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Scholary Paper (Seminar), 2006, 19 Pages
Authors: Alexander Philipp, Oliver Binnewies, Dominic Franchi
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Institution/College: Nürtingen University
Tags: Unvollständige, Informationen, Arbeitsmarkt, Grundseminar
Year: 2006
Pages: 19
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-59923-8
ISBN (Book): 978-3-638-79349-0
File size: 269 KB
Eher allgemein gehaltene Ausführung zum Thema "Unvollständige Information". Zahlreiche Beispiele zur Veranschaulichung.
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Abstract
Diese Seminararbeit soll einen Überblick über das Entstehen von Marktversagen auf dem Arbeitsmarkt durch Informationsprobleme geben. Dabei soll ein möglichst umfangreicher Einblick in Themen wie Unkenntnis und Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt, asymmetrische und unvollständige Information, Adverse Auslese, Moral Hazard und Prinzipal-Agent-Theorie gewährt werden. Die derzeitigen Arbeitsmarktprobleme geben entsprechenden Anlass, diese Situation zu hinterfragen und zu ergründen. Vor allem ein Teil der friktionellen Arbeitslosigkeit entsteht durch Informationsmängel seitens der Arbeitgeber sowie der Arbeitnehmer. Durch diese entsteht fehlende Markttransparenz, der Anpassungsprozess zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verlängert sich durch unvollständige Information. Auf diese Suchprozesse wird hinreichend eingegangen und anhand von Beispielen veranschaulicht.
Excerpt (computer-generated)
Unvollständige Informationen auf dem Arbeitsmarkt
von: Alexander Philipp, Oliver Binnewies und Dominic Franchi
Wintersemester 2005/2006
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Allgemeine Begrifflichkeiten 3
2.1 Arbeitsmarkt: Eine kurze Einführung 3
2.2 Marktversagen 5
3 Asymmetrische Information 6
3.1 Moral Hazard 7
3.2 Adverse Selection 8
3.3 Such- und Matchingprozesse 10
3.3.1 Der Arbeitnehmer als Sucher 10
3.3.2 Der Arbeitgeber als Sucher 11
3.3.3 Vertragsabschluss und Kündigung 12
4 Lösungsmöglichkeiten zur Verringerung des Marktversagens 13
4.1 Bei Unkenntnis 13
4.1.1 Screening 13
4.1.2 Signalling 14
4.1.3 Anreizsysteme 14
4.2 Bei Unsicherheit 16
4.2.1 Erhöhung des Informationsaufwands 16
4.2.2 Relative Sicherheit suchen 17
4.2.3 Reserven aufbauen 17
4.2.4 Risikoausgleich 17
5 Fazit 18
6 Literaturverzeichnis 19
1 Einleitung
Diese Seminararbeit soll einen Überblick über das Entstehen von Marktversagen auf dem Arbeitsmarkt durch Informationsprobleme geben. Dabei soll ein möglichst umfangreicher Einblick in Themen wie Unkenntnis und Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt, asymmetrische und unvollständige Information, Adverse Auslese, Moral Hazard und Prinzipal-Agent-Theorie gewährt werden. Die derzeitigen Arbeitsmarktprobleme geben entsprechenden Anlass, diese Situation zu hinterfragen und zu ergründen. Vor allem ein Teil der friktionellen Arbeitslosigkeit entsteht durch Informationsmängel seitens der Arbeitgeber sowie der Arbeitnehmer. Durch diese entsteht fehlende Markttransparenz, der Anpassungsprozess zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verlängert sich durch unvollständige Information. Auf diese Suchprozesse wird hinreichend eingegangen und anhand von Beispielen veranschaulicht.
Zunächst wird eine kurze Einführung über die Arbeitsangebots- und Nachfragezusammenhänge auf dem Arbeitsmarkt und auf die Marktfehler, die zu Marktversagen führen, gegeben. Nach der spezifischen Betrachtung des Marktversagens auf dem Arbeitsmarkt wollen wir auf die vorhandenen Möglichkeiten eingehen, die diese Probleme mildern bzw. lösen können. Dabei wurde sowohl arbeitsmarktspezifische als auch makro-/mikroökonomische und wirtschaftspolitische Literatur verwendet, um dem ganzen Umfang des Themas gerecht zu werden.
2 Allgemeine Begrifflichkeiten
2.1 Arbeitsmarkt: Eine kurze Einführung
Der Arbeitsmarkt differenziert sich von anderen Märkten, da die Arbeitkräftenachfrage nach Mankiw (2001: 416) eine abgeleite Nachfrage ist. Damit ist gemeint, dass in der Regel die Leistung der Arbeitskräfte in die Produktion anderer Güter eingesetzt wird. Dieses Kapitel soll eine kurze Einführung in den Arbeitsmarkt geben. Dabei verwenden wir die Inhalte der Makroökonomik. Auf dem Arbeitsmarktmodell treffen Nachfrage und Angebot aufeinander. Dabei gelten die Arbeitnehmerhaushalte als Anbieter von Arbeit, und die Unternehmer sind die Nachfrager der Arbeit. Das Verhalten dieser beiden Marktsubjekte bildet letztlich die gesamtwirtschaftliche Angebote und Nachfrage nach Arbeit und das gesamtwirtschaftliche Angebot an Arbeit.
