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Betriebswirtschaftliche Aspekte von Leasing

Diploma Thesis, 2006, 79 Pages
Author: Diplom-Kaufmann Manuel Löbach
Subject: Economics / Business: Investment and Finance

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2006
Pages: 79
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 28  Entries
Language: German
Archive No.: V66555
ISBN (E-book): 978-3-638-59121-8
ISBN (Book): 978-3-638-71118-0
File size: 616 KB

Abstract

Immer mehr Unternehmen gehen dazu über, Maschinen und andere Betriebsmittel nicht mehr durch Kauf zu erwerben, sondern sich nur deren Nutzung für einen definierten Zeitraum mittels Leasing zu sichern. Denn entscheidend für die Erreichung des Produktionsziels im Unternehmen ist nicht die rechtliche Stellung des Maschinennutzers als Eigentümer, sondern lediglich das Vorhandensein des Betriebsmittels an sich. Diese Erkenntnis ist nicht erst in unserer modernen Zeit entstanden. Bereits 350 v. Chr. schrieb Aristoteles folgende Erkenntnis auf: „Der Reichtum besteht vielmehr im Gebrauch als im Eigentum“. Leasing ist in der Regel eine Form der langfristigen Fremdfinanzierung, bei der Leasingnehmer und –geber ein für einen festgelegten Zeitraum geltendes miet- oder pachtähnliches Verhältnis eingehen. Diese Finanzierungsform soll für ein Unternehmen in mehrerer Hinsicht vorteilhaft sein. Zum einen wird das Eigenkapital geschont. Liquidität fließt nur parallel zum Produktionsprozess ab und nicht als ein großer Betrag beim Kauf (pay as you earn). Weiterhin soll ein steuerlicher Effekt erreicht werden, da die Leasingausgaben bei korrekter Gestaltung des Leasingvertrages in voller Höhe als Betriebsausgaben absetzbar sind. Außerdem kann das Unternehmen in regelmäßigen Abständen über neue Produktionsmittel auf dem aktuellen Stand der Technik verfügen. Diese Arbeit beschäftigt sich nun mit dem Themenkomplex Leasing. Dieser soll aus unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Blickwinkeln betrachtet und analysiert werden. Gleichzeitig soll kritisch hinterfragt werden, ob Leasing im Vergleich zum Kauf eines Anlagegutes wirklich die Vorteile bietet, mit denen es von der Leasingindustrie beworben wird. Dies ist insbesondere unter dem Hintergrund zu betrachten, dass die auftretenden Leasinggesellschaften mit ihrer Geschäftstätigkeit (fast) immer eine Gewinnerzielungsabsicht haben.


Excerpt (computer-generated)

Hamburger Fern-Hochschule
Studiengang Betriebswirtschaft

Betriebswirtschaftliche Aspekte von Leasing

Diplomarbeit

vorgelegt von.: Manuel Löbach

2006

 

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ... 2
Gesetzesverzeichnis ... 4
Abbildungsverzeichnis ... 5
Tabellenverzeichnis v6
Abkürzungsverzeichnis ... 7
Anlagenverzeichnis ... 9

1 Einleitung ... 10
1.1 Historische Entwicklung des Leasing ... 11
1.2 Aktuelle Situation des Leasings in Deutschland ... 12

2 Verträge im Leasing ... 14
2.1. Definition von Leasing ... 14
2.2 Formen des Leasing ... 15
2.2.1 Unterscheidung nach dem Leasinggeber ... 15
2.2.2 Unterscheidung nach dem Verpflichtungscharakter des Leasingvertrag ... 16
2.2.3 Unterscheidung nach dem Leasingobjekt ... 17
2.3 Vertragsarten von Leasing ... 17
2.3.1 Vollamortisationsverträge ... 18
2.3.2 Teilamortisationsverträge ... 19
2.4 Rechtliche Aspekte ... 20

3 Bilanzierung von Leasing ... 23
3.1 Bilanzierung nach deutscher Rechnungslegung ... 23
3.1.1 Leasing-Erlasse ... 24
3.1.2 Bilanzierung bei Zurechnung zum Leasingnehmer ... 26
3.1.3 Bilanzierung bei Zurechnung zum Leasinggeber ... 27
3.2 Bilanzierung nach internationaler Rechnungslegung ... 28
3.2.1 Relevanz internationaler Regelungen für deutsche Unternehmen ... 28
3.2.2 Entwicklung der IAS/IFRS ... 30
3.2.3 Die Regelungen von IAS 17 ... 31
3.2.4 Unterschiede zu US-GAAP ... 34
3.2.5 Bilanzierung bei finance lease (IAS 17) ... 34
3.2.6 Bilanzierung bei operating lease (IAS 17) ... 36
3.3 Vergleich deutscher und internationaler Rechnungslegung ... 38

4 Einsatz und Auswirkungen von Leasing ... 40
4.1 Liquiditätsstatus ... 41
4.2 Bilanzkennzahlen und -politik ... 43
4.3 Auswirkung auf die Steuerlast ... 46
4.4 Weitere Faktoren ... 48
4.5 Auswirkungen auf die externe Unternehmensbewertung ... 51
4.5.1 Der Rating-Begriff ... 51
4.5.2 Basel II ... 52
4.5.3 Einflussnahme auf das Ratingergebnis ... 53
4.6 Sale-and-lease-back ... 55
4.6.1 Gründe für Sale-and-lease-back aus Sicht des Leasinggebers ... 55
4.6.2 Gründe für Sale-and-lease-back aus Sicht des Leasingnehmers ... 56
4.6.3 Rechtliche Aspekte beim Sale-and-lease-back ... 58

