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Storytelling als Interventionstechnik in der Logotherapie und Existenzanalyse

Thesis (M.A.), 2006, 118 Pages
Author: Magistra Beate Pottmann-Knapp
Subject: Psychology - Consulting, Therapy

Details

Category: Thesis (M.A.)
Year: 2006
Pages: 118
Grade: Ausgezeichnet
Bibliography: ~ 61  Entries
Language: German
Archive No.: V67220
ISBN (E-book): 978-3-638-58543-9
ISBN (Book): 978-3-638-72723-5
File size: 726 KB

Abstract

Kurzfassung: Storytelling, das Geschichten erzählen, ist ein uraltes Ritual der Menschheit. Es ist weiters eine Form des Gespräches. Die Verschiebung eines Konfliktes/einer persönlichen Fragestellung in einen anderen Bezugrahmen/Kontext, den einer Geschichte und deren dortige Bearbeitung schaffen gleichermaßen Nähe und Distanz zwischen Therapeut und Klient wie der Patient es braucht, erhalten die Würde und die Intimität der Person. Die in der Geschichte stattfindende Lösung / Wandlung / Neuorientierung sind therapeutische Angebote, die vom Patienten nach dessen Möglichkeiten angenommen werden. Die Grundmotivation dazu kommt vom Patienten selbst, ist er es doch, der dem Therapeuten bewusst oder unbewusst den „Auftrag dazu“ erteilt, indem er sich in die therapeutische Situation und Beziehung einlässt. Die Sprache der Metapher, ihr Symbolcharakter, und die „magischen Möglichkeiten“ arbeiten tief im Unterbewusstsein und können dort verborgene Prozesse direkter ansprechen als in einem üblichen therapeutischen Gespräch. Im Reich der Phantasie wo alles möglich ist, kann sich der Patient ohne Konsequenzen mit seinen Themen, Gefühlen und „Hindernissen“ freier bewegen und auf spielerische Art und Weise auf „vorweggenommene“ Lösungen reagieren. Dies ist der im Anschluss an das Hören der Geschichte stattfindende gemeinsame Prozess zwischen dem Therapeuten und seinem Klienten. Abstract: Storytelling is an ancient ritual of mankind. Millions of years ago this medium was used as a way of informing each other about happenings (fate) and to interpret them, to exchange feelings, to understand connections of meaning and to feel safety and protection. Many associations that are released while a story is read to us can be useful for the therapeutic process. Storytelling is a special form of a conversation. The language of a metaphor, its symbol character and the “magic possibilities” work deep in our subconscious and can apply to hidden processes more easily than in a customary therapeutic conversation. In our imagination, where anything is possible , the patient can move more freely and without consequences among his feelings and obstacles and therefore react to “anticipated” solutions in a very playful way. At the same time the therapist – while writing the story himself for the specific patient and staying referred to his or her formulation of question/problem – transports his (logo) – therapeutic offering and his personal experiences.


Excerpt (computer-generated)

Sigmund Freud Privatuniversität Wien

Storytelling als Interventionstechnik in der Logotherapie und Existenzanalyse

Diplomarbeit
zur Erlangung des akademischen Grades
Magistra der Psychotherapiewissenschaft

vorgelegt von: Beate Pottmann-Knapp
vorgelegt im: Januar 2006

 

Inhaltsverzeichnis

Einführung ... 6

1 Kurzfassung / Abstract ... 6
2 Schlüsselworte / Keywords ... 8
3 Vorwort / Idee zur Arbeit ... 8
4 Fragestellung der Arbeit ... 9

A Theoretischer Teil ... 10

1 Eine Geschichte am Anfang – Das Bäumlein ... 10

2 Definition und Anwendung ... 12
2.1 Storytelling ... 12
2.2 Narration ... 12
2.3 Narratologie ... 13
2.4 Implizites Wissen ... 13
2.5 Bildung ... 14
2.6 Logotherapie und Existenzanalyse ... 15
2.7 Begriffssystematisierung ... 15

3 Das Storytelling ... 16
3.1 Historischer Rückblick ... 16
3.2 Erzählschemata ... 17
3.2.1 Romanze ... 17
3.2.2 Die Tragödie ... 18
3.2.3 Die klassische Komödie ... 20
3.2.4 Die Satire ... 20
3.3 Literaturgattungen ... 21
3.3.2 Die Fabel ... 22
3.3.3 Metapher ... 23
3.3.4 Das Symbol ... 25
3.4 Die Prozedur der Narration ... 25

