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Termpaper, 2006, 20 Pages
Author: Bachelor of Arts Marco Hadem
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Institution/College: University of Siegen
Tags: Nachfolgefrage, Augustus, Zeitalter, Augustus, Geschichte des römischen Reiches, Antike
Year: 2006
Pages: 20
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-59070-9
ISBN (Book): 978-3-638-75327-2
File size: 172 KB
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Abstract
1. Einleitung „Wenn aber nun sehr gut gespielt ist, dann klatscht Beifall und gebet alle uns mit Freude das Geleit.“ (Augustus auf seinem Totenbett, Nola, 19. August 14)1 1.1. Fragestellung und Vorgehensweise Es war der 19. August des Jahres 14 n. Chr.: Angeblich verschied der gebrechliche Augustus 35 Tage vor seinem 76. Geburtstag in Nola in demselben Haus und in demselben Zimmer, in dem 72 Jahre zuvor sein Vater verstorben war2. Damit das Lebenswerk des Princeps in dessen Sinne weitergeführt werden konnte, hatte er der Nachfolgerfrage während der zweiten Hälfte seines Principats große Aufmerksamkeit geschenkt3. Im Rahmen dieser Arbeit soll untersucht werden, wie die Maßnahmen des Augustus bei der Suche nach seinem Nachfolger in antiken Quellenauszügen präsentiert wird. Dabei werden zunächst in Kapitel 2 die grundsätzlichen Voraussetzungen der res publica und die zusätzliche Anforderung, die Augustus an seinen Nachfolger stellte, sowie dessen Maßnahmen und Vorgehensweisen erläutert. Anschließend steht im 3. Kapitel das Verhältnis zwischen dem Princeps und seinem Nachfolger Tiberius im Mittelpunkt. Hier soll sich zeigen, mit welchem Kalkül Augustus bei seiner Nachfolgepolitik vorgegangen ist. Zur besseren Strukturierung wurde eine Unterteilung in die Zeit vor und nach Tiberius Exil auf Rhodos vorgenommen4. Abschließend werden die Ergebnisse in Kapitel 4 nochmals in einem Fazit zusammengefasst.
Excerpt (computer-generated)
Universität Siegen
Übung: Das Zeitalter des Augustus
Sommersemester 2005, 4. Semester
Die Nachfolgefrage des Augustus
von: Marco Hadem
INHALT
1. Einleitung 3
1.1. Fragestellung und Vorgehensweise 3
1.2. Quellenlage und Forschungsstand 3
2. Die Nachfolgepolitik des Augustus 7
2.1 Grundvoraussetzungen in der res publica und die zusätzliche Anforderung von Seiten des Augustus 10
2.2. Maßnahmen, Mittel und Vorgehensweise des Augustus 10
3. Das Verhältnis zwischen Augustus und Tiberius 12
3.1 Vor dem Exil des Tiberius 13
3.2 Nach dem Exil des Tiberius 15
4. Fazit / Schlussbemerkungen 17
5. Bibliographie 19
5.1 Quellenverzeichnis 19
5.2 Literaturverzeichnis 19
1. Einleitung
„Wenn aber nun sehr gut gespielt ist, dann klatscht Beifall und gebet alle uns mit Freude das Geleit.“ (Augustus auf seinem Totenbett, Nola, 19. August 14)1
1.1. Fragestellung und Vorgehensweise
Es war der 19. August des Jahres 14 n. Chr.: Angeblich verschied der gebrechliche Augustus 35 Tage vor seinem 76. Geburtstag in Nola in demselben Haus und in demselben Zimmer, in dem 72 Jahre zuvor sein Vater verstorben war2. Damit das Lebenswerk des Princeps in dessen Sinne weitergeführt werden konnte, hatte er der Nachfolgerfrage während der zweiten Hälfte seines Principats große Aufmerksamkeit geschenkt3. Im Rahmen dieser Arbeit soll untersucht werden, wie die Maßnahmen des Augustus bei der Suche nach seinem Nachfolger in antiken Quellenauszügen präsentiert wird. Dabei werden zunächst in Kapitel 2 die grundsätzlichen Voraussetzungen der res publica und die zusätzliche Anforderung, die Augustus an seinen Nachfolger stellte, sowie dessen Maßnahmen und Vorgehensweisen erläutert. Anschließend steht im 3. Kapitel das Verhältnis zwischen dem Princeps und seinem Nachfolger Tiberius im Mittelpunkt. Hier soll sich zeigen, mit welchem Kalkül Augustus bei seiner Nachfolgepolitik vorgegangen ist. Zur besseren Strukturierung wurde eine Unterteilung in die Zeit vor und nach Tiberius Exil auf Rhodos vorgenommen4. Abschließend werden die Ergebnisse in Kapitel 4 nochmals in einem Fazit zusammengefasst.
1.2. Quellenlage und Forschungsstand
Betrachtet man die Quellenlage zur Nachfolgefrage des Augustus, so finden sich in den Werken von historischen Autoren wie Velleius Paterculus, Tacitus, Cassius Dio und Sueton ebenso Informationen und Anhaltspunkte für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung wie in der Res Gestae, dem von Augustus persönlich verfassten Taten- und Leistungsbericht. Für diese Ausarbeitung wurden ausgewählte Quellenauszüge aus den Niederschriften dieser Verfasser zu Grunde gelegt.
