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Schiller, Friedrich - Kabale und Liebe / Lessing, G.E. - Emilia Galotti und Miss Sara Sampson - Das bürgerliche Trauerspiel am Beispiel von Schillers "Kabale und Liebe" und Lessings "Miss Sara Sampson" und "Emilia Galotti"

Seminararbeit, 2006, 20 Seiten
Autor: Elmira Nedelcheva
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 20
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 18  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V67194
ISBN (E-Book): 978-3-638-60179-5
ISBN (Buch): 978-3-640-14372-6
Dateigröße: 153 KB

Zusammenfassung / Abstract

Die vorliegende Arbeit versucht einen Einblick in die Struktur des bürgerlichen Trauerspiels am Beispiel der Werke von Lessing und Schiller zu vermitteln, wobei die sich mit der Zeit verschärfende Problematik dieser Gattung analysiert wird. Ziel dieser Arbeit ist es zu erläutern, was man tatsächlich unter einem bürgerlichen Trauerspiel versteht, welche neuen Merkmale dieses dramatische Genre mit sich bringt und welchen Stoff es behandelt. Der erste Teil der Arbeit befasst sich zunächst mit dem Wandel und der historischen Entwicklung dieser Gattung. Dazu werden verschiedene Aspekte beleuchtet. Weiterhin werden die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen den drei bürgerlichen Trauerspielen „Emilia Galotti“, „Miß Sara Sampson“ und „Kabale und Liebe“ aufgezeigt und deren Bedeutung interpretiert, wobei dieser Vergleich auf die Darstellung der einzelnen Gestalten beruht. Geklärt werden soll auch inwiefern diese Stücke den Begriff „bürgerlich“ vertreten.


Textauszug (computergeneriert)

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie
Hauptseminar: Lustspiel und Trauerspiel im 18. Jahrhundert
WS 2005/2006

Das bürgerliche Trauerspiel am Beispiel von Schillers
"Kabale und Liebe" und Lessings "Miss Sara Sampson"
und "Emilia Galotti"

von: Elmira Nedelcheva

 


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung 3

II. Das bürgerliche Trauerspiel  3

II.a. Begriffsbestimmung  3
II.b. Entstehung des bürgerlichen Trauerspiels und ausländische Einflüsse  6

III. Vergleich der ausgewählten Trauerspiele von Schillers "Kabale und Liebe" und Lessings "Miss Sara Sampson" sowie "Emilia Galotti"  7

III.a. Das Bürgerliche in den drei Trauerspielen  7
III.b. Die weiblichen Hauptpersonen: Emilia Galotti, Miß Sara Sampson und Luise  9
III.c. Die Nebenpersonen – Abweichungen und Parallelen  12
III.d. Die Handlung in den Stücken 16

IV. Schluss 18

V. Inhaltsverzeichnis  19



 

I. Einleitung

Die vorliegende Arbeit versucht einen Einblick in die Struktur des bürgerlichen Trauerspiels am Beispiel der Werke von Lessing und Schiller zu vermitteln, wobei die sich mit der Zeit verschärfende Problematik dieser Gattung analysiert wird. Ziel dieser Arbeit ist es zu erläutern, was man tatsächlich unter einem bürgerlichen Trauerspiel versteht, welche neuen Merkmale dieses dramatische Genre mit sich bringt und welchen Stoff es behandelt.

Der erste Teil der Arbeit befasst sich zunächst mit dem Wandel und der historischen Entwicklung dieser Gattung. Dazu werden verschiedene Aspekte beleuchtet. Weiterhin werden die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen den drei bürgerlichen Trauerspielen „Emilia Galotti“, „Miß Sara Sampson“ und „Kabale und Liebe“ aufgezeigt und deren Bedeutung interpretiert, wobei dieser Vergleich auf die Darstellung der einzelnen Gestalten beruht. Geklärt werden soll auch inwiefern diese Stücke den Begriff „bürgerlich“ vertreten.

