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Lesson Plan, 2006, 16 Pages
Author: Verena Wendel
Subject: Art - Pedagogy
Details
Tags: Unterrichtseinheit, Erforschung, Sinneswahrnehmung, Tastsinn, Augen, Zeichnen
Year: 2006
Pages: 16
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 2 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-60856-5
ISBN (Book): 978-3-640-24760-8
File size: 210 KB
Diese Arbeit enstand im Rahmen des Blockpraktikums und befasst sich mit einer Unterrichtsstunde zum Thema "Erforschung der eigenen Sinneswahrnehmung; Der Tastsinn benötigen wir unsere Augen zum Zeichnen?" Dabei werden in diesem ausführlichen Unterrichtsentwurf die institutionellen sowie anthropologische Bedingungen behandelt, eine Klärung der Sache abgehandelt und unter anderem didaktische Überlegungen und Überlegungen zum LehrLernprozess angestellt.
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Abstract
Wahrnehmung bezeichnet im Allgemeinen den Prozess der bewussten Aufnahme von Informationen eines Lebewesens über seine Sinne und kann durch die Aufmerksamkeit gesteigert werden. Im Kunstunterricht spielt die Wahrnehmung eine zentrale Rolle. Normalerweise basiert sie dort jedoch lediglich auf visuellen Eindrücken, deren Verarbeitung und Umsetzung. Manchmal wird mit Unterstützung von akustischen Impulsen die auditive Wahrnehmung im Kunstunterricht angeregt. Die olfaktorischen oder gustatorischen Wahrnehmungen werden allerdings selten in den Kunstunterricht miteinbezogen. Einen weiteren Zugang bietet jedoch unser größtes Organ – die Haut. Form, Räumlichkeit, Oberflächenstruktur, Härte, Temperatur oder beispielsweise die materielle Beschaffenheit können auch über den Tastsinn erfahren werden. Sobald man sich von den gewohnten Zugängen löst und sich neuen Arbeitsweisen öffnet, können sehr faszinierende und überraschende Resultate auftreten. Darum möchte ich in dieser Unterrichtsstunde die haptische Wahrnehmung (griech.: haptikos = greifbar) der Kinder schulen. Die Gesamtheit der haptischen Wahrnehmungen erlaubt es dem Gehirn, Berührungen, Druck und Temperaturen zu lokalisieren und zu bewerten. Es wird unterschieden zwischen der taktilen Wahrnehmung (Oberflächensensibilität) und der kienästhetischen Wahrnehmung (Tiefensensibilität). Bei intensiver Auseinandersetzung kann die haptische Wahrnehmung ausdifferenziert werden, was den Kindern auch außerhalb des Kunstunterrichts zu Gute kommen wird.
Excerpt (computer-generated)
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Semester II.
SS 2006
Unterrichtsentwurf
Im Rahmen des Studiums für das Lehramt an Realschulen
Praktikumsart: Blockpraktikum I, schulpraktische Studien
Zeitraum: 21. 09. 06 - 13. 10. 06
Unterrichtsthema:
Erforschung der eigenen Sinneswahrnehmung
Der Tastsinn - benötigen wir unsere Augen zum Zeichnen?
Fach: Kunst
Klassenstufe: 5
von
Verena Wendel
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung S. 1
1. Zur Ausgangslage des Unterrichts
1.1. Institutionelle Bedingungen S. 2
1.2. Anthropologische Bedingungen S. 4
2. Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand
2.1. Klärung der Sache S. 6
2.2. Didaktische Überlegungen S. 6
3. Intentionen des Unterrichts S. 8
4. Überlegungen zum Lehr - Lernprozess S. 8
5. Skizze des Unterrichtsverlaufs S. 11
6. Mögliche Weiterarbeit S. 12
7. Verwendete Literatur und Materialquellen S. 12
8. Nachbesinnung S. 13
Einleitung
Im Rahmen des Blockpraktikums I vom 21.09.06 - 13.10.06 an der Albert-Schweizer-Realschule in Tübingen hatte ich die Gelegenheit, einen tieferen Einblick in den Schulalltag aus Lehrerperspektive zu bekommen indem ich mehreren Schulstunden beiwohnen konnte sowie 15 Stunden selbst ausarbeiten und halten durfte. Zudem erhielt ich durch die Anwesenheit im Lehrerzimmer und bei Besprechungen die Chance, den Alltag eines Lehrers neben seiner Funktion im Klassenzimmer mitzuerleben. Dabei unterstützten mich die Schulleitung und das Lehrerkollegium, indem auch seitens der Fachlehrer stets das Angebot zur Teilnahme an ihren Stunden ausgesprochen wurde.