5 Vergleich Leasing und Kauf mittels Kredit ... 59
5.1 Qualitativer Vergleich ... 60
5.2 Quantitativer Vergleich ... 63
5.2.1 Berechnungsgrundlagen ... 63
5.2.2 Die beiden Finanzierungsalternativen ... 65
5.2.3 Auswirkungen auf das Nachsteuerergebnis ... 67
5.2.4 Wertung des Vergleichs ... 69

6 Fazit ... 72

Literaturverzeichnis ... 74

Anlagen ... 76

1 Einleitung

Immer mehr Unternehmen gehen dazu über, Maschinen und andere Betriebsmittel nicht mehr durch Kauf als Objekt des Anlagevermögens zu erwerben, sondern sich nur deren Nutzung für einen definierten Zeitraum mittels Leasing zu sichern. Denn entscheidend für die Erreichung des Produktionsziels im Unternehmen ist nicht die rechtliche Stellung des Maschinennutzers als Eigentümer, sondern lediglich das Vorhandensein des Betriebsmittels an sich. Diese Erkenntnis ist nicht erst in unserer modernen Zeit entstanden. Bereits 350 v. Chr. schrieb Aristoteles folgende Erkenntnis auf: „Der Reichtum besteht vielmehr im Gebrauch als im Eigentum“ (zitiert nach SPITTLER 1999, 3). Trotz fehlender schriftlicher Aufzeichnungen ist davon auszugehen, dass bereits die Sumerer einige Jahrtausende v. Chr. leasing-ähnliche Geschäfte tätigten. Das kommerzielle Leasing der Neuzeit startete 1877 in den USA, als die Bell Telephone Company zur Förderung des Absatzes dazu überging, den Kunden die Nutzung von Telefonen gegen monatliches Entgelt zu ermöglichen, ohne dass diese gekauft werden mussten (vgl. SPITTLER 1999, 3).

Leasing ist in der Regel eine Form der langfristigen Fremdfinanzierung, bei der Leasingnehmer und –geber ein für einen festgelegten Zeitraum geltendes miet- oder pachtähnliches Verhältnis eingehen (vgl. OLFERT/RAHN 1997, 556). Diese Finanzierungsform soll für ein Unternehmen in mehrerer Hinsicht vorteilhaft sein. Zum einen wird das Eigenkapital geschont. Liquidität fließt nur parallel zum Produktionsprozess ab und nicht als ein großer Betrag beim Kauf (pay as you earn). Weiterhin soll ein steuerlicher Effekt erreicht werden, da die Leasingausgaben bei korrekter Gestaltung des Leasingvertrages in voller Höhe als Betriebsausgaben absetzbar sind. Außerdem kann das Unternehmen in regelmäßigen Abständen über neue Produktionsmittel auf dem aktuellen Stand der Technik verfügen (vgl. SCHULZ 2006, 104f.).

Diese Arbeit beschäftigt sich nun mit dem Themenkomplex Leasing. Dieser soll aus unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Blickwinkeln betrachtet und analysiert werden. Gleichzeitig soll kritisch hinterfragt werden, ob Leasing im Vergleich zum Kauf eines Anlagegutes wirklich die Vorteile bietet, mit denen es von der Leasingindustrie beworben wird. Dies ist insbesondere unter dem Hintergrund zu betrachten, dass die auftretenden Leasinggesellschaften mit ihrer Geschäftstätigkeit (fast) immer eine Gewinnerzielungsabsicht haben.

1.1 Historische Entwicklung des Leasing

Wie im vorherigen Kapitel bereits ausgeführt startete das moderne Leasing der Neuzeit unter dem Motto „Vermieten statt Verkaufen“. Gerade im Bereich hochpreisiger Investitionsgüter konnten die Unternehmen so ihren Vertriebs- und damit Absatzerfolg deutlich verbessern (vgl. KRATZER 2005, 9). Allerdings blieb das Volumen derartiger Geschäfte zunächst gering. Nur wenige Hersteller setzten diese rein absatzpolitisch motivierte Maßnahme ein. Das Jahr 1952 brachte eine entscheidende Wende, da in San Francisco mit der United States Leasing Corporation die erste unabhängige Leasinggesellschaft gegründet wurde. Anders als bisher war das Vermieten von Wirtschaftsgütern kein Bestandteil der Marketing-Strategie eines Hersteller-Unternehmens, sondern wurde zum originären Geschäftszweck eines herstellerunabhängigen Unternehmens. Die Geschäftsidee bestand darin, den Herstellern die Vermietung und Finanzierung der Wirtschaftsgüter abzunehmen. In gewisser Weise stellt dies einen frühen Ansatz hin zum aktuellen Trend des Outsourcings dar. Die erste deutsche Leasinggesellschaft wurde 1962 mit der Deutschen Leasing GmbH in Düsseldorf gegründet (vgl. SPITTLER 1999, 3f).

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