die Anfänge der Inquisition und der Inquisitor Konrad von Marburg
Author: Melanie LauerHistory - Middle Ages, Early Modern, 2003 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Sequenzanalyse am Beispiel einer Szene aus dem Film "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme"
Authors: Robert Mihelli, Verena KettenhofenFilm Science, 2004 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Die Beauftragung des Ordo fratrum praedicatorum mit der Inquisition
Author: Nele PohlHistory - Middle Ages, Early Modern, 2004 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Sequenzanalyse von Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut"
Author: Julius PöhnertFilm Science, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Wirken gewalthaltige Computer- und Videospiele aggressionsfördernd?
Author: Christoph StarlCommunications: Multimedia, Internet, New Technologies, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Symbolik im Film am Beispiel von Tom Tykwers "Lola rennt"
Author: Sabine BuchholzCommunications: Movies and Television, 2003 Download as PDF-file for 12,99 EUR
Zu: Heinrich Manns Professor Unrat oder das Ende eines Tyrannen
Author: Jonathan LockGerman - Literature, Works, 2002 Download as PDF-file for 5,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: