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Heidnische Elemente im russisch-orthodoxen Christentum

Hauptseminararbeit, 2001, 27 Seiten
Autor: Ilka Borchardt
Fach: Kulturwissenschaft

Details

Veranstaltung: VL: Die historische Wirkungsmacht von Geschlechterbildern
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin (Kulturwissenschaftliches Seminar)
Tags: Heidnische, Elemente, Christentum, Wirkungsmacht, Geschlechterbildern
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 27
Note: sehr gut (1,0)
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V6668
ISBN (E-Book): 978-3-638-14192-5

Dateigröße: 236 KB


Textauszug (computergeneriert)

Gender Studies/
Geschlechterforschung

Sommersemester 2001

VL: Die historische Wirkungsmacht von Geschlechterbildern


Semesterarbeit
"Heidnische" Mythen im russisch-orthodoxen Christentum
Festtage, Bräuche, Geschlechterbilder



Ilka Borchardt
6. Fachsemester

1 Einleitung 3

2 Das Altrussische Reich bis zum Beginn der Christianisierung 5

3 Russische Festtage und Mythen 8

4 Christianisierung in Russland - ein langwieriger Prozess 14

5 Christliche und russische Feiertage und Kulte 18

6 Zusammenfassung 23

7 Bibliographie 26

1 Einleitung

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu zeigen, inwieweit vorchristliche Mythen, in diesem Fall ostslawische, bei der Christianisierung der Alten Rus integriert wurden, um die Bevölkerung missionieren zu können. Daraus ergeben sich Veränderungen des christlichen Glaubens in der Art einer Symbiose zwischen "heidnischen" und christlichen Vorstellungen und Ritualen, die das alltägliche Leben der Menschen bestimmen.
Da allerdings ein "Überblick über die Integration von Mythen in den christlichen Glauben", so undifferenziert wie dieser Ausdruck impliziert, den Rahmen einer Semesterarbeit weit überschreiten würde, konzentriere ich mich hier auf jährlich wiederkehrende Festtage und damit verbundene Vorstellungen. Hintergrund sind folgende Überlegungen: Russland (die Alte Rus′) war bereits vor Beginn der Christianisierung ein Agrarland und blieb es bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. In einer agrarischen Kultur ist davon auszugehen, dass der jährliche, vegetationsabhängige Zyklus nicht nur wesentlich das tägliche Leben beeinflusst, sondern auch umfassendere, weltanschauliche, gesellschaftsstrukturierende Normen und Werte, einschließlich der Vorstellungen von Geschlechterverhältnissen.
In meiner einjährigen Feldforschung konnte ich selbst feststellen, welch großen Raum der Gartenbau nach wie vor im Leben der Menschen einnimmt, egal ob sie nun selbst einen Garten bewirtschaften oder nicht. Hier wurde ich von einer Interviewpartnerin mit der Ansicht konfrontiert, der Garten sei schon immer in der Hand der Frauen gewesen. Die Verallgemeinerung "schon immer" impliziert auch vorchristliche Wurzeln dieser geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung. Damit scheint es gerechtfertigt, eine Verbindung zwischen der Tradierung vorchristlicher Normen und existierenden Geschlechterbeziehungen anzunehmen, wobei letztere entweder durch die Christianisierung verändert oder ursprüngliche christliche Vorstellungen relativierten.

[...]


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