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Scholary Paper (Seminar), 2001, 37 Pages
Author: Martin Endres
Subject: Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Philosophisches Seminar)
Tags: Aristoteles, Substanzbücher, Proseminar
Year: 2001
Pages: 37
Grade: 2
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-10441-8
ISBN (Book): 978-3-638-63694-0
File size: 161 KB
Die Arbeit bietet einen genauen Überblick über die aristotelische Metaphysik und setzt sich intensiv mit dem platonischen Modell der Ideenlehre auseinander.
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Abstract
1. Einleitung Um sich eingehend mit der Frage "Was ist das Seiende?" auseinanderzusetzen, die in den Büchern Ζ, Η und Θ der Metaphysik des Aristoteles eine besondere Gewichtung erfährt, in denen die Wissenschaft vom Seienden, deren Untersuchung bereits im Buch Γ ihren Anfang nimmt, nun konkretisiert wird und mit der Suche nach einem Seienden, das zugleich Seins- und Erklärungsgrund alles Seienden ist, mit der Definition der ousia ihren Höhepunkt findet, ist es notwendig, den von Aristoteles geprägten Begriff der Metaphysik genauer zu beleuchten. Aristoteles versteht unter Metaphysik eine Wissenschaft, die davon absieht, lediglich Teilbezirke des Seins zu untersuchen, wie zum Beispiel die Mathematik oder die Medizin es tun würden, sondern sich vielmehr dem allgemeinen Sein zuwendet, das in allem zu finden ist, also dem Sein als solchem und dem, was damit zusammenhängt: "Es gibt eine Wissenschaft, die das Seiende, insofern es seiend ist, betrachtet und das, was ihm an sich zukommt" (Met. Γ,1; 1003a 21). Die Metaphysik ist somit für Aristoteles Seinswissenschaft, Ontologie. Alle Wissenschaften würden zwar in gewisser Weise etwas über das Sein aussagen, setzten jedoch hierbei eine Reihe von Begriffen voraus, die unmittelbar mit dem Sein zusammenhingen, die unmittelbar mit dem Sein gegeben seien. Begriffe wie Identität, Art, Einheit oder auch Gattung würden ohne genauer untersucht zu werden von den Einzelwissenschaften benutzt und somit unbesehen vorausgesetzt. Aus diesem Grund bedürfe es einer Wissenschaft, die das Sein und seine spezifischen Eigenheiten wissenschaftlich untersuche, es bedürfe einer ersten Philosophie. Aufgrund der Tatsache, dass das allgemeine Sein allen Seinsbezirken und allem Seienden zugrunde liegt, definiert Aristoteles die Metaphysik auch als die Wissenschaft vom Ersten und Ursächlichen: "Denn wer das Verstehen um seiner selbst willen wählt, wird am meisten die höchste Wissenschaft wählen | - das ist aber die Wissenschaft des im höchsten Grade Wißbaren; und im höchsten Grade wißbar sind das Erste und die Ursachen" (Met. A,2; 982a 31). Innerhalb der Metaphysik des Aristoteles, die aus insgesamt 14, zum größten Teil eigenständigen Büchern zusammengesetzt ist, bilden die Bücher Ζ, Η und Θ eine geschlossene Gruppe.
Excerpt (computer-generated)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die ousia und ihre Bestimmungen
2.1. Die ousia
2.2. Die ousia als Zugrundeliegendes
2.3. Das ti ên einai des Seienden
2.3.1. Das ti ên einai und das Einzelne
2.4. Das Entstehen des Seienden
2.5. Die Teile der Definition
2.6. Das katholou und die ousia
2.7. Die ousia als Prinzip
2.8. Die ousia als Bewegung
2.9. Die Einheit der Definition
3. Bewegung, Vermögen und Verwirklichung
4. Der Wahrheitsbegriff der aristotelischen Metaphysik
4.1. Logische und ontologische Wahrheit
4.2. Die Wahrheit des Zusammengesetzten
4.3. Die Wahrheit des Unzusammengesetzten
5. Kritische Betrachtung der aristotelischen Ideenlehre
5.1. Die Ideenlehre Platons
5.2. Die Wirklichkeit der Ideen
5.3. Kritische Betrachtung des tode ti
5.3.1. Das tode ti und der Begriff
5.3.2. Das aristotelische Ideenmodell
5.3.2.1. Das Problem der Vollkommenheit
5.3.2.2. Der Gegensatz von Einheit und Vielheit
5.3.2.3. Die Identität und deren Widersprüchlichkeit
5.3.2.4. Die Individualität eines Seienden
Literatur
1. Einleitung
Um sich eingehend mit der Frage "Was ist das Seiende?" auseinanderzusetzen, die in den Büchern Ζ, Η und Θ der Metaphysik des Aristoteles eine besondere Gewichtung erfährt, in denen die Wissenschaft vom Seienden, deren Untersuchung bereits im Buch Γ ihren Anfang nimmt, nun konkretisiert wird und mit der Suche nach einem Seienden, das zugleich Seins- und Erklärungsgrund alles Seienden ist, mit der Definition der ousia ihren Höhepunkt findet, ist es notwendig, den von Aristoteles geprägten Begriff der Metaphysik genauer zu beleuchten.