4 Die therapeutische Geschichte ... 27
4.1 Definition und Anwendung ... 27
4.2 Entstehung und Entwicklungsgeschichte ... 28
4.2.1 Schlussfolgerung ... 31
4.3 Beziehungsstrukturen im Prozess der therapeutischen Geschichte ... 33
4.3.1 Basale Beziehungsprozeduren ... 33
4.3.1.1 Spiegeln ... 35
4.3.1.2 Urvertrauen / Geborgenheit / Sicherheit ... 36
4.3.1.3 Die soziale „Rolle“ ... 36
4.3.1.4 Identifikation ... 36
4.4 Anwendungsbereiche von therapeutischen Geschichten ... 37
4.5 Ziel/Funktion der therapeutischen Geschichte ... 37

5 Logotherapie und Existenzanalyse ... 40
5.1 Allgemeines ... 40
5.2 Begriffserklärung im Speziellen ... 44
5.3 Methoden der Logotherapie und Existenzanalyse ... 47
5.3.1 Die Dereflexion ... 47
5.3.2 Paradoxe Intention ... 48
5.3.3 Einstellungsänderung/Einstellungsmodulation ... 49
5.3.4 Die Existenzielle Bilanz ... 51
5.3.5 Das Sinnwahrnehmungstraining ... 52
5.3.6 Der Sokratischer Dialog ... 53
5.3.7 Der phantastische Dialog ... 54
5.4 Literaturrecherche zum Thema ... 55
5.4.1 Bibliotherapie ... 55
5.4.2 Fallgeschichten ... 55
5.4.3 Narrative Logotherapie ... 55
5.4.4 Werteimagination nach Böschemeier ... 57

B Praktischer Teil ... 59

1 Definition ... 59

2 Kriterien einer sinnvollen Geschichte ... 60

3 Auswirkungen ... 61

4 Der Prozess ... 62
4.1 Eingangsphase /Arbeitsschritte ... 62
4.1.1 Das Sammeln von Informationen ... 62
4.2 Kreative Phase ... 65
4.2.1 Das Imaginieren der Geschichte ... 65
4.2.2 Wahl des Erzählmodells ... 66
4.2.3 Wahl des Gestaltungsmodells ... 66
4.2.3.1 Die Geschlossene Geschichte ... 67
4.2.3.2 Das offene Ende ... 67
4.2.3.3 Die offene Geschichte ... 67
4.2.3.4 Die interaktive Geschichte ... 67
4.2.3.5 Die spontane Geschichte ... 68
4.3 Therapeutische Phase ... 68
4.3.1 Der Prozess des Schreibens ... 68
4.3.2 Das Vortragen /Das Erzählen ... 69
4.3.3 Das Aufarbeiten ... 69

5 Geschichten als Beispiele ... 71
5.1 Die geschlossene Geschichte ... 72
5.2 Offenes Ende ... 72
5.3 Die Offene Geschichte ... 79
5.4 Die Interaktive Geschichte ... 87
5.5 Die spontane Geschichte ... 87

6 Fallgeschichte ... 89
6.1 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen der klassischen Tragödie ... 90
6.2 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen des Strukturphasenmodells ... 90
6.3 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen der epischen Form ... 92
6.4 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen der Drei-Ebenen- Kommunikation ... 94
6.5 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen der Logotherapie ... 95
6.6 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen der logotherapeutischen Geschichte ... 97
6.6.1 Eingangsphase ... 98
6.6.2 Kreative Phase und therapeutische Phase ... 102
6.7 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen der logotherapeutischen Philosophie ... 103
6.8 Exploration/Anamnese/Verlauf ... 105
6.9 Ergebnis ... 106

Zusammenfassender Abschluss ... 107

Literaturverzeichnis ... 109

Anhang ... 115
 

Einführung

1 Kurzfassung / Abstract

Kurzfassung:

