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Termpaper, 2004, 22 Pages
Author: M.A. Kathleen Deutschmann
Subject: Speech Science / Linguistics
Details
Institution/College: University of Leipzig (Institut für Anglistik)
Tags: Grundbegriffe, Textlinguistik, Kriterien, Textualität, Text, Linguistik
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-59142-3
File size: 218 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Leipzig
Institut für Anglistik
Lehrstuhl für Linguistik
Hauptseminar: Textlinguistik
Grundbegriffe der Textlinguistik - Die sieben Kriterien der Textualität
Kathleen Deutschmann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Kriterien der Textualität ... 1
2.1 Kohäsion ... 3
2.2 Kohärenz ... 4
2.3 Textinterne und textexterne Kriterien ... 6
2.4 Intentionalität ... 7
2.5 Akzeptabilität ... 9
2.6 Informativität ... 10
2.7 Situationalität ... 11
2.8 Intertextualität ... 13
2.8.1 Exkurs: Intertextualität in Textlinguistik und Literaturwissenschaft ... 13
2.9 Effizienz, Effektivität, Angemessenheit 1... 7
3. Kritik ... 18
Verzeichnis der verwendeten Literatur ... 21
1. Einleitung
„Welche allgemeinen Bedingungen muß ein sprachliches Gebilde erfüllen, um überhaupt als Text zu gelten? So läßt sich die Kernfrage formulieren, die sich die Textlinguistik seit ihrem Entstehen Mitte der 60er Jahre immer wieder gestellt hat. Es geht dabei um die Bedingungen, die in der Forschung unter dem Begriff der ‚Textualität’ (Texthaftigkeit) zusammengefaßt werden. Sprachliche Gebilde müssen also bestimmte Textualitätsmerkmale aufweisen, damit wir sie als Texte einstufen.“1 Für die Frage „Was macht einen Text zum Text?“ haben die Autoren Robert-Alain de Beaugrande und Wolfgang Ulrich Dressler in ihrem Buch „Einführung in die Textlinguistik“ eine mögliche aber auch diskussionswürdige Lösung gefunden. Das von ihnen entwickelte Konzept sieht vor, dass sprachliche Gebilde sieben Kriterien der Textualität erfüllen müssen um als Text zu gelten. Diese Merkmale sollen hier dargestellt und das Modell kritisch hinterfragt werden.
2. Kriterien der Textualität
Der Begriff ‚Textualität’ umfasst ganz allgemein alle Merkmale, die das Wesen eines Textes ausmachen, die den Text zum Text machen. Die Bezeichnungen ‚Textur’ oder auch ‚Textlichkeit’ sind synonym zu gebrauchen, während der Begriff ‚Vertextung’ vom Terminus ‚Textualität’ abgrenzt werden muss. Er steht für den Prozess des Textaufbaus. Textualität aber bezieht sich auf den Text als ein Produkt.2 Der Terminus bezeichnet die Art und Weise, wie Sätze zu einem Text verknüpft werden.
Eine der schwierigsten Aufgaben der Textlinguistik war und ist noch immer die Begriffsbestimmung ihres zentralen Forschungsgegenstandes, des Textes. Die Frage, was einen Text zum Text macht, ist in der Entwicklung der Textlinguistik unterschiedlich beantwortet worden, jeweils abhängig von der gerade vorherrschenden Forschungsrichtung. Zu Beginn ihrer Entwicklung war die Textlinguistik eher sprachsystematisch ausgerichtet. Hauptsächlicher Untersuchungsgegenstand war das Sprachsystem im Sinne eines Regelsystems einer Sprache, das es analytisch aufzudecken galt. Ausgangspunkt der Analyse war stets der ‚Satz’ als die wichtigste linguistische Einheit. Die Forschung beschränkte sich auf die strukturelle Untersuchung der Einheit Satz und dessen Segmentierung in jeweils kleinere Einheiten wie Morpheme oder Phoneme. Daraus folgend nannte man als Merkmale, die einen Text zum Text machen, vorwiegend grammatische Eigenschaften.
Text wurde gesehen als eine Folge von Sätzen, die durch grammatische Funktionen miteinander verknüpft sind.
Im Anschluss an diese Phase kam es zu einer grundlegenden Veränderung der Perspektive in der Textlinguistik, aber auch der Linguistik im Allgemeinen. Die sich Anfang der 1970er Jahre vollziehende so genannte ‚pragmatische Wende’ in der Linguistik führte zur Ansicht, Text „nicht mehr als grammatisch verknüpfte Satzfolge, sondern als komplexe sprachliche Handlung“3 anzusehen. Als linguistische Teildisziplin versteht die Pragmatik Sprache als eine Form des sozialen Handelns, im Vordergrund steht die Untersuchung der Beziehungen zwischen der Sprache und den Sprachbenutzern. Angeregt durch die Pragmatik entwickelte sich auch in der Textlinguistik eine neue Forschungsrichtung: die kommunikationsorientierte Textlinguistik. Sie sieht Texte nicht mehr als isolierte, unveränderliche Gebilde, sondern erkennt, dass sie stets in aktuelle Kommunikationssituationen integriert sind und sowohl von diesen als auch von den Einstellungen und Erwartungen der Textproduzenten und -rezipienten beeinflusst werden. Zentrales Thema ist die ‚kommunikative Funktion’ von Texten: welchen Zweck haben Texte in bestimmten Kommunikationsprozessen.4
Dass auch das Modell von Beaugrande und Dressler dieser Forschungsrichtung zuzuordnen ist, zeigt ihre Definition von Text. Sie sehen Text „als eine KOMMUNIKATIVE OKKURENZ (…), die sieben Kriterien der TEXTUALITÄT erfüllt. Wenn irgendeines dieser Kriterien als nicht erfüllt betrachtet wird, so gilt der Text nicht als kommunikativ. Daher werden nicht-kommunikative Texte als Nicht-Texte behandelt“.5 Genauer betrachtet handelt es sich hierbei aber weniger um eine Definition im eigentlichen Sinne. Das Modell von Beaugrande und Dressler stellt eine alternative Herangehensweise an das Problem der Herleitung des Textbegriffs dar. Es wird nicht versucht den ‚Text’ mit Hilfe einer weiteren einseitigen und starren Definition zu erfassen. Vielmehr werden Textualitätskriterien bestimmt, die den Text von verschiedenen Perspektiven aus betrachten und die der Abgrenzung von Texten und so genannten Nicht-Texten dienen sollten.
[...]
1 Brinker (1988), S. 6
2 Vgl. Vater (1992), S. 31
3 Brinker (1988), S. 6
4 Vgl. Brinker (2001), S. 12ff.; Brinker (1988), S. 6
5 Beaugrande/Dressler (1981), S. 3
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