Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 28 Pages
Author: Axel Wild
Subject: Economics / Business : Economic and Social History
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz
Tags: Arbeiterbewegung, Kaiserreich, Partei, Gewerkschaften, Hauptseminar, Entwicklung, Wirtschafts-, Sozialpolitik, Deutschen, Kaiserreich
Year: 2006
Pages: 28
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 21 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-60235-8
File size: 183 KB
Achtung: In dieser Arbeit wird nur die Geschichte der Arbeiterpartei(en) nachgezeichnet. Zwar wird auch kurz ihr Verhältnis zu den Gewerkschaften beleuchtet; die Gewerkschaften selbst sind aber Gegenstand einer anderen Hauptseminararbeit gewesen. Im Fokus der Betrachtung steht die Geschichte der SPD mitsamt ihrer ideologischen Entwicklung zwischen den 1870er Jahren und 1918.
Other users also were interested in the following titles:
Excerpt (computer-generated)
Die Arbeiterbewegung im Kaiserreich:
Partei und Gewerkschaften
von: Axel Wild
SS 2006, 10. Semester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2.Verselbständigung der Arbeiterbewegung 2
2.1. Anfänge der Arbeiterbewegung 2
2.2. Parteigründungen und Trennung von den Liberalen 2
2.3. Zusammenschluß zur SAP 7
2.4. Sozialistengesetz 1878 - 1890 8
3. Vom Erfurter Programm bis zur Spaltung 11
3.1. Entwicklung der SPD nach dem Sozialistengesetz 11
3.2. Organisation der SPD 11
3.3. Ideologische Auseinandersetzungen in der SPD 13
3.4. Spaltung der SPD im 1.Weltkrieg 17
4. Thesenförmige Zusammenfassung 20
Anhang
Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
ADAV = Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein
KPD = Kommunistische Partei Deutschlands
MSPD = Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands
IAA = Internationale Arbeiter Assoziation
SAP = Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands
SDAP = Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands
SPD = Sozialdemokratische Partei Deutschlands
USPD = Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands
VDAV = Vereinstag Deutscher Arbeitervereine
1. Einleitung
Durch die Industrialisierung entstand mit dem freien Arbeiter, der seine Arbeitskraft als Ware nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt verkaufen musste, ein neuer Typus des arbeitenden Menschen. Weil den Arbeitsuchenden ständig neue verarmte Bauern und Handwerker zuströmten, konnten die Unternehmer oftmals Hungerlöhne und unmenschliche Arbeitsbedingungen durchsetzen, die die Arbeiter zu einem dauerhaft unsicheren und kärglichen Dasein verurteilten. Die Konsequenz dieser Entwicklung und der Tatsache, dass keine der bestehenden politischen Bewegungen die Interessen dieser Menschen zu vertreten bereit war, führte schließlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur selbständigen politischen Or- ganisation der Arbeiter. Binnen weniger Jahrzehnte erwuchs daraus mit der SPD eine große Massenpartei, die das Schicksal Deutschlands wesentlich beeinflussen sollte. In der vorliegenden Arbeit wird der Begriff des „Arbeiters“ aus Gründen der Komplexitätsreduktion nicht weiter differenziert, wohl wissend, dass es sich bei den „Arbeitern“ um keinen monolithischen Bevölkerungsblock, sondern um eine durchaus heterogene Klasse handelte. Auch hat sich die Zusammensetzung der Arbeiterschaft im Laufe der Zeit geändert. Waren es zu Beginn noch überwiegend die Handwerkergesellen, die sich politisch artikulierten, so bildete später das quantitativ stark wachsende Industrieproletariat den Kern der organisierten Arbeiterschaft. Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Ideologie und die programmatische Entwicklung der SPD von ihren Anfängen bis hin zum Ende des 1.Weltkrieges zu erfassen. Es soll betrachtet werden, welche politische Motive und ideologischen Triebkräfte die Gründung, die innerparteilichen programmatischen Richtungskämpfe und schließlich die Spaltung der SPD bewirkten.