Die Niederschriften von Gaius Velleius Paterculus (Vell. Pat.) besitzen für die Erforschung des Überganges von der Republik zum Principat einen hohen Stellenwert, da sie eine der wenigen Quellen eines echten Zeitzeugen (*ca. 20 v. Chr.; † unbekannt) sind. Unter Tiberius war der unter Augustus geborene Senator Legat in Germanien und Pannonien. Sein Werk, der Titel Römische Geschichte ist kaum authentisch, ist in zwei Bücher unterteilt und beginnt mit der Zerstörung Trojas. Allerdings gilt sein Hauptaugenmerk den letzten Jahren der Republik, dem beginnenden Principat und der Regierungszeit ‚seines’ Kaisers Tiberius. Die historischen Fakten – insbesondere die aus der Zeit seines Lebens – gelten als recht zuverlässig. Auch seine positive Stellung zu Tiberius wird heute nicht als Kriecherei oder Propaganda, sondern als Ausdruck aufrichtiger, großenteils nicht unberechtigter Bewunderung aufgefasst. Seine Loyalität gegenüber den Herrschern ließ ihn keinerlei Bruch in der Entwicklung des römischen Staates empfinden5.
Eine weitere wichtige zeitgenössische Quelle stellt der Tatenbericht des Augustus, die Res Gestae divi Augusti (RgdA), dar. Der Rechenschaftsbericht, den der vergöttlichte Augustus erst in seinem letzten Lebensjahr fertig stellen konnte6, lässt zwar die eher ‚unappetitlichen’ Details seines Aufstiegs zur Macht weg, er übertreibt aber nicht beim Aufzählen seiner außen- und innenpolitischen Erfolge, seiner Fürsorge für das Volk, seiner regen Bautätigkeit oder der zahlreichen Ehrungen, die ihm zu Lebzeiten widerfuhren. Überliefert wurde die Res Gestae in Form einer Inschrift an den Wänden eines antiken Tempels der Göttin Roma und des Augustus im heutigen Ankara in der Türkei. Die recht umfangreichen Lücken, die der Text an vielen Stellen durch Beschädigungen aufwies, konnten durch weitere bruchstückhaft erhaltene Abschriften komplettiert werden, wodurch der Text der Res Gestae heute als wesentlich gesichert gilt7.
Abgesehen von den beiden zeitgenössischen Quellen, besitzt der römische Historiker und Senator Publius Cornelius Tacitus (* ca. 55 – 56 n. Chr.; † unbekannt) den zeitlich engsten Bezug zum Übergang der Macht von Augustus auf Tiberius. Tacitus schrieb seine Geschichtswerke aus der Perspektive des Senators, der die Zeit der römischen Kaiser danach beurteilte, wie weit sie den Idealvorstellungen der römischen Republik entsprach. Seine scharfen Analysen haben das moderne Bild vom Römischen Reich im 1. Jahrhundert nach Christus wesentlich geprägt. Grundlage für diese Ausarbeitung sind ausgewählte Auszüge der Kapitel 1 bis 13 des ersten Buches aus seinen Annalen (Tac. ann.), in denen er sich auf die Nachfolgefrage bezieht8. Dabei ist zu beachten, dass sich Tacitus trotz seiner persönlichen Maxime einer objektiven Berichterstattung9 als Anhänger der alten Republik und somit als offener Kritiker der von Augustus etablierten und anschließend von Tiberius fortgesetzten Principatsherrschaft präsentiert10.
[...]
1 Sueton, Augustus, 99, 1 [Übersetzung Otto Wittstock].
2 Suet. Aug. 100, 1.
3 Vgl.: Bleicken, Jochen: Augustus. Eine Biographie. 3. Auflage. München 1999, S. 621f.
4 Die Gründe für diese Unterteilung folgen zu Beginn von Kapitel 3.
5 Vgl.: Fuhrmann, Manfred: s.v. Velleius Paterculus; In: Der kleine Pauly, Band 5 (1975); Sp. 1160 – 1162.
6 Augustus, Res Gestae divi Augusti, 35 [Übersetzung Ekkehard Weber].
7 Vgl. Augustus: Res Gestae divi Augusti. Meine Taten. Nach den Monumentum Ancyranum, Apolloniense und Antiochenum. Lateinisch-griechisch–deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Ekkehard Weber. Düsseldorf, Zürich 2004 (Tusculum Studienausgabe). S. 6 ff.
8 Vgl.: Klingner, Friedrich, Tacitus über Augustus und Tiberius, Interpretationen zum Eingang der Annalen. Erschienen in den Sitzungsberichten der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1953, Heft 7, S. 3.
9 „Deshalb beabsichtige ich, nur weniges über Augustus, (…), zu berichten, dann den Prinzipat des Tiberius und die Folgezeit darzustellen, ohne Abneigung und Vorliebe, wofür mir jeglicher Anlaß fehlt.“ (Tacitus, Publius Cornelius: Annalen 1, 1, 2 [Übersetzung Erich Heller]).
10 Vgl.: Fuhrmann, Manfred: s.v. Tacitus; In: Der kleine Pauly, Band 5 (1975); Sp. 486 – 493.
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