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Scholary Paper (Seminar), 2006, 21 Pages
Author: Gergely Kapolnasi
Subject: Archaeology
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Seminar für Ur- und Frühgeschichte)
Tags: Spuren, Romanen, Herrschaft, Mittelseminar, Kontinuitäten, Diskontinuitäten, Spätantike, Mittelalter, Sicht, Frankenreich
Year: 2006
Pages: 21
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 20 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-59151-5
ISBN (Book): 978-3-638-79347-6
File size: 198 KB
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Abstract
Der Untergang des Imperium Romanum und die Anfänge des Frankenreiches markieren die Epochengrenze zwischen Antike und Mittelalter. Nach früherer Auffassung ging dieser Prozess mit dem Ende der antiken Kultur, der antiken Städte und der provinzial-römischen Bevölkerung im entstehenden Frankenreich einher. Doch war dies wirklich so? Mussten die Romanen tatsächlich den in immer größeren Scharen einfallenden germanischen Stämmen weichen? Oder blieben Reste antiker Kultur und Traditionen noch bis in das Mittelalter hinein erhalten? Mit diesen Fragestellungen beschäftigt sich die vorliegende Arbeit. Dabei sollen vor allem archäologische Spuren der romanischen Bevölkerung in den fränkischen Gebieten untersucht werden. In erster Linie sind dies Gräberfelder. Dabei sollen auch geographische Aspekte berücksichtigt werden. Gab es Unterschiede in der Kontinuität der Bestattungssitten der Romanen in den unterschiedlichen Regionen des Frankenreiches? Sind fränkische Einflüsse auf die Bestattungssitten der romanischen Bevölkerung festzustellen? Das Problem bei der Untersuchung dieser Fragen ist die häufig schlechte Überlieferung der romanischen Nekropolen. Viele wurden bereits im 19. Jahrhundert ausgegraben. Wegen der lückenhaften oder im Laufe der Zeit verloren gegangenen Dokumentation der Grabungen sind die Ergebnisse heute nur noch bedingt verwertbar. Neben Gräberfeldern sind epigraphische Zeugnisse eine weitere wichtige Quellengruppe. Sie geben Hinweise auf die Sprachentwicklung und die kulturelle Zugehörigkeit der Bevölkerung. Das dritte Untersuchungsfeld sind die Siedlungen. Es sollen hierbei sowohl größere als auch kleinere Städte, sowohl spätrömische Kastelle als auch romanische Gutshöfe, die villae rusticae, in den ländlichen Gebieten angesprochen werden.
Excerpt (computer-generated)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Seminar für Ur- und Frühgeschichte
Mittelseminar: Kontinuitäten und Diskontinuitäten – der Übergang von der Spätantike zum Mittelalter aus archäologischer Sicht
Die archäologischen Spuren der Romanen unter fränkischer Herrschaft
Gergely Kapolnasi
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 2
1. Kurzer Überblick über die Geschichte des Frankenreiches von der Entstehung bis zum Zerfall ... 3
2. Romanische Bestattungen unter fränkischer Herrschaft ... 5
2.1. Die Gräberfelder an Rhein und Mosel ... 7
2.2. Die Gräberfelder im Alpenraum ... 9
2.3. Die Gräberfelder im Westen des Frankenreiches ... 11
3. Grabinschriften als Zeugnisse der romanischen Bevölkerung ... 13
4. Romanische Siedlungen unter fränkischer Herrschaft ... 14
4.1. Städtische Siedlungen ... 14
4.2. Ländliche Siedlungen ... 16
Fazit ... 18
Literaturverzeichnis ... 19
Einleitung
In den römischen Quellen wird der Stammesverband der Franken in der Mitte des 3. Jahrhunderts zum ersten Mal erwähnt. Sie bildeten zunächst kleine Gruppen, welche plündernd durch die Grenzgebiete des Römischen Reiches streiften. Niemand hätte zu dieser Zeit vermutet, dass aus diesem Stammesverband ein Großreich entstehen würde, welches die Geschichte Europas für Jahrhunderte maßgeblich beeinflussen würde.
Der Untergang des Imperium Romanum und die Anfänge des Frankenreiches markieren die Epochengrenze zwischen Antike und Mittelalter. Nach früherer Auffassung ging dieser Prozess mit dem Ende der antiken Kultur, der antiken Städte und der provinzial-römischen Bevölkerung im entstehenden Frankenreich einher. Doch war dies wirklich so? Mussten die Romanen tatsächlich den in immer größeren Scharen einfallenden germanischen Stämmen weichen? Oder blieben Reste antiker Kultur und Traditionen noch bis in das Mittelalter hinein erhalten? Mit diesen Fragestellungen beschäftigt sich die vorliegende Arbeit. Dabei sollen vor allem archäologische Spuren der romanischen Bevölkerung in den fränkischen Gebieten untersucht werden. In erster Linie sind dies Gräberfelder. Dabei sollen auch geographische Aspekte berücksichtigt werden. Gab es Unterschiede in der Kontinuität der Bestattungssitten der Romanen in den unterschiedlichen Regionen des Frankenreiches? Sind fränkische Einflüsse auf die Bestattungssitten der romanischen Bevölkerung festzustellen? Das Problem bei der Untersuchung dieser Fragen ist die häufig schlechte Überlieferung der romanischen Nekropolen. Viele wurden bereits im 19. Jahrhundert ausgegraben. Wegen der lückenhaften oder im Laufe der Zeit verloren gegangenen Dokumentation der Grabungen sind die Ergebnisse heute nur noch bedingt verwertbar.
Neben Gräberfeldern sind epigraphische Zeugnisse eine weitere wichtige Quellengruppe. Sie geben Hinweise auf die Sprachentwicklung und die kulturelle Zugehörigkeit der Bevölkerung.
Das dritte Untersuchungsfeld sind die Siedlungen. Es sollen hierbei sowohl größere als auch kleinere Städte, sowohl spätrömische Kastelle als auch romanische Gutshöfe, die villae rusticae, in den ländlichen Gebieten angesprochen werden. Jedoch um diese Prozesse zu verstehen, sie in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können und auch um die geographischen und zeitlichen Dimensionen zu erfassen, soll zunächst eine kurze Geschichte des Frankenreiches vom ersten Auftauchen fränkischer Stämme in römischen Quellen bis zum Zerfall unter der Herrschaft der Enkel Karls des Großen knapp umrissen werden.
1. Kurzer Überblick über die Geschichte des Frankenreiches von der Entstehung bis zum Zerfall
Die Franken werden in römischen Quellen erstmals in der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. erwähnt:1
Um dieselbe Zeit zog Licinius Gallienus, nachdem er die Germanen tatkräftig von Gallien ferngehalten hatte, eilends nach Illyrien hinab. [...] Als dies erfolgreich und über alle Erwartungen gut verlaufen war, gab er, nach Menschenart vom Glück enthemmt, mitsamt seinem Sohne Saloninus, dem er die Würde eines Caesar übertragen hatte, die römische Sache derart sozusagen einem Schiffbruch preis, dass die Goten, Thrakien ungehindert durchquerend, Makedonien, Achaia, und die Kleinasien benachbarten Gebiete, die Parther hingegen Mesopotamien heimsuchten, dass im Osten Räuber oder eine Frau die Herrschaft ausübten, dass die Streitmacht der Alamannen damals in gleicher Weise Italien und die Stämme der Franken, nachdem sie Gallien verheert hatten, Spanien in Besitz nahmen, wo sie Tarraco verwüsteten und nahezu ausplünderten, ja dass ein Teil von ihnen, der sich beizeiten der Schiffe bemächtigt hatte, bis nach Afrika vordrang – und außerdem ging jenseits der Donau verloren, was Trajan hinzuerworben hatte.2
[...]
1 Murray, Gaul, S. 2.
2 Aur. Vict. 33-33,3: Sub idem tempus Licinius Gallienus cum a Gallia Germanos strenue arceret, in Illyricum properans descendit. [...] His prospere ac supra vota cedentibus more hominum secundis solutior rem Romanam quasi naufragio dedit cum Salonino filio, cui honorem Caesaris contulerat, adeo uti Thraciam Gothi libere pergressi Macedonas Achaeosque et Asiae finitima occuparent, Mesopotamiam Parthi, Orienti latrones seu mulier dominaretur, Alamannorum vis tunc aeque Italiam, Francorum gentes direpta Gallia Hispaniam possiderent vastato ac paene direpto Tarraconensium oppido, nactisque in tempore navigiis pars in usque Africam permearet; et amissa trans Istrum, quae Traianus quaesiverat.
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