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Die Rolle der Unternehmensbewertung bei der Übergabe von Klein- und Mittelunternehmen - unter besonderer Berücksichtigung der Familienbetriebe

Autor: Mag. Shahin Sheriat
Fach: Wirtschaft - Revision, Prüfungswesen

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Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 95
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 37  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1782 KB
Archivnummer: V67477
ISBN (E-Book): 978-3-638-58593-4
ISBN (Buch): 978-3-638-71155-5

Zusammenfassung / Abstract

Familienunternehmen sind die am weitesten verbreitete Unternehmensform in der EU und leisten einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Volkswirtschaften. Laut einer Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich1 ist für die Jahre zwischen 2004 und 2013 mit ca. 51.500 Übergabefällen bei Familienunternehmen auf Grund des Generationenwechsels in Österreich zu rechnen. Ein solcher Wechsel ist von großer Bedeutung hinsichtlich der Kontinuität des Unternehmens und bedarf sorgfältiger Planung und Vorbereitung. Eine familieninterne Nachfolge ist in den meisten Fällen die bevorzugte Variante. Fehlt allerdings ein geeigneter Nachfolger, muss eine familienexterne Lösung (z.B. Verkauf an Dritte) gefunden werden. Aber nicht selten scheitern Unternehmensverkäufe auf Grund unterschiedlicher Preisvorstellungen des Alteigentümers und Nachfolgers. Ein Hauptproblem dabei ist, dass es keinen Markt für Unternehmen gibt, der eine Preisbildung durch Angebot und Nachfrage regelt, weshalb man auf eine „Einzelbewertung“ des Unternehmens angewiesen ist. Der ermittelte Unternehmenswert dient dann als Entscheidungsgrundlage bei der Preisverhandlung. Die Unternehmensbewertung selbst ist ein umstrittenes Thema in der Betriebswirtschaftslehre und man findet zahlreiche Publikationen und Beiträge zu diesem Thema. In der Geschichte der Unternehmensbewertung wurden unterschiedliche Werttheorien entwickelt, wobei sich in der jüngsten Zeit die Methode der Berechnung des Unternehmenswertes auf Grundlage der zukünftigen Erträge durchgesetzt hat. Die beiden Hauptbewertungsmethoden auf Basis zukünftiger Erträge sind die Ertragswertmethode und das Discounted Cash- Flow Verfahren. Es gibt aber neben diesen Methoden noch zahlreiche andere Bewertungsmethoden, die auf Grund ihrer Einfachheit und Nachvollziehbarkeit in der Praxis verwendet werden, (vor allem bei der Bewertung von KMU werden so genannte vereinfachte Wertfindungsmethoden angewendet). Das Discounted Cash-Flow Verfahren, -eine komplexe Bewertungsmethode-, ist eine vorwiegend für börsennotierten Unternehmen geeignete Methode aus dem angelsächsischen Raum, die aber nur bedingt für die Bewertung von hauptsächlich nicht börsennotierten KMU und Familienbetrieben angewendet werden kann.

Textauszug (computergeneriert)

Wirtschaftsuniversität Wien
Studienrichtung: Betriebswirtschaft

Die Rolle der Unternehmensbewertung bei der Übergabe von Klein- und Mittelunternehmen -
unter besonderer Berücksichtigung der Familienbetriebe

Diplomarbeit

vorgelegt von: Sheriat-Moharery Shahin

2006

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 1

1.1 Allgemeine Einleitung zum Thema ... 1
1.2 Problemstellung ... 1
1.3 Ziel der Arbeit ... 2
1.4 Aufbau der Arbeit ... 3

2. Das Familienunternehmen als KMU ... 5

2.1 Klein- und Mittelbetriebe ... 5
2.1.1 Quantitative Merkmale ... 6
2.1.2 Qualitative Merkmale ... 7

2.2 Familienunternehmen ... 8
2.2.1 Wechselwirkung der Familie ... 10
2.2.2 Berücksichtigung der Personenbezogenheit bei Familienbetrieben ... 11
2.2.4 Personalkosten ... 12

2.3 Unternehmensnachfolge ... 13
2.3.1 Familieninterne und -externe Nachfolge ... 14
2.3.2 Barverkauf ... 16
2.3.3 Management Buy-Out ... 17
2.3.4 Management Buy-In ... 18

3. Grundlagen der Unternehmensbewertung ... 20

3.1 Einleitung ... 20

3.2 Entwicklung der Unternehmensbewertung ... 22

3.3 Bewertungszweck ... 23

3.4 Bewertungsverfahren ... 26
3.4.1 Allgemein ... 26
3.4.2 Einzelbewertungsmethoden ... 29
3.4.2.1 Substanzwertmethode ... 29
3.4.2.2 Liquidationswertverfahren ... 31
3.4.3 Gesamtbewertungsmethoden ... 32
3.4.3.1 Ertragswertmethode ... 32
3.4.3.2 Discounted Cash-Flow Verfahren ... 34
3.4.3.2.1 Bruttoverfahren („Entity-Approach“) ... 36
3.4.3.2.2 Nettoverfahren („Equity-Approach“) ... 42
3.4.3.2.3 Konzept der angepassten Barwerte (Adjusted Present Value) ... 43
3.4.4 Mischverfahren ... 44
3.4.4.1 Mittelwertverfahren ... 45
3.4.4.2 Übergewinnverfahren ... 45
3.4.4.3 Stuttgarter Verfahren ... 46
3.4.5 Heuristische Bewertungsmethoden ... 47
3.4.5.1 Vergleichverfahren ... 48
3.4.5.2 Comparative Company Approach ... 48
3.4.5.3 Multiplikatormethode ... 49
3.4.6 Kritische Würdigung der Bewertungsmethoden ... 50