II. Das bürgerliche Trauerspiel

II.a Begriffsbestimmung:

Das bürgerliche Trauerspiel ist eine literarische Gattung, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts (1755) in der Zeit der Aufklärung neu in der Literaturgeschichte entstanden ist und das Interesse von Autoren und Zuschauern gewonnen hat. Diese Gattungsbezeichnung erscheint zum ersten Mal 1733 in einem Brief des französischen Autors Michael Linant, der über ein projektiertes Drama einer „tragedie bourgoise“ schreibt. 1 Da es sich bei den Literaturwissenschaftlern, die diesen Begriff festzulegen versuchten, um eine terminologische Verwirrung handelte, folgte eine große Menge an verschiedenen Bestimmungsversuchen, die aber mit der späteren Bedeutung der Gattung sehr wenig zu tun hatten.

Da das Adjektiv “bürgerlich“ als Attribut von „Trauerspiel“ erscheint, bringt das bürgerliche Trauerspiel ganz neue Merkmale und Aspekte mit sich, die von vielen in dieser Zeit als vieldeutig und verwirrend zu bezeichnen sind. Der Schwerpunkt in diesem Genre liegt auf Themen und Problemen, die mit den „Bürgern“ verbunden sind, die sich als Träger der Handlung aufweisen. Früher galt der Stand der handelnden Personen als Kriterium zur Unterscheidung zwischen Komödie und Tragödie. Und so durften in einer Tragödie nur Menschen hohen Standes vorkommen, da nur Angehörige des adeligen Standes tragische Schicksale erleben konnten. Im Gegensatz dazu traten in einer Komödie Leute von niedrigem Stand auf.

Das in der Epoche der Aufklärung entstandene bürgerliche Trauerspiel rückte den Bürger in den Mittelpunkt des tragischen Geschehens. Gottlob Benjamin Pfeil nennt in einer anonym publizierten Studie, die unter dem Titel „Vom bürgerlichen Trauerspiele“ erscheint, drei wesentliche Kriterien, die die Abgrenzung zwischen dem neuen Drama und der heroischen Tragödie darstellen. Der erste Unterschied liegt darin, dass der behandelte Stoff seinen Ursprung nicht mehr aus der Geschichte hat, sondern als ein Produkt poetischer Erfindung erscheint. Zweitens gehören die handelnden Personen dem mittleren Stand an, d. h. sie sind bürgerlich oder von niedrigem Adel. Außerdem wird „die Verssprache der tragedie classique [...] durch eine nüchterne, für psychologische Nuancen offene Prosadiktion ersetzt“2. Dies stellt das dritte Merkmal des bürgerlichen Trauerspiels dar, dass statt der in der klassischen Tragödie üblichen Versform, das bürgerliche Trauerspiel in Prosa verfasst wurde.

Den Begriff „bürgerlich“ verwechselte man oft mit „Comedie larmoyante“ oder „Tragikkomödie“. Dies war auch der Fall bei Voltaires „Nanine“.3 Auch Gottschied gelingt es nur schwer, den Unterschied zwischen rührendem Lustspiel und traditionellem Trauerspiel zu erfassen. 1751 schreibt er in der vierten Auflage der „Critischen Dichtkunst“:

„Noch andere wollen aus der beweglichen und traurigen Komödie, die von den Franzosen Comedie larmoyante genennt wird, eine eigene neue Art machen. Allein wenn es ja eine solche Art von Schauspielen geben kann und soll: so muß man sie nur nicht Komödien nennen. Sie können viel eher bürgerliche oder adelige Trauerspiele heißen; oder gar Tragikomödien, als eine Mitteilung zwischen beiden, genennt werden.“4

[...]


1 Vgl. Alt, Peter – Andre: Aufklärung. Lehrbuch Germanistik. Stuttgart: Metzler 1996, S. 208

2 Vgl. Alt a.a. O., S. 210

3 Vgl. Guthke, Karl S.: Das deutsche bürgerliche Traerspiel. Stuttgart: Metzler 1994, S. 6

4 Vgl. Alt a.a.O., S. 209


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