2. Verselbständigung der Arbeiterbewegung
2.1. Anfänge der Arbeiterbewegung
Bereits im Vormärz lassen sich 3 Typen von Organisationen als Wurzeln der Arbeiterbewegung unterscheiden: Es sind, neben den sog. Auslandsvereinen und den öffentlichen Unterstützungskassen, vor allem die allgemeinen Handwerker- und Arbeiterbildungsvereine. Diese wurden meist von sozial gesonnenen, liberalen Bürgern seit den 1820er Jahren gegründet, um den Arbeitern durch Vermittlung von Bildung soziale Aufstiegschancen zu ermöglichen. Auch wenn die Bildungsvereine den Arbeitern eine erste zaghafte Basis für politische und soziale Diskussionen gaben, und sich in den 1840er Jahren sogar einige radikaldemokratischsozialistische Vereine verselbständigten, so blieben die Arbeiter mehrheitlich noch Teil der liberalen und demokratischen Bewegung. Ein wichtiger Schritt zur Herausbildung der Arbeiterbewegung war die Revolution von 1848, in deren Verlauf z.B. die „Allgemeine Deutsche Arbeiterverbrüderung“, eine lockere Föderation verschiedener Arbeitervereine, Gewerkschaften und ad-hoc-Initiativen, gegründet wurde. Mit dem Scheitern der Revolution wurde sie jedoch genau wie die meisten anderen Organisationen aufgelöst. Erst mit Beginn der gemilderten Unterdrückungspolitik konnte sich die deutsche Arbeiterbewegung auf 2 Ebenen herausbilden: zum einen als eine Bewegung der Gewerkschaften und Streiks, zum anderen als eine Bewegung der Arbeiterparteien1.
2.2. Parteigründungen und Trennung von den Liberalen
Mit Beginn der in Preußen einsetzenden Liberalisierungstendenzen 1858/59 (Beginn der „Neuen Ära“) initiierten insbesondere die Liberalen die Gründung von Arbeiterbildungsvereinen 2. In diesen wurden den Arbeitern u.a. Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt, die sie für anspruchsvollere Arbeiten in der industriellen Produktion qualifizieren und ihnen somit eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation er- möglichen sollten. Auf diese Weise suchte man Rückhalt bei der quantitativ wachsenden Arbeiterklasse, um sie ideologisch an die Bourgeoisie zu binden, und somit für die Ziele des Nationalvereins und der Fortschrittspartei, nämlich nationale Einheit und Verfassungsreform, zu mobilisieren3. Allerdings sollte sich das praktische Engagement der Arbeiter auf Bildung und Selbsthilfe beschränken. An politischen Aktivitäten sollten sie sich nicht eigenständig beteiligen4. Diese politische Bevormundung und die infolge der wirtschaftlichen Entwicklung hervortretenden Gegensätze zwischen Bourgeoisie und Arbeiterschaft waren wesentliche Triebkräfte der kontinuierlichen Abspaltung der Arbeiterbewegung von den Liberalen in den 60er Jahren5, die sich durch folgenden Wirkungszusammenhang knapp darstellen lässt6: Begeistert von der sich bis 1871 vollziehenden Reichseinigung schwenkten ab Mitte der 60er Jahre immer mehr Liberale, im Rausche nationaler Glückseligkeit und angespornt von den insbesondere für sie vorteilhaften wirtschaftlichen Erfolgen Preußens, auf Bismarcks Linie ein. Dabei traten der preußische Verfassungskonflikt und die gescheiterte Idee eines mit starken Rechten und Kompetenzen ausgestatteten Parlaments zunächst in den Hintergrund. Dieser Bruch der politischen Interessenkoalition verstärkte die wachsende Entfremdung von Bourgeoisie und Arbeitern, wodurch die vorhandenen trennenden Klassenstrukturen umso deutlicher zu Tage traten. Die ablehnende Haltung der Liberalen in der Frage des allgemeinen gleichen Wahlrechts und die Fernhaltung der Arbeiter von jeglicher politischer Betätigung verstärkte das Gefühl der Arbeiter, nur als ein politisch bevormundetes Anhängsel zu dienen7.