Mit Hilfe der klassischen Theorie lässt sich ein vereinfachter Überblick über die Größen auf dem Arbeitsmarkt schaffen. Nach Rittenbruch (2000: 280) bildet sich am Arbeitsmarkt der Preis für Arbeit als Reallohn (Nominallohn/Preisniveau). Somit richtet sich sowohl die Arbeitsnachfrage als auch das Arbeitsangebot nach dem Reallohn. Bei steigendem Reallohn nimmt das Angebot an Arbeit zu, wobei die Nachfrage der Unternehmen zurückgeht. Fällt der Reallohn, so steigt die Arbeitsnachfrage und das Angebot sinkt.
Bei Übereinstimmung von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage entsteht ein Gleichgewichtsreallohnsatz, bei dem der Markt geräumt ist. Die Darstellung 1 stellt diese Marktsituation grafisch dar, im Schnittpunkt der beiden Kurven (A*ıI*) wird der Arbeitsmarkt geräumt. Diese Situation wird laut Rittenbruch (2000: 283) als „Vollbeschäftigung“ bezeichnet. Hier findet sowohl jeder Arbeitnehmer Beschäftigung, als auch jedes Unternehmen kann seine angebotenen Stellen mit Arbeit besetzten. Im Punkt I0 ist der Reallohn höher als der Gleichgewichtslohn (I*). Es wollen mehr Personen arbeiten als für diesen Lohnsatz Arbeitskräfte beschäftigt werden können (A0).
In der Darstellung 1 ist die Arbeitslosigkeit im neoklassischen Sinne im Punkt (A0,I0) aufgezeigt. Die Differenz aus Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage wird als Arbeitsüberhang definiert und ist gleichzusetzen mit dem Begriff der Arbeitslosigkeit (Stellmach 2002: 6).
Abbildung 1 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Nun haben wir die theoretischen Grundlagen des Arbeitsmarktes befasst und können nun in den folgendenden Kapiteln auf die Probleme eingehen, die bei unvollkommenen Informationen auf dem Arbeitsmarkt entstehen.
2.2 Definition Marktversagen
Hier möchten wir zuerst auf die neoklassische Theorie des Markversagens eingehen. Die Grundlage ist die walrasianische Theorie des allgemeinen Gleichgewichts. Das Handeln der Wirtschaftssubjekte wird hier so dargestellt, dass ein pareto-optimaler Wohlfahrtszustand der Gesellschaft erreicht wird. Eingriffe in den Markt verbieten sich, da es zu keiner Wohlfahrtssteigerung kommen kann. Diese Theorie baut auf der Grundlage von vollkommenen Märkten auf. Nach Fritsch (2001: 35) beinhalten vollkommene Märkte:
- Vollständige Informationen
- Vollständige Substituierbarkeit
- Vollständige Mobilität
- Vollständigen Wettbewerb
Die vollkommenen Märkte kommen jedoch in der Realität kaum vor. Nach Fritsch (1999: 262f.) sind in der Realität die Marktakteure uninformiert, so dass der Markt hierdurch in seiner Funktionsweise wesentlich beeinträchtigt ist und versagt. Die Verteilung des Vermögens auf die Wirtschaftssubjekte wird nach der Gleichgewichtstheorie als gegeben betrachtet. So könnte die Wirtschaftspolitik allenfalls eine Neuverteilung des Vermögens anstreben. Da die neoklassische Theorie keine „gerechte“ Vermögensverteilung annimmt, ist für diese Neuverteilung der Politik keine Grundlage geschaffen. Wirtschaftspolitische Eingriffe gelten somit nur dann als gerechtfertigt, wenn es zum Marktversagen kommt.
Markversagen, wenn der vollkommene Markt als Referenz betrachtet wird, entsteht durch Marktfehler in Form von Informations-, Mobilitäts- und Wettbewerbsproblemen. Informationsprobleme werden auch als unvollkommene Informationen bezeichnet. Diese entstehen laut Heise (2005 :68) dann, wenn Informationen objektiv nicht vorhanden sind – z. B. gibt es keine Preisinformationen, wo kein Markt existiert (reine öffentliche Güter oder Allmendegüter), oder Informationen über zukünftige Entwicklungen sind objektiv nicht vorhanden und häufig lassen sich nicht einmal alle möglichen Weltzustände und deren subjektive Eintrittswahrscheinlichkeiten bilden, oder die Verteilung der vorhandenen Informationen sich asymmetrisch über die beteiligten Marktseiten (Anbieter und Nachfrager) verteilen.
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