4. Earn-Out Methode ... 52

4.1 Einführung ... 52

4.2 Grundidee... 52

4.3 Modellanalyse ... 53

4.4 Wertermittlungen  ... 55
4.4.1 Basispreis ... 55
4.4.2 Zusatzpreis ... 56
4.4.3 Zahlungsmethoden ... 57
4.4.3.1 Ausgangslage des Beispiels ... 58
4.4.3.2 Beurteilung des Beispiels ... 59

4.5 Vorteile und Probleme der Farn-Out Methode ... 60

5. Erfolgspotenzialanalyse ... 63

5.1 Einführung ... 63

5.2 Operative Unternehmensanalyse ... 65
5.2.1 Vergangenheitsanalyse ... 65
5.2.2 Due-Diligence ... 67

5.3 Strategische Unternehmensanalyse ... 69
5.3.1 Analysetechniken ... 70
5.3.1.1 SWOT-Analyse ... 70
5.3.1.2 Portfolioanalyse ... 71
5.3.2 Umweltanalyse ... 73
5.3.3 Branchenanalyse ... 75
5.3.4 Unternehmensanalyse ... 77
5.3.4.1 Analyse der Beschaffung ... 78
5.3.4.2 Analyse der Produktion ... 78
5.3.4.3 Analyse der Verkaufsorganisation, Kundenstruktur und Werbung ... 79
5.3.4.4 Analyse der Forschung und Entwicklung ... 80
5.3.4.5 Analyse der Finanzlage ... 80
5.3.4.6 Analyse des Personals ... 81

6. Resümee und Ausblick ... 83

Literaturverzeichnis ... 86
 

1. Einleitung

1.1 Allgemeine Hinleitung zum Thema

Familienunternehmen sind die am weitesten verbreitete Unternehmensform in der EU und leisten einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Volkswirtschaften. Laut einer Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich1 ist für die Jahre zwischen 2004 und 2013 mit ca. 51.500 Übergabefällen bei Familienunternehmen auf Grund des Generationenwechsels in Österreich zu rechnen. Ein solcher Wechsel ist von großer Bedeutung hinsichtlich der Kontinuität des Unternehmens und bedarf sorgfältiger Planung und Vorbereitung. Eine familieninterne Nachfolge ist in den meisten Fällen die bevorzugte Variante. Fehlt allerdings ein geeigneter Nachfolger, muss eine familienexterne Lösung (z.B. Verkauf an Dritte) gefunden werden. Aber nicht selten scheitern Unternehmensverkäufe auf Grund unterschiedlicher Preisvorstellungen des Alteigentümers und Nachfolgers. Ein Hauptproblem dabei ist, dass es keinen Markt für Unternehmen gibt, der eine Preisbildung durch Angebot und Nachfrage regelt, weshalb man auf eine „Einzelbewertung“ des Unternehmens angewiesen ist. Der ermittelte Unternehmenswert dient dann als Entscheidungsgrundlage bei der Preisverhandlung.
 

1.2 Problemstellung

Die Unternehmensbewertung selbst ist ein umstrittenes Thema in der Betriebswirtschaftslehre und man findet zahlreiche Publikationen und Beiträge zu diesem Thema. In der Geschichte der Unternehmensbewertung wurden unterschiedliche Werttheorien entwickelt, wobei sich in der jüngsten Zeit die Methode der Berechnung des Unternehmenswertes auf Grundlage der zukünftigen Erträge durchgesetzt hat. Die beiden Hauptbewertungsmethoden auf Basis zukünftiger Erträge sind die Ertragswertmethode und das Discounted Cash- Flow Verfahren. Es gibt aber neben diesen Methoden noch zahlreiche andere Bewertungsmethoden, die auf Grund ihrer Einfachheit und Nachvollziehbarkeit in der Praxis verwendet werden, (vor allem bei der Bewertung von KMU werden so genannte vereinfachte Wertfindungsmethoden angewendet). Das Discounted Cash-Flow Verfahren, -eine komplexe Bewertungsmethode-, ist eine vorwiegend für börsennotierten Unternehmen geeignete Methode aus dem angelsächsischen Raum, die aber nur bedingt für die Bewertung von hauptsächlich nicht börsennotierten KMU und Familienbetrieben angewendet werden kann.

Die neue seit 2006 in Kraft getretene KFS BW12 der Wirtschaftsprüfer empfiehlt aber gerade das Discounted Cash Flow Verfahren und gibt eine unbefriedigende Antwort für die Bewertung von KMU und Familienbetrieben.
 

1.3 Ziel der Arbeit

Moderne Unternehmensbewertungsmodelle liefern in der Theorie zahlreiche Varianten der Bewertung von Unternehmen. Doch es stellt sich immer mehr heraus, dass die Methoden nur ungenügend zur Bewertung von Unternehmen geeignet sind. Diese Arbeit soll kritisch zeigen, warum die modernen Ansätze der Unternehmensbewertung (Discounted Cash Flow Verfahren) speziell für KMU und Familienbetriebe nur bedingt anwendbar sind. Darüber hinaus soll im Rahmen der Arbeit die Earn-Out Methode erläutert werden, die eine, so die Meinung des Verfassers, passende Alternative zur Bewertung und Preisgestaltung bei KMU und Familienbetrieben darstellt.

[ ... ]


1 Vgl. Bornet, 2002, Studie „Unternehmensnachfolgen und –übergaben in Österreich“ durchgeführt von der KMU Forschung Austria

2 Gutachten des Fachsenats für Betriebswirtswirtschaft und Organisation des Instituts für BWL, Steuerrecht und Organisation der Kammer der Wirtschaftstreuhänder über die Unternehmens-Bewertung

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