Aristoteles versteht unter Metaphysik eine Wissenschaft, die davon absieht, lediglich Teilbezirke des Seins zu untersuchen, wie zum Beispiel die Mathematik oder die Medizin es tun würden, sondern sich vielmehr dem allgemeinen Sein zuwendet, das in allem zu finden ist, also dem Sein als solchem und dem, was damit zusammenhängt: "Es gibt eine Wissenschaft, die das Seiende, insofern es seiend ist, betrachtet und das, was ihm an sich zukommt" (Met. Γ,1; 1003a 21). Die Metaphysik ist somit für Aristoteles Seinswissenschaft, Ontologie. Alle Wissenschaften würden zwar in gewisser Weise etwas über das Sein aussagen, setzten jedoch hierbei eine Reihe von Begriffen voraus, die unmittelbar mit dem Sein zusammenhingen, die unmittelbar mit dem Sein gegeben seien. Begriffe wie Identität, Art, Einheit oder auch Gattung würden ohne genauer untersucht zu werden von den Einzelwissenschaften benutzt und somit unbesehen vorausgesetzt. Aus diesem Grund bedürfe es einer Wissenschaft, die das Sein und seine spezifischen Eigenheiten wissenschaftlich untersuche, es bedürfe einer ersten Philosophie. Aufgrund der Tatsache, dass das allgemeine Sein allen Seinsbezirken und allem Seienden zugrunde liegt, definiert Aristoteles die Metaphysik auch als die Wissenschaft vom Ersten und Ursächlichen: "Denn wer das Verstehen um seiner selbst willen wählt, wird am meisten die höchste Wissenschaft wählen | - das ist aber die Wissenschaft des im höchsten Grade Wißbaren; und im höchsten Grade wißbar sind das Erste und die Ursachen" (Met. A,2; 982a 31).
Innerhalb der Metaphysik des Aristoteles, die aus insgesamt 14, zum größten Teil eigenständigen Büchern zusammengesetzt ist, bilden die Bücher Ζ, Η und Θ eine geschlossene Gruppe. Die Bücher Z und H enthalten die in Buch Z eingeführte Abhandlung über die ousia, die Substanz, das Wesen: "Und die Frage, die bereits von alters her erhoben wurde, die auch heute erhoben wird und immer erhoben werden und Gegenstand der Ratlosigkeit sein wird, was nämlich das Seiende sei, bedeutet nichts weiter als, was das Wesen sei" (Met. Z,1; 1028b 2-4).
Das Buch Θ hingegen widmet sich der dynamis (Vermögen) sowie der energeia (Verwirklichung). Während sich die ersten neun Kapitel des Buches Θ ausschließlich mit dynamis und energeia beschäftigen, thematisiert das zehnte Kapitel darüber hinaus das Seiende als das "wahr" beziehungsweise "falsch" Seiende, dessen Erforschung Aristoteles bereits in den Kapitel V,7 und VI,2 angedeutet hat: "Weiter bezeichnet "sein" und "ist", daß etwas wahr sei, aber das Nichtsein, daß etwas nicht wahr sei, sondern falsch bei Bejahungen ebenso wie bei Verneinungen" (Met. V,7; 1017a 31), und: "Da aber das Seiende, das man schlechthin das Seiende nennt, in vielfachen Bedeutungen ausgesagt wird, von denen die eine das Akzidentelle bezeichnete, die andere das Seiende im Sinne des Wahren und das Nichtseiende im Sinne des Falschen, [...] so muß man zuerst von dem im akzidentellen Sinn Seienden sagen, daß es davon keine wissenschaftliche Betrachtung gibt." (Met. VI,2; 1026a 33 - 1026b 4).
[...]
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