Frankophonie - Eine Geschichte der Sprache und Identität in Québec close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Frankophonie - Eine Geschichte der Sprache und Identität in Québec

Autor: Enrico Quaas
Fach: Romanistik - Französisch - Linguistik

Lesen Sie im E-Book



Details

Veranstaltung: Proseminar La crise du français – Le français en crise?
Institution/Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Institut für Romanistik)
Tags: Frankophonie, Eine, Geschichte, Sprache, Identität, Québec, Proseminar
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 25
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 178 KB
Archivnummer: V67293
ISBN (E-Book): 978-3-638-60246-4
ISBN (Buch): 978-3-638-72528-6
Anmerkungen :
In der vorliegenden Hausarbeit wird die Verbindung von Sprache und Identität in Québec analysiert, wobei auch etwaige (persönliche) Theorien zum Thema zum Tragen kommen.

Zusammenfassung / Abstract

Nicht wissend, dass er einer der größten Entdecker der Weltgeschichte werden sollte, segelte der Genuese Cristoforo Colombo unter der spanischen Flagge und im Auftrag der reyes católicos gen Westen, um einen neuen Seeweg nach Indien zu entdecken. Er stieß schließlich am 12. Oktober des Jahres 1492 auf Land und glaubte, Indien erreicht zu haben und bezeichnete die dort vorgefundenen Bewohner irrtümlich als Indianer. Was Colombo aber tatsächlich entdeckte, war ein neuer Kontinent, dessen Kolonisierung in der Folgezeit auch für Frankreichs Geschichte von Bedeutung sein sollte. In der vorliegenden Arbeit werde ich, gestützt auf fundamentalen Fakten, auf wichtige zentrale Aspekte der frankokanadischen Geschichte näher eingehen und diese unter ausgewählten Gesichtspunkten analysieren. Der Schwerpunkt wird darin bestehen, die sich herausbildende frankokanadische Identität, die Sprache und Kultur der Kolonisten und deren Nachkommen miteinander in Verbindung zu bringen. Dabei werde ich zum Teil neue Thesen und Modelle zur Diskussion stellen, die ich mit Hilfe der Geschichte versuchen werde, zu veranschaulichen und mit empirischen Fakten zu bekräftigen.

Textauszug (computergeneriert)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Sprach-und Literaturwissenschaften, Institut für Romanistik
PS: La crise du français – Le français en crise?
Sommersemester 2006, Fachsemester: 2

Frankophonie - Eine Geschichte der Sprache und Identität in Québec

von: Enrico Quaas

 


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung 3

1 Québec  3

1.1 Landes- und Kulturgeschichte  3
1.2 Sprache und Sprachgesetzgebung  5

2 Identität, Sprachbewusstsein, Sprachidentität  9

2.1 Die Frage nach der frankokanadischen Identität  9
2.2 Sprache und Identität in Québec 14

2.2.1 Sprachbewusstsein und Sprachidentität 14
2.2.2 Das Sprachbewusstsein – Ein angeborenes Werkzeug?  17

3 La langue maternelle au Québec  19

4 Schlussbetrachtung  22

5 Literaturverzeichnis  24

6 Anhang 25

 


 

0 Einleitung

Nicht wissend, dass er einer der größten Entdecker der Weltgeschichte werden sollte, segelte der Genuese Cristoforo Colombo unter der spanischen Flagge und im Auftrag der reyes católicos gen Westen, um einen neuen Seeweg nach Indien zu entdecken. Er stieß schließlich am 12. Oktober des Jahres 1492 auf Land und glaubte, Indien erreicht zu haben und bezeichnete die dort vorgefundenen Bewohner irrtümlich als Indianer. Was Colombo aber tatsächlich entdeckte, war ein neuer Kontinent, dessen Kolonisierung in der Folgezeit auch für Frankreichs Geschichte von Bedeutung sein sollte.

In der vorliegenden Arbeit werde ich, gestützt auf fundamentalen Fakten, auf wichtige zentrale Aspekte der frankokanadischen Geschichte näher eingehen und diese unter ausgewählten Gesichtspunkten analysieren. Der Schwerpunkt wird darin bestehen, die sich herausbildende frankokanadische Identität, die Sprache und Kultur der Kolonisten und deren Nachkommen miteinander in Verbindung zu bringen. Dabei werde ich zum Teil neue Thesen und Modelle zur Diskussion stellen, die ich mit Hilfe der Geschichte versuchen werde, zu veranschaulichen und mit empirischen Fakten zu bekräftigen.2

1 Québec

1.1 Landes- und Kulturgeschichte

König Carlos I. von Spanien – resp. Kaiser Karl V. (ab 1515) – besaß zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein derart mächtiges Imperium, dass der zu dieser Zeit in Frankreich herrschende François I. (1515 – 1559) neidisch auf die zahlreichen Reichtümer seines Kontrahenten in Übersee war. Er war daraufhin entschlossen, eigenen wirtschaftlichen Nutzen aus dem neuen Kontinent zu ziehen und entsandte zwei Expeditionen (1524/25), die aber scheiterten.3 Erst die dritte brachte 1534 mit dem Bretonen Jacques Cartier den erwünschten Erfolg. Er landete »in der Bucht von Gaspé und ergriff [für Frankreich] Besitz von diesem Gebiet«4. In der Folgezeit gab es jedoch – abgesehen vom Pelzhandel – keinerlei Besiedlung dieses Territoriums auf Grund der »politischen und religiösen Situation in Frankreich«5 zu jener Zeit. Am 3. Juli des Jahres 1608 legte Samuel de Champlain »am nördlichen Ufer des Sankt-Lorenz[-Stroms]«6 an und »errichtete [...] eine Reihe kleinerer Siedlungen, darunter vor allem Quebec«7. Champlain sollte sich auf dem neuen Kontinent niederlassen und – was von der Handelsgesellschaft für Pelz gefordert war – für genügend neue Kolonisten sorgen, was er jedoch nicht verwirklichen konnte.