Während des Blockpraktikums ergaben sich Unterrichtsversuche in Englisch, Bildender Kunst und Mathematik, sowie die Möglichkeit in den Stunden anderer Lehrer zur Beobachtung anwesend zu sein. Da die genannten Fächer meiner Studienkombination entsprechen, war es von großem Vorteil insbesondere an solchen Schulstunden teilzunehmen. Meine Betreuungslehrer in den entsprechenden Unterrichtsfächern führten mich in die Besonderheiten des jeweiligen Faches ein. Dort boten sich mir stark voneinander unterscheidende Unterrichtssituationen, was von mir als eine große Bereicherung empfunden wurde. Des Weiteren versuchten die Fachlehrer mir ein breites Unterrichtsspektrum vorzustellen, indem sie die von ihnen gehaltenen Stunden nach verschiedenen Prinzipien - wie dem "Ziegésar Modell" oder eine Grammatikstunde nach dem "Entdeckenden Lernen" - aufbauten.
Als Ergänzung zur eigentlichen Unterrichtsstunde wurden vorab sowohl der jeweilige Inhalt des Unterrichts als auch dessen Lernziele zusammen mit dem Fachlehrer besprochen. Die daraufhin entstandene Ausarbeitung wurde erneut gemeinsam im Hinblick auf die sinnvolle Gestaltung der Unterrichtsstunde überprüft. Im Anschluss an die gehaltene Schulstunde wurden die positiven und negativen Aspekte reflektiert und wir suchten gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten. Durch diese Vorgehensweise konnte ich eine differenzierte inhaltliche und didaktische Analyse nach jeder Stunde vornehmen und deshalb sehr viel aus den einzelnen Unterrichtsversuchen lernen.
Anmerkung zur formalen Gestaltung:
In der vorliegenden Ausführung wird die weibliche und männliche Form zur Geschlechterbezeichnung verwendet. Wird aus Gründen der Vereinfachung nur die männliche Form eingesetzt, gilt sie für beide Formen (Schüler und Schülerinnen).
1. Zur Ausgangslage des Unterrichts
1.1. Institutionelle Bedingungen
- Die Klasse 5c setzt sich aus 17 Mädchen und 14 Jungen zusammen. Die Kinder müssen sich nach der Einschulung in die Sekundarstufe nun neu orientieren und sich untereinander zu Beginn des Schuljahres erst näher kennen lernen. Die Altersstreuung umfasst Schülerinnen und Schüler von 10 bis 12 Jahren. Auch an Nationalitäten ist eine große Vielfalt in der Klasse vertreten. Die Meisten der Kinder mit Migrationshintergrund sind entweder in Deutschland geboren oder sehr früh immigriert, sodass sie die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und ausreichende sprachliche Fähigkeiten vorweisen können. Nur wenige Schüler leben erst seit einigen Jahren in Deutschland. Diese werden auch trotz vereinzelter sprachlicher Probleme in die Klassengemeinschaft sehr gut eingebunden. Die Sprachproblematik erschwert vor allem die Zusammenarbeit mit den Eltern. Zu den Elterngesprächen erscheinen nämlich häufig gerade die Eltern nicht, die selbst und deren Kinder die größten Sprachdefizite aufweisen. Dies kann so weit führen, dass die Eltern bei einem Fehlverhalten der Schülerinnen oder Schüler nur schwer in Kenntnis zu setzen sind und somit die Eltern keine Möglichkeit haben, in der Erziehung ihrer Kinder gegenzusteuern. Auf Seiten der Schüler entfällt eine Motivation, in der Schule ein angemessenes Verhalten an den Tag zu legen. Allerdings zeichnen sich solche Tendenzen noch nicht in der 5. Klassenstufe ab sondern sind eher bei Schülern der höheren Klassen festzustellen. Zur Problematik des Migrationhintergrunds kommen erschwerend noch einige Schüler hinzu, auf die aus familiären Gründen in besonderer Weise Rücksicht zu nehmen ist. Sie verweigern des Öfteren die Mitarbeit, stören das Unterrichtsgeschehen oder üben einen negativen Einfluss auf ihre Klassenkammeraden aus. Auch dies ist häufiger in den höheren Klassen zu finden. Über die familiären Hintergründe der Fünftklässler wird man wohl erst nach einigen Monaten besser informiert sein, sodass man auf manche Kinder und deren Verhaltensweisen entsprechend eingehen kann und präventiv oder intervenierend agieren kann.
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