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Zur Problematik der Fugenelemente bei Determinativkomposita

Scholary Paper (Seminar), 2006, 22 Pages
Author: Elmira Nedelcheva
Subject: German - German as a Foreign Language / Second Language

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 22
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 17  Entries
Language: German
Archive No.: V67196
ISBN (E-book): 978-3-638-60181-8
ISBN (Book): 978-3-638-68200-8
File size: 177 KB

Abstract

Die vorliegende Arbeit versucht einen Einblick in die Problematik der Fugenelemente, die die Morphemgrenze zwischen zwei substantivischen Konstituenten bezeichnen, zu vermitteln und beschäftigt sich mit der Frage, welche Regularitäten das Auftreten der Fugenelemente bewirken. Dabei soll ein allgemeiner Überblick über Fugenelemente in natürlicher Sprache anhand von zahlreichen Beispielen gegeben werden. Welcher Art die Zusammenhänge zwischen Verbindungselement und Gliedern in einer Zusammensetzug sein können, ist eine Fragestellung, die in dieser Arbeit zum Tragen kommt.


Excerpt (computer-generated)

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie
Seminar: Wortbildung, WS 2005/2006

Zur Problematik der Fugenelemente bei Determinativkomposita

von: Elmira Nedelcheva

 


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung 3

1. Theoretischer Rahmen  4

1.1. Definition – Determinativkompositum 4
1.2. Definition – Fuge  6

2. Zur Beschreibungsebenen und Funktionen der Fugenelementen 8

2.1. Die phonologische Ebene  8
2.2. Die flexionsmorphologische und semantisch / syntaktische Ebene  10

3. Zur Vielfalt der Fugenelementen  14

3.1. Die -s – Fuge 14
3.2. Die -es – Fuge  16
3.3. Die -e – Fuge 17
3.4. Die -(e)n – Fuge  18
3.5. Die -er – Fuge  19
3.6. Die -(e)ns – Fuge  19

4. Zusammenfassung 20

5. Literaturverzeichnis  21



 

0. Einleitung

Die vorliegende Arbeit versucht einen Einblick in die Problematik der Fugenelemente, die die Morphemgrenze zwischen zwei substantivischen Konstituenten bezeichnen, zu vermitteln und beschäftigt sich mit der Frage, welche Regularitäten das Auftreten der Fugenelemente bewirken. Dabei soll ein allgemeiner Überblick über Fugenelemente in natürlicher Sprache anhand von zahlreichen Beispielen gegeben werden. Welcher Art die Zusammenhänge zwischen Verbindungselement und Gliedern in einer Zusammensetzug sein können, ist eine Fragestellung, die in dieser Arbeit zum Tragen kommt.

Der erste Teil befasst sich zunächst mit der Lieferung des theoretischen Hintergrundes für die Determinativkomposita und Fugen. Daher wird nach einer kurzen Beschreibung der wesentlichen Eigenschaften der Fugenelementen ausführlich auf die Frage eingegangen, durch welche Funktions- und Beschreibungsebenen sie sich charakterisieren lassen. Dazu werden verschiedene grundlegende Merkmale der Verbindungselemente beschrieben. Es folgt dann die Präsentation von solchen Fällen, die von den Standardannahmen zu Fugensetzung deutlich abweichen. Geklärt werden soll auch inwiefern diese Problembereiche der typischen Charakteristika der Fugen widersprechen. Um die Fugensetzung adäquat als morphologisches Kriterium des Determinativkompositums beschreiben und erklären zu können, bedarf es jedoch einer Abgrenzung zwischen paradigmatisch und unparadigmatisch. Dabei wird erörtert, inwiefern diese Abgrenzung bei dem Auftreten von Fugenelementen eine Rolle spielt. Ich konzentriere mich in dieser Arbeit ausschließlich auf die Beschreibung der einzelnen Fugenelemente, die in Determinativkomposita mit substantivischen Erst- und Zweitglied vorkommen können.

1. Theoretischer Rahmen

1.1. Definition – Determinativkompositum

In diesem Kapitel wird eine sprachwissenschaftliche Beschreibung einer der am häufigst genutzten Wortbildungsmuster im Deutschen neben der Derivation und der Konversion durchgeführt. Es handelt sich nämlich um die Komposition (Lat. Compositio = Zusammenstellung, -setzung), die als das produktivste Muster zur Erweiterung und Veränderung des deutschen Wortschatzes angesehen wird. Was ein Kompositum sein soll, wird normalerweise als die Verbindung von mindestens zwei lexikalischen Morphemen zu einem neuen Wort definiert.

„Komposition ( lat. Compositio >Zusammenstellung<. Auch: Zusammensetzung. Engl., frz. composition) Einer der Haupttypen der Wortbildung neben Ableitung, Konversion und Kürzung. Komposition ist die Verbindung zwei oder mehr frei vorkommenden Morphemen oder Morphemfolgen ( Wörtern ) zu einem Kompositum[...]“1 Donalies ( 2003 ) präsentiert verschiedene Kriterien des Kompositums.2 „Hochzeitstorte besteht aus mehreren Konstituenten. Es ist ohne Wortbildungsaffix gebildet. Es wird zusammengeschrieben. Es wird wortspezifisch betont. Es enthält ein Fugenelement. Es ist rechtsköpfig. Es wird als syntaktosemantische Einheit produziert und rezipiert.“( Donalies 2003 : 77 )

An der Komposition können verschiedene Wortarten beteiligt werden wie zum Beispiel Substantiv, Verb und Adjektiv. Der Untersuchungsbereich dieser Arbeit wird auf die Beschreibung und die Funktion der Fugenelemente eingegrenzt, die sich in den Determinativkomposita mit zwei substantivischen Konstituenten enthalten. Damit die Funktion der Fuge erklärt werden kann, benötigt man erstmal eine Festlegung des Begriffs des Determinativkompositums. Im Allgemeinen ist die Rede von der am häufigst auftretenden nominalen Wortzusammensetzung, die noch als der Normalfall der Komposita zu betrachten ist.

„Bei dieser Art der Zusammensetzung wird jeweils das zweite Glied ( = „Grundwort“ ) durch das erste (= Bestimmungswort) näher bestimmt, in seiner Bedeutung determiniert.“3

Demnach erscheint als ein typisches Merkmal des Substantivkompositums, dass es aus zwei Konstituenten besteht, nämlich aus einem Kopf und aus einem Modifikator,4 was die Ursache dafür wird, dass es die Rede von Determinativkompositum ist. Die zweite Konstituente wird als der Kopf oder als der Kern angesehen, wobei sie dazu dient, die grammatischen Regularitäten des Wortes festzulegen und das semantische Zentrum darzustellen. Betrachtet man die folgenden Daten aus dem Deutschen, kann man ein deutliches Bild davon bekommen, was alles Kopf und Modifikator sein kann.

[...]


1 Vgl. Glück, Helmut (2000): Metzler Lexikon Sprache. Stuttgart – Weimer: J. B. Metzlerische Verlagsbuchhandlung, S. 360

2 Vgl. Donalies, Elke (2003): Hochzeitstorte, laskaparasol, elmas küpe, cow`s milk, casa de campo, cigarette-filtre, ricasdueñas... Was ist eigentlich ein Kompositum? In: Deutsche Sprache 31, S. 76 - 93

3 Vgl. Naumann, Bernd (1986): Einführung in die Wortbildungslehre des Deutschen. 2. Aufl. Tübingen: Niemeyer, S. 65

4 Vgl. Eisenberg, Peter (1998): Grundriss der deutschen Grammatik. Das Wort. Stuttgart: Metzler, 226f.


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