Auf Grund dessen initiierte Richelieu im Jahre 1627 die »Campagnie de la Nouvelle-France«, um ein neues französisches Kolonialreich in Übersee zu errichten, was jedoch scheiterte, da es einen »Mangel an tatkräftiger Unterstützung von Seiten des Mutterlandes [Frankreich]«8 gab. Der einzige Rückhalt war die katholische Kirche. Im Jahre 1625 übernahmen die Jesuiten, die sich an Rom orientierten, führende Rollen im Erziehungswesen. Es bildete sich eine erste gravierende Andersartigkeit zu Frankreich heraus (»Ultramontanismus vs. Gallikanismus«). Diese Geistlichen hatten überdies engen Kontakt mit vielen Indianerstämmen und brachten finanzielle Mittel aus Frankreich mit nach Nouvelle-France.

Ein halbes Jahrhundert später – 1689 – begannen die ersten Auseinandersetzungen um den Kontinent mit den angloamerikansichen Siedlern. Die Angriffe auf Québec und Montreal (1690) konnten von Frontenac zurückgeschlagen werden, und 1697 wurden die Irokesen, die britische Unterstützung bekamen, bezwungen, die ab 1701 und dem Frieden von Montreal schließlich neutral wurden hinsichtlich des französisch-englischen Konfliktes. 1756 kam es abermals zu Auseinandersetzungen zwischen »französischen Siedlern und [...] benachbarten englischen Kolonien«9. Zur gleichen Zeit begann in Europa der Siebenjährige Krieg zwischen England und Frankreich. Drei Jahre später besiegten die Briten in Québec die Frankokanadier und es kam 1763 schlussendlich zum Friedensvertrag von Paris, in dem der König von Frankreich Großbritannien »das eigentliche Kanada«10 überließ, wodurch überdies der Kontakt zu den Kolonien abbrach.

Dieses einschneidende Ereignis sollte für die Frankokanadier noch eine wichtige Rolle spielen bzgl. ihrer Identitätskonstituierung. Auf Grund dessen, dass sich die Frankokanadier verlassen fühlten (Kapitulation Frankreichs, Kolonienüberlassung, Kontaktabbruch zu Frankreich), übernahm die Kirche in Québec mehr und mehr eine gewichtige Führungsrolle, zumal ab 1764 ausschließlich englisches Recht herrschte, das den Katholizismus verboten hatte.

Zehn Jahre danach gab es aber die so genannte Quebec-Akte, die die volle Religionsfreiheit zusicherte und die französische Gerichtsbarkeit wieder einführte. Diese Maßnahme sollte den Briten dazu verhelfen, die Frankokanadier auf ein Gebiet einzugrenzen, was die britische Assimilationspolitik indirekt deutlich verschärfte. Nach dem Unabhängigkeitskrieg kamen immer mehr amerikanische Siedler nach Québec, wodurch sich zwei Siedlungsgebiete herauskristallisierten, deren Unterschiede sich in der Bevölkerung, Religion und Kultur äußerten.

Mit der Konstitutionsakte von 1791 kam es zur Teilung Kanadas in Ober- und Unterkanada, wobei Unterkanada in etwa dem heutigen Québec entspricht. Zudem bekamen beide Provinzen eigene Gouverneure und eigene Parlamente. Es kam zur »Herausbildung einer dreistufigen Schichtenhierarchie«11, wodurch die frankokanadische Bevölkerung – sowohl Bauern als auch das Kleinbürgertum – benachteiligt wurden. Dies führte schließlich zum »militanten frankokanadischen Nationalismus«, der sich in der letztlich niedergeschlagenen Patriotes- Rebellion (Vgl. 1.2) von 1838 zeigte, und der »bis heute [...] in den Separationsbestrebungen der Nationalisten Quebecs erkennbar« ist.12

Zwei Jahre später wurde eine Verfassung für Kanada verabschiedet, die die parlamentarische Selbstverwaltung der Provinzen sicherte. Die Acte de l′Amérique du Nord britannique von 1867 konstituierte schließlich die Dominion of Canada, wodurch die heutige bundesstaatliche Form Kanadas erreicht wurde.

1.2 Sprache und Sprachgesetzgebung

[...]


2 Auf eine Darstellung (der einschlägig nachlesbaren Entwicklung) des français québécois wird hingegen verzichtet.

3 Vgl. Wolf 1987

4 Hoerkens 1998: 5

5 Wolf 1987: 1

6 Hoerkens 1998: 5

7 Wolf 1987: 1,2

8 Wolf 1987: 2

9 Hoerkens 1998: 6

10 Hoerkens 1998: 6

11 Hoerkens 1998: 7

12 Hoerkens 1998: 7

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/67293/