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Das Frauenbild in der Jugendliteratur der DDR

Seminararbeit, 1998, 19 Seiten
Autor: Ilka Borchardt
Fach: Ethnologie / Volkskunde

Details

Veranstaltung: Seminar: War die DDR eine Frau?
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für Europäische Ethnologie)
Tags: Frauenbild, Jugendliteratur, Seminar, Frau
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 1998
Seiten: 19
Note: sehr gut (1,3)
Literaturverzeichnis: ~ 15  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V6731
ISBN (E-Book): 978-3-638-14236-6

Dateigröße: 213 KB


Textauszug (computergeneriert)

Das Frauenbild in der Jugendliteratur der DDR

von Ilka Borchardt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 1

2 Jugendbücher in der DDR 2

2.1 Eine Auswahl 2
2.2 Frauen- und Mädchenfiguren 4
2.2.1 Weibliche Nebenrollen 4
2.2.2 Weibliche Hauptrollen 5
2.2.3 Weibliche "Ko-Helden" 6

3 Das Frauenbild in der DDR 7

3.1 "Die Frau in der sozialistischen Gesellschaft" 7
3.2 Das sozialistische Frauenbild in den Jugendbüchern 10
3.3 Entwicklung mädchenorientierter Jugendliteratur 11

4 Zusammenfassung 14

5 Literaturverzeichnis 16

5.1 Jugendbücher 16
5.2 Sonstige Primärliteratur 16
5.3 Sekundärliteratur 16


1 Einleitung

"Die Persönlichkeitsentwicklung der Mädchen wie der Jungen, der Frauen wie der Männer ist kein Resultat der xy-Chromosomen oder der Geschlechtshormone; sie ist durch gesellschaftliche Faktoren determiniert." (aus Junge Frauen heute, Wie sie sind - was sie wollen Leipzig, 1981.)
Im Seminar "War die DDR eine Frau?" stellte sich als eine der ersten Frage die nach dem "typisch Weiblichen" und dem "typisch Männlichen". In der Diskussion bemerkten wir, daß weibliches und männliches Verhalten im westlichen etwas anderes bedeutet als im DDR-Kontext. Mich interessiert in diesem Zusammenhang das Frauenbild, das in der DDR-Kinder- und Jugendliteratur gezeigt wird.
Ich beschäftigte mich für diese Arbeit mit Jugendbüchern, die mit der Empfehlung "ab 12 Jahren" zwischen 1958 und 1984 herausgegeben wurden. Bei der Untersuchung habe ich die Erscheinungszeit nicht berücksichtigt, da dies den Rahmen der Arbeit gesprengt hätte. Sie handeln von 14- bis 18-jährigen Mädchen und Jungen.
Die Bücher fand ich durch Zufall, damit erhebt meine Auswahl keinen endgültigen Anspruch auf Repräsentativität. Allerdings waren Karl Neumanns Frank bzw. Frank und Irene und Gunter Preuß′ Julia sowie Günter Görlichs Den Wolken ein Stück näher in meiner Schule Unterrichtsstoff. Aufgrund des allgemeingültigen Lehrplans in der DDR kann mit einiger Sicherheit davon ausgegangen werden, daß dies auch an anderen Schulen der Fall war.
Um ein detailliertes Bild zu erhalten, bezog ich das Jugendmagazin neues leben, den Ratgeber Die Frau aus der Reihe Kleine Enzyklopädie sowie eine weitere Veröffentlichung des Leipziger Verlags für die Frau mit ein.
Als erstes stelle ich die Jugendbücher inhaltlich vor, dann untersuche ich sie auf ein allgemeineres Frauenbild unter Berücksichtigung der jeweiligen Position der weiblichen Figuren. Im folgenden Kapitel beschäftige ich mich mit dem offiziellen Bild der Frau in der DDR und wie dieses sich in den Jugendbüchern wiederfindet. Anschließend gebe ich einen kurzen Überblick über die Entwicklung und Bedeutung mädchenorientierter Jugendliteratur.

2 Jugendbücher in der DDR

2.1 Eine Auswahl

Wie bereits erwähnt ist meine Auswahl der untersuchten Bücher zufällig geschehen. Ich stelle ihren Inhalt jetzt in der Reihenfolge des Erscheinens vor.
Karl Neumanns Frank (1958) wird von den anderen Kindern ausgeschlossen. Seine Mutter ist gestorben, sein Vater "auf Montage" im Rostocker Hafen. Frank und seine zwei kleinen Geschwister sind in der Obhut einer "schlampigen Tante" . In dieser Situation entwickelt Frank eine Aktivität, die ihn letztendlich mit anderen Kindern und auch Erwachsenen zusammenführt. Sein Plan, ein Kanu zu bauen, verschafft ihm die Anerkennung seiner "Mitbauer" und der Erwachsenen. In Frank und Irene (1964) steigert sich die Situation, Frank will vorzeitig die Schule verlassen und eine Ausbildung beginnen, um seine Geschwister versorgen zu können. Der Vater kehrt nach Hause zurück und findet einen Sohn vor, der eigene Entscheidungen trifft und sie auch gegen den Vater durchzusetzen weiß. Frank ist durch Extremsituationen erwachsen geworden, hat Selbstbestätigung auch in und durch die Gruppe, seine Freunde gefunden.
Jurij Brezans Das Mädchen Trix und der Ochse Esau (1959) handelt in der Anfangszeit der DDR von der Bauerntochter Trix. Einen besonderen Reiz zusätzlich zu ihrer eigenen Schönheit macht die französische Mutter aus. Trix unterstützt mit allen Mitteln den Beitritt ihres Vaters zur LPG, um selbst möglichst schnell dem anstrengenden, ermüdenden Alltag des väterlichen Hofs zu entfliehen und das ihrer Vorstellung nach lustige, erholsame Stadtleben zu genießen.. Nach negativen Erfahrungen als Model einer HO-Modenschau kehrt sie nach Hause und zu ihrem Jugendfreund zurück und beginnt das LPG-Programm uneigennützig zu unterstützen.

[...]


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