Storytelling, das Geschichten erzählen, ist ein uraltes Ritual der Menschheit. Schon vor Millionen von Jahren diente dieses Medium als Informationsfluss um Geschehnisse (Schicksal) zu berichten (interpretieren, deuten), Erfahrungen auszutauschen, Gefühle zu verarbeiten, Sinnzusammenhänge zu verstehen, Geborgenheit, Sicherheit und Schutz zu spüren. Viele Assoziationen, die in Verbindung mit „eine Geschichte vorgelesen bekommen“ ausgelöst werden (Urvertrauen), fördern die Absichten des therapeutischen Prozesses. Das Storytelling / das Geschichten erzählen ist eine spezielle Form des Gesprächs.
Die Grundaussagen der Lehre von der Logotherapie und Existenzanalyse, ihr zugrunde liegendes Menschenbild und ihr geistiges Grundkonzept lassen den Schluss zu, dass die Technik des Geschichten Erzählens sich als hervorragendes therapeutisches Instrumentarium eignet, um das Thema eines Patienten aufzuarbeiten und dazu notwendige seelische Entwicklungen zu fördern.
Die Verschiebung eines Konfliktes/einer persönlichen Fragestellung in einen anderen Bezugrahmen/Kontext, den einer Geschichte und deren dortige Bearbeitung schaffen gleichermaßen Nähe und Distanz zwischen Therapeut und Klient wie der Patient es braucht, erhalten die Würde und die Intimität der Person. Die in der Geschichte stattfindende Lösung / Wandlung / Neuorientierung sind therapeutische Angebote, die vom Patienten nach dessen Möglichkeiten angenommen werden. Die Grundmotivation dazu kommt vom Patienten selbst, ist er es doch, der dem Therapeuten bewusst oder unbewusst den „Auftrag dazu“ erteilt, indem er sich in die therapeutische Situation und Beziehung einlässt. Die Sprache der Metapher, ihr Symbolcharakter, und die „magischen Möglichkeiten“ arbeiten tief im Unterbewusstsein und können dort verborgene Prozesse direkter ansprechen als in einem üblichen therapeutischen Gespräch. Im Reich der Phantasie wo alles möglich ist, kann sich der Patient ohne Konsequenzen mit seinen Themen, Gefühlen und „Hindernissen“ freier bewegen und auf spielerische Art und Weise auf „vorweggenommene“ Lösungen reagieren. Dies ist der im Anschluss an das Hören der Geschichte stattfindende gemeinsame Prozess zwischen dem Therapeuten und seinem Klienten.
Gleichzeitig transportiert der Therapeut, indem er selbst die Geschichte für diesen Patienten schreibt und auf dessen Fragestellung/Problem bezogen bleibt, sein (logo)- therapeutisches Angebot und seinen persönlichen Erfahrungsschatz. Er lenkt und beeinflusst den Informationsfluss nach den Grundaussagen der Lehre, deren Vertreter er ist und derer sich der Patient anvertraut. Diese Annahme soll anhand eines Grundkonzeptes für das Schreiben von therapeutischen Geschichten vorgestellt werden.
 

Abstract:

Storytelling is an ancient ritual of mankind. Millions of years ago this medium was used as a way of informing each other about happenings (fate) and to interpret them, to exchange feelings, to understand connections of meaning and to feel safety and protection. Many associations that are released while a story is read to us can be useful for the therapeutic process. Storytelling is a special form of a conversation. The language of a metaphor, its symbol character and the “magic possibilities” work deep in our subconscious and can apply to hidden processes more easily than in a customary therapeutic conversation. In our imagination, where anything is possible , the patient can move more freely and without consequences among his feelings and obstacles and therefore react to “anticipated” solutions in a very playful way. At the same time the therapist – while writing the story himself for the specific patient and staying referred to his or her formulation of question/problem – transports his (logo) – therapeutic offering and his personal experiences.
 

[...]
 

3 Vorwort / Idee zur Arbeit

Schon während meiner Ausbildung sind mir in den Lehrbüchern Frankls die vielen Fallbeispiele und Zitate aufgefallen, die er einerseits seinen Patienten als Intervention erzählt hat, andererseits dem Leser die Lehrinhalte veranschaulichen. Später erfuhr ich Ähnliches bei Elisabeth Lukas, die zudem noch die Literatur Tolstois zum Analysieren auf logotherapeutisches Gedankengut entdeckte. Ich entwickelte die Idee, eine individuelle Geschichte zu schreiben für einen bestimmten Klienten nach dem logotherapeutischen Gedankengut, diese vorzutragen und gemeinsam mit dem Klienten aufzuarbeiten. Heute ist das Storytelling ein wichtiges Element meines psychotherapeutischen Arbeitsalltages.
Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich meine Erfahrungen in ein Konzept und als Idee einer Interventionstechnik vorstellen.
Das „logotherapeutische Storytelling“ steht somit jedem Therapeuten zur Erweiterung seines Methodenrepertoires zur Verfügung.

4 Fragestellung der Arbeit

  • Ist das Storytelling eine Interventionstechnik für die psychotherapeutische Fachrichtung Logotherapie und Existenzanalyse?
  • Welche Methoden Techniken, Potentiale für Einstellungsveränderung und Neuorientierung im Menschen bietet die Lehre der Logotherapie und Existenzanalyse?
  • Wie lassen sich diese in einer Geschichte einarbeiten um eine literarische Geschichte zu einer logotherapeutischen Geschichte zu machen?

Welches Basiswissen aus angrenzenden Wissensbereichen ist wichtig für das eigenständige Schreiben einer therapeutischen Geschichte?

[...]



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