[...]
1 Vgl. Kocka, Jürgen: Lohnarbeit und Klassenbildung. Arbeiter und Arbeiterbewegung in Deutschland 1800-1875, Berlin und Bonn 1983, hier S.167-179.
2 Vgl. Ritter, Gerhard A. (1976): Arbeiterbewegung, Parteien und Parlamentarismus. Aufsätze zur deutschen Sozial- und Verfassungsgeschichte des 19. und 20.Jahrhunderts, in: Berding, Helmut u.a. (Hrsg.): Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Bd. 23, Göttingen 1976, hier S.24.
3 Vgl. Fülberth, Georg (1989a): Die Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie von ihrer Gründung bis zum Revisionismusstreit (1863-1899), in: Geschichte der deutschen Sozialdemokratie. Von 1863 bis zur Gegenwart, 3.Aufl., Köln 1989, hier S.16.
4 Vgl. Na’aman, Shlomo: Von der Arbeiterbewegung zur Arbeiterpartei. Der Fünfte Vereinstag der Deutschen Arbeitervereine zu Nürnberg im Jahre 1868. Eine Dokumentation, in: Skrzypczak, Henryk (Hrsg.): Beihefte zur Internationalen wissenschaftlichen Korrespondenz zur Geschichte der Arbeiterbewegung (IWK), Berlin 1976, hier S.16.
5 Vgl. Wachenheim, Hedwig: Die deutsche Arbeiterbewegung 1844 bis 1914, Köln und Opladen 1967, hier S.72f.
6 Vgl. Schieder, Wolfgang: Das Scheitern des bürgerlichen Radikalismus und die sozialistische Parteibildung in Deutschland, in: Mommsen, Hans (Hrsg): Sozialdemokratie zwischen Klassenbewegung und Volkspartei, S.17-34, Frankfurt a.M. 1974, hier S.21-24.
7 Vgl. Wachenheim, Hedwig: a.a.O., hier S.77.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Die Frage der Inklusion älterer Arbeitnehmer in das Arbeitssystem vor dem Hintergrund des Altersstrukturwandels
Author: Birgitta BernhardtSocial Pedagogy / Social Work, 2007 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Bevölkerungsgeographie - Der demographische Wandel und seine Auswirkungen am Beispiel Deutschlands
Author: Judith VargaGeography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning, 2007 Download as PDF-file for 12,99 EUR
Die Enkel auf dem Weg zum Erbe - Zur Gegenwart und Zukunft der SPD
Author: Diplom-Politikwissenschaftler Dennis BuchnerPolitics - Political Systems - Germany, 2001 Download as PDF-file for 10,99 EUR
Subprime-Krise
Author: Achim SteffanEconomics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting, 2008 Download as PDF-file for 10,99 EUR
Kann die Onlinepräsenz einer Zeitung junge Leserschaft gewinnen und binden
Author: Sebastian GeipelCommunications: Media Economics, Media Management, 2004 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Angus Wilson, "Higher Standards": Eine Erzählwerkanalyse
Author: Jan-Christian DahlkeEnglish Language and Literature Studies - Literature, 2003 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Zur Einwanderungsgeschichte Israels - Probleme und Entwicklung von Migranten im „Gelobten Land“
Author: Daniel BossePolitics - International Politics - Region: Near East, Near Orient, 2003 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Was ist eigentlich problematisch am demographischen Wandel?
Author: Bachelor Patrice JaegerSociology - Gender Studies, 2006 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Woran scheitert die Kooperation im Nahen Osten? "Kollektive Identität" als Hindernis des Friedensprozesses
Author: Georgi IlievPolitics - International Politics - Region: Near East, Near Orient, 2003 Download as PDF-file for 8,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: